Abwärmeverluste alter Heizungen werden deutlich unterschätzt

Abwaermeverluste alter Heizungen werden deutlich unterschaetzt_hier_Bei alten Heizkesseln gehen bis zu 32 Prozent der erzeugten Waerme ungenutzt verloren_Grafik_Institut fuer Waerme und Oeltechnik e.V.Funktioniert die alte Ölheizung noch, so sehen viele Besitzer auch keinen Bedarf, diese auszutauschen. Und dies obwohl viele wissen, dass eine alte Heizung wesentlich mehr Heizöl verbraucht als nötig. Laut einer aktuellen Emnid-Umfrage unter 1.000 Hausbesitzern in ganz Deutschland versprechen sich von einer entsprechenden Modernisierung 94 Prozent eine langfristige Heizkostensenkung. Dennoch geben mit 87 Prozent fast genauso viele an, keinen Grund für eine Sanierung zu sehen, da die alte Öl-Heizung noch verlässlich ihren Dienst verrichtet.

Die Mehrheit der Hausbesitzer ist der Meinung, dass eine alte Ölheizung, die störungsfrei läuft, nicht zwangsläufig ersetzt werden muss. Dies ist jedoch ein Trugschluss: Praktisch alle vor 1985 installierten Ölheizkessel entsprechen bei weitem nicht mehr dem Stand der Technik und sollten nach Meinung des Instituts für Wärme und Oeltechnik (IWO) dringend ausgetauscht werden. Auch Ölheizungen, die noch mit konstanter Vor- und Rücklauftemperatur arbeiten, gelten als Heizölverschwender. Ebenfalls bedenklich ist es, wenn im Heizraum im Winter über 20 °C herrschen. Solche hohen Temperaturen sind dann ein klares Indiz dafür, dass der Öl-Heizkessel bis zu einem Drittel der produzierten Wärme als Abwärme abstrahlt. Diese ist dann für den eigentlich Heizprozess verloren.

Messungen haben ergeben, dass bei einer alten Ölheizung ungefähr 32 Prozent der erzeugten Energie durch Abgase, Oberflächenstrahlung und Auskühlung bei Stillstand verloren gehen. Nach Berechnungen von Heizgeräteherstellern kostet dies den jeweiligen Heizungsbesitzer pro Jahr richtig Geld: Um für 100 Euro zu heizen, müssen demnach 147 Euro in eine alte Heizung gesteckt werden. Moderne Öl-Brennwertgeräte könnten diese Abwärmeverluste deutlich reduzieren. Und wer anstatt eines Öl-Standardkessels einen nicht zu alten Öl-Niedertemperaturkessel betreibt, kann die Verluste durch regelmäßige Wartung und einen hydraulischen Abgleich in Grenzen halten. Im Vergleich zum Öl-Brennwertgerät gehen dann aber immer noch etwa 10 Prozent der erzeugten Wärme verloren.

Grafik: Bei alten Öl-Heizkesseln gehen bis zu 32 Prozent der erzeugten Waerme ungenutzt verloren (Quelle: Institut für Wärme und Oeltechnik (IWO))

Oliver

Online-Redakteur bei Heizungsfinder.de
Oliver ist Online-Redakteur für Heizungsfinder.de - dem Verbraucherportal zum Thema Heizungen.

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1 Kommentar

  1. Sanierung Heizung
    vom 6. August 2012

    Die Heizung sanieren zu lassen lohnt sich immer. Ich verstehe wirklich nicht, wie 87 % aller Ölheizungen Besitzer ihre Heizungen nicht sanieren lassen wollen. Es ist allgemein bekannt, dass Heizsysteme nach einer Weile nicht mehr effizient heizen und im längeren Verlauf, das Heizung sanieren günstiger ist, als die Heizungen so weiter laufen zu lassen.


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