Micro-BHKW: Für wen lohnt sich die Investition?

Micro-BHKW Fuer wen lohnt sich die Investition_Foto_energie-info.netStrom und Wärme gleichzeitig erzeugen und nutzen. Das ist – von der Energiebilanz gesehen – eine optimale Lösung bei der Energiewende. Auch für den Eigenheimbesitzer wird sie immer interessanter. Während noch vor einigen Jahren so genannte Micro-BHKW eher ein Nischenprodukt waren, haben mittlerweile auch Heizungshersteller wie Viessmann oder Vaillant entsprechende Produkte im Portfolio. Sie rechnen sich aber nur unter bestimmten Voraussetzungen. Darauf verweist das Verbraucherportal www.energie-info.net.

Vorreiter bei den Mini-Blockheizkraftwerken für kleinere Anwendungen war der Dachs von Senertec. In ihm produziert ein Verbrennungsmotor mit einem Generator rund 5 kW elektrische Energie. Quasi als Nebenprodukt fällt zwischen 10 und 12,5 kW Wärme an. Dieses Prinzip machten sich auch andere Hersteller zu nutze. Der Nachteil: Verbrennungsmotoren sind relativ wartungsintensiv, das Gesamtsystem relativ teuer. Mit Installation ist man schnell bei über 30.000 Euro. Die hohe elektrische Leistung kann in Einfamilienhäusern nicht sinnvoll im Eigenverbrauch genutzt werden und die Wärmeproduktion reicht im Winter oft nicht aus, so dass ein zusätzlicher Wärmeerzeuger benötigt wird.

Deutlich besser an die Anforderungen im Einfamilienhaus angepasst sind Micro-BHKW, die nach Feldversuchen in den vergangenen Jahren in Serie produziert werden. Hier konkurrieren zwei Systeme: herkömmliche Technik mit Verbrennungsmotor wie im ecoPower 1.0, das Vaillant zusammen mit Honda entwickelte, und Systeme mit Stirling-Motor, die u.a. Senertec, Viessmann oder WhisperGen anbieten. Ihr Vorteil: Sie benötigen meist weniger Platz, meist keine zusätzliche Wärmequelle und sind zu Preisen ab 15.000 Euro (plus Installation) in der Regel günstiger.

Doch welche Voraussetzungen sollten vorhanden sein, damit sich die Investition lohnt? Zunächst wird ein gewisser Wärmebedarf benötigt. Je nach Hersteller werden mindestens 15.000 bis 20.000 kW/h pro Jahr für eine markttypische Amortisation vorausgesetzt. Mehr ist natürlich besser. Damit scheidet der Einsatz in Niedrigenergiehäusern aus. Eine gute Alternative sind Micro-BHKW aber in Altbauten und beim Heizungstausch – vor allem, wenn keine Fußbodenheizung vorhanden ist. Dann werden in der Regel höhere Vorlauftemperaturen benötigt, die von Wärmepumpen beispielsweise nicht effektiv zur Verfügung gestellt werden können. Micro-BHKW können hier systembedingt ihre Vorteile ausspielen.

Grundsätzlich gilt: Wer einen hohen Wärmebedarf hat und gleichzeitig einen großen Teil der elektrischen Energie im eigenen Haus abnehmen kann, für den kann ein Micro-BHKW wirtschaftlich sein. Eine Einspeisung ins Stromnetz wird – im Gegensatz zur Photovoltaik – nämlich nur mit relativ geringen Sätzen vergütet. Wo einer dieser beiden Faktoren fehlt, sollte man auf andere Heizsysteme ausweichen.

Foto: Arbeitet mit einem Stirling-Motor: Viessmann-BHKW Vitotwin (Quelle: energie-info.net)

Robert

Online-Redakteur bei Heizungsfinder.de
Robert ist Online-Redakteur für Heizungsfinder - dem Verbraucherportal zum Thema Heizungen.

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