Wie oft sollte eine Brennwerttherme gewartet werden?

Der Titel sagt es ja schon: Wie oft sollte eine Brennwerttherme gewartet werden?

Wirklich jedes Jahr, oder hängt das auch von der Laufleistung ab?

Und was solte da alles gemacht werden?

Da die Anlage erst ein Jahr alt ist, meinte der Installateur, dass man mit der ersten Wartung ruhig zwei Jahre warten kann. Oder will er es nur bis zum Ablauf der Garantie/Gewährleistung hinauszögern?

Ein 12 Jahre altes Junkers Heizwertgerät wurde bisher nur einmal nach sechs Jahren gewartet und läuft störungsfrei. Jetzt ist allerdings ein neues Ausdehnungsgefäß fällig.
Habe ich da Glück gehabt oder ist die Heizwerttechnik einfach robuster?

Kommentare

  • jospr63 Meister
    Beiträge: 2,443
    Das ist ein wenig davon abhängig, welchen Wärmetauscher das Gerät besitzt. Bei Edelstahl passiert sicherlich wenig in den ersten Jahren, aber bei Alu kommt es schnell zu verstopften Kondensatabläufen. Dann füllt sich die Brennerkammer mit dem Kondensat und das Teil geht auf Störung. Leider wird dann auch meist die Dämmung in Mitleidenschaft gezogen. Das sollte zumindestens immer jährlich geprüft werden.
    Ansonsten laufen fast alle Geräte rund 5 Jahre ohne größere Probleme. Dann werden normal die Zündelektroden und die Ionisation fällig. Nach rund 8 bis 10 Jahren kommt der Gasregelblock und eventuell der Lüfter.
    Bei Alu Wärmetauscher kommt noch erschwerend hinzu, dass die sich irgendwann innen zusetzen und dann geht keine Wärme mehr raus. Je nach Wasserqualität kann das rund 12 bis 15 Jahre dauern. Manche halten auch länger durch.
    Zwischendurch kann es immer wieder mal Probleme mit den Regelungen geben. Besonders dann, wenn die Leute die Anlagen über den Notschalter ausschalten oder bei Stromschwankungen.

    Eine Schwachstelle sind auch die BUS gesteuerten Pumpen UPER 15/60, die merkwürdigerweise immer wieder gerne anzufinden sind und die Druckschalter, die komischerweise gerne kopfunten eingebaut worden sind, was schnell zu Verschmutzungen in den engen Kanal führt und somit eine potenzielle Fehlerquelle darstellt.

    Das gilt jetzt nur für Gasanlagen!

    Bei Öl schaut es schon wieder ganz anders aus.
    Wer sich selbst eine Heizung baut, baut nie wieder eine!W
  • musshaltsein Geselle
    Beiträge: 110
    Danke jospr63 für deine ausführliche Antwort.

    Es handelt sich um eine Buderus GB162 mit einem sogenannten Alu-Silit-Wäremtauscher. Also doch besser jährlich warten lassen.

    Was kostet eigentlich so ein neuer Wärmetauscher mit Einbau in etwa?
  • jospr63 Meister
    Beiträge: 2,443
    Ich denke mit Buderus bist du gut beraten worden. Eine jährliche Wartung ist nicht notwendig, aber die Kontrolle bezüglich des Kondensatabauf schon. Gerade in den ersten Lebensjahren der Anlage wird sich vermehrt diese Schlacke im Siphon bilden. Danach ist eigentlich Ruhe.
    Was so ein Wärmetauscher kostet, kann ich dir auch nicht schreiben. Ich habe kürzlich mal wieder einen von Brötje austauschen müssen und der lag, erinnere ich mich recht, bei rund 1500 Euronen. Allerdings hatte die Anlage auch runde 40 KW Leistung.
    Bei Buderus ist lediglich der Druckschalter ein Manko, weil er über Kopf montiert worden ist. Das ist ein blöder Fehler, hat aber meist zur Folge, dass viele Teile ausgetauscht werden, bevor dieser simple Fehler gefunden wird. Das ist leider immer der Fall, wenn die Handygeneration von Neumonteuren gleich bei der Buderus Hotline anruft und den Fehler zu schildern versucht. Der von der Hotline sagt dann gleich, dass es nur die Pumpe oder die UBA sein kann. Also tauscht er die Teile aus und bemerkt dann, dass der Fehler immer noch vorhanden ist. In der Hotline von Buderus sitzen ähnlich gelagerte Objekte von "Beratern". Das ist bei Viessmann leider auch nicht mehr anders. Nur noch junges und unerfahrenes Volk, die lediglich vom PC aus betrachtet den Fehler zu lösen versuchen. Erfahrung zählt nicht mehr.

    Allerdings hast du dann erst einmal eine neue Pumpe und eine neue UBA und bist runde 1200€ los. Aja.....der Fehler ist natürlich immer noch da.
    Der Ablauf erklärt sich wie folgt: Die UBA zeigt einen Fehler an und die Anlage geht auf Störung. Die Fehlercodes hab ich jetzt nicht wirklich auf Lager, weil Buderus von uns leider nicht eingebaut wird. In jedem Fall wird nach dem Anlaufen der Pumpe eine Druckerhöhung über den Druckschalter registriert und gibt dies an die UBA weiter. Kommt es nicht zu dieser Druckerhöhung, kann es ja nur so sein, dass die Pumpe nicht läuft oder die UBA das Signal nicht registrieren kann - weil kaputt!
    Dieses Signal von dem Druckschalter ist wichtig, da kein Wandgerät ohne Sicherung anlaufen darf, denn im Falle von Luft im Wärmetauscher oder einer defekten Pumpe hätte das Anlaufen des Brenner verheerende Auswirkungen.
    Also, sollte so eine Handygeneration von Monteur eines guten Tages den Fehler über die Hotline zu klären versuchen, sei wachsam und weise gleich auf den Druckschalter hin. Das spart jede _menge Geld und Ärger. ;)
    Thorben
    Wer sich selbst eine Heizung baut, baut nie wieder eine!W
  • musshaltsein Geselle
    Beiträge: 110
    Und nochmal ein ganz herzliches Dankeschön an jospr63 für diese ausführliche Antwort.

    Braucht man für die Kontrolle des Kondensatabauf einen Kundendienst, oder kann man das selber machen? Also ist dieser Siphon im Gerät oder außerhalb?

    Und mit einem der von dir geschilderten Monteure (Handygeneration ) hatte ich auch schon zu tun. Der war direkt von Buderus, weil mein Monteur nicht mehr weiterkam. Es ging um das Internet-Modul, das wir benötigen, um die Heizung fernsteuern zu können, da es sich um ein Ferienhaus handelt und wir immer etwa 12 Stunden vor Ankunft von der Frostschutztemperatur von 10 Grad auf 22 Grad hochfahren, damit es schon einigermaßen warm ist, wenn wir ankommen.

    Jedenfalls konnte das Modul irgendwann keine Verbindung zum Internet mehr herstellen. Der Buderus-Kundendienst hat nach telefonischer Rücksprache mit Buderus einfach das komplette Modul getauscht und es funktionierte wieder. Dann hat er noch gefragt, ob wir ihm die Steuerung mit der Smartphone-App mal zeigen können, weil er das selbst noch nie live gesehen hätte. Das fanden wir dann schon etwas armselig für einen Werkskundendienst.
  • Beiträge: 3
    Hallo,
    ich habe auch ein Problem mit einer Buderus GB152 24K. Diese macht öfter den Fehler 4F 219 (Die Temperatur am Sicherheitssensor ist >95°C)
    1. Sind alle Wartungshähne offen? = Maßnahme: Wartungshähne öffnen. JAAA
    2. Beträgt der Wasserdruck min. 1bar?. = Maßnahme: Heizungsanlage nachfüllen und entlüften JAAA
    3. Ist mindestens ein Thermostatventil geöffnet? = Maßnahme: Ein Thermostatventil öffnen. JAA
    4. Umwälzpumpe prüfen. = Maßnahme: Ggf Umwälzpumpe tauschen. ???? Lässt sich mit Schraubenzieher-Trick mal anhalten, bei Schornsteinfegerbetrieb NICHT, keine Geräusche, schein "normal" zu laufen ist aber eine dieser beschriebenen "komischen" Pumpen Grundfos UBER 15-60 V4 NES
    5. Sicherheitssensor prüfen. = Maßnahme: Ggf. Sicherheitssensor tauschen. ?????

    Heizung von mir selbst gewartet mit großem Wartungsset, Wärmetauscher komplett zerlegt und bestmöglich gereinigt. Die Anlage hatte vorher die Fehler schon, danach Wochen nicht mehr und jetz bei der Kälte am Wochenende wieder 2-3x und lässt sich durch Reset neu starten bzw. durch Ausschalten.
    Was wäre Ihr Tipp als Fachmann dazu?!? Vielen Danke!
  • bearbeitet 8. January Beiträge: 3

    o
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