Infrarotheizung zu teuer im Betrieb?

floria1919 Azubi
bearbeitet March 2012 in Energie Ecke
Hallo,

unsere Öl-Zentralheizung (25J.) "frisst" das Öl. So haben wir zumindest im letzten Winter - bei Leerstand des Hauses festgestellt: innerhalb 10 Wochen (Jan - Anf. März) flogen 1000 l Öl durch, obwohl nur Frostschutz eingestellt - und das Haus unbewohnt war (nix mit kuschlig-warm eingeheizt).

Das ganze Jahr suchen wir nach einem passenden und kostengünstigem System. Gas, Wärmepumpe, Pellets, Hackschnitzel - alles durchgekaut und durchkalkuliert. Die Investition wäre hoch.

Zuletzt sind wir bei Infrarotheizkörpern hängengeblieben. Und das Brauchwasser mit Durchlauferhitzer geheizt. Eine Photovoltaikanlage kommt in den nächsten Wochen auf's Dach und mitunter wollten wir noch Strom selbst nutzen - für den Betrieb der Infrarotheizung und dem Durchlauferhitzer.

Gerade war der Elektriker da und hat sich alles angeschaut: zu teuer im Betrieb, sagt er: würden wir mit Strom heizen, wäre das mit "Heizungsstrom" viel billiger, als wenn wir unsere eigenen Strom nutzen. Und dann müssten wir extra Leitungen zu jedem Infrarotheizkörper legen lassen, damit der mit billigem Heizungsstrom betrieben werden kann. Ich kann es nicht glauben. Ich hab mich jetzt soviel informiert und nun kommt der mit dieser niederschmetternden Auskunft.

Inzwischen friert es jede Nacht und in dem Haus ist keine Heizung im Betrieb. Also doch wieder teueres Öl reintanken und den Mega-Verbrauch vom letzten Jahr wiederholen? Da ist doch jeder Cent zum Fenster rausgeschmissen....

Was meint Ihr?

Kommentare

  • Macintosh Geselle
    bearbeitet October 2011 Beiträge: 98
    Der Elektriker hat vollkommen recht,.....solange man für jede zurückgespeiste kWh
    viel Geld bekommt, sollte man das auch machen. Ein eventueller Inselbetrieb lohnt
    sich erst, wenn diese Förderung wegfällt.

    So,...jetzt zur Heizungsanlage.....:-)

    Ich habe es schon mehrmals an anderer Stelle hier erwähnt...Man sollte die vorhandene
    Infrastruktur nutzen, so gut es geht. Hatte man vorher Nachtspeicher ist die Umrüstung
    auf eine Wasser-Heizung viel zu teuer. Umgekehrt gilt das natürlich auch.....:-)

    Wenn die Wärmequelle auf Ölbasis rausfliegen soll würde ich eine Elektro-Zentralheizung
    installieren und den Wasser-Heizkreislauf weiternutzen. Man könnte auch eine Wärme-
    pumpe nehmen, aber die Preise sind nach meiner Erfahrung horrend...bei einer Luft-
    Wasserpumpe muß man man wohl auch auf NT-Radiatoren umrüsten um einigermaßen
    auf Temperatur zu kommen. Die Vorlauftemperatur-Zuheizung wird allerdings auch mit
    Tagstrom betrieben.

    Fazit:
    Aus meiner Sicht ist die Elektro-Zentralheizung wohl die bessere Variante. Über den
    Verbrauch kann ich nichts sagen, da mir die Erfahrung fehlt. Ich kenne mindestens 3
    Hersteller, die solche Geräte herstellen, z.B. Stiebel-Eltron, Vaillant, Streib, etc.....
    Da muß man sich mal schlau machen.
    Hinzu kommt, daß man für solche Geräte durchaus bei der zuständigen EVU eventuell
    einen Strom-Sondertarif beantragen kann. Einfach mal nachfragen, ob möglich....


    Gruß
  • floria1919 Azubi
    bearbeitet October 2011 Beiträge: 19
    Danke für Deine nette und aufschlussreiche Info.

    Die Elektrozentralheizung sollte man dann evt. auch mit "Heizstrom" betreiben?
  • Macintosh Geselle
    bearbeitet October 2011 Beiträge: 98
    Genau......Heizstrom bedeutet, daß er dreiphasig vorhanden ist. Tagstrom ist einphasig....

    Etliche EVU`s bieten diesen 3-phasigen Heizstrom mit Sondertarifen an, damit Nachtspeicher
    und auch Wärmepumpen kostengünstig betrieben werden können. Es würde bedeuten, daß im
    Schaltschrank eine zusätzliche 3-phasige Stromschiene eingerichtet wird, die auch gesondert
    abgesichert ist. An dieser Stromschiene hängt dann die Elektro-Zentralheizung und ein 2.
    Zähler.

    :-)
  • floria1919 Azubi
    bearbeitet October 2011 Beiträge: 19
    Hallo macintosh,

    toll, wie Du das erklären kanns, dass selbst ich als Laie auch die Hintergründe verstehen kann. Danke nochmal.
  • bearbeitet October 2011 Beiträge: 0
    Jo, tolle Infos Macintosh! Aber mir kommt der Gedanke - wäre es nicht langfristig evtl. biliger, etwas anderes als eine E-Heizung zu nehmen? Ein Heizkreislauf ist ja nun schonmal vorhanden, da müsste man doch wohl nichts groß umrüsten. Soviel teurer ist eine Gasbrennwerttherme in der Anschaffung nun auch nicht und Gas ist ja dann doch noch um EINIGES preiswerter als Strom.

    Mit ner PV-Anlage sieht das natürlich anders aus, wenn ihr euch eine montiert. Ohne würd ichs nicht machen. Würde mich total interessieren, wenn ihr dann mal ein paar Infos bringt, sobald die Kombination läuft... was ihr so verbraucht und so, das ist in dem Thread vom Macintosh im Eheizungsbereich ja auch supergut aufbereitet.
  • diethelm Meister
    bearbeitet November 2011 Beiträge: 227
    hallo floroa 1919,
    irgednwie schon weiter ?
    bin zufällig hier drauf gestossen,falls es noch was bringt,ich würde eine elektroheizung nehmen,irgendsowas um die 9 kw,hab ich auch in meinem ferienhaus gemacht,und in die wasserleitungen frostschutz einfüllen,damit nix passiert,
  • ThorbenThorben Administrator
    bearbeitet March 2012 Beiträge: 867
    Für alle Neuankömmlinge, die in diesem schon leicht betagten Thread aufschlagen - hier könnt ihr weiterführende aktuelle Verbrauchswerte & Erfahrungen zu Elektro- und Infrarotheizungen von Betreibern finden:

    Administrator & Online-Redakteur
    Heizungsfinder.de
  • michi911 Meister
    bearbeitet March 2012 Beiträge: 167
    Macintosh schrieb:
    Genau......Heizstrom bedeutet, daß er dreiphasig vorhanden ist. Tagstrom ist einphasig....

    Etliche EVU`s bieten diesen 3-phasigen Heizstrom mit Sondertarifen an, damit Nachtspeicher
    und auch Wärmepumpen kostengünstig betrieben werden können. Es würde bedeuten, daß im
    Schaltschrank eine zusätzliche 3-phasige Stromschiene eingerichtet wird, die auch gesondert
    abgesichert ist. An dieser Stromschiene hängt dann die Elektro-Zentralheizung und ein 2.
    Zähler.

    :-)

    das ist absolut und total falsch!!!!!!!!!!!!
    ich weiss nicht woher du deine infos bekommen hast, das ist totaler quark!
    wir wohnen in deutschland und nicht irgendwo in den usa. wir haben hier ein richtiges drehstromnetz und die elektriker sind dazu angehalten, die häuser so aufzuteilen, das das netz gleichmäßig belastet wird. netzschieflagen sind zu vermeiden!

    Fast alle Haushalte bekommen von ihren Energieversorger Drehstrom (3 Phasen).
    In sehr alten Mietshäusern kanns sein, das die Wohnungen nur mit Wechselstrom versorgt werden.

    Sondertarifnutzung:
    Je nach Heiztyp gibt es 2 verschiedene Systeme um den Sondertarif zu nutzen.

    a) Speicherheizungen
    Das EVU ersetzt den Zähler gegen ein Mehrtarifzähler.
    Des weiteren wird ein Runsteuerempfänger eingesetzt. Dieser schalten den Zähler zwischen Normaltarif und Sondertarif hin und her.
    Bsp: Um 22 Uhr abends schaltet der Runsteuerempfänger auf den Sondertarif. Leistungsschütze schalten die Speicherheizungen zu. Die vorhandene Steuerung regelt dann den Ladezyklus.

    b) Direktheizungen
    Es wird ein 2. Zähler benötigt. Dieser wird entsprechend mit einem Sondertarif abgerechnet. Über diesen Zähler werden nur die Direktheizungen betrieben.

    Unter Umständen kann das EVU Elektroheizungen auch untersagen. Je nach Netzaufbau und Auslastung ist der Versorger dazu berechtigt, Durchlauferhitzer, Speicherheizungen, etc. zu verbieten. Gerade im ländlichen Bereich mit einer sternförmigen Aufteilung kann es sein, das die Leitungen bis an die Grenzen ausgereitzt ist.


    auch wenn der thread schon älter ist, das kann man nicht so stehen lassen!
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