Spar-und Sanierungstipps für Elektroheizer

Wer eine Elektroheizung betreibt, kann aus verschiedenen Gründen nicht immer auf ein anderes Heizsystem umsteigen.(Hohe Investition, kein Gasanschluß, kein Raum für Tanks oder Pelletlager, usw.) Bei weiter steigenden Stromkosten (EEG-Zulage , unfähige Politiker) muß man alle Möglichkeiten nutzen um dauerhaft Einsparungen zu erzielen. Hier einige Anregungen zum Thema aus eigener Erfahrung und dem Internet:

Verbesserungen am Wohnobjekt
Angaben für Einsparungen durch energetische Verbesserung aus dem Internet:
Dämmung des Daches oder der Geschoßdecke ca. 10-14 %
Dämmung der Kellerdecke ca. 8 %
Dämmung der Fassade ca. 18 %
Neue Fenster und Türen ca. 7%
Die Dämmung von Kellerdecke und Dach /Geschoßdecke amortisiert sich hier im Verhältnis zum finanziellen Aufwand zeitlich am schnellsten.
Eine Wärmedämmung muss immer die physikalischen Gegebenheiten des Gebäudes berücksichtigen. Eine nicht fachgerecht geplante oder ausgeführte Dämmung führt häufig zu Feuchtigkeitsproblemen durch Kondensation und nachfolgender Schimmelbildung.
Die versprochenen hohen Einsparungen bei Außendämmung sind in der Wirklichkeit nicht zu erzielen. (Vergl. auch den Expertenstreit über den „Dämmwahn“ im Internet)
Die Innendämmung ist eine Möglichkeit, aber auch eine Wissenschaft für sich (Stichworte: Taupunkt und Schimmel) hier sollte man sich Rat von Experten holen!
Dämmung ? Verbraucherportal für energetische Sanierung
Bewohner von Objekten mit älteren Fenstern und Haustüren können mit selbstklebendenden Gummidichtungen Einsparungen erzielen. Die Dichtigkeit kann man mit einem Papierstreifen an verschiedenen Stellen des Fensters prüfen. Fenster aufmachen, Papierstreifen einlegen, Fenster schließen und am Papierstreifen ziehen. Wenn er sich leicht her herausziehen lässt, sollte das Fenster abgedichtet werden. Luftspalte an der Unterseite der Haustür können mit selbstklebenden Bürstendichtungen aus dem Baumarkt gut verschlossen werden.

Verbesserung des eigenen Heizverhaltens
Bei stundenweiser Abwesenheit (Arbeit usw.) die Heizung nicht abschalten oder stark herunter regeln, das Aufheizen braucht mehr Energie, als das Halten einer konstanten Temperatur. Beim Verlassen der Wohnung Thermostat auf ca. 16° C stellen.


Sparmöglichkeiten ergeben sich auch durch verschiedene Temperaturzonen, allerdings müssen dann die Türen der unterschiedlichen Räume geschlossen sein. Wohnzimmer 20 Grad, Bad 22 Grad, Küche, Schlafbereich und Flur 18 Grad. Man kann abends beim Fernsehen auch mal eine Decke oder Jacke benutzen!

Beim Lüften Fenster nicht auf Dauerkipp stellen. Es gibt preisgünstige Thermometer/Hygrometer,die mit einem Licht-oder Tonsignal auf die Notwendigkeit des Lüftens hinweisen.

In Wohnungen mit Schimmelgefährdung können Einzelraumlüftungen mit Wärmerückgewinnung die Lage verbessern. (Kosten ab ca. 500 €)


Verbesserung der Heizung
Bei Heizungen mit starker Rückwandabstrahlung kann man kaschierte Alufolie aus dem Baumarkt an die Wand hinter dem Heizkörper kleben.

Das Thema Nachtabsenkung wird im Internet kontrovers behandelt. Die im Moment vorherrschende Meinung sieht für hochwärmegedämmte Objekte nur marginale Einsparungen, für ältere Bauten durchaus 3-5% . Hier kann man nur durch Selbsttest über mehrere Tage unter gleichen Außentemperaturbedingun-gen für die eigene Wohnung herausfinden ob sich Nachtabsenkung rechnet oder nicht. (z.B. 3 Tage mit Nachtabsenkung und 3 Tage ohne Nachabsenkung mit Notierung der Zählerstände zu gleichen Zeiten).

Ist ein freier Kamin vorhanden, sollte man die Anschaffung eines Kamin-oder Pelletofens überlegen. (vorher Schornsteinfeger fragen) Zwei Energieträger machen das Heizen flexibler und der Ofen bringt mehr Gemütlichkeit.

Strompreisvergleich
Auf Vergleichsportalen kann man herausfinden, ob es einen preisgünstigeren Tarif gibt. In manchen Gebieten gibt es Heizstrom für Direktheizungen. Dazu braucht man allerdings dann einen extra Zähler. Beim Versorger nach dem Heizstromtarif und den Kosten für Zählereinbau fragen und dann auf 10-15 Jahre durchrechnen, ob Einsparungen möglich sind.

Nachtspeicherheizung
Wie kann ich die Heizkosten senken, wenn ich weiterhin auf die Nachtspeicherheizung angewiesen bin?
Die richtige Bedienung der Geräte spielt eine wichtige Rolle. : Mieter sollten sich vom Vermieter bzw. Eigentümer eine verständliche Bedienungsanleitung aushändigen lassen (oder vom Hersteller anfordern) und beim Energieversorger die geltende Lieferversorgung mit den Niedertarif-Freigabezeiten anfordern. Die Erfahrung zeigt, daß manche Nachtstromheizer sich nicht um die richtige Einstellung ihre Heizung bemühen und dadurch mehr verbrauchen als nötig. Außerdem sollte sichergestellt sein, dass die Aufladesteuerung richtig funktioniert, damit der Speicher nicht zu stark oder zu schwach aufgeladen wird. Eventuell vom Fachmann prüfen lassen. Mehr Strom verbraucht die Nachtspeicherheizung, wenn der Aufladeregler immer auf der höchsten Stufe eingestellt ist. Hier gilt: im Frühjahr reicht eine niedrige Einstellung, im Winter eine mittlere. Nur an besonders kalten Tagen sollte die höchste Stufe gewählt werden. Die Heizung sollte der Raumgröße angepasst sein.
Eigentümer sollten darauf achten, dass das Gebäude über eine ausreichende Wärmedämmung verfügt und gegebenenfalls nachrüsten.
Zimmertüren geschlossen halten. Regelmäßig und richtig lüften!
Handsteuerung (soll es auch noch geben): Man regelt die Aufladung am Ladereglerknopf am Nachtspeicher nach Gefühl oder Wettervorhersage. Die richtige Einstellung muß man durch Erfahrung herausfinden.
Aufladesteuerung: Die Grundeinstellung des Aufladesteuergerätes ist Aufgabe des Fachmanns. Die Auflademenge wird vom Aufladesteuergerät automatisch je nach Witterung ermittelt. Wird es zu warm dann dreht man den Ladereglerknopf am Nachtspeicherofen eine halbe Stufe zurück und kontrolliert in 48 Stunden nochmals die Aufladung. Funktioniert das Gerät nach Wunsch, ist die richtige Einstellung für diesen Raum gefunden und man braucht am Ladereglerknopf nichts mehr zu verstellen. So kann man die Einstellung für jeden Raum vornehmen.
Eine elektronische Aufladesteuerung spart Geld. Mit ihr wird nur soviel Wärme gespeichert, wie unbedingt notwendig ist. Die Dauer der Aufladung wird über einen Außentemperaturfühler gesteuert. Ältere Geräte können meistens nachgerüstet werden. Kosten: je nach Ausstattung ca. 200 bis 400 € plus Handwerkerkosten. Eine Investition, die sich lohnt und langfristig spart.
Wenn die Heizung nicht richtig funktioniert einzelne Komponenten wie Heizstäbe, Aufladesteuerung, Schaltschütz und Raumthermostat prüfen lassen.

Es gibt jetzt auch eine Möglichkeit den Stromanbieter für NSH zu wechseln. Siehe Link:
Heizstrom Preisvergleich ? Heizkosten senken & Geld sparen!

Nachtsromheizer sollten auch das Projekt Windheizung vom Energieversorger RWE verfolgen, das in der Erprobungsphase ist. Hier wird durch eine neue Regelungstechnik überschüssiger Wind-und Solarstrom auch außerhalb der nächtlichen Aufladezeiten zum Heizen benutzt, was für Preisvergünstigungen sorgen soll.

Information über eine vernünftige Bedienung der NSH
http://www.kevag.de/fileadmin/upload_strom/PDF/Betrieb_Elektroheizungen.pdf

Da die hier aufgelisteten Anregungen keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben, sind weitere Tipps und Erfahrungen zum Sparen bei Elektroheizung sehr willkommen!!!
Vernünftig dämmen! Die beste Heizung ist die, die du nicht brauchst!

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