Neubau, Solar, Luft-Wasser-Wärmepumpe, Eisspeicher

Hallo liebe Forenuser!

Wir planen derzeit einen Neubau im Süden Bayerns an der Grenze zu Salzburg. Derzeit sind wir auf der Suche nach dem richtigen Heizsystem für uns. Wir haben eine Wohnfläche von ca. 140qm. Wollen KFW 70 bauen (36er Ziegel mit Perlittfüllung).

Was wir auf jeden Fall nicht wollen ist Öl. Gas entfällt bei uns ebenfalls, da keine Leitung vorhanden ist und einen Gastank möchte ich mir nicht in den Garten buddeln. Pelletsheizung wollen wir eigentlich auch nicht haben wegen dem benötigten Stauraum.

Wir favorisieren eigentlich eine Wärmepumpe. Wollten eigentlich Erdwärme mit Tiefenbohrung machen (Flächenkollektoren gehen nicht wegen zu wenig Grundfläche). Haben uns ein Angebot eingeholt für Tiefenbohrung, was jedoch wie mir vorkommt sehr hoch ist (12000 - 15000 Euro). Problem bei uns ist, dass vom Wasserwirtschaftsamt eine Tiefenbeschränkung von 10m vorliegt. Das liegt erstens daran, dass in näherer Umgebung bereits bei einer Tiefe von 30-40m Sulfatgestein angetroffen wurde und direkt bei uns in der Nachbarschaft noch keine Bohrung gemacht wurde. Die Bohrfirma schlug vor, 9x 10m zu bohren als sichere Variante. Unsichere Variante (1. wegen Genehmigung und 2. weil man nicht weiß wie weit man wirklich kommt) wären 4x 23m.

Nun schwenken wir evtl. um auf Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Solarunterstützung (Brauchwasser + Heizunterstützung). Wie sieht es mit dieser Kombination aus? Wie sieht es hier mit der Effektivität aus bzw. dem Stromverbrauch? Wie sieht es im Winter an kalten Tagen aus, arbeiten da die Luft-Wasser-Wärmepumpen noch gut? Mit welchen Investitionskosten ist hier ungefähr zu rechnen?

Nun haben wir noch die Solar-Wärmepumpe entdeckt, also Solar+Luft+Wärmepumpe+Eisspeicher.
Hat von euch schon jemand Erfahrung mit solch einem System gemacht? Wie sieht es hier im Winter aus, kann es passieren dass man auch nur mit Strom heizt, wenn der Eisspeicher zu früh vereist und nicht schnell genug wieder aufgetaut werden kann oder reicht die Solar+Luftenergie dafür aus? Wie sieht es hier mit den Investitionskosten aus, um wie viel sind diese höher als bei der Version Solar+Luft-Wasser-Wärmepumpe?

Ich habe schon ziemliche viele Foren durchforstet nach Antworten / Erfahrung mit dem Eisspeicher. Hier gehen die Meinungen irgendwie auseinander (zu früh vereist, nicht rentabel wegen zu hohen Investitionskosten).

Ich danke euch schon mal für eure Hilfe und Ratschläge!

Liebe Grüße

Matthias



Kommentare

  • jospr63 Meister
    Beiträge: 2,758
    Hallo Nachbar!

    Bei der Eisspeicherheizung wirst du auch kaum Hilfe finden, weil es einfach viel zu wenig davon gibt und kaum jemand Erfahrungen damit hat.

    Die sicherste Variante ist sicherlich die Tiefenbohrung, aber bei nur 10 Meter wird das schon recht eng werden. Wovon ich persönlich abrate ist die LWP als Splitgerät, wenn ihr direkte Nachbarn habt. Diese Geräte füllen ganze Aktenschränke bei Gerichten wegen der Geräuschbelästigung.
    Bevor ihr euch dennoch dafür entscheiden solltet, fahrt bitte erst einmal nach Obing zum Rathaus. Dort läuft so eine LWP oder auch nicht. Das Außengeräten ist an der Seite zum Supermarkt installiert und wenn es mal grad nicht läuft, dann wird das Register mit teurer Energie von einem Gaskessel kommend aufgetaut. Oder aber es sind unter 5°C Außentemperatur. Dann schaltet der Gaskessel automatisch zu. Dummerweise benötigt das Rathaus eigentlich keine Heizung bei 5°C Außentemperatur, weil es ein Neubau ist. Laut Hersteller sollte die LWP eigentlich bis -7°C Außentemperatur rentabel arbeiten. Interessanterweise bilden sich bei 0°C Außentemperatur fette Eiszapfen im Lüfter, die sich dann irgendwann lösen und durch die Drehung umhergeschleudert werden. Die Nachbarn waren von der Geräuschkulisse sehr begeistert.

    Ich weiß, es ist schwierig eine vernünftige Lösung für die nächsten 30 Jahre zu finden. Persönlich würde ich eher zu einem Mix aus Öl/Solar und Holz tendieren und das in Verbindung mit einer Großflächenheizung. Mit der Großflächenheizung haltet ihr euch die Option für alle erdenklichen Heizungen auch über die 30 gedachten Jahre hinaus offen. Egal was dann kommt, man kann damit so gut wie jede Art Wärmeerzeuger betreiben. Wenn das alles richtig berechnet wird und installiert worden ist, solltet ihr mit Öl unter 1000 Liter/Jahr liegen.

    Schlimmer ist doch, wenn ihr ein Haufen Geld ausgebt und am Ende nichts richtig funktioniert.
    Wer sich selbst eine Heizung baut, baut nie wieder eine!W
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