Kollektor- und Nutzungsart (Sanierung Altbau)

Hallo liebes Forum!
Ich habe ein altes Haus Baujahr 1914 und trage mich mit dem Gedanken meine Heizung zu erneuern und möchte in diesem Atemzug auch eine thermische Solaranlage anbringen. Da ich gerne selber Handwerke (und auch Geld sparen möchte) habe ich mir einen Heizungsbauer gesucht, der mich berät, mir aber möglichst viel Arbeit selbst überlässt. Da ich die ganze Unternehmung über einen KfW bzw. Bafa Kredit und Förderung finanzieren möchte, musste ich einen unabhängigen Energieberater hinzuziehen. Nun ist es so, dass die Aussagen des Heizungsbauers und die des Energieberater sich nicht decken. Und jetzt kommt ihr ins Spiel ;-)
Meine Wünsche sind eine Gasbrennwerttherme und eine thermische Solaranlage zur Brauchwasser und Heizungsunterstützung. Mein Heizungsbauer hat mir zwei Flachkollektoren zur Brauchwasserunterstützung angeboten. Der Energieberater meinte ich sollte auf jeden Fall Röhrenkollektoren nehmen. Außerdem sollten mehr Kollektoren angebracht werden und diese auch zusätzlich den Heizkreislauf unterstützen (so wie ich es auch eigentlich wollte). Dies sei aber nach Aussage meines Heizungsbauers nicht möglich bzw. würde irgendwelche Probleme mit sich bringen. Welche das sein sollen weiß ich nicht. Ich habe ihn nochmal angeschrieben und hoffe auf Antwort. Bis dahin hoffe ich auf Antwort von euch.
Ist es grundsätzlich möglich die Heizung so zu konzipieren wie ich das möchte oder birgt es irgendwelche Nachteile?
Und noch eine Frage die schlecht nichts zu diesem Thema passt aber vielleicht auch von euch beantwortet werden kann. Mein Heizungsbauer hat den Rücklauf der Heizung auf 55° festgelegt. Jetzt habe ich gelesen, dass bei einer Gasbrennwerttherme der maximale Rücklauf bei 51° liegen darf, da sonst der Gasbrennwert verloren geht. Was könnt ihr dazu sagen?
Vielen Dank

Kommentare

  • jospr63 Meister
    Beiträge: 2,758
    Bei Brennwert gilt: Je niedriger die Rücklauftemperatur, desto höher die Ausbeute! Daher ist man mit FB Heizungen gut beraten und mit großen Heizflächen, wenn man auf Heizkörper ausweichen muss. Ich arbeite mit Heizkörpern und komme mit 45°C Vorlauftemperatur aus, bei -15°C Außentemperatur. Der Rücklauf kommt dann mit 37°C zurück. So sollte man heute eine Heizung auslegen, weil Heizflächen kosten nicht viel Geld, aber die Energie kostet Geld.
    Außerdem kann man dann die Sonnengeschichte anders nutzen. Pumpt die Sonne den Puffer auf sagen wir 80°C hoch, dann kann ich bei geringen Vorlauftemperaturen das Wasser mehrfach durchjagen und muss immer noch nicht frieren. Muss ich allerdings mit 75°C in den Vorlauf, damit ich die Raumtemperatur erreiche, dann wird es eng werden.
    Bei der gesamten Solargeschichte in Verbindung mit einer Heizung, sollte man sich immer vor Augen führen, nutzbare Temperaturen zu erreichen und diese möglichst lang nutzen zu können und das bedeutet ganz klar: Runter mit dem Vorlauftemperaturen - ergo größere Heizflächen!
    Außerdem sorgen größere Heizflächen und die niedrigeren Temperaturen im Vorlauf für ein wesentlich angenehmeres Raumklima.

    Allerdings hat dein Heizungsbauer wohl auch ein wenig Recht. In vielen Gebieten Deutschlands lohnt sich der Aufwand nicht eine Heizungsunterstützung mit einzuplanen. Die Sonnenstunden reichen einfach nicht aus, wenn man Wärme benötigt. Außerdem speichert man pro 1000 Liter Speichervolumen runde 10 KW Energie. Bei einem eventuellen Grundbedarf von 5 KW bei entsprechender Kälte draußen, habe ich exakt 2 Stunden, bis der Puffer leer ist. Also rein rechnerisch jedenfalls. Entweder erhöhe ich das Speichervolumen und die benötigte Kollektorfläche oder ich lasse lieber die Finger davon und setze auf andere Dinge. Im Südwesten könnte man sowas wagen, aber hier im Südosten lohnt es sich eher weniger.
    Wer sich selbst eine Heizung baut, baut nie wieder eine!W
  • dmb73 Geselle
    Beiträge: 112
    Beim Thema niedrige Vorlauftemperaturen bin ich mit meinem Vorredner ja auf einem Nenner aber so pauschal kann man die Effizienz einer Solaranlage als Heizungsunterstützung nicht nur für die Region Süd-West wegwischen.
    Dachausrichtung, Art der Kollektoren (Flach oder Röhre) und Größe der Anlage spielen eine wichtige Rolle.
    Und ein Röhrenkollektor ist in der Tat bei günstiger Ausrichtung sehr wohl in der Lage, nicht nur im Süd-Westen einen erheblichen Anteil der Heizungsunterstützung zu sorgen. Wir haben einen 2.000 Liter-Puffer und sitzen ganz im Westen aber nicht im Süden. Die 16qm Röhren sind exakt nach Süden ausgerichtet und liefern ab April bis Oktober 100% der Wärme für Warmwasser und Heizung. Im März, Oktober und November je nach Witterung noch einen ordentlichen Beitrag, der mit Verschlechterung des Wetters natürlich auch abnimmt. Aber selbst im Dezember ernte ich an sonnigen Tagen 60 Grad für den Puffer.

    Also... nicht in die Irre führen lassen und individuell die Gegebenheiten analysieren. Die Röhren sind erheblich teurer als Flachkollektoren aber eigenen sich unter den richtigen Rahmenparametern allemal zur HU.

    Vg Dirk
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