Heizung für Pool

Hallo Forumsteilnehmer und Leser,

ich bin im Begriff, einen Pool zu bauen und habe mir hier im Forum alles über den Suchbegriff "Pool" durchgesehen. Eigentlich hätte ich gerne den Spieß umgedreht, die Kategorie "Heizung für Pool" erstellt und das Diskussionsthema mit "Solarthermie, Solarheizung, solarthermische Anlage" ;-) , denn ich bin mir noch nicht ganz sicher, wie ich den Pool über die Jahre am Kosten-günstigsten aufheizen könnte.

Bis jetzt habe ich auch auf anderen Sites folgende Möglichkeiten der Beheizung ausgemacht:

- Öl, Gas, Pellets ...

- Badezuber-Brennholz-Ofen (z.B.: Fa. Sprudel-Spass) http://www.sprudel-spass.de/

- Einfache Durchlauf-Erwärmer (z.B.: Fa. ROOS) http://www.selbstbau.com/solare-poolheizung/pool-heizung/

- Wärmepumpe

- Röhrenkollektor, Flachkollektor, Schwimmbadkollektor, etc. (z.B.: Hier auf der Website) http://www.heizungsfinder.de/solarthermie/kollektor/

Ich bin allerdings ziemlich davon überzeugt, dass es ein Kollektor werden wird, da ich laufende Kosten möglichst vermeiden möchte.

Der Pool soll eine Größe von 7,50m x 3,50m x 1,50m haben - also ca. 40.000 Liter und wird an den Wänden und am Boden isoliert. Die Sandfilter-Pumpe wird direkt am Pool in einem extra dafür vorgesehenen Service-Schacht untergebracht.

Es geht mir darum, dass der Pool auch bei kälterem Wetter beheizt werden soll. Und ich frage mich ob es rentabel wäre, den Kollektor bei "überschüssiger Wärmeproduktion" auch für die mit Gas betriebene Warmwasser-Heizung zu verwenden.

Der Pool-Service-Schacht ist ca. 10 Meter vom Haus entfernt. Der Keller ist wegen überhängender Bebauung von dort aus allerdings nicht zu erreichen, sonst hätte ich mir den Service-Schacht am Pool ja sparen können und hätte alles komplett im Keller. Vom Dach aus ist eine Verlegung in den Keller oder zum Pool allerdings schon möglich.

Meine weiteren Fragen:

Nimmt ein Kollektor z.B. bei nebligem Wetter auch die Sonne auf? - Bzw. geht die Aufnahme eines Kollektors auch nach Helligkeit oder nur nach direkter Sonneneinstrahlung?

Ist ein Röhrenkollektor oder Flachkollektor wirklich so stark überdimensioniert für einen Pool? Der Schwimmbadkollektor erweckt bei mir den Eindruck, dass er rein nur Wärme umsetzt. So wie der einfache Durchlauf-Erwärmer der Fa. Roos ...

Wie würden sich z.B. Flachkollektoren mit gesamt 8 qm auf den Pool auswirken, die (für mich praktischer Weise) auf dem Westdach mit 23°-Neigung untergebracht wären? Leider ist das Schrägstellen Richtung Sonne ortsbedingt nicht erlaubt.

Ist der Wärmetauscher besser in der Nähe des Kollektors oder in der Nähe des Pools untergebracht? Also besser längere Wasserleitungen oder besser längere Kollektorflüssigkeits-Leitungen?

Ich bin sehr gespannt auf Antworten und möchte mich auch gleich dafür bedanken!

Kommentare

  • SockoSocko Meister
    Beiträge: 639
    Na technisch kannst du alles machen. Unter Kostengesichtspunkten würde ich den Selbstbauwärmetauscher plus der Brennholzvariante preferieren.

    Offener Pool??? Thermisch abdecken, aufheizen, dann aufmachen - sonst Atomkraftwerk bauen.
  • Beiträge: 3
    Vielen Dank für deine Antwort, aber sie beantwortet leider nicht meine Fragen. Ich hatte eine ernsthafte Anfrage gestellt.
  • Lucifer Geselle
    Beiträge: 104
    Was genau willst Du wissen ?

    Poolbeheizung ist, wenn das Wasser warm werden soll, nur mit konventionellen Wärmeerzeugern möglich, weil die benötigte Wärmemenge sehr viel grösser ist, als sich der Bauherr vorstellt: Ohne Abdeckung geht das schon gar nicht, wegen der Verluste. Das kann sich jeder ganz einfach vorrechnen.

    40.000 L Wasser benötigen für die Temperaturanhebung um ein Grad 40.000 kcal, so um die 32 kwh. Baden möchte man bei mindestens 22 ° C , Anhebung unter deutschen Bedingungen um mindestens 5 °C, 200.000 kCal, 160 kwh.
    Nun die Oberflächenverluste berechnen und das Datenblatt einer Solarplatte einsehen und schon weiss man, wie viele Platten das werden, unter Idealbedingungen. Ein halbes Fussballfeld.

    Mit einem ausreichend grossen Gas,- Holz,- Holzvergaser,-Ölkessel bekommt man das hin, Wärmepumpen kommen an ihre Grenzen, aber das Vorhaben, der Luxus und der Betrieb kosten natürlich.

    P.S. Kollektoren heizen entgegen allen Behauptungen nur bei Sonne, heissen ja auch so. Und bei Sonnenschein ist es immer hell. Die Lufttemperatur ist weniger erheblich.


  • Beiträge: 3
    Vielen Dank für die Antwort!

    Nur noch eine Nachfrage ...

    Dass ich den Pool abdecken muss (am Besten wohl mit einer schwarzen Folie zum Aufheizen), verstehe ich natürlich.
    Und die ausreichende Erwärmung an kalten oder bewölkten Tagen fällt offensichtlich flach, wenn ich mit 8 qm Westdach-Kollektoren dazu heizen möchte.

    Bringen Schwimmbadkollektoren oder Flachkollektoren mehr Erwärmung?

    Ist der Wärmetauscher der Flachkollektoren besser in der Nähe des Kollektors oder in der Nähe des Pools untergebracht? Also besser längere Wasserleitungen oder besser längere Kollektorflüssigkeits-Leitungen?
  • dmb73 Geselle
    Beiträge: 112
    Flachkollektor kannst Du gleich an die Wand heften oder in die Tonne treten! Diese KFW-Mogelpackungen helfen nur die Energieklasse des Hauses nach Enev zu erreichen aber sind reine Sommerkollektoren.
    Clever wäre ein Röhrenkollektor, der für das Wohnhaus in einen großen Puffer speichert. Von da geht's dann mit Wärmetauscher in Richtung Pool.
    Vorteil Röhrenkollektor... gibt Heizungsunterstützung auch im Übergang. Ich ernte auch im November und Dezember, Januar und Februar. Von April bis Oktober brauche ich gar nichts anderes.

    Und Deine Frage... ja, die Röhre liefert auch bei bewölktem Himmel. ABER... natürlich bei Weitem nicht immer und überall. Bei gutem, sonnigem und kaltem Winterwetter krieg ich auch schon 60Grad in den Puffer... aber nur bei optimalsten Bedingungen. Ab Oktober-November springt dann mehr und mehr meine Pelletsanlage an, da es die Röhre nicht mehr schafft. Im März wird's dann rasant wieder weniger.
  • bearbeitet December 2015 Beiträge: 3
    Es gibt so genannte Solarfolie / Solarplane für den Pool. Die würde ich dir auf jeden Fall empfehlen.
  • dmb73 Geselle
    Beiträge: 112
    @Lucifer - ist nicht ganz richtig mit den Sonnenkollektoren… zumindest nicht, was die Röhrenkollektoren anbelangt. Die "heizen" auch im Sommer bei bedeckten/bewölktem Himmel und liefern selbst im Übergang, wenn es für den Pool noch interessant ist, warmes Wasser. Allerdings sind die Röhrenkollektoren für den Pool eine teure Angelegenheit.
    Besser, man kombiniert das mit der häuslichen Heizungsanlage.
    2.000 Liter Puffer, 16qm Röhre und im Sommer geht dann ab 12-13 Uhr das heiße Wasser nur noch in den Pool, da der Puffer voll ist. Das zieht auch die Hitze vom Dach, denn wenn der Puffer voll ist, hat man dann schon gerne mal 150Grad heißen Frostschutz in den Kollektoren. Deswegen lieber keine Kollektoren mit Kupfer, wenn nicht immer eine regelmäßige Abnahme der Wärme gegeben ist. Der Pool wäre so eine geregelte Abnahme.
    Aber Achtung, auch wenn beim Röhrenkollektor der Einstrahlwinkel der Sonne großzügiger ausgelegt werden kann, sollte das Dach nicht verschattet sein und tendenziell schon Südausrichtung haben.
  • Lucifer Geselle
    Beiträge: 104
    Du, wenn ich das lese, denke ich manchmal, wir leben auf verschiedenen Planeten. Ich bekomm das nicht hin bei mir und bei anderen auch nicht und bei mir hab ich 12 Stunden Sonne an Stück. 16 m ² sind eine Menge Kollektorfläche, aber 2000 Liter ist auch nicht wenig. und das bis mittags heiss ? N.B. Wozu brauch ich privat 2000 L Brauchwasser ? Oder wird damit auch geheizt im Winter ?
    Und dann, rechne mal den Energiebedarf für - sagen wir mal 50 m³ Poolwasser- nach. Zum Verballern akzeptiere ich das, zum Warmbaden halte ich das für Utopie. Allerding im Sommer muss ich nicht nachheizen, da ist der Pool sowieso fast 30 ° warm und die Algen haben Hochkonjunktur.
  • dmb73 Geselle
    Beiträge: 112
    Hallo Lucifer.... ganz im Gegenteil! Mit einer so großen Anlage, wie ich sie auf dem Dach habe geht unter 1500 Liter Puffer nicht viel bzw. dann kann man sich auch 8qm teure Röhrenkollektoren sparen.
    1. Die Röhren sind bei mir im Verbund mit einem Pelletsofen. Auch hier und bei meinen 300qm.. bald 350qm beheizten Wohnraum, benötigst Du einen großen Puffer.
    2. Ich habe zwar KFW 70 und 55 Häuser aber bei 300qm kommt auch schon im Übergang recht viel Wärmeverbrauch zusammen.
    3. Die Röhren liefern vor allem im Übergang (März, April, Mai... September, Oktober, November) noch ordentlich Energie, so dass hier der Pelletsbrenner zu 85% entlastet wird. Und zwar.. Heizung und Warmwasser.

    Ich bin mir gerade auch nicht sicher, ob wir vom gleichen Thema sprechen. Ich spreche von einem Hochleistungsröhrenkollektor mit Südausrichtung (16qm). Im Sommer ist der Puffer um 12, manchmal 13 Uhr auf 80 Grad und die Anlage schaltet ab. Davon wird dann die kompl. Warmwasserversorgung betrieben. Wer heizt schon im Sommer.... ;-)
    Natürlich ist der Energieverbrauch im Sommer nicht so hoch, so dass keine 2.000 Liter Warmwasser tgl. verbraucht werden aber hier werden auch kältere Tage überbrückt. Nicht jeder Tag im Sommer ist ein heißer, klassischer Sonnentag.

    Meine Pelletsheizung ist nur im Dezember, Januar und Februar jeden Tag an.... im November, März (je nach Witterung evtl. 50%) und dann die restlichen Monate fast nur noch Sonne.

    Und jetzt kommt´s.... ein Pool wäre genau passend, um meine riesige Menge Warmwasser via Wärmetauscher für eine Poolheizung wegzubekommen. Und genau das wird eines meiner nächsten Projekte.

    Jetzt aber meine Frage:
    Was schaffst Du nicht? Ein Röhrenkollektor (sprichst Du von Röhre oder den popeligen Flachkollektoren) wird an einem guten Standort mit Südausrichtung (ohne Verschattung) immer Leistung bringen.... und zwar von März (aufsteigend) bis Oktober/November. An manch sehr guten Wintertagen selbst dann.
    Wenn es so ist, wie Du schreibst und bei Dir donnern an 12 Stunden am Stück die Sonnenstrahlen auf die Röhre und Du erntest dann nicht jede Menge Warmwasser, stimmt was mit Deiner Anlage nicht oder Du sitzt eben nicht an einem guten Standort.

    Was für einen Röhrenkollektor hast Du?
    Wie große ist Deine Kollektorfläche und Pufferspeicher?
    Wo sitzt Du?
    Hat Dein Dach eine eher Südausrichtung?
    Wie ist der Dachwinkel bzw. wie sitzen die Kollektoren?

    Gruß Dirk

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