Gas Brennwertheizung oder Gas Heizwertheizung was ist besser?

Ich überlege, in unserem 1-Familien-Haus von Öl- auf Gas-Zentralheizung bzw. Brennwert umzusteigen. Der Gasanschluss liegt bereits am Haus an.

Gasbrennwert Heizungen sind im Verbrauch um wie viel günstiger als aktuelle Gasheizwert-Heizungen.
Sind Standgeräte besser als Wandgeräte?

Wir wohnen mit zwei Familien in dem Haus. Die Ölheizung wurde seit ca. 30 Jahren nicht verändert (Tank: ca. 3.000 Liter).

Lohnt sich der Umstieg auf Gas-Brennwert (so wie hier angeboten Das hier - https://www.livinghaus.de/haustechnik/heizungstechnik/gas-brennwert-heizung.html) oder auf Gas Heizwertheizung ?

Lohnt sich die Anbindung von Warmwasser an die Heizung? Zur Zeit wird Warmwasser über Strom erzeugt.

Welche Kosten kommen in etwa auf uns zu?
Wie würdet Ihr die Anlage planen (welches System?).
Vielen Dank schon Mal für Eure Antworten und Gruß

Kommentare

  • jospr63 Meister
    Beiträge: 2,758
    Irgendwie verstehe ich das nicht so richtig. Es gibt keine Heizwertgeräte mehr, bis auf ganz wenige Ausnahmen. Ergo bleibt doch nur Brennwerttechnik übrig.

    Ihr wohnt in einem Einfamilienhaus, seid aber 2 Familien, die dort wohnen? Hm.....

    Warum bleibt ihr nicht beim Öl? Ich verstehe nicht, was für eine Ersparnis ihr euch von einer Umstellung auf Gas versprecht? Abgesehen von den Zusatzkosten für den Gasanschluß und bei einer Umstellung den Entsorgungskosten für den Tank.

    Pumpt das Geld lieber in sinnvollere Dinge, wie Solar oder Isolierung. wer einen Tank im Keller stehen hat, sollte nicht einfach umsteigen, nur weil irgendeine Hochglanzseite irgendwas verspricht, was nachher nicht einttreten wird.
    Wer sich selbst eine Heizung baut, baut nie wieder eine!W
  • SockoSocko Meister
    Beiträge: 635
    Ich stimme jospr63 zu. Warum den Energieträger wechseln? Lediglich die Anlage auf Stand bringen. Energie sparen und Geld sparen und unnötige Arbeit vermieden!
  • Beiträge: 67
    Hallo,

    da die Ölheizung 30 Jahre alt ist, darf diese nach EnEV (Energiespar-verordnung) § 10 Absch. 1 nicht mehr betrieben werden. Also musst du aktiv werden. Bei dem Gedanken ob Öl oder Gas fällt die Wahl ziemlich leicht. Ich würde mich definitiv für Gas entscheiden! Das kann man leicht erklären: Eine Gas-Brennwerttherme hat einen höheren Wirkungsgrad als der Ölbrenner. Außerdem gewinnst du einen zusätzlichen Raum da die Öltanks überflüssig werden. Zudem sind die Geräte klein und kompakt und finden in jeder Ecke Platz.
    Das aufheizen des Trinkwassers mit Strom ist teuer und sehr ineffizient und ist nur in Ausnahmen zu befürworten. Ich will das einmal an einem Beispiel versuchen zu erklären. Nehmen wir an, es geht unter die Dusche, sagen wir 10 Minuten. Durch die Brause laufen pro Minute 12 Liter Wasser. Die Wärmeleistung eines DLE für eine 10 minütige Dusche bei der 120 Liter Wasser durch die Brause laufen, kann man genau bestimmen. Vorausgesetzt das kalte Wasser hat eine Temperatur von 11°C und soll auf 38°C mit dem DLE erwärmt werden. Dann muss der DLE die Temperatur des Wassers um 27K (k=kelvin) anheben. Die spezifische Wärmekapazität von Wasser beträgt 0,001163 kWh/kg * K

    120 x 0,001163 x 27 = 3,76 kWh mal den Strompreis ≈ 0,28€/kWh ergibt einen Duschpreis von 1,05 €
    Wenn du mit einer Gastherme dein Warmwasser bereitstellst, dann entstehen folgende Kosten, Gaspreis ≈ 0,06 €/kWh
    Die Wärmeleistung ist die gleiche wie bei DLE, jedoch der Gaspreis viel billiger.
    3,76 x 0,06 = 0,22 € pro Dusche .
    Oder anders ausgedrückt, dass Duschen ist um ≈ 80% billiger.
    Denke daran, dass die KfW-Förderbank die Maßnahme für die neue Gastherme mit 10% der Kosten unterstützt.

    Beste Grüße, Erik von moderne heizung
  • jospr63 Meister
    Beiträge: 2,758
    ErikErdgas schrieb:
    Hallo,

    da die Ölheizung 30 Jahre alt ist, darf diese nach EnEV (Energiespar-verordnung) § 10 Absch. 1 nicht mehr betrieben werden. Also musst du aktiv werden. Bei dem Gedanken ob Öl oder Gas fällt die Wahl ziemlich leicht.

    Sorry, aber das stimmt definitiv nicht!

    Dann vervollständige ich mal die Enev!
    Betroffen sind nur Anlagen, die in Mehrfamilienhäusern mit mehr als 2 Familien betrieben werden. Diese Anlagen haben nur noch eine Laufzeit von 30 Jahren, außer es handelt sich bereits um Brennwertgeräte.

    Alle anderen Anlagen sind davon nur betroffen, wenn diese nicht als Brennwert oder NT Kessel laufen und der Eigentümer das Haus nach dem Februar 2002 erworben hat.

    Und warum hat ein Gasbrennwertgerät eine höhere Ausbeute als ein Ölbrennwertgerät? Also das erkläre mir bitte einmal.
    Wer sich selbst eine Heizung baut, baut nie wieder eine!W
  • Beiträge: 67
    Hallo,

    Wenn die Immobilie zum 01.02.2002 ganz oder in Teilen von dem Eigentümer selbstgenutzt wurde, dann ist das korrekt und die Anlage könnte weiterbetrieben werden, trotz eines Alters über 30 Jahre. Kam es z.B. durch eine Erbschaft, zu einem Eigentümerwechsel nach dem 01.02.2002, dann wäre ein Anlagentausch ab einem Installationsalter von > 30 Jahren angezeigt.

    Aufgrund des Anlagenalters handelt es sich um ein Heizwertgerät, das hinsichtlich der Effizienz (abgesehen von dem feinstaub- und Schadstoffausstoß, der bei einer Ölheizung deutlich höher ist) gegenüber einer Brennwertanlage deutlich schlechter abschneidet. Durch eine Umrüstung auf Erdgas würden sich Heizkosteneinsparungen im 2-stelligen Bereich einstellen. Zum einen durch den Brennwerteffekt, eine bessere Anklagensteuerung, einem im Rahmen der Sanierung durchzuführender hydraulischen Abgleich und ggf. auch der Umrüstung auf eine zentrale Warmwasserversorgung usw.

    Da dieses Jahr der Verkauf von Heizwertgeräten gesetzlich verboten wurde und daher eingestellt wurde, stellt sich die Frage nach Kauf eines solchen Gerätes nicht mehr. Daher wird bei einer Umrüstung der Heizungsanlage auf jedenfall eine Brennwertanlage zum Einsatz kommen. Hier stellt sich dann konkret die Frage nach Gas oder ÖL, und dann muss eigentlich der Umrüstung auf Gas erfolgen. Vorteile sind, das man nicht mehr schauen muss, wann der Tank leer ist, man am Ende nicht gerade in einem preishoch bestellt, der Tank entfällt, es wird Platz frei, es entstehen keine Gerüche mehr, die neue Gas-Anlage ist leiser, muss nicht mehr so häufig vom Schornsteinfeger geprüft werden, wie eine Öl-Heizung, es muss keine Tankprüfung und Tankreinigung erfolgen (Schlamm) usw.

    Hinsichtlich des Wand oder Standgerätes, dies ist in 1. Linie eine Frage des Platzangebotes.

    Beste Grüße, Erik von moderne.heizung
  • jospr63 Meister
    Beiträge: 2,758
    Hallo Erik,

    der Eigentümerwechsel durch Kauf oder Erbschaft hat nur Bedeutung, wenn die Anlage nicht als NT oder Brennwertkessel eingestuft wurde und das gilt für alle Häuser bis zu 2 Familien. Wohnen mehr in dem Haus, ist das richtig, was du geschrieben hast, es sei denn, es befindet sich bereits ein Brennwertkessel darin. Dazu gehört übrigens auch der Vetterkessel und den gibt es bereits seit gefühlter Ewigkeit.

    Feinstaub und Schadstoffaustoß soll bei Öl höher sein? Beweise es!

    Deine prognostizierten Einsparungen sind wirklich an den Haaren herbei gezogen. Diese Rechnung geht nicht auf. Öl = ca 104% und Gas ca 108% Wirkungsgrad, wobei der Wirkungsgrad keine Aussage über den tatsächlichen Verbrauch trifft. Lediglich die genutzten Temperatur entscheiden über eine optimale Nutzung des Brennstoff. Komme ich über 60°C wird es bei Öl als auch bei Gas unrentabel. Dann brauche ich kein Brennwertgerät mehr. Davon betroffen sind alle Einrohrsysteme, Anlagen mit Lüftungsanlagen oder Konvektortruhen, oder auch Zentralheizungen, die mit Heizkörpern ausgestattet worden sind mit der Spreizung 90/70 oder auch 75/55. In den Fällen sind die Einsparungen gleich = 0.

    Der Verkauf von Heizwertgeräten ist nicht gänzlich verboten und sie werden auch heute noch installiert und zwar vollkommen legal. Es betrifft zum Beispiel alle Häuser mit Schornsteinmehrfachbelegung.

    Einzig mit dem gewonnenen Platz wegen dem Tank im Keller kann man wirklich gelten lassen. Das man den Füllstand der Tanks im Auge behalten sollte, ist klar. Jeder der ein Auto fährt muss das auch. Das ist kein Aufwand, der einen Umstieg auf Erdgas rechtfertigt. Gerüche macht eine Ölanlage die funktioniert auch nicht und leiser ist eine Gasanlage auch nicht mehr. Die neuen Ölbrennwertkessel kann man im Schlafzimmer aufstellen.

    Warum muss eine Ölbrennwertanlage häufiger vom Schornsteinfeger geprüft werden als eine Gasanlage? Das ist falsch. Beide unterliegen dem 2 Jahresturnus. Eine Tankprüfung habe ich bis 5000 Liter auch nicht und eine Reinigung? Wer sich einredet die Tanks reinigen zu müssen sollte sich mal überlegen, ob er seinen Tank im Auto auch reinigen lässt! Blödsinn ist das und Geldschneiderei.

    Und nun kommen wir zum Punkt! Wandgerät oder Standkessel?
    Wandgeräte gibt es nur, weil die Leute einfach nicht bereits sind Geld für eine langlebige und gut funktionierende Heizung auszugeben, aber den fetten BMW vor der Tür stehen haben wollen. Sie werden leider von Firmen angeboten ohne Rücksicht auf hydraulische Gesetze, dann an die Wände geklatscht und der Kunde darf dann die Zeche ausbaden. Wenn ich schon ein Wandgerät nehme oder einbaue, dann ist eine aufwändige Technik als Ergänzung notwendig. Entweder Puffer oder eine hydraulische Weiche sind Pflicht. Besonders dann, wenn man verschiedene Heizkreise bedienen muss. Dann bin ich mit einem Wandgerät nicht günstiger und Platz brauche ich genauso wie mit einem Standkessel. Nur wenn man nicht richtig baut, also Pfusch betreibt, wird man billiger wegkommen.
    In jedem Fall ist ein Standkessel einem Wandgerät vorzuziehen.
    Wer sich selbst eine Heizung baut, baut nie wieder eine!W
  • Beiträge: 67
    Hallo,

    vielen Dank zu den Ergänzungen der rechtlichen Rahmenbedingungen für einen erforderlichen Anlagentauschs. Wenn man sicher gehen will, wie die Situation vor Ort ist, hilft es nur den Schornsteinfeger zu befragen oder einen Energieberater, die alle erforderlichen Informationen abfragen können.
    Zum Feinstaub: Das IWO, ein Institut das durch die Mineralölindustrie gefördert wird, bestätigt in einer Studie, die dieses gemeinsam mit dem Institut für Feuerungs- und Kraftwerkstechnik der Universität Stuttgart erstellt hat, das der Feinstaubausstoß einer heizölbasierenden Heizung 3x höher ist, als die einer erdgasbasierenden Heizung.
    Zur Einsparung: Auch wenn der Brennwerteffekt nicht immer eintritt, aufgrund ggf. der noch nicht optimalen örtlichen Rahmenbedingungen, die wir nicht genau kennen, so wird der Effekt zu mindestens temporär eintreten. Auch wenn die Hülle der Immobilie oder die Wärmeverteilung und –übertragung aktuell noch nicht energetisch optimiert sind, bietet die Brennwerttechnik die Basis die richtigen Sanierungsentscheidungen für die Immobilie in den nächsten 20 – 30 Jahren zu treffen. „Klar, ich baue eine alte Heizungstechnologie ein, weil ich z.B. eine Einrohrheizung habe, die hinsichtlich Effizienz und Komfort dem aktuellen Standard nicht mehr entsprich. In 10 Jahren muss die Verrohrung raus, das Haus wird verkauf oder umgebaut und es kommt eine Zwei-Rohrheizung rein, gleichzeitig neue Fenster. Aber Mist, da ist ja noch eine alte Heizungsanlagentechnologie drin!“
    Noch zum Tank: Klar muss ich den reinigen lassen, wenn der Schlamm bis an den Ansaugstutzen steht, dann ist essig!
    Zum Lärm: Selbst Stiftung Warentest bescheinigt Öl-Kesseln hinsichtlich der Geräuschentwicklung Schwächen!
    Usw.

    Beste Grüße, Erik von moderne heizung
  • bearbeitet March 2016 Beiträge: 22
    Hey und Hallo!

    Vor der Frage standen wir damals auch und waren uns nicht schlüssig ob wir den Schritt wagen sollen, oder nicht. Jedoch überwogen irgendwann Gründe wie Platzersparnis und Ölgeruch, für mich und meine Frau. Anfangs mögend die Anschaffungskosten überwiegen, jedoch ist dieses Geld Langwierig durch geringere Kosten wieder drin. Schau doch ggf. einfach mal auf gas-magazin.de/gas/gasanbieterwechsel-mietwohnung und vergleiche dort die Preise, das haben wir damals auch gemacht. Diese beziehen sich auf Mietwohnungen, jedoch bestehen dabei keine großen Unterscheide zum Haus :)


    Lieben Gruß
    Wer länger lebt ist kürzer tot.
  • Beiträge: 24
    Ich würde auf jeden Fall auf Gas-Brennwert umstellen. Bei Abwicklung z.B. über Contracting (Lfz. 10-25 Jahre) hast Du viele Vorteile:
    1.) Keine Anschaffungskosten
    2.) Keine Belastung der Bonität
    3.) Keine Belastung der Liquidität
    4.) Keine Kosten für Reparaturen
    5.) Keine Kosten für Wartungen
    6.) Keine Kosten für Schornsteinfeger
    7.) Keine Kosten bei Totalerneuerung
    8.) Dafür ein günstiger mtl. Servicebetrag
    9.) Gaseinkauf für ca. 5,95 Cent/kWh
    10.) Voll-Garantie (!!) für 10-25 Jahre!

    Fragen dazu??
  • jospr63 Meister
    Beiträge: 2,758
    Ja!
    Punkt 8! Was bedeutet günstig?

    Punkt 10! Für eine Laufzeit über 20 Jahre ist kein Kessel mehr gebaut.

    Punkt 11! Was passiert wenn die Firma pleite macht?
    Wer sich selbst eine Heizung baut, baut nie wieder eine!W
  • Beiträge: 24
    Pkt. 11: Dann freue Dich!!!
    Alle anderen Punkte: www.energieagentur-leinetal.de
    Pkt. 8: ca. 15,00 EUR/1.000 EUR Rechnungssumme, bei 15 Jahren Laufzeit.
  • jospr63 Meister
    Beiträge: 2,758
    Hm...ich rechne das morgen mal nach. aber irgendwie kommt mir das Spanisch vor. Da muss irgendwer anderes hinterstecken. Für einen Handwerksbetrieb kann sich das nicht rechnen.

    Aber interessant finde ich den Beitrag unter der Rubrik Abmahnung auf der Seite:

    Diese ganze Abmahnbrut (Abmahnanwalt/-mafia und deren Helfershelfer, zu deutsch: Rechtspflegemafia) sollte man mit Katzenscheiße erschießen!!!

    Wer sich selbst eine Heizung baut, baut nie wieder eine!W
  • bearbeitet March 2016 Beiträge: 8
    Unter Punkt 8 sehe ich nichts günstiges. Der Einbau eines neuen Brennwertkessel würde mich Rund 4.000 € kosten. Bei 15 €/1000 € Investition mal 15 Jahre bin ich bei 10.800 € plus Gas. Ist mehr was für ne leere Kasse mit Handlungsbedarf. Das der Anbieter davon Leben will ist klar. Ist das eher eine Werbenummer? Denke schon.
    Denn alten Niedertemperaturkessel weiter betreiben und ggf. Instand zu setzen ist billiger wenn ich die Ratenzahlung für eine Neue, nach dieser Rechnung, dafür auf dem Konto lasse. Selbst nach einer vollständigen Runderneuerung bleibt dann am Ende noch das Geld für eine weitere neue Therme übrig und schon werden aus 15 Jahren 25 und mehr :-) Im Privaten Bereich eher eine Milchmädchenrechnung.
  • bearbeitet March 2016 Beiträge: 8
    Sich darüber bzgl. des Mitkauf genau zu Informieren ist ein wichtiger Bestandteil. Bezüglich der Vertragsinhalte zu den Gaspreisweitergaben (Rauf und Runter) und was wird mit der Heizung am Ende der Laufzeit. Es gibt einige Punkte zu klären um am Ende nicht noch in eine weitere Kostenfalle unbekannter Größe zu Tappen.
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