Neubau - welches Heizsystem

Hallo liebe Forumsmitglieder,

wir haben vor in diesem Jahr mit Massa das Lifestyle 35 zu bauen, KfW 70.
Die Planung beginnt dazu sehr zeitnah, viele Themen sind an sich geplant, nur bei dem Thema "welches Heizsystem" stehe ich wie der berühmte "Ochs vorm Berg" :)

Wir werden im gesamten Haus eine Fußbodenheizung installieren, zudem in den Badezimmern einen Heizkörper für Handtuchtrocknung.
Das Haus wird ohne Keller gebaut!
Die Beheizbare Fläche liegt bei rund 270qm.

Bei dem vorgesehenen Bauplatz ist Erdwärme nicht möglich, wovon ich nach vielen Meinungen der Investitionskosten auch ein wenig abgekommen bin.
Pelletheizung ist an sich auch nicht möglich da wir keinen Keller und somit keinen Lagerraum zur Verfügung haben.

Nun das Thema Luft/Wasser Pumpe.
Wenn ich das Prinzip richtig verstehe springt die Pumpe an (Strom) wenn nicht genügend Warmwasser von der photovoltaik Anlage erzeugt wird, richtig?
Kann man sich zusätzlich denn Solarstrom auf das Dach setzen mit Einspeisung um die Stromkosten gering zu halten?

Alternativen wären ja nur das übliche, Gas oder Öl, oder?

Das ganze soll eine Mischung werden aus Investitionskosten und laufenden kosten.

Habt bitte nachsicht mit mir wenn ich ein wenig blauäugig an das ganze heran gehe, aber das ganze lesen der Systeme in den letzten Woche verunsichert mich doch ein wenig.
Das richtige System zu finden ist wohl auch immer ein wenig Geschmack und eine Frage des Geldes :)

Kommentare

  • jospr63 Meister
    Beiträge: 2,758
    Zuerst einmal hat eine LWP hier bei uns nichts zu suchen. Planst du dein Bauvorhaben in Italien oder Spanien wäre das Okay, aber nicht hier. Außerdem erzeugt Photovoltaik keine Wärme sondern Strom.
    Grundsätzlich macht es Sinn den Strom zu einem kleinen Teil selbst zu erzeugen, aber verspreche dir nicht zuviel davon. Eine größere Effektivität bekommst du allerdings, wenn du einen kleinen Teil für Solarthermie opferst, um die Sommermonate abzupassen für das 'Warmwasser, den erzeugten Strom an den Netzbetreiber verkaufst und einfach aus Platzgründen auf Gas gehst. Das würde Sinn machen.
    Wer sich selbst eine Heizung baut, baut nie wieder eine!W
  • dmb73 Geselle
    Beiträge: 112
    Guten Abend! Ich kann Jospr63 bzgl. der LWP nur zustimmen. Ich kenne keinen meiner Freunde mit LWP aber auch WP, der problemlos zufrieden ist. Vor allem sind die Stromkosten zum Beiheizen deutlich unterschätzt.
    Tatsächlich werde ich mein Mietshaus auch mit Gas bestücken, denn die Technik ist vom Komfort unerreicht, die Anlage recht günstig und platzsparend. Ich darf zwar noch nach Enev 2014 bauen aber Solar oder Photovoltaik brauche ich mindestens auch. Zur Not noch kontrollierte Be- und Entlüftung mit Wärmerückgewinnung aber niemals eine LWP. Die Mieter heizen mich dann arm.

    Was sagt denn der Statiker bzgl. Primärenergiebedarf? Baust Du nach EnEv 2016 oder 14. Dann wird's schwer mit Gas... glaube ich. Wenn es möglich ist, nimm als Hauptenergie in jedem Fall Gas.
  • Beiträge: 10
    Hallo,

    270qm sind schon eine Hausnummer. Außerdem ist KFW70 nicht mehr gerade Stand der Technik.

    Dennoch wäre es bei konsequenter Auslegung der Heizflächen (Fußbodenheizung) auf sehr niedrige Vorlauftemperaturen möglich das ganze wirtschaftlich mit einer LWP zu betreiben. Hängt auch ein bißchen vom Wohnort ab. Am Rhein klappt in den Bayrischen Alpen eher nicht.

    Mit Gas ist das ganze etwas einfacher,da machen sich Fehler bei der Planung nicht ganz so stark bemerkbar.

    Bei den aktuellen Preis für Gas und Strom ergibt sich dann am Jahresende aber kein großer Unterschied.
    Die Entscheidung Gas oder Wärmepumpe ist also ein bisschen eine Wette auf die die Preise der Zukunft. Wird Strom oder Gas stärker im Preis steigen?

    Gruß Patrick
  • dmb73 Geselle
    bearbeitet February 2016 Beiträge: 112
    Servus Patrick, KFW 70 ist nach aktueller EnEv immer Stand der Technik. Nur alleine aus KFW70 kann man nur noch nichts bei einem Bestandsgebäude schließen. Bei einer gebrauchten Immobilie wäre immer wichtig zu erfahren, nach welcher EnEv die KFW70 zu sehen sind. Denn die EneV gibt quasi den max. Energieverbrauch etc. für ein Haus vor.. quasi die 100%, die das Haus "verbrauchen" darf. KFW 70 heißt, nichts anderes, dass dieses Haus nur 70% dieser max. Energie der Gebäudeklasse verbraucht. Ist aber sehr, sehr vereinfacht ausgedrückt.
    Also ist ein KFW70 nach EnEV 2016 ein ganz anderes Haus als KFW70 nach EnEv 2009.

    Ich darf noch ein Haus nach EnEv2014 bauen, da mein Bauantrag rechtzeitig vor dem 31.12. eingegangen ist und ich die Zusage habe. Überspitzt ausgedrückt ist das KFW70 Haus der EnEv 2014 das neue 100% Haus der neuen EnEv und gerade mal genehmigungsfähig.

    Der Clou an der EnEv 2016 ist, dass das Heizen mit Strom nochmals deutlich stärker gefördert wird. Heißt… der Staat pusht die WP´s ohne Ende, auch wenn diese Technik für den Verbraucher sicherlich keine günstige und grüne Technik darstellt. Denn heute werden noch >40% des Storms mit Kohle produziert. 15% mit Atomkraft und nur 25% mit erneuerbarer Energie. Der Strompreis wird in 10 Jahren bei 35 Cent/KW oder höher sein. Die Energiewende zahlen dann vor allem diejenigen, der viel Strom brauchen.

    Und da bin ich wieder bei Jospr63. Eine LWP in Deutschland ist einfach sehr, sehr grenzwertig und es wird deutlich mit Storm nachgeheizt werden müssen. Passt der Politik aber sicher nicht Deinem Geldbeutel. Zumal die Anlagen sehr teuer sind.

    Erneuerbare Energie wird und wurde deutlich gefördert. Mein Nachbar erhält für eine Photovoltaikanlage (heute ca. 10 Jahre alt) 52Cent/Kw. Der Strompreis heute sind aber für uns 25Cent/KW. Es wurde zwar die Förderung deutlich zurückgefahren aber man kann sich ausrechnen, warum das vom Staat gepusht und gefördert wird.

    Die Frechheit daran ist, dass man einen Neubau nach EnEv2016 fast schon gar nicht mehr ohne diese Technik umsetzen kann und das wird immer schlimmer.

    Eine mit Strom betriebene Heizung (wie auch immer) ist heute weder GRÜN noch GÜNSTIG.

  • Beiträge: 10
    Hi,

    natürlich darf man noch nach dem KFW70 Standard bauen, wenn es aber technisch auch deutlich besser geht ist das für mich eben nicht mehr Stand der Technik ;)

    Durchaus möglich das der Strompreis in 10 Jahren von 25 auf 35 Cent pro Kwh steigt. Mit einer gut ausgelegten Wärmepumpe(JAZ4) steigt der Preis pro kwh Wärme dann von 6,25 Cent auf 8,75 Cent.

    Erdgas kostet aktuell rund 6 Cent wenn Erdgas in 10 Jahren ebenfalls um 40% teuer wird sind wir bei 8,4 Cent.

    Es ändert sich also praktisch nichts. Ich persönlich gehe aber davon aus das fossile Energieträger wie Gas stärker im Preis steigen als Strom.

    Bei Strom kann ich ggf. auch mit PV etwas gegensteuern, Gas kann ich nicht selbst produzieren.

    Am günstigsten ist immer noch die kwh die man gar nicht braucht,also lieber einen besseren Dämmstandart bauen.

    GRuß Patrick
  • dmb73 Geselle
    Beiträge: 112
    Servus Patrick,
    dann hab ich Dich bzgl. KFW70 nicht richtig verstanden. Klar… es geht immer "besser", wobei das Besser noch zu beweisen wäre. Im Grunde hab ich die Gespräche mit vielen Freunden, die gerade bauen und sich bei mir informieren…. denn objektiv beraten wird man heute größtenteils nicht mehr. Jeder will sein Zeugs verkaufen. Ich gebe dann immer den Tipp, sich selber ein Bild zu machen und sich ausgiebig zu informieren. Ich bin ja auch durch meine persönlichen Erfahrungen (wie Du merkst) auch sehr eingefärbt.
    In meinen Augen ist irgendwann die maximal und sinnvolle Dämmstärke erreicht. Ich denke, einen Neubau mit 30cm Mineralwolle (Holzständer) WLG32, Klimabodenplatte etc. ist schon fast das Ende der Fahnenstange. Meine Außenwände haben eine Stärke von 48cm. Natürlich geht mehr aber es macht keinen Sinn mehr.
    Freunde hatten vor 10 Jahren ein damaliges Passivhaus erworben bzw. gebaut. An der Nordseite hat sich auf dem Putz flächendeckend grüner Moos angesetzt. Sieht man sehr, sehr häufig. Heißt nicht, dass ich gerne die Wände so dünn haben möchte, dass die Energie aus dem Haus für eine trockene Außenwand sorgt. Aber dies war ein Phänomen, was damals keiner auf dem Schirm hatte.

    Ich bin weit davon entfernt, die WP als Allheilmittel der zukünftigen Wärmeversorgung des Hauses anzupreisen. Sicherlich gibt es auch hier kein SCHWARZ-WEISS aber ich halte davon gar nichts und das ist durch Erfahrungen von Freunden sehr gut begründet.

    Natürlich können wir beide nicht in die Ferne gucken und die Preise der nächsten 20 Jahre prognostizieren. Doch Neben den Energiekosten spielt bei der Heizungsanlage auch die Investition eine große Rolle.

    Egal… der Staat lenkt die Sache gewollt in eine Richtung, der man sich nur schwer entziehen kann. Denn mit der EnEv2016 werden viele Entscheidungen abgenommen… vor allem, wenn man heizen mit STROM (und das ist eine WP) so derart pusht. Nicht alle informieren sich, was es langfristig bedeutet.

    Mit einer LWP oder WP generell würde ich meine 300qm nie für 50Euro p.m. (inkl. Warmwasser, Heizung) warm bekommen. Die Investitionskosten damals waren gegenüber meiner Lösung Pellets und Solar relativ ähnlich.

    Hätte ich einen Gasbrenner, könnte ich erstmal für 10.000 Euro Gas verbrennen, bis wir die WP-Investitonskosten (je nach WP) ausgeglichen hätten.

    Ist aber nur meine Meinung.
  • jospr63 Meister
    Beiträge: 2,758
    Das mit dem Strompreis ist so nicht richtig Patrick. Das wäre nur der Fall, wenn die LWP mit Optimum läuft, also bei + Graden draußen. Die Frage bleibt, ob man dann in einem solchen Haus bereits eine Heizung benötigt? Ich denke eher nicht. Sie wird erst Leitung bei - Graden bringen und dann kommst du mit der Rechnung leider nicht mehr hin.
    In meinen Augen ist es auch nicht richtig, wie die Regierung alles in bestimmte Richtungen lenken will. Es läuft immer darauf hinaus, alles über Zähler laufen lassen zu können. Solang gezählt werden kann, kann man auch Steuern draufhauen.
    Dass eine LWP überhaupt noch eingebaut werden darf, ist nur ein Geschenk an die Stromindustrie. Die hat ja in den letzten Jahren immer mehr Kundschaft verloren durch die Verluste der Nachspeicherofen, der Glühbirnen, stromfressenden Pumpen usw. Das muss irgendwie wieder ausgeglichen werden. Außerdem bekommt der Staat selbst den größten Anteil vom Kuchen.

    Eine Holzlieferung benötigt keine Quittung. Sowas mögen Bauern überhaupt nicht. ;-)
    Wer sich selbst eine Heizung baut, baut nie wieder eine!W
  • Beiträge: 10
    Hi,

    Steuerhinterziehung als Berechnungsgrundlage für solche Kostenrechnungen finde ich nicht wirklich gut, sorry da bin ich vielleicht zu sehr Kleinbürger.

    Holzheizen ist eh ein Thema für sich, Romantikfeuer mit dem Bärenfell davor ok aber wenn ich immer mit Holz heizen müsste,womöglich auch im Sommer damit ich warmes Wasser habe, wäre das ein massiver Komfortverlust für mich.

    Das eine LWP bei einem sehr gut gedämmten Haus vielleicht kein JAZ 4 schafft weil der WW Anteil sehr hoch ist und sie für die Heizung nur bei ungünstigen Rahmenbedinungen arbeiten muss kann durchaus sein. Aber bei einem solchen Haus ist der Wärmebedarf auch so gering das die Kosten auch bei einem JAZ von 3 sehr überschaubar bleiben.

    Gas und Holz ist da dann oft erst recht keine Alternative weil Grundgebüren und/oder Schornsteinfegerkosten dann oft einen dicken Brocken in der Kostenbilanz darstellen.

    Außerdem gibt es gerade in den kleinen Leistungsklassen inzwischen sehr gute und günstige LWP die auch keine höheren Investkosten haben als Gas oder gar Holzheizungen.



    Gruß Patrick
  • dmb73 Geselle
    Beiträge: 112
    Einspruch Euer Ehren!!! ;-)
    Hallo Patrick, mit Holz heizen (z.b. beim Thema Pellets) ist heute fast so komfortabel wie eine Öl oder Gasheizung. Fast!! Da ist je nach Konfi nur noch die Ascheentleerung als Aufgabe zu erledigen und einmal im Jahr das Befüllen des Silos.
    Holz hat also nicht nur was mit der Romantik zu tun. Du denkst sicher an das prasselnde Kaminfeuer. Sicher… das gibt es auch.
    Und in Kombination mit einer Solaranlage, wirst Du im Sommer überhaupt keinen Kessel anlaufen sehen… zumindest nicht jeden Tag. Bei mir geht der Pelletsbrenner von Mai-September garantiert nie!!! an. Und schlechte Tage mit keiner Sonne überbrückt der 1500Liter Pufferspeicher. Wobei auch hier mein Röhrenkollektor beim finstersten Sommerwetter meist noch einspeichert.

    Die LWP ist schön gerechnet! Da bin ich voll bei Jospr63! Und umweltverträglich ist mit dem heutigen Energiemix zur Stromerzeugung überhaupt nichts mit Strom. >40% Kohle und nur 25% erneuerbare Energie.
    Ich sehe die Stromrechnungen in den Neubauten mit LWP/WP bei Freunden…. die will ich nicht geschenkt haben. Problem ist… niemand hat im Neubau einen Vergleich zu den Energiekosten. Alle reden von den SUPER LWP… "die Energie der Umwelt ist quasi kostenlos" aber das stimmt eben nicht.

    Ganz genau… der Staat hängt da mit drin an der Energiewende. Die Garantien an die Energiekonzerne für die Atomnutzung, der Rückbau… nichts, was nur die Konzerne betrifft. Dazu die extrem hohen Fördergelder für die erneuerbaren Energien die letzten 15 Jahre. Das ist der Grund für das Pushen der WP/LWP.

    Und wenn in einem Neubau nach min. KFW70 schon grenzwertig, dann verbietet sich ein Einbau in einem Altbau geradezu, wenn dieser nicht annähernd dem aktuell zulässigen Primärenergiebedarf entspricht.
  • bearbeitet February 2016 Beiträge: 10
    Hi,

    das mit dem Holzheizen bezog sich auf Jospr63 und sein Rechnungsfreies Holz vom Bauern ;)

    Pellets sind vom Komfortfaktor her ok, aber die Investkosten sind enorm und Pellets sind auch nicht mehr billig. Inzwischen ist ja auch die Herkunft vieler Pellets fraglich, Holzabfälle reichen schon lange nicht mehr um den Bedarf zu decken. Da wird auch so mancher Wald primär in Osteuropa zu Pellets verarbeitet.

    Aber ich will aber gar nicht auf der Umweltfreundlichkeitsschiene herumreiten, ganz ehrlich das spielt für mich nach der Wirtschaftlichkeit nur eine untergeordnete Rolle. Immerhin Strom hat in den nächsten Jahren wenigstens das Potential sauber zu werden, alle anderen Energieträger sind und bleiben schmutzig.

    Kürzlich gab es doch mal eine Studie über Passivhäuser, die meisten verbrauchen erheblich mehr Energie als geplant. Schlecht oder falsch geplant? Nein die Bewohner haben ein falsches Nutzungsverhalten. der Klassiker,der ja auch in der Werbung propagiert wird, Heizung aus wenn man nicht zuhause ist und dann wenn man nach Hause kommt soll es gefälligst schnell warm werden.
    Funktioniert mit Wärmepumpe halt nicht wirklich aber der Versuch sorgt für extrem ungünstige Betriebsbedingungen.

    Ganz klar für Wärmepumpe müssen die Rahmenbedingungen passen. Sowohl technisch als auch menschlich.

    Gas oder auch Pellets sind da vielleicht etwas großzügiger und bestrafen Fehlbedienung nicht mit exorbitant hohen Verbräuchen.

    In Altbauten sind Wärmepumpen immer mit Vorsicht zu genießen, aber im entsprechend ausgelegten Neubau sehe ich da kein Problem wenn der Besitzer bereit ist sich damit zu beschäftigen.


    Interessant wird das ganze in den nächsten Jahren auch mit Smart Grid. Intelligenten Stromnetzen,der Strompreis variiert dann je nach Tageszeit. Wenn man sich und sein Heizsystem darauf einstellt kann das ein großer Vorteil werden und auch die Netze entlasten.

    Gruß Patrick

  • jospr63 Meister
    Beiträge: 2,758
    Patrick schrieb:
    Hi,

    Steuerhinterziehung als Berechnungsgrundlage für solche Kostenrechnungen finde ich nicht wirklich gut, sorry da bin ich vielleicht zu sehr Kleinbürger.

    Holzheizen ist eh ein Thema für sich, Romantikfeuer mit dem Bärenfell davor ok aber wenn ich immer mit Holz heizen müsste,womöglich auch im Sommer damit ich warmes Wasser habe, wäre das ein massiver Komfortverlust für mich.

    Das eine LWP bei einem sehr gut gedämmten Haus vielleicht kein JAZ 4 schafft weil der WW Anteil sehr hoch ist und sie für die Heizung nur bei ungünstigen Rahmenbedinungen arbeiten muss kann durchaus sein. Aber bei einem solchen Haus ist der Wärmebedarf auch so gering das die Kosten auch bei einem JAZ von 3 sehr überschaubar bleiben.

    Gas und Holz ist da dann oft erst recht keine Alternative weil Grundgebüren und/oder Schornsteinfegerkosten dann oft einen dicken Brocken in der Kostenbilanz darstellen.

    Außerdem gibt es gerade in den kleinen Leistungsklassen inzwischen sehr gute und günstige LWP die auch keine höheren Investkosten haben als Gas oder gar Holzheizungen.



    Gruß Patrick

    Also so darf man sich das wirklich nicht vorstellen. Natürlich kaufe ich mein Holz nicht beim Bauern, sondern direkt von einem Sägewerk mit Rechnung. :-) Das ließe sich auch nicht anders machen, weil ich die Energie abrechnen muss. Also brauche ich auch Belege.
    Garantiert heize ich im Sommer nicht den Holzkessel ein. Dafür habe ich noch einen Ölkessel und ich kann 3 Pufferspeicher wegschalten, um nur das obere Drittel des ersten Puffer mit Wärme zu versorgen. Um das zu bewerkstelligen brauche ich nicht einmal in den Keller gehen, sondern das mache ich 2 Stockwerke höher übers Laptop.

    In einem Punkt hast du auch vollkommen recht. Die Schornsteinfegerkosten sind enorm hoch. Dafür entfallen allerdings die Reparaturkosten, weil ein Holzvergaser nicht so anfällig ist. Ich habe den Kessel jetzt 8 Jahre und noch keine Reparatur gehabt. Läuft eine LWP 8 Jahre ohne Reparatur? Das glaub ich nicht, genauso wenig wie jede andere Heizungsanlage.
    Eine Holzheizung ist allerdings nichts für bequeme Leute. Man muss schon rechnen und auch gut einkaufen. Das Buchenholz, was ich verheize kostet pro Tonne 170€ und die Holzbriketts für den Mix kosten pro Tonne 150€ plus 7% MWST. Da das Holz nicht mehr zwischengelagert werden muss, weil es eine Restfeuchte von unter 20% hat (meist zwischen 10 bis 15%), kann ich es auch gleich verheizen.
    Von jedem benötige ich im Schnitt 3 Tonnen/Jahr. Das sind Heizkosten von rund 1000€. Wenn der Winter hart ist, ist es auch ein wenig mehr. Immerhin ist das für 3 Wohnungen und das im Altbau. Gemessen daran, dass ich meinen Mietern die Wärme verkaufe und rund 450€ Heizkosten/Jahr und Wohnung wieder einnehme, heize ich meine Wohnung nahezu umsonst.
    Und das bißchen Öl, was ich verbrauche ist wirklich lau. Ich habe einen 1000 Liter Tank im Keller, den ich vor 5 Jahren mit 800 Litern befüllt habe. Rund 700 Liter sind immer noch drin.

    Das sollte aber jeder für sich entscheiden. Nach 8 Jahren heizen mit Holz würde ich es immer wieder so machen. Ich kann so rechen, weil ich alles selbst machen kann. Für mich sind es immer nur die reinen Materialkosten. Hätte das eine Firma gebaut käme die Rechnung so mit Sicherheit nicht hin.

    Alleine schon die Steuerung der einzelnen Wohnungen ist sehr aufwendig. Jede Wohnung lässt sich autark betreiben. Das bedeutet auch jeder Mieter kann seinen Verbrauch selbst bestimmen. Außerdem habe ich sehr großen Wert auf NT Betrieb gelegt. Aktuell habe ich im Vorlauf 31°C und das reicht vollkommen aus. Bei den Mietern schaut es in etwa genauso aus. Die maximal Temperatur in jeder Wohnung beträgt 45°C im Vorlauf und das mit Heizkörpern.

    Das mit dem Abholzen der Wälder sehe ich nicht so extrem. Der Markt wird sich auch schnell relativieren. Im Moment wittern ein paar Leute ein Geschäft, aber irgendwann werden die auch mehr Geld haben wollen und dann gleichen sich die Preise alle an.

    Beim Strom schaut es noch über 20 bis 30 und mehr Jahre vollkommen anders aus. Es bringt ja nichts, wenn wir unsere Kraftwerke stillegen und den Strom in Frankreich oder Tschechien einkaufen, um die Defizite auszugleichen.
    Eines ist ganz klar: Strom ist flexibel, aber das macht auch anfälliger.
    Wer sich selbst eine Heizung baut, baut nie wieder eine!W
  • dmb73 Geselle
    Beiträge: 112
    Hallo und guten Abend die Herren! Patrick, dass mit der Ressourcenverschwendung und Holz aus Polen stimmt so nicht. Die heimische Forstwirtschaft ist nicht ausgelastet... der Deutsche Wald ist noch lange nicht auch nur annährend auf Betriebstemperatur. Und die Pelletspreise sind die letzten 12 Monate sogar stark gefallen. So billig wie Dezember (normalerweise Hauptheizperiode), hab ich die letzten 2 Jahre keine Pellets gekauft. Und ich heize mit Sackware in bester Güte aus dem Wald um die Ecke. Polenpellets kommen mir nicht in den Brenner. Das hat mehrere Gründe.
    Problem ist nicht, dass unser Wald nichts mehr hergibt, sondern dass es immer noch billiger geht, Holz aus der Ukraine und Polen zu verarbeiten, 1.000km mit dem LKW durch Europa zu fahren und dann günstig auf den deutschen Markt zu werfen. Kann man machen... ich vertraue lieber meinem Hersteller aus der Region.
  • bearbeitet March 2016 Beiträge: 67
    Hallo,

    viele wichtige Punkte wurden ja bereits genannt.
    Wie sich Strom- und Gaspreis in 10 Jahren entwickeln werden lässt sich natürlich nicht sagen, aber tendenziell ist der Strompreis in den letzten 10 Jahren deutlich stärker gestiegen als der Gaspreis, daher ist es natürlich streitbar zu sagen das der Gaspreis mittelfristig überproportional steigen wird.
    (Gaspreis: 2006 ~ 6 Cent/kWh, 2016 ~ 7 Cent/kWh;
    Strompreis: 2006 ~ 20 Cent/kWh,2016: ~ 30 Cent/kWh; Quellen: http://de.statista.com/statistik/daten/studie/154908/umfrage/strompreise-fuer-haushaltskunden-seit-2006/
    http://de.statista.com/statistik/daten/studie/168286/umfrage/entwicklung-der-gaspreise-fuer-haushaltskunden-seit-2006/)
    Auch das tatsächliche Erreichen der JAZ einer LWP sollte sehr kritisch hinterfragt werden:
    http://wp-effizienz.ise.fraunhofer.de/download/wp_effizienz_endbericht_kurzfassung.pdf
    Schornsteinfegerkosten sind sicherlich ein Argument, aber auch eine WP wird sicherlich bei Gelegenheit gewartet werden müssen. Bei eigener PV-Anlage muss zudem sicher gestellt sein, dass die Kopplung zwischen PV <-> WP so greift, dass diese auch wirklich möglichst lange läuft wenn Solarstrom da ist.

    Beste Grüße, Erik von moderne.heizung
  • Beiträge: 44

    Hallo Heizungs Freaks!
    Ich schwärme für meine WP Sole/Wasser immer noch, nur zu empfehlen.
    An Hand von dem Forum Empfehlungen werde ich mich nicht trauen diese installieren, Luft / Wasser schon gar nicht. ABER durch einen reinen Zufall habe ich
    unabhängig 2 Hausbesitzer getroffen die eine WP Luft / Wasser haben, bin eingeladen zu Besichtigung. Beide haben ein grosses Haus.
    Der einer Bekannte sprach noch von 2 Solarpanelen die er am Boden hat und für sein 3 Familien Haus dadurch ein minimum am Strom verbraucht. Wa ich event. noch vor habe.
    Beide Häuser sind in der Tschechischer Republik einer davon direkt an der deutscher Grenze/Franken Besitzer ist D Bürger. Da man oft von den Breitengraden bei WP Luft/Wasser spricht
    bin ich sehr überrascht gewesen. Auf jeden Fall eins davon werde ich mir jetzt anschauen.
    Bessere Komfortlösung mit unserer WP konnte man nicht finden. Dex
  • Beiträge: 25
    Ist auch auf jeden Fall eine gute Geschichte @Dexter. Kann man nur empfehlen
    "Und es wurde warm"
  • Beiträge: 1
    Ich hab gleiches dillemma,
    Wir bauen ein splitlevelhaus mit 300sqm und riesen fensterflächen. Soll kfw55 sein.
    Wir heizen auf 25 grad zimmertemperatur und sind keine handwerker.
    Ich will pellets und bauträger und architekt empfehlen lwp mit solar.
    Seit wochen lese ich foren über lwp, rede mit eigentümern und keiner ist zufrieden.
    Ich hatte ein altbau mit oel, warmwasser incl. 250sqm bei 2100 liter im jahr.(eib verbeut zur heizungssteuerung)
    Ne freundin hat 160sqm lwp und zahlt über 2000 eur. Angeblich falsche einstellung.
    Bei waermepumpen kann man viel falsch machen im set up, kw der pumpe, speichergroesse, heizkurve. Kleine fehler werden bestraft.
    Pellets sind vestaendlich. Lamdasonde, verschiedene ansaugpunkte der Vakuumpumpe und asche wegbringen ist doch im rahmen.
    Keiner von uns baut ein haus um später kompromisse beim heizen zu machen.

    Kann eine lwp in Mitteldeutschland 300sqm konstant auf 25grad halten und hat deutlich unter 8eur pro sqm kosten?
  • Beiträge: 18
    Hallo,

    Ich besitze eine Luftwärmepumpe und eine Solaranlage zur Heizungsunterstützung. Damals von Schüco gekauft (Mitsubishi Zubadan kann bis -25% heizen). Ich habe aufs Jahr gerechnet einen Wirkungsgrad (COP) von 3,5. Was ich dazu sagen muss das der Winter nicht sonderlich Kalt war und ich mit einem Vorlauf von 30 Grad fahre. Strom zahle ich mit Hoch 19 Cent und Niedertarif 16 Cent.

    Ich verbrauche 12000KWH Wärmeenergie im Jahr / 3,5 (Wirkungsrad) = 3428KWH Stromverbrauch.
    3428KWH X 18Cent KWH (Mittelwert aus 19 Cent Hochtarif und 16 Niedertarif) = 617€ Strom im Jahr.
    Der Zähler kostet glaubich 80€ miete.

    Bei vielen Luftwärmepumpen ist es so das wenn sie bei 30° Vorlauftemperatur und unter -7 Grad Außentemperatur sacken sie unter einen Wirkungsgrad von 3.
    Wenn jetzt eine KwH Strom 18 Cent im Mittel kostet und man diesen Wert durch 3 teilt erhält man
    6 Cent die KwH. Dies entspricht dem Preis einer Gasheizung pro KwH.

    Jedes Grad höhere Wassertemperaturen bedeutet 2,5% schlechteren Wirkungsgrad.

    Die Heizungsunterstützung mit Solarkollektoren halte ich für quatsch weil du im Sommer extrem viel Wärme über hast und im Winter bringen die garnichts. Ich habe so 4000KwH Wärmeenergie. Wobei davon 3000kwH im Sommer sind. Das heißt im Sommer ist ein Heizkörper im Keller dauerhaft an zum Wäsche trocknen (Habe ich vorweg eingeplant um die Energie zu vernichten). Wenn du jetzt mal ne Woche in den Urlaub fährst zerkocht dir das Gylkol im Kollektor (Wenn du keine Abnahme hast).

    Der Vorteil einer Wärmepumpe ist das du die nicht warten musst. Der Luftwärmetauscher bereift im Winter stark und somit wird der meiste Dreck vom Kondensat ausgespült. Meistens reicht es einmal im Jahr mit Druckluft durchzupusten (Bitte nicht die Lamellen verbiegen). Wenn die Anlage vernünftig in Betrieb genommen wurde und der Kältekreis dicht ist dann hast du 0 Probleme. Hier gilt never touch a running System. Wenn dem Gerät irgendwann mal was fehlen sollte wird es dir über einen Störcode dargestellt. Die häufigsten Störungen gibt es hier wenn die Anlage nicht vernünftig abgedrückt wurde. Dichtigkeitsprobe bei der Inbetriebnahme wurde nicht vernünftig durchgeführt oder ne Verschraubung ist lose .... .

    Ganz Wichtig mach die Gedanken um den Aufstellungsort des Luftwärmepumpe. Dreh die nicht Richtung Nachbargebäude. Am besten siehst du gleich einen schallgeschützten Bereich vor.
    Hierbei gilt wenn der Nachbar nichts drehen sieht (Ventilatoren) fühlt er sich nicht vom Schall belästigt. Du kannst z.B. dir daneben zwei Schallschutzwände stellen die absorbieren nahezu alles.

    Was ich dazu sagen muss stell dich mal morgens wenn noch die meisten schlafen nach draußen da hörst du bei vielen Gebäuden die Gas und Ölheizungen durch die Schornsteine laufen.

    Was zu einer Luftwärmepumpe ganz gut passt wäre eine Photovoltaik- Anlage. Hier könntest du mit einem Freigabekontakt, der Wärmepumpe einen höheren Sollwert (Wassertemperatur) zuweisen.
    Dann könntest du im Gebäude Wärme speichern. Ansonsten kannst du auch andere Geräte wie Geschirspüler, Waschmaschine und Co günstiger betreiben.

    Hilfreich ist es auch wenn du einen Kamin hast und bei sehr kalten Außentemperatur damit einheizt dann braucht die Wärmepumpe nicht so ackern und du sparst Geld.

    Ich bin von Pelletheizungen kein großer Fan weil:
    Die Förderschnecken können verharzen und da du eine Schornstein hast musst du den fegen lassen.
    Wie es mit der Wartung der Geräte aussieht kann ich dir nicht sagen. Du musst hierfür auch einen Pelletspeicher vorsehen somit ist ein Raum weg. Ich glaube die Pelletheizung war sehr günstig pro Kwh betrachtet. Was das ganze reinreißt sind dann die Betriebskosten.


    Wie du siehst verfechte ich ganz klar die sparte Wärmepumpe. Wichtig hierbei ist es das du einen vernünftigen Installateur hast mit eigenem Kälteanlagenbauer und du brauchst eine Fußbodenheizung oder Gebläsekonvektoren.
    Lass dich hier nicht von der Menge an Hersteller irritieren. Es kochen alle nur mit Wasser. Viele der kältetechnischen Komponenten in den Anlagen sind gleich. Es werden viele Geräte gelabelt und die meisten Geräte kommen aus Japan oder China (muss nicht schlecht sein).

    MfG

    Lars



  • Beiträge: 6
    Hallo,

    eine Bekannte hat eine Grundwasserwärmepumpe und ist damit sehr zufrieden. Allerdings kann ich dabei nun nicht wirklich von persönlichen Erfahrungen berichten.

    LG
  • Beiträge: 44
    DanielG schrieb:
    Ist auch auf jeden Fall eine gute Geschichte @Dexter. Kann man nur empfehlen

    Hi Daniel, lese gerade die ``wahre Geschichte``. Ich bin immer noch mit meiner Sole/Wasser WP sehr zufrieden das beste Stück im Haus.
    Höre oft über die anstrengende Arbeit vom Holz Vorbereitungen usw., seit der Instalation unserer WP ist alles automatisch, brauche nur lese Brille um die Zahlen zu notieren, kann nur empfehlen ABER die Techniker/Firma gut raussuchen, muss Lars Recht geben. Haben Interesse noch an einer WP Luft/Wasser bis heute keine Infos, erfahren das diese de. Unternehmmer nur ein Büro im Land besitzt, eine Sekretärin. Auf jeden Fall werde ich da nachhacken wie es weiter steht. Dext.
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