Richtige Heizung finden - Kriterien?

Hallo,
was würdet ihr aktuell für eine Heizung empfehlen? Überall liest man etwas anderes, ich bin nur noch verwirrt. Eine generelle Aussage lässt sich anscheinend nicht treffen. Nur wie kann ich herausfinden, welche Heizung für mich und mein Haus am besten passt?

Grüße

Kommentare

  • Beiträge: 67
    Hallo Polystyrol,

    wie du bereits gesagt hast ist eine allgemeingültige Antwort zu dem Thema nicht zu geben. Die Randbedingungen, die die effiziente und wirtschaftliche Auslegung der Komponenten bestimmen sind in den einzelnen Gebäuden zu unterschiedlich.

    Als Anhaltspunkte können dienen:
    - Angaben zur Bauphysik (Dämmung Dach, Wände, Fenster etc.) und die damit verbundenen Transmissionswärmeverluste
    - Die Art der Wärmeverteilung (Fußbodenheizung, Heizkörper, Kombination von beidem?) und die damit definierten Systemtemperaturen
    - Die Art der Warmwasserbereitung

    In vielen Anwendungsfällen, wenn bspw. Heizkörper mit relativ hohen Vorlauftemperaturen installiert sind oder wenn ein hoher Warmwasserbedarf besteht, bieten bspw. Gas-Brennwertgeräte eine optimale Effizienz.

    Die konkrete Festlegung und Auslegung der Komponenten bedarf aber ohne Zweifel einer fundierten Planung und Berechnung durch einen Fachplaner, wo bspw. Punkte wie eine Heizlastberechnung erfolgen.

    Beste Grüße, Erik von moderne.heizung
  • jospr63 Meister
    Beiträge: 2,758
    Das kann jeder für sich raus finden und das ist gar nicht mal so schwierig. Wenn man sich selbst beobachtet und eher ein Typ der Bequemlichkeit ist, fallen fast alle alternative Energiequellen förmlich weg - ausgenommen die Solaranlage. Alternative Energien setzen ein hohes Maß an persönlichen Einsatz voraus. Es läuft fast nichts von selbst und man muss sich mit der Materie komplett auseinander setzen.
    Ich selbst heize zu 85% mit Holz. Das bedeutet allerdings auch schleppen ohne Ende. 6 Tonnen im Jahr wollen in den Keller geschafft werden. Dann immer die Preise vergleichen, die Restfeuchte bestimmen und wenn es nicht passt, auch entsprechend zu reagieren. Das ist halt nicht jedermanns Sache. Außerdem muss Holz auch angeliefert werden. Auch das sind Kosten. Ich hole mein Holz selbst, aber ich musste mir dafür einen Anhänger kaufen mit 2,7 Tonnen Gesamtgewicht und einen passenden Zugwagen, der auch nicht billig ist. Gut, okay......letzteres ist eine Ausrede, aber meine Frau glaubt es zumindestens. :-)

    Zu 5% heize ich mit Öl. Das allerdings auch nur,weil ich selbst immer wieder kostenlos an Öl rankomme. Das ist beruflich bedingt. Getankt habe ich zuletzt vor 6 Jahren und das war auch die Erstbetankung. Öl nutze ich bei schlechten Wetter und Temperaturen um die 10°C Außentemperatur.

    Solar habe ich natürlich auch. Ich möchte es auch nicht mehr missen. 10% kann ich mit Solar abdecken plus unseren Warmwasserbedarf, der allerdings nicht den Mietwohnungen zu gute kommt. Würde ich das machen, wäre ich meßpflichtig wegen der Legionellen und dem anderen Zeugs. Die Kosten kann ich nicht mehr auf die Nebenkosten umlegen. Daher bleiben in die Mieterwohnungen die Durchlauferhitzer.

    Was ich auch noch anmerken muss und ich denke, jeder, der eine Heizung in dieser Richtung betreibt, wird davon ein Lied singen können. Die Leute der Firmen sind zum Großteil schlecht ausgebildet bis gar nicht. Sie bauen die Geräte ein, können sie allerdings nicht reparieren. Das betrifft die Pelletkessel, Scheitholzkessel und auch und das ist eine förmliche Katastrophe - Wärmepumpen! Ein einfacher Monteur kann solche Kessel oder Wärmepumpen nicht mehr reparieren und auch die Ersatzteilbeschaffung ist schwierig und kann schnell mal eine Woche und länger dauern. Hinzu kommt, dass rund 80% aller Anlagen in diesem Bereich fehlerhaft installiert werden und die Probleme damit vorprogrammiert sind.

    Für mich habe ich die richtige Wahl getroffen, weil ich das Schleppen von Holz, das Schachern mit den Bauern um den Preis und das kostenlose Heizöl mag. Natürlich auch mein Auto. :-)

    Ich möchte nur einen Denkanstoß geben, denn ob für dich eines davon in Frage kommen würde, kann niemand auf Grund der wenigen Informationen beurteilen.
    Wer sich selbst eine Heizung baut, baut nie wieder eine!W
  • Beiträge: 67
    Hallo jospr63,

    sehr interessante Ausführungen zu deiner Heizungsanlage. Wichtig für die Entscheidung und Überlegung des Fragestellers sind auch die von dir angesprochenen Punkte zu der Komplexität der Anlagentechnik und den damit verbundenen Anforderungen an den Installateur und für den Betrieb dann letztendlich auch den Nutzer. Kann deine Erfahrungen hinsichtlich der Kenntnisse der Betriebe bei der Installation von moderner Technik, die sich dann ja gegenseitig beeinflusst, durchaus bestätigen. Oftmals fehlen ja zusätzlich dann auch Messinstrumente oder diese sind für den Nutzer nicht leicht zugänglich, so dass die Bewertung der tatsächlich erreichten Effizienz der Technik im Betrieb nicht stattfindet. Dabei ist dann sicherlich auch die Wirtschaftlichkeit der Sanierungs- oder Neubaumaßnahme zu hinterfragen.

    Beste Grüße, Erik von moderne.heizung
  • jospr63 Meister
    Beiträge: 2,758
    Hallo Erik,

    das Problem ist hausgemacht. Ich selbst bin 53 Jahre alt und seit ich im Beruf bin im Kundendienst tätig. Wir haben sehr viele Anlagen gerade in Neubaugebieten, die von Bauträgern in die Höhe gestampft worden sind, am Ende allerdings nicht richtig funktionieren. Ich bin noch in der Lage Regelungen selbst zu programmieren, kenne allerdings im Umkreis niemanden, der sich damit beschäftigt und in der Lage ist, eine Regelung auf die Anlage und den Kunden und seinen Fähigkeiten abzustimmen. Nachwuchs gibt es keinen, hier jedenfalls nicht. Wer trägt die Schuld? Die Hauptschuld liegt bei den Firmen selbst. Lehrgänge sind teuer und der Mann auf einem Lehrgang bringt kein Geld in die Kassen. Dann folgen gleich die Hersteller mit ihren Ratschlägen und Äußerungen. Natürlich unterstützen wir sie in der Planung der Anlage, aber läuft irgendwas schief, geht kaputt, hat der Betrieb den Kunden wieder an der Backe. Ergo kommt wieder ein schlecht ausgebildeter Monteur, wuselt irgendwo rum und weiß eigentlich gar nicht, was er macht.
    Und auch der Kunde selbst trägt ein gewisse Schuld. Er ist die Selbstüberschätzung eine komplexe Anlage verstehen zu können. Daran scheitern die meisten.
    Am Ende steht allerdings der Kunde mit einen Haufen Rechnungen alleine da und das nur, weil die Mischung aus Selbstüberschätzung, schlecht bis gar nicht ausgebildeten Monteuren und Bauträgern, die einfach nur billig, billig, billig Häuser aus dem Boden stampfen wollen .

    Daher meine ich, dass eine Solaranlage, auch auf Grund ihrer unkomplizierten Bedienung und Langlebigkeit eigentlich Pflicht sein sollte. Den Rest muss man mit dem Kunden absprechen und abwägen. Niemanden ist damit gedient eine Heizung zu betreiben, die er nicht versteht und somit auch nicht bedienen kann. Außerdem erwarte ich von einem Holzheizer, dass er zumindestens die Pumpe für die Rücklaufanhebung tauschen kann. Wer das nicht kann, sollte sich mit dieser Materie nicht beschäftigen.

    Was die Messinstrumente betrifft so stimmt, was du geschrieben hast. Ich selbst kennen keinen Betrieb, der eine Feinstaubmessung machen kann. Die Geräte kosten richtig Geld. Nur was soll mann machen, wenn der Schornsteinfeger eine Korrektur verlangt und du überhaupt nicht nachvollziehen kannst, was zu tun ist, da dir die Daten fehlen.

    Zuerst einmal brauchen wir wieder Nachwuchs, der auch ansatzweise denken kann. Das ist ein echtes Problem geworden. Die Kinder kommen total verblödet aus den Schulen. Die sind kaum in der Lage ihren Namen zu schreiben. Die letzten 10 Jahre hatten wir niemanden mehr, der auf Anhieb die Prüfung geschafft hat. Generell muss der Berufsstand attraktiver werden, damit sich auch andere Azubis bewerben und Interesse haben. Aus den Hauptschulen braucht man niemanden mehr einstellen. Das funktioniert nur über Geld. Solange die Industrie das Doppelte zahlt, wird das Handwerk immer weiter an den Rand gedrängt werden.

    So....genug geschrieben.....die Katzen haben Hunger.
    Wer sich selbst eine Heizung baut, baut nie wieder eine!W
  • bearbeitet August 2016 Beiträge: 4
    Ich würde mich an deiner Stelle von einem Experten beraten lassen, da führt kein Weg dran vorbei. Welche Heizung für dich die beste ist, hängt ja nicht nur davon ab, welche aktuell am günstigsten ist, sondern auch von vielen anderen Faktoren, wie zum Beispiel dem Platz in deinem Haus! Einen guten ersten Überblick über die verschiedenen Heizungsarten findest du zum Beispiel auf dieser Seite: ew-energy-world.de/welche-heizung-ist-die-richtige
    Welche Heizung sich auch finanziell am meisten für dich lohnt, kann auch von der staatlichen Förderung abhängen. Auch da würde ich von einem Fachmann beraten lassen. Du kannst dich ja vorher schon mal bei der KfW darüber schlau machen.
  • Beiträge: 67
    Hallo jospr63,

    sehr interessante Punkte die du ansprichst. Es ist sehr gut vorstellbar, dass die von dir angesprochenen gestiegenen Anforderungen an das Knowhow der Handwerkbetriebe nicht mithalten mit dem Installations- und Konfigurations-/Regelungsaufwand der neuen Technik durch die Entwicklungsabteilungen der Anlagenhersteller. Vom Kunden als Endnutzer ist es dann natürlich zu viel verlangt, die Anlage vernünftig einzurichten bzw. zu betreiben wenn selbst die Fachfirma diese Anforderung nicht erfüllen kann.

    Für den Fragesteller sind dann sicherlich die auch von Schneiderei angesprochenen Möglichkeiten zur Förderung der Neuanlage wichtig, so dass ein optimales Kosten-Leistungsverhältnis sowohl bei der Anschaffung als auch im Betrieb erreicht wird.

    Viele Grüße

  • Beiträge: 4
    Hallo
    Also ich würde mal sagen, es kommt darauf an, wofür man die Heizung benötigt. Für mittlere bis große Versorgungsflächen, wie zum Beispiel ein Mehrfamilienhaus würde ich ein Blockheizkraftwerk empfehlen. Mit so einem BHKW https://www.tippkoetter.de/heiz-oel-bhkw.html für den Betrieb mit Heizöl kann man wirtschaftlich, unabhängig und vor allem ökologisch Strom und Wärme gewinnen.
    Es lohnt sich da man so wirklich viel Geld sparen kann. Immer mehr Betriebe benutzen BHKW, wie auch Hotels, Pflegeheime und ähnliche Unternehmen und größere Gebäude aber auch Häuser. Es ist meiner Meinung nach eine tolle Lösung.
    Gruß
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