Einrohrheizung - Hydraulischer Abgleich

Hallo zusammen,

nach langen Versuchen wegen einiger nicht warm werdender Räume und "reichlich" Überlegung haben wir unsere Einrohrheizung hydraulisch abgleichen lassen, das war 2016 noch förderfähig (bitte keine Kommentare, es ist schon passiert und das Geld schon ausgegeben ;-/).

Es handelt sich um ein EFH mit 11 Heizkörpern, zwei davon nie genutzte im Keller, die in Zweirohrtechnik angeschlossen sind. Es gibt vier Heizkreise, zwei davon die eben genannten beiden Heizkörper in Zweirohrtechnik im Keller und zwei weitere Heizkreise, an die 9 Heizkörper in Einrohrtechnik angeschlossen sind. 4 Heizkörper im EG, 4 Heizkörper im 1 OG und 1 Heizkörper im DG.
Die Entscheidung, die beiden Heizkörper im Keller in Zweirohrtechnik zu belassen/ auszuführen, fiel erst nach Beginn der Arbeiten.

Beim Einbau der Hardware (spezielle Heimeier-Exlipse Ventile: wenn ich es richtig verstanden habe, geht es dabei primär um thermostatisch geregelte Begrenzung des Rücklaufs aus den abzugleichenden Heizkreisen) wurde die Größe der Räume und wenn ich es richtig mitbekommen habe auch die Größe der dortigen Heizkörper erfaßt. Anschließend wurden beim Heizungsbauer in der Firma mit diesen Werten berechnet, die für die beiden o. g. Rücklaufbegrenzungen einzustellen seien. Als die Ventile beim zweiten regulären Einsatz entsprechend dieser Berechnung eingestellt wurden, blieben erst mal alle Heizkörper kalt, bis in einem Folgeeinsatz zwei anscheinend erfahrenere Mitarbeiter relativ aufwendig alle Heizkörper per Hand einstellten.

Generell funktioniert das jetzt ganz gut, viel besser als vorher, aber nicht so gut, wie ich es von bisherigen (Zweirohr-) Heizungen kenne.

Nun habe ich einige Probleme mit der Sache,

1) das erste Frage ist ein technisches und evtl. Verständnisproblem:
Die haben relativ lange herumgestellt, bis die Einstellungen der einzelnen Heizkörper so waren, daß alle relativ gleichmäßig warm wurden. Teilweise wurde hier auch versucht, die Reihenfolge und Wärme der Heizkörper mit einer Wärmebildkamera nachzuvollziehen.
Im Rahmen der Arbeiten wurde mir mehrfach gesagt, daß nicht bekannt sei, in welcher Reihenfolge die Heizkörper angeschlossen sind, und auch darüber, welcher Heizkörper an welchem Heizungsstrang angeschlossen ist, könne nur "qualifiziert" spekuliert werden (in dem Zusammenhang sagte man mir auch, daß der aktuelle Heizungsbauer die Heizkörper nicht eingebaut habe, und daher dort keine Unterlagen zu deren Anschluß vorlägen).
Meine Frage dazu: können die einzustellenden Werte für den Rücklauf zweier Heizkreise überhaupt gültig ermittelt werden, wenn gar nicht klar ist, welcher Heizkörper an welchem Kreislauf angeschlossen ist? Oder ist das schon evtl. schon mal der erste Grund, daß es mit den ermittelten Werten nicht funktionieren konnte und alle Heizkörper damit kalt blieben?

2) Bei der zweite Frage handelt es sich um eine Technische/ Kaufmännische:
Wie oben beschrieben wurden nach meinem Verständnis nur zwei Heizkreise/ 9 Heizkörper in den hydraulischen Ausgleich einbezogen. Der Heizungsbauer behauptet aber in seiner Rechnung vehement, daß er "alle 11 Heizkörper" ausgeglichen habe.
Konkrete Frage dazu: kann man die beiden Zweirohr-Heizkörper im Keller im Rahmen dieser Maßnahme als "ausgeglichen" betrachten, so daß sie ganz normal berechnet werden können, wie im Angebot vorgegeben, wenn sie auch in Einrohrtechnik ausgeführt wären? Ich möchte mich hier nicht um "des Kaisers Bart" streiten, es geht bei dem Punkt um etwa 100 €. Kann ja sein, daß es wirklich notwendig ist, auch diese beiden Heizkörper bei der Berechnung des hydraulischen Ausgleichs zu betrachten, auch wenn sie zweirohrtechnisch und nach meinem Verständnis außerhalb des hydraulischen Abgleichs angeschlossen sind. "Verscheißern" lassen möchte ich mich aber nicht.

3) Na, und dann ist da noch das Problem mit einer zusätzlichen Rechnung:
Einer der beiden o. g. im Keller war ursprünglich völlig unsinnig (so sehe ich das - und so wurde mir das auch vor Umbau bestätigt - direkt am Wärmeerzeuger angeschlossen und bis direkt vor den Heizkörper in Zweirohrtechnik ausgeführt, am Heizkörper dann aber in Einrohrtechnik angeschlossen. Da ohnehin nicht genügend Material für den Ausgleich aller vier Heizkreise geliefert worden war, fiel dann nach Rücksprache mit dem Meister die Entscheidung, den einen Heizkörper im Keller, der schon in Zweirohrtechnik ausgeführt war, so zu belassen. Und den anderen Heizkörper, zu dem direkt zwei Leitungen führten, von Ein- auf Zweirohrtechnik umzubauen. Auf meine Rückfrage sagte man mir, daß das technisch unerheblich sei. Ich habe das so verstanden, daß die beiden Zweirohr-Heizkörper außerhalb der auszugleichenden Heizkreise lägen.
Leider ergab sich nach dem Umbau auf Zweirohr-Technik an dem betroffenen Heizkörper eine relativ stark undichte Stelle. Bei einem Folgeeinsatz wurde hier deshalb die komplette Verrohrung im ehemaligen "Einrohrbereich" (Kupfer, ca. 2,50 Meter) getauscht, hierfür haben wir eine extra Rechnung (Material/ Arbeitszeit) über 161,88 EUR zzgl. MWSt. bekommen.
Konkrete Frage an dieser Stelle (ich will da nicht ungerecht sein): die undichte Stelle ist definitiv im Rahmen des Umbaus und durch den Umbau entstanden. Muß ich tatsächlich für den kompletten zusätzlichen Einsatz bezahlen? Und falls ja, müßte das nicht eigentlich dann in die Hauptrechnung?

Tja, danke erstmal für die "offenen Ohren".

Würde mich freuen, wenn da jemand qualifiziert was dazu sagen könnte.

Schönes restliches Wochenende und Grüße aus dem trüben Mittelfranken ;-)

Gruß James T.



Kommentare

  • Beiträge: 8
    Eclipse, nicht "Exlipse", da hast Du natürlich Recht: aus irgend einem Grund kann ich meinen Beitrag nicht editieren, um diesen Schreibfehler zu korrigieren. Offenbar habe ich keine Rechte an meinem Beitrag ;-)

    Die bewußten Eclipse sind nicht an den Heizkörpern verbaut, sondern an der Heizanlage im Keller.

    Ob das jetzt wirklich die Eclipse sind (sowas steht auf der Rechnung, aber ich kann das natürlich mangels Kenntnis nicht zuverlässig zuordnen), oder was anderes, weiß ich nicht.
    Jedenfalls wurden in die beiden Heizkreise im Rücklauf "Teile" eingebaut, die für mich laienhaft etwa so aussehen wir "normale" Heizkörperthermostate: "Heimeier RTL" steht auf dem weißen Thermostat-Kopf.
    Im Vorlauf wurden in beiden Heizkreisen - wenn ich das richtig zuordne - "Kompaktregulierventile zur Heizkörperkreissteuerung mit Messnippel" eingebaut.

    Ich weiß nicht, ob das Deine Frage beantwortet?

    Gruß James T.
  • SockoSocko Meister
    Beiträge: 639
    Ich pack dir hier mal ein Beispiel rein.

    Im ersten Ansatz hört es sich so an als hätten die Ihre Arbeit doch richtig gemacht.
    Da die Firma jeden Heizkörper einzeln berechnet und eingestellt hat sollte das System jetzt abgeglichen sein.
    Natürlich läßt sich mit mehr Aufwand immer noch etwas ändern, allerdings wird sich das System NIE wie eine 2Rohr-Anlage verhalten können.

    Die Eclipse im Keller sind dazu genau RICHTIG. Damit sind diese abgeglichen. Also doch 11 !

    Was den Umbau betrifft. Es kommt vor das etwas nicht so einfach funktioniert. K.A. was da gemacht wurde aber der Preis ist absolut vorstellbar.

  • jospr63 Meister
    Beiträge: 2,758
    Eine Einrohrheizung kann man nicht einfach mal so abgleichen. Das klappt weder mit Eclipse Ventilen, noch mit RTL Köpfen. Damit drossel ich den Durchfluß und die Temperatur, aber mehr nicht. Ist die Temperatur noch nicht erreicht, ist das Ventil offen und alles ist wie zuvor.

    Die Einrohrheizung lebt faktisch vom Durchfluß. Durchfluß bedeutet Druck und die benötigt die Heizung, um eine Druckdifferenz aufzubauen, damit ein Teil des Durchfluß in den Heizkörper geleitet werden kann. Drossel ich den Durchfluß, können Heizkörper nicht mehr versorgt werden.

    Wichtiger ist es, wenn man den Bypass am Heizkörper richtig einstellt.
    Wer sich selbst eine Heizung baut, baut nie wieder eine!W
  • Beiträge: 8
    Ja, von meinem technischen Verständnis her sehe ich das genau so, aber das ist in Heizungsdingen halt leider sehr begrenzt...
    ... anderseits gehe ich davon aus, daß so eine Maßnahme wie "Hydraulischer Ausgleich bei Einrohr-Heizung" nicht öffentlich gefördert würde, wenn sie gar keinen Sinn macht, irgend etwas Sinnvolles muß deshalb ja dahinter stecken, denke ich zumindest. Wohl auch, weil ein ansonsten ein renommierter Hersteller wie Heimeier es sich gar nicht leisten könnte, Systeme für genau so etwas anzubieten.

    Jedenfalls sieht es für mich eben ganz so aus, wie Du schon ausführst: wirkliche Besserung hat die Einstellung der Bypässe an den Heizkörpern gebracht. Was, soweit ich das sehen konnte, eher mit Erfahrung "aus dem Bauch" gemacht wurde, und nicht anhand irgendwelcher nachvollziehbarer Kenntnisse oder Berechnungen.

    Aber das sind ja auch genau meine Bedenken: daß hier "gefördertes" Material (die Ventile in den beiden Heizkreisen im Keller) eingebaut wurde, dann die Einstellung nicht geklappt hat (alle Heizkörper waren ja kalt, nachdem erstmals wie errechnet/ vorgegeben eingestellt wurde), danach wurden im zweiten Versuch die Bypässe reguliert, und siehe da...

    ... warm ist es ja jetzt überall hinnehmbar. Aber ob auch die eingebauten Ventile eingestellt oder richtig eingestellt wurden? Es geht bei der Maßnahme ja nicht nur um die Wärme in den Räumen, sondern eben auch darum, das ganze so sparsam wie möglich zu erreichen.

    Außerdem glaube ich dem o. g. "Beispiel" von Socko entnommen zu haben, daß es für die eingebauten "Kompaktregulierventile zur Heizkörperkreissteuerung mit Messnippel" eine Art "Meßcomputer" zur Einregulierung gibt Seite 4 ( http://www.imi-hydronic.com/de/produkte-losungen/Einregulierung-Regelung/mess-werkzeuge/messgerate/TA-SCOPE1/) . Leider traue ich mir fast "meinen Kopf verwetten", daß die so einen Computer nicht verwendet haben, vielleicht nicht mal einen haben.

    Denn die Einstellwerte wurden ja bei denen im Büro errechnet, und im Nachhinein habe ich mir dann aber sagen lassen, daß die gar keine Unterlagen drüber haben, welcher Heizkörper an welchem Strang angeschlossen ist.

    Nach meinem - ansonsten gar nicht so beschränkten - technischen Wissen kann es doch gar nicht funktionieren, wenn versucht wird, Einstellwerte für Ventile in ZWEI Heizkreisen anhand von Raum- und Heizkörpergrößen zu ermitteln, wenn ich gar nicht weiß, welcher Raum/ Heizkörper an welchem der beiden Stränge angeschlossen ist??? Oder habe ich das was mißverstanden? (das ist auch eine konkrete Frage).

    Aktuell fürchte ich ehrlich gesagt, hier übel verschaukelt zu werden. Sprich: für einen Hydraulischen Ausgleich bezahlt zu haben, der nicht oder nicht wirklich korrekt durchgeführt/ eingestellt ist (d. h. ich trage jetzt und in Zukunft die Kosten für vermeidbare Energieverschwendung), und die Verbesserung bei der Leistung der Heizkörper ist nur oder überwiegend auf die Einstellung der Bypaßventile zurückzuführen. Aber dafür habe ich eigentlich nicht bezahlt. Natürlich liegt das Hauptaugenmerk darauf, daß alle Räume korrekt beheizt werden können, und das war ein klarer Teil des Auftrages. Aber ein großer Teil des Hydraulischen Abgleichs ist es ja wohl, daß die korrekte Beheizung der Räume bei GLEICHZEITIG möglichst geringem Energieeinsatz stattfinden kann. Und genau das fürchte ich, passiert hier nicht, weil die Heizleistung durch Erhöhung der Umwälzpumpenleistung und Einstellung der Bypaßventile erreicht wurde, der eigentliche - energiesparende - Effekt des Hydraulischen Ausgleichs aber gar nicht greift, weil dieser nicht korrekt durchgeführt/ abgeschlossen wurde.

    Naja, es ist wirklich frustrierend, wegen nicht vorhandenem Tiefenwissen ständig das Gefühl zu haben, auf eigene Kosten an der Nase herumgeführt zu werden.

    Genervte Grüße jedenfalls

    James T.

  • jospr63 Meister
    Beiträge: 2,758
    Das Ganze ist schon ein wenig komplexer. Diese Ventile eignen sich nur, wenn man beispielsweise verschiedene Stränge hat, die verschiedene Bereiche getrennt versorgen sollen. Dan kann man die Heizkörper und das benötigte Durchflußvolumen ermitteln. Sagen wir Strang nach links im Haus hat 10 Heizkörper mit einem Durchflußvolumen von 100 l/h. Dann kommen wir auf 1000 l/h, die durch die Leitung fließen müssen. Der Strang nach rechts hat vielleicht 5 Heizkörper und benötigt auch rund 100 l/h. Das macht dann 500 l/h. Macht zusammen 1500 l/h. Jetzt schaut es so aus, dass es dem Wasser egal ist in welche Richtung es fließt. Es nimmt immer den Weg mit dem geringeren Widerstand. Das bedeutet der Strang nach rechts mit dem wenigeren Hreizkörpern würde mehr Wasser bekommen, als der Strang nach links. Um das ausgleichen zu können, baut man solche Drosselventile ein.
    Jetzt haben wir aber noch ein ganz anderes Problem. Wir haben immer noch keinen bis ehr wenig oder zu wenig Differenzdruck, damit ich die Widerstände der Ventile und der Heizkörper überwinden kann. Das wird allgemein über den Bypass geregelt. Jetzt kommt die passende Pumpe ins Spiel. Habe ich eine 4 Meter Pumpe, so baut die einen max. Druck von 0,4 bar auf. Die Pumpe kämpft jetzt gegen die Drosselventile und muss noch die Widerstände überwinden. Dann sind die Reserven einer Pumpe sehr schnell aufgebraucht.
    Diese Drosselventile machen eigentlich kaum bis keinen Sinn, da ich das gleiche Ergebnis auch über den Bypass erreichen kann. Sei froh, wenn alles warm wird und hoffe, dass es alles so läuft. Meist reicht schon der Austausch eines Heizkörper aus, um wieder alles durcheinander zu bringen. Mehr als warm werden kann man von einer Einrohrheizung einfach nicht erwarten.
    Die sollten auch aus dem berüchtigten Stand der Technik endlich verschwinden und verboten werden. Man hat sie früher eingebaut, als es noch die Heizthermen gab, die immer einen Mindestdurchfluß gewährleistet haben mussten. Den hatte man damit erreicht. Nur durch den Einsatz von Druckwächtern in den neueren Geräten, gibt es keine Berechtigung mehr für eine Einrohrheizung.

    In deinem letzten Absatz schreibst du von korrekten Einstellungen. Das ist bei dieser Art Heizung einfach nicht möglich. Es wird sich immer was verschieben, je nach dem wie du die Anlage forderst. Der erste Heizkörper bekommt die volle Ladung rein und gibt einen Teil kühleres Rücklaufwasser in den nächsten Heizkörper und so geht es Heizkörper für Heizkörper weiter. Je mehr Heizkörper geöffnet werden, je kühler werden die letzteren werden. Das bedeutet, die Temperaturen müssen nach oben geschraubt werden, um genau das auszugleichen und so verhält es sich auch mit der Leistung der Pumpe. Es hilft nur damit zu leben und zu ertragen oder ein kompletter Umbau auf 2 Strangsytem.
    Wer sich selbst eine Heizung baut, baut nie wieder eine!W
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