Gasheizung: die Gaspreis Entwicklung

1. März 2021
Die Gaspreisentwicklung verlief in den letzten fünf Jahren relativ moderat und die Gaspreise sind recht stabil auf einem für europäische Verhältnisse mittelmäßigen Niveau verblieben. Erdgas ist auch im Vergleich zu anderen Brennstoffen weiterhin eine sehr attraktive Wahl - Heizöl ist zwar derzeit wieder preiswerter als Erdgas und auch Pellets punkten mit sehr niedrigen Brennstoffkosten pro Kilowattstunde, jedoch ist das Heizsystem Gasheizung in der Anschaffung immer noch am günstigsten.
Dieser Artikel wurde von
Thorben Frahm für www.Heizungsfinder.de verfasst.
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Gaspreisentwicklung bis 2018 im Überblick

1998 wurde der bundesdeutsche Energiemarkt für den freien Wettbewerb geöffnet. Zu dieser Zeit bestand große Hoff­nung auf sinkende Gaspreise. Dieses Ziel einer vorteilhafteren Gaspreisentwicklung wurde nur kurz­fristig erreicht. Die Gaspreise fielen auf­grund des beginnenden Wettbewerbs in den Jahren 1998 und 1999. Doch seit dem Jahr 2000 kehrte sich diese Entwicklung um und die Gaspreisentwicklung zog kontinu­ierlich an. Seit Beginn dieses Jahrzehntes hat sich der Preisanstieg jedoch größtenteils erledigt und die Gaspreise sind relativ konstant geblieben - vor allem im Vergleich zu stark schwankenden Brennstoffen wie Heizöl (hier: HEL) und Flüssiggas. Die folgenden Grafiken zeigen die Gaspreisentwicklung nach Angaben des Bundes der Energieverbraucher e.V. sowie der Bundesnetzagentur im Vergleich zu anderen Brennstoffen:

Grafik: Bund der Energieverbraucher


Grafik: Bundesnetzagentur


Zu beachten ist auch, dass der Erdgaspreis für Privatverbraucher seit 2010 durch ein Urteil des Bundesgerichtshofes nicht mehr direkt an den Ölpreis gebunden ist. 2014 wurde allerdings vom BGH ebenso bestätigt, dass die Ölpreisbindung bei Gaslieferungen im unternehmerischen Geschäftsverkehr durchaus weiter zulässig ist. Der Gaspreis lag mit Stand des letzten Frühlings im Durchschnitt bei 6,15 ct / kWh:

Grafik: Bundesnetzagentur

Obige Angaben sind natürlich nicht absolut - die Gaspreisentwicklung hängt immer auch von der eigenen Region und den dort tätigen Gasanbietern ab. Zum Vergleich: der Verivox-Verbraucherpreisindex für Gas lag für 2017 bei 5,79 Cent pro Kilowattstunde (2013: 6,57 Cent pro kWh) und für 2018 bislang bei 5,75 ct/kWh - bei einem Verbrauch von 20.000 kWh pro Jahr.

Prognose der Gaspreisentwicklung nur schwer möglich

Die Frankfurter Allgemeine Zeitung sah allerdings in einem Artikel vom 10.12.2017 höhere Gaspreise am Horizont. 2017 habe sich die Gaspreisentwicklung für den Endkunden eher positiv verlaufen ist und die meisten Gasversorger ihre Tarife eher gesenkt als erhöht. Dieser Trend solle sich wahrscheinlich für 2018 fortsetzen, könnte sich in den kommenden Jahren jedoch wieder ändern: zum einen sei der Ölpreis wieder gestiegen und obgleich die Ölpreisbindung zwar nicht mehr bestehe, orientiere sich der Erdgaspreis immer noch an diesem. Zum anderen sei der Gasverbrauch 2017 deutlich angestiegen und die Preise für den Großhandel hätten bereits merkbar angezogen.

Eine genaue Prognose, wie sich die Gaspreise weiter entwickeln werden, ist nur schwer möglich. Denn Erdgas wird nicht größtenteils in Deutschland gewonnen, sondern importiert. Bezugsländer sind hauptsächlich Russland, Norwegen, die Niederlande und auch Algerien. Die Preisgestaltung beim Erdgas ist deshalb von vielen äußeren Faktoren des Weltmarktes abhängig, die der hiesige Markt selbst nicht beeinflussen kann. Billiger wird es höchstwahrscheinlich jedoch langfristig nicht werden, auch wenn es zwischendurch vielleicht zu einigen kurzen preiswerteren Phasen kommen sollte.

Eine Möglichkeit für Verbraucher, die Gaspreisentwicklung abzufedern, besteht darin, durch einen Vergleich verschiedener Gasanbieter den regional günstigen Tarif zu finden. Oft kann man selbst bei einem durchschnittlichen Verbrauch von 20.000 kWh mehr als 100 Euro pro Jahr sparen.

Wie man sich von der Gaspreisentwicklung unabhängiger macht

Heizen unabhängig von der Gaspreisentwicklung wird zum Beispiel dann möglich, wenn man auf einen anderen Brennstoff umsteigt. Die Preise für Holzpellets liegen unter dem Kilowattstundenpreis für Erdgas. Allerdings sind Pelletheizungen in der Anschaffung wiederum teurer als Gasheizungen, so dass der Fachmann vor Ort genau gegenrechnen sollte.

Mit einer Wärmepumpe nutzen Sie die Umweltwärme ihrer häuslichen Umgebung. Mit einem geringen Anteil an Strom, der in Deutschland erzeugt wird, können Eigenheime so umweltfreundlich und unabhängig von der weiteren Gaspreis Entwicklung beheizt werden.

Im Neubau gesetzlich bedingt sehr verbreitet, aber auch im Altbau eine effektive Möglichkeit, sich von der Gaspreisentwicklung ein wenig abzukoppeln, ist die Solarthermie. Die Kombination von Gasheizung und Solarthermie kann den Energieverbrauch bei guter Planung nachhaltig senken. Für das Erneuern einer Gasheizung in Kombination mit einer Solaranlage erhalten Sie übrigens auch Fördergelder durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Diese Förderung für Solarthermie reicht von einem Basisbetrag von 500 (Warmwasser-Solarthermie) bis 2.000 Euro (Solarthermie zur Heizungsunterstützung) zuzüglich verschiedener kleinerer Boni.

Die individuelle Situation vor Ort sollten Fachbetriebe für Heizsysteme genauer beurteilen.

Erfahrungen & Fragen zum Thema Gasheizung

Berechnung von notwendigen kW im Verhältnis zur Wohnfläche

Wieviel kW sollte meine Heizung haben? Meine Wohnfläche beträgt ca 240 qm. Gibt es eine Faustformel, mit der man die notwendigen kW ins Verhältnis zur Wohnfläche setzen kann?
Antwort von Anlagensanierung Georgi

Der Heizbedarf sollte in einer Wärmebedarfsberechnung ermittelt werden - für die Inanspruchnahme von Fördermitteln sogar notwendig. Die Angaben KW/m² wird zwar auch benutzt - es sind aber nur sehr ungenaue Schätzwerte. Man benötigt dazu die Verbrauchswerte oder die Richtwerte der Wärmeschutzverordnung oder Energieeinsparverordnung nach Baujahr - wenn es so gebaut wurde? Das ist z. B. bei einem älteren Haus sehr gewagt.

MfG Gunter Georgi

Gaskombitherme austauschen: Einbau einer neuen Heizwerttherme möglich?

Ich stehe vor dem Austausch meiner Gaskombitherme Junkers zwr 18 - 1 ke. Sie ist etwas über 30 Jahre alt. Muss ich nun eine Brennwerttherme einbauen (nach aktueller Gesetzeslage) oder kann ich wieder eine Heizwerttherme (Kombigerät) wählen? Ich persönlich würde gerne wieder eine Heizwerttherme einbauen, am besten wieder Junkers. Die Wohnung ist 74 Quadratmeter groß.
Antwort von Ingenieurbüro für effiziente Energieanwendung

Seit dem 26. September 2015 ist die Neuinstallation von Heizwertgeräten im gesamten EU-Gebiet verboten. Es gibt Ausnahmen, die die Fälle der Mehrfachbelegung von Schornsteinanlagen atmosphärischer Geräte betreffen.
Der Ersatz von alten Heizwertgeräten bedarf einer Anpassung des vorhandenen Abgassystems und einer Anlage zur Abfuhr des anfallenden Kondensates aus der Brennwerttechnik. Denn nur Brennwertgeräte sind dann als Neuinstallation zulässig. Der Austausch von Bauteilen an Heizwertgeräten ist so lange möglich, wie die Herstellerindustrie diese Bauteile nachliefert.
Es ist immer sinnvoll, die Meinung des zuständigen Schornsteinfegers einzuholen. Er nimmt die Anlage sowieso ab.
Hinweis: 1. Bei Weiterbetrieb von Heizwertanlagen ist der Einsatz von Hocheffizienzpumpen sinnvoll.
2. Einsparungen durch neue Brennwerttechnik ist immer auch von der nachgeschalteten Wärmeverteilung im Gebäude
abhängig, d.h. von der erforderlichen Vorlauftemperatur.
3. Der Ersatz von Wärmeerzeugern macht einen hydraulischen Abgleich der thermostatischen Heizkörperventile
erforderlich, besonders wenn Fördermittel generiert werden sollen.

Bei Neubau: Gas-Brennwertheizung vs. Luftwärmepumpe?

Wir planen ein Fertighaus - und haben hier die Wahl seitens des Bauträgers zwischen einer Gas-Brennwert Heizung und einer Luft-Wärmepumpe (eine Erdwärmepumpe steht nicht zur Verfügung). Der Gasanschluss kostet ungefähr 400 Euro. Bei den Luftwärmepumpen sind die Mehrkosten etwa 10.000 Euro im Vergleich zur Gasheizung. Angeboten wird hier eine Nibe F2040 oder einer Nibe F2120. Was macht hier am meisten Sinn, um zukünftig auf der sicheren Seite zu sein? Mein Kopf sagt, dass sich der Mehrpreis für eine Luftwärmepumpe beim aktuellen Gaspreis nicht lohnt. Zudem kann man für den Mehrpreis ja auch eine Solarthermie oder Photovoltaikanlage installieren (oder zumindest teilweise auch schon vorbereiten). Allerdings hat meine Frau auch widerrum Vorbehalte gegen die Sicherheit einer Gasheizung (wegen Gasaustritt) - wobei ich nicht weiß, ob das bei neuen / aktuellen Gasheizungen noch ein Thema ist. Was würden Sie hier empfehlen?
Antwort von LKS SARL

Ich würde raten weder noch! Sie haben schon bei der Solarthermie einen vernünftigen Gedanken, warum nicht direkt auf Pellets hinaus gehen: wir haben das schon fast 20 Jahre: Komfort hervorragend, heimische Energie, bezahlbare wenig schwankbare Kosten und Gebäude Wertzunahme.

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