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Der Sanierungsfahrplan für Baden-Württemberg

Der Sanierungsfahrplan ist ein Beratungsinstrument, das Sie innerhalb von Baden-Württemberg in Anspruch nehmen können, wenn Sie eine Immobilie energetisch sanieren möchten. Er zeigt Ihnen verschiedene Wege auf, ein Gebäude auf einen Energiestandard zu heben, das die besonderen gesetzlichen Vorgaben an eine Bestandssanierung in Baden-Württemberg nach dem dortigen EWärmeG erfüllt.
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Der Sanierungsfahrplan hilft bei der Gebäudemodernisierung

Muster für einen Sanierungsfahrplan,
Quelle: Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft
Baden-Württemberg, für größere Ansicht bitte klicken

Worin unterscheidet sich der Sanierungsfahrplan von einer Energieberatung?

Der Sanierungsfahrplan ist im Kern eine Energieberatung, die allerdings speziell auf die Erfordernisse des Erneuerbare-Wärme-Gesetz (EWärmeG) hin abgestimmt ist.

Das EWärmeG verlangt, dass Bestandsgebäude, Wohngebäude ebenso wie Nichtwohngebäude, 15 Prozent ihrer Wärmeenergie aus erneuerbaren Energien oder Umweltwärme beziehen müssen. Hierzu zählen Pelletheizungen, Solarthermieanlagen, Wärmepumpen und andere Geräte. Alternativ kann man diese Quote mit Ersatzmaßnahmen wie verbesserter Dämmung oder der Einbindung von Photovoltaikanlagen oder Kraft-Wärme-Kopplung erfüllen.

Einen vergleichbaren Anforderungs­katalog findet man ansonsten nur in der bundesweit gültigen Energieeinsparverordnung (EnEV). Sie formuliert zwar eine Austauschpflicht für besonders alte und ineffiziente Heizkessel, fordert aber keinen bestimmten Anteil erneuerbarer Wärme. Um Hausbesitzer nicht mit der schwierigen Aufgabe eines Heizungsvergleichs, der im Einklang mit dem EWärmeG stattfindet, alleine zu lassen, wurde der Sanierungsfahrplan ins Leben gerufen.

Ausstellungsberechtigt sind Personen, die nach §21 der EnEV Energieausweise ausstellen dürfen (Energieberater, viele Fachhandwerker) und eine entsprechende Fortbildung absolviert haben.

Kosten & Fördermittel für einen Sanierungsfahrplan

Kosten: Was ein Sanierungsfahrplan im Endeffekt kosten wird, ist bislang noch unklar. Das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg geht von Kosten von 600 bis 1.200 Euro aus, je nach Größe und Art des Gebäudes. Bei Nichtwohngebäuden geht man dort von Kosten im vier- bis fünfstelligen Bereich aus.

Förderung: Der Sanierungsfahrplan wird für Wohngebäude seit dem 29.10.2015 gefördert. Für Nichtwohngebäude gibt es keine Fördermittel. Die Erstellung von einem Sanierungsfahrplan wird durch die L-Bank gefördert. Der Förderbetrag reicht von 200 Euro für ein Ein- oder Zweifamilienhaus bis hin zu 500 Euro bei einem Wohngebäude mit acht oder mehr Wohneinheiten (in der folgenden Tabelle mit WE bezeichnet).


Wohn- gebäude: Ein- / Zweifami- lienhaus 3 WE 4 WE 5 WE 6 WE 7 WE 8 WE
Zuschuss: 200 € 250 € 300 € 350 € 400 € 450 € 500 €

Der Förderzuschuss wird nach Vorlage und Prüfung des Verwendungsnachweises. Weitere Informationen zu den Förderkonditionen sowie Antragsformulare und weitere Hilfen finden Sie auf den Sanierungsfahrplan-Seiten der L-Bank.

Der Sanierungsfahrplan gilt als teilweise Erfüllung der Vorgaben

Der Sanierungsfahrplan selbst wird bei Wohngebäuden dergestalt gewertet, als wenn fünf Prozent der Energie bereits erneuerbar bereitgestellt würden. Ein Drittel der vom EWärmeG geforderten Quote ist damit bereits erfüllt. Bei Nichtwohngebäuden kann der Sanierungsfahrplan insgesamt bereits ausreichend sein. Die genauen Vorgaben finden Sie in der Sanierungsfahrplanverordnung: (SFP-VO) (Link auf PDF des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg).

Ablauf & Bestandteile des Sanierungsfahrplanes

Eine Begehung und Analyse des Gebäudes steht am Anfang der Beratung. Der Fachmann nimmt die Haustechnik und weitere Gebäudebestandteile genau ins Visier und erstellt verschiedene Handlungsempfehlungen, die zum Ziel haben, den geforderten Anteil an erneuerbarer Wärme zu erreichen oder gegebenenfalls durch Ersatzmaßnahmen sicherzustellen. Er erstellt dann einen detaillierten Beratungsbericht. Hier können Sie sich einen Musterbericht (Link auf PDF des Ministeriums für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg) anschauen.

Dort finden Sie eine Aufstellung des aktuellen Gebäudezustandes. Auf der nächsten Seite folgt eine Kurzzusammenfassung von mindestens zwei Sanierungsvarianten. Aus dieser soll ersichtlich werden, welche Maßnahmen umsetzbar sind, wie hoch die Kosten voraussichtlich anfallen werden, wie sich die Heizkosten durch diesen Entwicklungspfad darstellen werden und welche Förderprogramme in welcher Höhe für die Optionen bereitstehen. Zusätzlich gibt es eine Einschätzung der jeweiligen Einzelmaßnahmen und der Reihenfolge, in der diese Schritte nach der Wirtschaftlichkeit gestaffelt optimal durchgeführt werden sollten. Im Anschluss werden die einzelnen Schritte noch einmal detailliert erklärt und bewertet.

Eine Umsetzung der Maßnahmen, die im Sanierungsfahrplan formuliert werden, ist nicht zwingend. Sie sind durchaus frei, andere Entscheidungen zu treffen, so lange Sie die Vorgaben des EWärmeG trotzdem erfüllen.

Sie benötigen fachkundige Beratung für Ihr Sanierungsvorhaben? Hier finden Sie Fachbetriebe für Heiztechnik aus Ihrer Region, die Ihnen gerne mit Rat und Tat zur Seite stehen. Diese übernehmen gerne auch alle Anträge und Beratungen rund um den Sanierungsfahrplan.

Dieser Artikel wurde erstellt von: Thorben Frahm, Redakteur www.Heizungsfinder.de