Einsatzbereiche für Contracting

Contracting hat drei große Zielgruppen: öffentliche und kommunale Liegenschaften, die Wohnungswirtschaft sowie Industrie & Gewerbe. Mit verschiedenen Contracting-Modellen kann in diesen Bereichen wirtschaftliche Energieversorgung realisiert werden, ohne selbst in Anlagentechnik investieren zu müssen.

Contracting Zielgruppen: Liegenschaften, Wohnungswirtschaft, Industrie

Grundsätzlich ist jedes Gebäude, welches mit Energie versorgt wird, für Contracting geeignet. Selbst Modelle für Ein- und Zweifamilienhäuser sind am Markt zu finden. Als Faustregel lässt sich festhalten, dass sich Contracting in der Regel bei Wohnanlagen mit 6-10 Wohneinheiten pro Wohnanlage bzw. ab ca. 1.000 m² beheizter Fläche lohnt.

Dabei sollte aber nicht nur der wirtschaftliche Faktor in Betracht gezogen werden. Contracting kann sich auch lohnen, wenn Betriebskosten geringfügig steigen. Denn beim Contracting wird die Verantwortung auf den Contractor verlagert. Ein weiterer Faktor ist der Klimaschutz, da durch Contracting die CO2 Emissionen um einen beachtlichen Betrag gesenkt werden können. Somit leistet jedes Contracting-Projekt direkt einen Beitrag zum Klimaschutz.

Kommunale und öffentliche Liegenschaften

Bedingt durch die Knappheit öffentlicher Gelder sowie der hohen Energiekosten öffentlicher Liegenschaften werden auf Bundes- und Länderebene Initiativen zur Einführung von Contracting-Modellen entwickelt. Als Beispiele sind hier u. a. die Studie „Contracting-Potenzial in öffentlichen Liegenschaften“ der DENA, die „Contracting-Initiative Bayern“ und Aktivitäten der Regierungskommission „Klimaschutz“ in Niedersachsen zu nennen.

Bei öffentlichen Liegenschaften werden alle vier Contracting-Modelle angewandt. Allerdings wird aufgrund des hohen Effizienz-Steigerungspotentials das Einsparcontracting besonders häufig angewandt.

Wohnungswirtschaft

Auch in der Wohnungswirtschaft schlummert ein enormes Potenzial, um Energieeffizenz zu steigern. In vielen Wohngebäuden werden noch veraltete Heizkessel (z.B. Niedertemperaturkessel) verwendet, welche im Vergleich zu modernen Anlagen eine sehr geringe Energieeffizienz aufweisen. Dieses Problem lässt sich meist über ein Contractingkonzept lösen. Im Wohnungsbereich wird überwiegend das Energieliefer Contracting angewandt.

Industrie und Gewerbe

Auch bei der Industrie und dem Gewerbe können alle vier Contracting-Formen angewandt werden. Zudem kommen hier vermehrt individuelle Energiedienstleistungsmodelle und Mischvarianten zum Einsatz.

Wann lohnt sich Contracting?

Der VfW (Verband für Wärmelieferung e.V.) hat für diese Frage einen kostenlosen Contracting-Rechner eingerichtet. Mit diesem Rechner lässt sich feststellen, ob sich ein Contracting-Projekt lohnen könnte. Des Weiteren besteht die Möglichkeit eine kostenlose Contractinganfrage an die VfW-Mitgliedsunternehmen zu schalten.

Welche technischen Lösungen für die Energieversorgung im Rahmen des Contracting möglich sind lesen Sie in unserem Bericht zu Contracting Technologien


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