Unterliegt die Nachtspeicherheizung bald einem Verbot?

1. März 2021
Immer wieder liest man von einem Verbot der Nachtspeicherheizung. Tatsächlich beinhaltet die aktuelle Energieeinsparverordnung (EnEV 2009) Regelungen, die manch einen Besitzer einer Nachtspeicherheizung zur Außerbetriebnahme ver­pflichten. Von einem generellen Verbot dieser Elektroheizung kann jedoch keine Rede sein.
Dieser Artikel wurde von
Christian Märtel für www.Heizungsfinder.de verfasst.
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Verbot der Nachtspeicherheizung: Die EnEV und die Elektroheizung

Bildquelle: STIEBEL ELTRON GmbH & Co. KGIn den 70er Jahren war man vom Verbot der Nachtspeicherheizung weit entfernt. Damals wurde diese Art der Elektroheizung eher befürwortet. Man versprach sich eine bessere Kraftwerks-Auslastung in den Nachtzeiten. Nachts nutzt die Nachtspeicherheizung Strom, um Wärme zu produzieren und zu speichern, die sie tagsüber an den Haushalt abgibt. Heute gilt diese Elektroheizung im Vergleich zu anderen Heizungen allerdings eher als unwirtschaftlich und wenig umweltfreundlich, obwohl man die Umweltbilanz der Elektroheizung etwas differenzierter betrachten sollte, als es bisweilen geschieht.

Nachtspeicherheizung Verbot nach EnEV 2009 gilt nur unter bestimmten Bedingungen

Paragraf 10a der aktuell gültigen EnEV 2009 behandelt die „Außerbetriebnahme von elektrischen Speicherheizsystemen“. Das hier ausgesprochene Verbot für die Nachtspeicherheizung gilt aber nur unter bestimmten Voraussetzungen:

  • Bei Wärme speichernden Elektroheizungen, also etwa bei der Nachtspeicherheizung, wurde ein Verbot für den Fall ausgesprochen, dass die benötigte Raumwärme in „Wohngebäuden mit mehr als fünf Wohneinheiten... ausschließlich durch elektrische Speicherheizsysteme erzeugt wird“. Kleinere Elektroheizungen mit maximal zwanzig Watt Heizleistung pro Quadratmeter Nutzfläche sind von dieser Regelung ausgenommen.
  • Bei Nichtwohngebäuden soll das Verbot der Nachtspeicherheizung und anderer Speicherheizsysteme laut EnEV 2009 dann gelten, wenn die Heizung mehr als 500 m² Nutzfläche beheizt. Diese Bestimmung gilt für Nichtwohngebäude, die „jährlich mindestens vier Monate und auf Innentemperaturen von mindestens 19 Grad Celsius beheizt“ werden.

Konkret bedeuten diese Regeln, dass etwa für die Nachtspeicherheizung eines Ein- oder Zweifamilienhauses kein Verbot ausgesprochen wurde. Besitzer einer Eigentumswohnung in einem Haus mit mehr als fünf Wohnungen sind jedoch vom Verbot betroffen.

Ausnahmeregeln: Die EnEv 2009 definiert einige Ausnahmen, in denen die oben genannten Regeln nicht gelten. So gilt das Verbot der Nachtspeicherheizung beispielsweise nicht für Gebäude, für die der „Bauantrag nach dem 31. Dezember 1994 gestellt worden ist“.

Die EnEV 2009 regelt Übergangszeiten zum Austausch einer Nachtspeicherheizung

Auch derjenige, der vom Verbot einer Nachtspeicherheizung betroffen ist, hat noch Zeit, um den Austausch seiner Elektroheizung zu organisieren.

  • Eine vor dem ersten Januar 1990 installierte oder aufgestellte Nachtspeicherheizung darf in oben definierten Immobilien nach dem 31. Dezember 2019 nicht mehr betrieben werden.
  • Das Verbot der Nachtspeicherheizung, die ab dem ersten Januar 1990 installiert oder aufgestellt wurde, gilt erst dreißig Jahre nach Einbau oder Aufstellung der Elektroheizung.

Von einem generellen Verbot der Nachtspeicherheizung kann also tatsächlich keine Rede sein, sodass eine Kaufentscheidung nicht grundsätzlich gegen eine Elektroheizung ausfallen muss.

Hier sollte man Fachbetriebe finden, die im Gespräch Ratschläge geben, wie sich die Vor- und Nachteile einer Elektroheizung auswirken.

Erfahrungen & Fragen zum Thema Elektroheizung

Kombination von Nachtspeicherheizung und Solaranlage

Ist eine Solaranlage bei Nachtstromspeicherheizung möglich und sinnvoll bei ca. 10.000 KWh Stromverbrauch?
Antwort eines Haus&Co Experten

Ja, das kann eine sinnvolle Kombination sein - besonders, wenn Sie bei der Elektroheizung bleiben wollen. Sie benötigen auf jeden Fall einen Solarstromspeicher - da Sie den Strom dann tagsüber erzeugen, wenn die Nachtspeicherheizung gerade nicht vorheizt. Generell ist der Eigenverbrauch - dank sinkender Einspeisevergütung - stark in den Fokus gerückt. Da Solarstromspeicher auch aktuell noch von der KfW gefördert werden, würde ich da auf jeden Fall einmal ein Angebot anfragen.

Sie können sich das hier einmal kalkulieren (da ich keine Angaben zur verfügbaren Dachfläche habe): https://www.solaranlagen-portal.com/photovoltaik/kosten

Umrüstung von Nachtspeicher auf Gasheizung: Kosten?

Ich habe aktuell eine Nachtspeicherheizung, die ich nun gegen eine Gasheizung austauschen möchte. Dabei müsste auch alles neu verrohrt werden und insgesamt 12 neue Heizkörper installiert werden. Wer kann mir bei der Umsetzung des Projektes helfen? Mit welchen Kosten habe ich zu rechnen?
Antwort eines Haus&Co Experten

Eine Übersicht der zu erwartenden Kosten:

1) Gasanschluss: falls noch keine Gasleitung liegt, muss eine zu Ihnen geführt werden (sofern Gas an der Straße vorhanden ist). Die Kosten dafür sind regional sehr unterschiedlich. Es werden in der Regel verschiedene Staffeln angesetzt - je nach Länge der Leitung. Die Kosten reichen da von 1.150 Euro bis über 3.000 Euro.

Eine Alternative ist ein Flüssiggastank, der jedoch draußen aufgestellt werden muss (oder mindestens ebenerdig).

2) Kosten für Heizkörper und Verrohrung

Die Kosten für Heizkörper sind natürlich sehr unterschiedlich - je nachdem welche Art von Heizkörpern gewünscht ist, können die Kosten samt Montage, Material und Anschluss 250 bis 500 Euro pro Heizkörper.

3) Schornstein außen: ca. 700 Euro im Schnitt

4) Gasbrennwertheizung samt Speicher: je nach Hersteller und Gerät zwischen 6.000 bis 9.000 Euro

Eine genauere Aufschlüsselung der Kosten finden Sie hier: https://www.heizungsfinder.de/gasheizung/kosten-preise

Nachtspeicheröfen von AEG: Asbestbelastung?

In meiner neuen Wohnung, die ich im Dezember 2016 bezogen habe befinden sich Nachtspeicheröfen von AEG. Die Bezeichnungen WSP 758 7,5 kw oder WSP 508 5 kw mit den Fertigungsnummern F.Nr. 074 oder 015 Bei meinen Recherchen habe ich festgestellt, bzw. gelesen, dass die Geräte von AEG bis in das Jahr 1976 asbesthaltig sind und ab dem Jahr 1977 asbestfrei sein sollen.
Antwort eines Haus&Co Experten

Ob Ihr Nachtspeicherofen durch Asbest belastet ist, finden Sie unter anderem online in Listen wie dieser hier: https://www.heizungsfinder.de/elektroheizung/nachtspeicherheizung/asbest-liste#aeg
Dort sind alle Modelle des Herstellers AEG aufgeführt, die asbesthaltig sind.

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