Ölheizung – Moderne Brennwertkessel senken den Ölverbrauch

Ölheizungen sind nach wie vor eines der beliebtesten Heizsysteme in Deutschland. Das System hat sich über Jahrzehnte hinweg bewährt und wird von vielen Immobilienbesitzern geschätzt. Doch seit einigen Jahren steigt die Kritik an der Ölheizung und so stellen sich zahlreiche potenzielle Käufer die Frage, ob sich die Anschaffung einer modernen Ölheizung lohnt. Neben finanziellen Aspekten wie dem Kaufpreis spielt hier auch das gewachsene Umweltbewusstsein eine Rolle. Mit diesem Ratgeber möchten wir Sie umfassend über moderne Ölheizungen informieren und klären, ob die Investition in dieses klassische Heizsystem eine sinnvolle Entscheidung ist.

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Wie viele Ölheizungen gibt es in Deutschland?

Etwa ein Viertel der Heizungen in Deutschlands Wohngebäudebestand sind (Stand 2020, BDEW) Ölheizungen. Das sind allerdings bereits weniger als in den Vorjahren. Ein Grund: Obwohl Ölheizungen als zuverlässig und effizient gelten, werden sie zunehmend durch nachhaltigere Alternativen zur Ölheizung wie beispielsweise Wärmepumpen ersetzt. Eine Entwicklung, die mehr ist als nur ein kurzlebiger Trend. Aber sind moderne Ölheizungen wirklich so umweltschädlich? Um diese Frage zu beantworten, muss man die Funktionsweise dieses Heizsystems verstehen.

Wie funktionieren moderne Ölheizungen?

Das Funktionsprinzip der Ölheizung ist denkbar einfach: Heizöl wird in einen Heizkessel gepumpt und dort vorgewärmt. Eine Düse sprüht das Heizöl anschließend in den Brennraum, wo es dann entzündet wird. So entsteht Wärme, die unter anderem für das Beheizen der Räume verwendet werden kann. Die genaue Funktionsweise unterscheidet sich von Modell zu Modell nur leicht und wurde im Laufe der Jahre immer weiter verfeinert und weiterentwickelt. Veraltete Konstanttemperaturkessel und auch die etwas neueren Niedertemperaturkessel wurden so durch moderne Brennwertgeräte ersetzt. Denn Brennwertheizungen machen sich zusätzlich die Wärme in den Abgasen zunutze, während die im Abgas gespeicherte Energie bei älteren Modellen nicht verwendet wurde – sie verpuffte einfach ungenutzt durch den Schornstein.

Die neueren Ölheizungen arbeiten so wesentlich effizienter und sind auch vergleichsweise umweltfreundlich. Und: Bei modernen Brennwertheizungen wird der Wasserdampf so abgekühlt, dass er kondensiert. Bei diesem Prozess wird Kondensationswärme freigesetzt, die wiederum dem Heizkreislauf zugeführt und zur Erwärmung des Heizwassers genutzt wird. Dank dieses sogenannten Brennwerteffekts liegt der Wirkungsgrad von Brennwertheizungen bei nahezu 100 Prozent. Sind moderne Ölheizungen also doch eine gute Alternative?

Weiterentwicklung: Die Brennwert-Ölheizung

Ein Brennwertkessel nutzt die thermische Energie, oder auch Wärmeenergie, des Wasserdampfs. Als Heizungsbesitzer können Sie mit einem Brennwertkessel Ihren Gas-, Öl- oder Pellet-Verbrauch spürbar senken.

Durch die niedrigen Systemtemperaturen eignet sich die Brennwert-Ölheizung sehr gut für Niedertemperaturheizkörper oder Fußbodenheizungen. Auch die Kombination mit erneuerbaren Energien geht durch die niedrigeren Temperaturen mit diesem Typus Ölheizung problemlos vonstatten. So macht man sich ein Stück weit unabhängiger von fossilen Rohstoffen und auch die Preisschwankungen beim Heizöl fallen nicht mehr so stark ins Gewicht.

Was kostet eine neue Ölheizung?

Anschaffung einer Ölheizung

Brennwertheizkessel sind die preiswertesten Heizsysteme am Markt, was die Anschaffung betrifft – ob Gas- oder Ölheizung. Während einfache Ölkessel bereits ab 5.000 Euro zu haben sind, liegt der Preis für den kompletten Austausch einer Ölheizung samt Öltank bei durchschnittlich 9.500 Euro. Günstige Angebote beginnen hier bei knapp 6.000 Euro. Praxisbeispiele zeigen, dass sich der Heizölverbrauch und damit die laufenden Kosten deutlich senken lassen.

Laufende Kosten einer Ölheizung

Die laufenden Kosten einer Ölheizung werden durch drei Faktoren bestimmt: die Kosten für Heizöl, der Verbrauch der Ölheizung sowie Wartungs- und Schornsteinfegerkosten. Die Brennstoffpreise sind dabei – ähnlich wie bei anderen fossilen Energieträgern – höher als bei regenerativen Energiesystemen. Zuletzt stiegen die Kosten für fossile Energie seit Herbst 2021 stark an. Zudem sind seit 2021 die CO₂-Abgaben hinzugekommen. Dem gegenüber steht, dass sich der Verbrauch moderner Ölheizungen dank effizienterer Technik und nutzerbezogener Energiesparmaßnahmen deutlich reduziert hat. Kombinationen mit erneuerbaren Energien sind nahezu ein Muss für eine neue Ölheizung.

Wer wirklich wissen möchte, was eine neue Ölheizung kostet, muss verschiedene weitere Positionen berücksichtigen, wie zum Beispiel:

  • den Einbau der Ölheizung durch einen Fachbetrieb
  • das Heizöl für den Betrieb
  • die Wartung
  • den Schornsteinfeger

Für die Montage durch einen Fachbetrieb werden Sie mit etwa 500 Euro rechnen müssen. Die Wartung wird Sie ungefähr 150 Euro im Jahr kosten, während die Heizkosten selbst bei rund 8 Cent pro kWh liegen. Wollen oder müssen Sie die Ölheizung mit einer regenerativen Energiequelle verbinden, muss auch diese angeschafft und installiert werden. Je nach Art der Energiequelle kann das etwa 10.000 Euro kosten. Sie sehen: Die exakten Kosten für eine Ölheizung sind also gar nicht so leicht zu benennen, sondern müssen individuell berechnet werden.

Fördermittel für Ölheizungen

Ölheizungen werden nicht mehr staatlich gefördert. Eine Förderung der Ölheizung kann weder beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) noch bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) beantragt werden. Und: Die Kosten für die Ölheizung werden beim Erreichen des Effizienzhausstandards während einer Sanierung nicht mehr berücksichtigt. Wobei auch fraglich ist, ob dieser Standard mit einer Ölheizung überhaupt erreicht werden kann. Die seit 2021 geltende Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) spielt für den Erwerb einer Ölheizung also keine Rolle.

Anders sieht es aus, wenn Sie eine bereits vorhandene Ölheizung gegen eine Gas-Hybridheizung, eine Wärmepumpe oder eine Biomasseheizung austauschen wollen. In diesen Fällen wird der Austausch bezuschusst, um so den Einsatz erneuerbarer Energien zu fördern. Bevor Sie also Ihre alte Ölheizung gegen ein neues Modell austauschen, sollten Sie lieber zu einer nachhaltigen, förderfähigen Alternative wechseln.

Wann muss eine Ölheizung erneuert werden?

Ist Ihre alte Ölheizung 30 Jahre oder länger im Einsatz, muss sie ausgetauscht werden. Diese Austauschpflicht wird nach und nach ausgeweitet werden, bis ab dem Jahr 2026 aus Klimaschutzgründen schließlich überhaupt keine neuen Ölheizungen mehr eingebaut werden dürfen. Obwohl es noch Ausnahmen von der Austauschpflicht gibt, macht es bei Heizungen, die älter als 20 Jahre sind, generell Sinn, über einen Austausch nachzudenken. Der Effizienzgewinn und die bessere Steuerung der Ölheizungen ermöglichen einen deutlichen Rückgang des Heizölverbrauchs. Lesen Sie hier mehr dazu, wie Sie Ihre Ölheizung austauschen können.

Ölheizungen: Die wichtigsten Vor- und Nachteile auf einen Blick

Ob Solarenergie, Wärmepumpen oder elektrische Heizungen: Jedes System hat seine Vor- und Nachteile. Die moderne Ölheizung bildet da keine Ausnahme. Damit Sie sich selbst einen Eindruck machen können, haben wir die wichtigsten Vorzüge und Nachteile der Ölheizung für Sie in einer Tabelle zusammengefasst.

Vorteile der Ölheizung

Nachteile der Ölheizung

Sie benötigen keinen Anschluss an das Gasnetz.

Die Preise für Heizöl sind in den vergangenen Jahren stetig gestiegen.

Sie haben die freie Wahl zwischen verschiedenen Brennstofflieferanten.

Auch moderne Ölheizungen benötigen viel Platz.

Im Gegensatz zum Gas sind mögliche Engpässe ein geringeres Problem.

Hohe CO2- und Feinstaubemissionen.

Das System arbeitet zuverlässig.

Der Ölstand muss regelmäßig kontrolliert werden, damit Sie rechtzeitig Öl nachbestellen können.

Wirkungsgrad von bis zu 100 Prozent.

Hohe Wartungskosten.

Ihnen sind Unabhängigkeit von Lieferanten und Lieferengpässen weniger wichtig? Dann könnte die Ölheizung für Sie eine gute Alternative darstellen. Wer lieber auf ein nachhaltiges System setzen möchte, sollte sich mit anderen Heizsystemen beschäftigen, die umweltfreundlicher arbeiten. Diese erhöhen zudem die Unabhängigkeit.

Sind Ölheizungen ein Auslaufmodell?

Ölheizungen gelten als zuverlässig und sind gerade in ländlichen Gebieten häufig ein beliebtes Heizsystem. Bauherren sollten dennoch auf umweltfreundlichere Alternativen setzen. Diese sind meist förderfähig und so oft günstiger als die klassische Ölheizung. Den regenerativen Energiequellen gehört die Zukunft und so kann auch das Umrüsten einer bereits vorhandenen Ölheizung auf eine Wärmepumpe eine nachhaltige und auch wirtschaftlich interessante Option sein. Spätestens ab dem Jahr 2026 ist die Ära neu installierter Ölbrennwertheizungen dann ohnehin endgültig vorbei.

Welche Alternativen zur Ölheizung gibt es?

Die meistgenutzte Alternative ist nach unseren Auswertungen die Gasheizung. Dank Brennwerttechnik – die hier noch höhere Wirkungsgrade erreichen kann als bei der Ölheizung – arbeitet die Gasheizung sehr effizient. Die kompakte Bauweise macht sie zu einer flexiblen Alternative. Sofern kein Erdgasanschlus vorhanden ist und auch nicht geplant ist, sind stattdessen Flüssiggastanks anstelle der Öltanks möglich.

Sofern der Öltank entsorgt werden muss, kann der freigewordene Platz auch von einer anderen Heiztechnik genutzt werden. Die Pelletheizung ist die zweite naheliegende Alternative, die ihre Stärken an anderer Stelle ausspielt – zum Beispiel zählt die Pelletheizing zu den erneuerbaren Energien und ist somit förderfähig. Die laufenden Kosten sind in den meisten Fällen geringer als bei Gas- oder Ölheizungen und die Technik setzt auf einen nachhaltigen Brennstoff. Allerdings sind die Anschaffungskosten und der Wartungsaufwand deutlich höher als bei einer Ölheizung.


Altbau und Neubau: Wann ist eine Ölheizung sinnvoll?

Wer über ein neues Heizsystem nachdenkt, sollte auch den Zustand des jeweiligen Gebäudes berücksichtigen. Denn gerade das Beheizen schlecht isolierter Altbauten mit hohen Decken kann für unangenehm hohe Energiekosten sorgen. Ölheizungen haben zwar einen hohen Wirkungsgrad, die Preise für Heizöl steigen aber immer weiter an. Ist Ihr Altbau hingegen gut isoliert, kann eine Ölheizung durchaus eine wirtschaftliche Lösung sein.

Anders sieht es bei Neubauten aus. Denn hier müssen sich Bauherren und Eigenheimbesitzer an die Vorgaben des Gebäudeenergiegesetzes (GEG) halten. Dieses Gesetz besagt, dass ab dem Jahr 2026 wenigstens ein Teil der Heizleistung durch regenerative Energien erbracht werden muss. Der Trend bewegt sich in Neubauten eindeutig weg von der Ölheizung: Laut BDEW machten 2021 Ölheizungen nur noch 0,3 Prozent der Heizungssysteme in Neubauten aus.

Wer sich aber im Neubau eine Ölheizung anschaffen möchte, kann diese beispielsweise mit einer Solaranlage kombinieren. Diese sogenannten Hybrid-Heizungen sind eine interessante Option, die Sie ebenfalls berücksichtigen sollten.

Wie finde ich Fachbetriebe für Ölheizungen?

Wir helfen Ihnen bei der Suche nach qualifizierten Fachbetrieben für Ölheizungen vor Ort. Mit ein paar Angaben zur Heizfläche, Baujahr und Standort des Gebäudes können sich passende Heizungsbauer direkt mit Angeboten bei Ihnen melden. So sparen Sie Zeit, da wir die Suche übernehmen und Geld durch den einfachen Angebotsvergleich.

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Bildnachweise:

Heizungsvergleich: © johannesspreter - Fotolia.com
Öl-Brennwertkessel: © gcpics - Fotolia.com
Was kostet eine neue Ölheizung?: © iStockphoto.com / totalpics
Förderung für eine neue Ölheizung: © Picture-Factory - Fotolia.com
Heizölpreise: © Björn Wylezich - Fotolia.com
Heizölsorten: © VRD - Fotolia.com
Die Ölheizung warten: © Kzenon - Fotolia.com
Öltankentsorgung: © thomasknospe - Fotolia.com
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