Trends im Heizungsmarkt 2020

14. September 2020
Das Jahr 2020 ist auch in der Heizungsbranche ein turbulentes. Heizungsfinder.de hat mehrere zehntausend Anfragen zur Heizungssanierung ausgewertet, um ein aktuelles Bild der Lage zu zeichnen. Mit interessanten Ergebnissen: Während althergebrachte Heiztechniken teilweise schwer nachgelassen haben, oder bestenfalls stagnierten, punkten erneuerbare Heizsysteme in einem deutlich veränderten Umfeld, das nicht zuletzt von einer markant verbesserten Förderkulisse geprägt ist.
Dieser Artikel wurde erstellt von:
Thorben Frahm, Redakteur www.Heizungsfinder.de
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Erneuerbare Heizsysteme legen deutlich zu

Heizungstrends 2020

  • Immer mehr erneuerbare Heizsysteme werden verbaut
  • Die Ölheizung ist ein Auslaufmodell
  • Verbesserte Förderung sorgt für verstärkte Heizungsmodernisierung

Die Redaktion von Heizungsfinder.de hat 50.000 Anfragen für neue Heizungen aus dem ersten Halbjahr 2020 ausgewertet und mit dem Vorjahreszeitraum verglichen. Aus den stattgefundenen Verschiebungen lassen sich einige deutliche Trends ablesen:

Der Trend im Heizungsmarkt 2020 ist klar zu erkennen - während die Ölheizung mit einem Anfrageplus von drei Prozent eher stagniert und die Gasheizung mit plus 15 Prozent erkennbar zulegt, sind Wärmepumpen mit einem Zuwachs von stattlichen 84 Prozent und Solarthermieanlagen mit einem Plus von 81 Prozent mit Abstand die Trendsetter 2020. Fast jeder Zweite hat im Rahmen der Anfrage angegeben, dass im Zuge der Modernisierung eine alte Ölheizung stillgelegt wird.

Im Vergleich zu den folgenden Zahlen für den Neubau und den Bestandsbau muss man bereits im Vorfeld feststellen, dass unsere Zahlen einen höheren Anteil an erneuerbaren Heizsystemen aufweisen, als tatsächlich verbaut werden (auch wenn Wärmepumpen & Co. auch in den Auswertungen anderer Quellen zulegen konnten, wenngleich nicht so ausgeprägt). Das liegt unter anderem darin begründet, dass nicht alle Anfragen tatsächlich umgesetzt werden - in vielen Fällen entscheidet man sich beispielsweise dann doch für die als bewährt und preiswert geltende Gasheizung. Ob und in welchem Umfang dieser Effekt zum Beispiel einem Informationsdefizit seitens des Kunden, einer hinreichend umfassenden Beratung durch die Fachbetriebe oder auch Problemen mit der Förderung beziehungsweise einer Kombination dieser und anderer Faktoren zuzurechnen ist, können wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht sagen. Unterm Strich bleibt aber die Feststellung korrekt, dass Solarthermie, Wärmepumpen und auch Pelleteheizungen (in dieser Übersicht nicht enthalten) deutlich an Publikumsinteresse gewonnen haben. Diese Erkenntnis wird auch durch die folgenden Angaben getragen.

Marktanteile im Neubau

Nach Angaben des Bundesverband Wärmepumpe (BWP) haben Wärmepumpen wiederholt mit steigendem Anteil den ersten Platz bei den Neubauten verteidigt: Im Jahr 2019 wurden 119.457 Wohngebäude genehmigt. Davon wurden 54.768 Gebäude mit einer Wärmepumpe ausgestattet. 8.744 Gebäude (7,3 Prozent) nutzen dabei Erdwärme, während 46.024 Gebäude (38,5 Prozent) andere Umweltwärme, aus Wasser und vor allem Luft, zum Heizen nutzbar machen. Wie schon im Vorjahr ist die Wärmepumpe das beliebteste Heizsystem im Neubau.

Heizsysteme im Bestand

Im Bestandsbau ist allerdings noch ein weiter Weg bis zu einem effizienten und ökologischen Heizungsfuhrpark zurückzulegen, wenn man die Zahlen des BDH in Betracht zieht:


Betrachtet man den gesamten Markt, also Bestands- und Neubauten zusammengenommen, ergibt sich nach Zahlen des BDH folgendes Bild:


Vor allem bei der Heizungssanierung im Bestandsbau wird der Gasbrennwertheizung immer noch der Vorzug gegeben. Sie ist weiterhin das Rückgrat der privaten deutschen Wärmeversorgung.

Weitere Entwicklung in der Gebäudesanierung und Heizungsförderung

Zu guter Letzt meldet auch der Bundesverband Solarwirtschaft sehr gute Zahlen von der Solarwärme. Im ersten Halbjahr 2020 setzten die Solarkollektor-Hersteller in Deutschland 11 Prozent mehr Kollektoren ab als im ersten Halbjahr 2019. Dies geht aus gemeinsam mit dem Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie (BDH) erstellten Marktbefragungen hervor.

Ein Grund für den neuen Schwung bei der Heizungssanierung ist sicherlich die kürzliche Entwicklung hinter den Förderkulissen.

Eines der bekanntesten und voluminösesten Programme zur Heizungsförderung ist das "Marktanreizprogramm: Wärme aus erneuerbaren Energien" (MAP). Es ist Anfang 2020 deutlich aufgewertet worden: gab es bis dahin nur kleinere Festbeträge, werden umweltfreundliche Heizungen nun anteilig und unterm Strich deutlich besser gefördert. Erneuerbare Heiztechnik erhält nun eine feste Förderung von 30 - 45% der Kosten. Die Maximalbeträge werden vor allem dann erreicht, wenn man im Zuge der Heizungsmodernisierung noch eine alte Ölheizung außer Betrieb nimmt.

Detailinformationen zu den verbesserten Förderbedingungen des Marktanreizprogramms sowie weiterführende Hilfen zur ebenso erhältlichen KfW-Förderung oder dem neuen Steuerbonus finden Sie in unserem Artikel zur Heizungsförderung 2020.

Nach aktuellen Zahlen des BAFA hat sich die verbesserte MAP-Förderung bereits in den genehmigten Anträgen niedergeschlagen. So habe die Zahl der geförderten Heizungssanierungen im ersten Halbjahr 2020 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 165% zugenommen.


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