Hydraulischer Abgleich im Themenüberblick

7. Oktober 2020
Viele Heizungen in Deutschland verschwenden Energie. Ein hydraulischer Abgleich optimiert die Leistung der Heizungsanlage. Das Ergebnis: es gibt keine zu heißen oder zu kalten Heizkörper mehr im Mehr- und Einfamilienhaus, die Vor- und Rücklauftemperatur stimmt und der Besitzer bzw. Mieter spart richtig Energie ein. Einsparungen von 5 bis 25 Prozent sind möglich.
Dieser Artikel wurde erstellt von:
Thorben Frahm, Redakteur www.Heizungsfinder.de
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HeizungenHydraul. Abgleich

Ist der hydraulische Abgleich Pflicht?

Gesetzlich ist ein hydraulischer Abgleich nicht explizit vorgeschrieben - allerdings sind mehrere Richtlinien und Vorschriften zu finden, in denen die Maßnahme explizit gefordert wird. Die hohen Anforderungen, die die EnEV an die Inbetriebnahme neuer Kessel stellt, machen einen hydraulischen Abgleich in den meisten Fällen sowieso notwendig und damit zu einem de facto Standard. Die Zahlen aus der Auswertung von Angeboten für Gasheizungen stützen diese Sicht. Bei knapp 1.000 ausgewerteten Angeboten für eine Heizungs- und Kesseltausch enthalten 77% auch einen hydraulischen Abgleich.


Hydraulischer Abgleich im Ein- und Mehrfamilienhaus

Viele Heizungen arbeiten nicht optimal abgestimmt. An einigen Anhaltspunkten kann man erkennen, ob ein hydraulischer Abgleich notwendig sein könnte: wenn beispielsweise der eine Heizkörper viel wärmer als ein anderer wird, drastische Temperaturunterschiede im mehrgeschossigen Mehr- oder Einfamilienhaus erkennbar sind oder die Heizung Geräusche macht, die sich durch ein Entlüften der Heizkörper nicht beheben lassen, ist ein hydraulischer Abgleich an der Zeit.

Detlef Malinowsky von der IBDM GmbH spricht beim ARD Ratgeber Bauen und Wohnen über den Hydraulischen Abgleich.

Ein hydraulischer Abgleich ist förderfähig

Das Energiesparpotenzial ist groß und die hydraulischer Abgleich Kosten sind mit ca. 500 € im Einfamilienhaus überschaubar. Ein hydraulischer Abgleich geschieht nach vorgegebenen Maßnahmen durch einen Fachbetrieb. Die Durchführung ist für die Optimierung von Heizungsanlagen aufgrund des Energiesparpotenzials sehr empfehlenswert. Ein hydraulischer Abgleich ist inzwischen auch vorgeschrieben, um Fördermittel für verschiedene Maßnahmen durch KfW oder das BAFA in Anspruch nehmen zu können. Aber es gibt auch Förderung für einen hydraulischen Abgleich selbst.

Hydraulischer Abgleich

Hydraulischer Abgleich - eine genaue Bestandsanalyse zeigt die Schwachstellen

Am Anfang der Durchführung steht die Grundlagenermittlung. Dort werden, ob im Einfamilienhaus oder Mehrfamilienhaus, die Wärmeverteilung und Wärmeübergabe festgehalten, die Leitungsanlage geprüft und vermessen, und die Pumpe der Heizung erfasst. Auch wird die Heizlast ermittelt und die Thermostatventile kontrolliert. Ideal sind voreinstellbare Thermostatventile. Diese müssen gegebenenfalls nachgerüstet werden, falls noch keine vorhanden sind.

Im Anschluss daran folgt die Berechnung vom hydraulischen Abgleich mittels spezieller Software oder anhand zuverlässiger Datenschieber. Wie groß ist die benötigte Heizlast vom Einfamilienhaus bzw. der jeweiligen Zimmer, wie hoch ist die notwendige Vorlauf- und Rücklauftemperatur, der Durchfluss oder wie lautet die Leistung und der Verbrauch der Umwälzpumpe (transportiert das Warmwasser im Heizleitungssystem)? All diese Faktoren müssen vor der Durchführung erfasst werden.

Was wird bei der Durchführung geändert?

Ist die Umwälzpumpe ungeeignet, muss diese gegen eine Hocheffizienzpumpe ausgetauscht werden. Optimal ist das Energielabel "A". Diese Maßnahme allein spart bis zu 100 - 150 Euro jährlich an Stromkosten für den Pumpenbetrieb. Sind anstelle von konventionellen Heizkörpern in einem Einfamilienhaus Fußbodenheizungen verbaut, so sind noch weitere Variablen für die Durchführung von einem hydraulischen Abgleich einer Fußbodenheizung nötig. Ein hydraulischer Abgleich einer Heizung ist einfacher in der Durchführung.

Je nachdem, was das berechnete und gemessene Resultat ist, müssen nun die Thermostatventile begrenzt werden, Massenströme im Heizungssystem oder, neben ein, zwei weiteren kleinen Eingriffen, die Pumpenleistung angepasst werden. Im Idealfall kann auch die Vorlauftemperatur weiter gesenkt werden.

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Erfahrungen & Fragen zum Thema hydraulischer Abgleich

Wärmepumpe mit Fußbodenheizung - oberes Stockwerk wird nicht warm

Ausgangslage: Ich bewohne ein EFH mit 3 Etagen. Alle Räume werden beheizt mit einer Fussbodenheizung. Im Rücklaufbalken sind TACO TopMeter Return (Abgleichventil im Rücklaufbalken) eingebaut Die Räume im EG haben keine Danfoss Thermostaten und können nur mit den TACO Abgleichventilen reguliert werden. Raumtemperatur im EG und OG in Ordnung 22,5°C Im OG und im DG sind in jedem Raum Danfoss Thermostaten eingebaut deren Funktion (auf und zu) ist überprüft. Die Wärmepumpe mit beiden Verteilbalken (VL und RL) liegt im Keller. Aktuell ist im Vorlauf 39,5° und im Rücklauf 30° bei T aussen um 5°C System ist entlüftet Pumpe läuft auf schnellster Stufe Problem: Seit Jahren ist aber das oberste Stockwerk zu wenig beheizt, mehr als 21,5°c bringe ich nicht hoch. Die Danfoss Thermostaten im obersten Geschoss sind voll offen. Meine Frage. Ist es richtig, dass die TACO Ventile für die Räume im obersten Geschoss auf volle Durchflussmenge eingestellt sind? Ist es richtig, dass die Pumpe auf maximaler Stufe läuft? Was mache ich falsch?
Antwort von FET Fleischer EnergieTechnik

Das kann so nicht funktionieren.
Bitte den Wärmebedarf des Hauses berechnen lassen.
Dann einen ordentlichen hydraulischen Abgleich der gesamten Anlage vornehmen lassen.
Hydraulischer Abgleich mittels PC- Programm, Dann die Pumpenkennlinie berechnen lassen und ggf.eine andere Pumpe
(Elektronisch geregelt)einbauen lassen.Dann wird auch dieses Haus überall richtig warm und geregelt sein!!!

Zuschüsse und Voraussetzungen für hydraulischen Abgleich

Wir beabsichtigen in 4-5 Monaten eine neue Gasbrennwertheizung im Austausch gegen eine 30 Jahre alte Heizung anzuschaffen. Ein hydraulischer Abgleich an allen Heizkörperventilen ist vorgesehen. Frage: Welche Zuschüsse sind möglich und welche weiteren Voraussetzungen sind zu erfüllen?
Antwort von Norbert Bülter

Folgenden Zuschuß gibt es fast immer:
Der hydraulische Abgleich wird mit 30% bezuschusst, in diesem Fall dann auch die witterungsgeführte Regelung und eventuell zu verbauende Pumpen. Diesen Antrag würden wir für Sie erstellen.

Diesen Zuschuß gibt es nur im 1-2 Familienhaus. Egal ob selbstgenutzt oder vernmietet.
Für den Restbetrag gibt es einen Zuschuß von 15% von der KFW Bank, der durch einen von der KFW zugelassenen Energieberater beantragt werden muß. ( Wenn Sie keinen haben, können wir Ihnen einen empfehlen. Die Kosten betragen in diesem Fall 185,-€.) Die Kosten für den Energieberater werden auch mit 15% bezuschusst.
Falls Sie am Heizsystem etwas ändern möchten, z.B. neue Heízkörper oder neue Rohrleitungen etc. werden diese Investitionen auch mit 15% von der KFW bezuschusst.

Kosten für energetische Sanierung eines Mehrfamilienhauses

Mich interessieren die Kosten für die Planung und Baubegleitung für die energetische Sanierung ( modernisierende Instandsetzung) für 2 unsere Mehrfamilienhäuser a 15 Wohneinheiten pro Haus . Es ist vorgesehen u.a. Sanierung der Penthousedächer ( ca 100qm pro Haus), Erneuerung der Heizung inkl.hydraulischen Abgleich des Heizsystems ,Fenster-und Haustürenaustausch. Die vorgesehene Ausgabe von ca 460000€.
Antwort von IGE - Rakowski

Es kommt drauf an wo das Objekt steht. Die genante Summe wird nicht ausreichen um das Haus zu Sanieren.

Räume werden nicht gleichmäßig warm

Im Büro habe ich meinen Radiator auf Stufe 2 gestellt, dort war der Heizkörper sehr warm, obwohl nur auf Stufe 2 war. Im Badezimmer und Küche war der Radiator ebenfalls auf Stufe 2 aber gar nicht warm. Im Wohnzimmer ist der Radiator sogar auf Stufe 3 und der Radiator war gar nicht warm und wurde noch nie so warm wie im Büro auf Stufe 2. Ich wohne in einem Mehrfamilienhaus im Parterre. Können Sie mir sagen, wieso dies so ist?
Antwort von Christian Kneesch

Ein Hydraulischer Abgleich würde das Problem beheben. Stellung 2 auf dem TH.Kopf sagt ja nur, das der Raum auf ca. 18-20°C warm werden soll

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