Hydraulischer Abgleich im Themenüberblick

Viele Heizungen in Deutschland verschwenden Energie. Ein hydraulischer Abgleich optimiert die Leistung der Heizungsanlage. Das Ergebnis: es gibt keine zu heißen oder zu kalten Heizkörper mehr im Mehr- und Einfamilienhaus, die Vor- und Rücklauftemperatur stimmt und der Besitzer bzw. Mieter spart richtig Energie ein. Einsparungen von 5 bis 25 Prozent sind möglich.
Dieser Artikel wurde von
Thorben Frahm für www.Heizungsfinder.de verfasst.
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HeizungenHydraul. Abgleich

Ist der hydraulische Abgleich Pflicht?

Gesetzlich ist ein hydraulischer Abgleich nicht explizit vorgeschrieben - allerdings sind mehrere Richtlinien und Vorschriften zu finden, in denen die Maßnahme explizit gefordert wird. Die hohen Anforderungen, die die EnEV an die Inbetriebnahme neuer Kessel stellt, machen einen hydraulischen Abgleich in den meisten Fällen sowieso notwendig und damit zu einem de facto Standard. Die Zahlen aus der Auswertung von Angeboten für Gasheizungen stützen diese Sicht. Bei knapp 1.000 ausgewerteten Angeboten für eine Heizungs- und Kesseltausch enthalten 77% auch einen hydraulischen Abgleich.


Hydraulischer Abgleich im Ein- und Mehrfamilienhaus

Viele Heizungen arbeiten nicht optimal abgestimmt. An einigen Anhaltspunkten kann man erkennen, ob ein hydraulischer Abgleich notwendig sein könnte: wenn beispielsweise der eine Heizkörper viel wärmer als ein anderer wird, drastische Temperaturunterschiede im mehrgeschossigen Mehr- oder Einfamilienhaus erkennbar sind oder die Heizung Geräusche macht, die sich durch ein Entlüften der Heizkörper nicht beheben lassen, ist ein hydraulischer Abgleich an der Zeit.

Detlef Malinowsky von der IBDM GmbH spricht beim ARD Ratgeber Bauen und Wohnen über den Hydraulischen Abgleich.

Ein hydraulischer Abgleich ist förderfähig

Das Energiesparpotenzial ist groß und die hydraulischer Abgleich Kosten sind mit ca. 500 € im Einfamilienhaus überschaubar. Ein hydraulischer Abgleich geschieht nach vorgegebenen Maßnahmen durch einen Fachbetrieb. Die Durchführung ist für die Optimierung von Heizungsanlagen aufgrund des Energiesparpotenzials sehr empfehlenswert. Ein hydraulischer Abgleich ist inzwischen auch vorgeschrieben, um Fördermittel für verschiedene Maßnahmen durch KfW oder das BAFA in Anspruch nehmen zu können. Aber es gibt auch Förderung für einen hydraulischen Abgleich selbst.

Hydraulischer Abgleich - eine genaue Bestandsanalyse zeigt die Schwachstellen

Am Anfang der Durchführung steht die Grundlagenermittlung. Dort werden, ob im Einfamilienhaus oder Mehrfamilienhaus, die Wärmeverteilung und Wärmeübergabe festgehalten, die Leitungsanlage geprüft und vermessen, und die Pumpe der Heizung erfasst. Auch wird die Heizlast ermittelt und die Thermostatventile kontrolliert. Ideal sind voreinstellbare Thermostatventile. Diese müssen gegebenenfalls nachgerüstet werden, falls noch keine vorhanden sind.

Im Anschluss daran folgt die Berechnung vom hydraulischen Abgleich mittels spezieller Software oder anhand zuverlässiger Datenschieber. Wie groß ist die benötigte Heizlast vom Einfamilienhaus bzw. der jeweiligen Zimmer, wie hoch ist die notwendige Vorlauf- und Rücklauftemperatur, der Durchfluss oder wie lautet die Leistung und der Verbrauch der Umwälzpumpe (transportiert das Warmwasser im Heizleitungssystem)? All diese Faktoren müssen vor der Durchführung erfasst werden.

Was wird bei der Durchführung geändert?

Ist die Umwälzpumpe ungeeignet, muss diese gegen eine Hocheffizienzpumpe ausgetauscht werden. Optimal ist das Energielabel "A". Diese Maßnahme allein spart bis zu 100 - 150 Euro jährlich an Stromkosten für den Pumpenbetrieb. Sind anstelle von konventionellen Heizkörpern in einem Einfamilienhaus Fußbodenheizungen verbaut, so sind noch weitere Variablen für die Durchführung von einem hydraulischen Abgleich einer Fußbodenheizung nötig. Ein hydraulischer Abgleich einer Heizung ist einfacher in der Durchführung.

Je nachdem, was das berechnete und gemessene Resultat ist, müssen nun die Thermostatventile begrenzt werden, Massenströme im Heizungssystem oder, neben ein, zwei weiteren kleinen Eingriffen, die Pumpenleistung angepasst werden. Im Idealfall kann auch die Vorlauftemperatur weiter gesenkt werden.

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Erfahrungen & Fragen zum Thema hydraulischer Abgleich

Ist beim Pumpenaustausch ein hydraulischer Abgleich Pflicht?

Ich habe in meiner bestehenden Heizungsanlage in unserem Einfamilienhaus die alte Heizungspumpe durch eine neue hocheffiziente Heizungspumpe austauschen lassen. Diese Maßnahme wird durch das Bundesamt enstprechend der Richtlinie über der Förderung der Heizungsoptimierung gefördert. Der Förderantrag und Unterlagen (Rechnung der Heizungsfirma) sind bereits versendet worden. Heute kam Post vom Amt mit dem Hinweis, dass Unterlagen fehlen bzw. unvollständig sind. Speziell geht es dabei um den Nachweis der Duchführung des hydraulischen Abgleichs in Verbindung mit dem Pumpenaustausch. Weiterhin wird angeführt, dass eine Förderung nur mit einem hydraulischen Abgleich möglich wäre. Dieser Sachverhalt erschließt sich mir nicht aus der Förderrichtlinie (ich habe diese schon mehrfach durchgelesen). In der Richtlinie werden beiden Maßnahmen (Pumpentausch oder hydraulischer Abgleich) gleichberechtigt als mögliche Maßnahmen aufgeführt. Ich musste leider etwas ausholen, um den Sachverhalt zu beschreiben. Meine eigentliche Frage lautet: Muss bei einem Pumpenaustausch zwingend ein hydraulischer Abgleich durchgeführt werden um die Förderung zu bekommen?
Antwort von Schleiting Anlagenbau GmbH

Nein, der hydraulischen Abgleich ist nicht zwingend mit dem Pumpenstausch durchzuführen. Damit kann der Pumpentausch separat durchgeführt und gefördert werden. Darüber hinaus ist so ein Abgelich natürch sinnvoll.

Das von Ihnen genannte Problem tritt auf, wenn Sie bei der Beantragung der ID sowohl den Pumpentausch als auch den Abgleich auswählen, später aber nur den Pumpentausch in der Rechnung ausweisen. Wir sind halt in Deutschland. Aber die Erfahrung zeigt, dass ein klärender Anruf bei der BAFA den Sachverhalt wieder datentechnisch korrigiert.

Hydraulischer Abgleich Pflicht?

Uns wurde von diversen Fachleuten gesagt, dass bei 11kW ein Hydraulikausgleich nicht durchgeführt werden müsse und besser auch nicht sollte. Nun teilt uns eine Firma mit, er sei auch bei 11kW verbindlich. Wie ist die rechtliche Regelung?
Antwort von Buderus Deutschland

Um für eine Heizungsmodernisierung eine KfW-Förderung in Anspruch nehmen zu können, ist der hydraulische Abgleich Pflicht. Die Kosten, die sich zwischen 300 und 500 Euro bewegen, sind wiederum förderfähig. Nutzen Sie die Buderus Fördermittelauskunft, um Einzelheiten zu erfahren. Um Energie zu sparen sollte in jedem Fall ein Abgleich der Thermostatventile durchgeführt werden.
Weitere Informationen erhalten Sie unter: https://www.buderus.de/de/hydraulischer-abgleich

Zuschuss für Einbau einer Brennwerttherme + hydraulischer Abgleich

Wie hoch ist der Zuschuss bei Erneuerung der Gastherme auf Brennwert und der hydraulische Abgleich?
Antwort von Max Pfänder

Neue Brennwertheizung mit hydraulischem Abgleich 1100 Euro

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