Für den Einbau neuer Heizung Förderung vom Staat erhalten

14. Februar 2022
Gebäude energiesparender zu machen, ist ein wichtiger Schritt im Kampf gegen den Klimawandel. Entsprechende Maßnahmen sind jedoch oft mit hohen Kosten verbunden. Um trotzdem einen Anreiz für deren Durchführung zu schaffen, entwickelte das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWi) mit der BEG ein umfangreiches Förderprogramm. Da vor allem die Wärmeversorgung einen großen Einfluss auf den Energieverbrauch hat, werden Investitionen in umweltfreundliche Heizsysteme besonders attraktiv bezuschusst. So können Sie beim Einbau einer emissionsarmen Heizung Förderung von bis zu 55 % erhalten.
Dieser Artikel wurde von
Ariane Müller für www.Heizungsfinder.de verfasst.
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HeizungenHeizungsförderung

Heizung: Förderung 2022 im Überblick

Ersetzen Sie Ihre alte Heizung durch Systeme, die mit erneuerbaren Energien arbeiten, bekommen Sie dafür Förderung vom Staat. | Bild: © hkama / Adobe Stock


So sieht die Förderung der Heizung 2022 aus

  • Der Staat bezuschusst umweltfreundliche Heizungsanlagen mit 20 – 40 %.
  • Der Austausch einer Ölheizung wird mit zusätzlichen 10 Prozentpunkten prämiert.
  • Setzen Sie mit dem Heizungstausch einen individuellen Sanierungsfahrplan (iSFP) um, erhöht sich Ihr Fördersatz um 5 %.
  • Der Förderantrag der Heizung muss gestellt werden, bevor Sie diese kaufen oder das ausführende Unternehmen beauftragen.
  • Bei einer Einzelmaßnahme übernimmt das BAFA die Förderung der Heizung.
  • Trägt die Heizung zum Erreichen einer Effizienzhausstufe bei oder benötigen Sie für sie einen Kredit, wenden Sie sich an die KfW.


Wie Heizungen durch die BEG EM bezuschusst werden

2021 trat eine Überarbeitung des staatlichen Förderangebots im Gebäudebereich in Kraft. Anstelle der bisherigen Programme EBS, MAP, APEE und HZO gibt es seit dem 01.01.2021 nur noch die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Sie gliedert sich in die drei Teilprogramme BEG EM, BEG WG und BEG NWG.

Die BEG fördert sowohl Einzelmaßnahmen wie den Heizungstausch als auch Maßnahmenpakete zur Entstehung energieeffizienter Gebäude. | Grafik: © solaranlagen-portal.com

Geht es Ihnen lediglich um eine Förderung für den Erwerb und Einbau einer neuen Heizung, so gilt dies als Einzelmaßnahme und fällt in die BEG EM. Für diesen staatlichen Zuschuss müssen Sie beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) einen Antrag stellen. Voraussetzung dabei ist, dass es sich bei Ihrem Haus um ein Bestandsgebäude handelt, das mindestens 5 Jahre alt ist.

Grüne Energie bringt gute Förderung für Heizung

Welche Fördermittel Ihre Heizung Ihnen einbringt, hängt davon ab, für welchen Typ Sie sich entscheiden und wie es um dessen Umweltbilanz bestellt ist. Da sich nur durch den verstärkten Einsatz erneuerbarer Energien CO2-Emissionen senken lassen, sollte deren Anteil bei der Wärmeerzeugung möglichst hoch sein. Je mehr sich ein Heizsystem erneuerbarer Wärmequellen bedient, desto stärker wird dessen Anschaffung vom Staat bezuschusst.

So liegt der Fördersatz bei den größtenteils mit Umweltenergie betriebenen Wärmepumpen und bei Anlagen, die effizient feste Biomasse (Pellets, Scheitholz) verbrennen, bei 35 %. Ist eine Pelletheizung außerdem noch emissionsarm, stößt also nur maximal 2,5 mg Feinstaub je Kubikmeter aus, erhalten Sie zusätzlich einen Innovationsbonus von 5 %. Dadurch beträgt die Förderung dann 40 %.

Klimafreundlich kombinieren und kassieren

Für EE-Hybridheizungen, die mindestens zwei Wärmeerzeuger auf Basis erneuerbarer Energien miteinander verbinden, erhalten Sie ebenfalls einen Zuschuss von 35 %. Dafür können Sie beispielsweise eine Wärmepumpe mit einem Pelletofen kombinieren, oder eine Pelletheizung mit Solarthermie.

Möchten Sie sich lediglich eine Solarthermie-Anlage zulegen, beträgt die Förderung 30 %. Denn eine solche allein reicht nicht aus, um einen ganzen Altbau zu heizen. Sie kann nur zur Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung genutzt werden.

Es ist nicht nur eine Kombination von EE-Wärmeerzeugern untereinander möglich. Werden sie in Verbindung mit einer dafür ausgelegten Gasheizung angeschafft und eingebaut, bekommen Sie sogar für diese eine Förderung. So beträgt der Zuschuss bei einer Gashybridheizung 30 %. Investieren Sie zunächst nur in eine Gasheizung, gibt es 20 %, wenn diese Renewable Ready ist und Sie sie innerhalb von zwei Jahren um eine Wärmepumpe, Biomasseheizung oder Solarthermie-Anlage erweitern.

Brennstoffzellen

werden ebenfalls vom Staat gefördert, allerdings nicht im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude. Der Zuschuss von bis zu 34.300 Euro je Brennstoffzelle (auch für Neubauten) wird über das KfW-Programm 433 vergeben.

Förderung für vernetzte Wärmeversorgung

Die Heizungsförderung erhalten Sie des Weiteren auch dann, wenn Ihre neue Anlage mehr als ein Gebäude mit Wärme versorgen soll. Die Errichtung eines solchen Gebäudenetzes für bis zu 16 Gebäude bzw. 100 Wohneinheiten bringt Ihnen einen Zuschuss von 30 – 35 % ein. Die Höhe des Fördersatzes hängt dabei davon ab, wie viel erneuerbare Energie vom Heizsystem verwendet wird (mind. 25 % oder mind. 55 %).

Sie müssen noch nicht einmal selbst eine neue Heizung einbauen, um von der Förderung zu profitieren. Schon der Anschluss Ihres Gebäudes an ein bereits bestehendes Gebäudenetz oder ein Wärmenetz (dient der Versorgung der Allgemeinheit mit leitungsgebundener Wärme) ist förderfähig. Auch hier entscheidet der Anteil erneuerbarer Energie über den Fördersatz: 30 % bei mind. 55 % und 35 % bei mind. 75 %.

Durch Boni den Fördersatz erhöhen

Noch höher fällt die Förderung aus, wenn Sie durch Ihre neue Form der Wärmeversorgung eine Ölheizung ersetzen (Ausnahmen: reine Solarthermie-Anlagen und Gasheizungen sowie die Errichtung von Gebäudenetzen). Um einen Anreiz zur Abschaffung der besonders klimaschädlichen Wärmeerzeuger zu schaffen, beinhaltet die BEG EM nämlich auch eine Austauschprämie für Ölheizungen in Höhe von 10 %, die zum Regelfördersatz addiert wird. Im Falle einer emissionsarmen Pelletheizung steigt Ihre Förderung dann auf 50 %.

Förderung bei Austauschpflicht

Die Austauschpflicht für alte Gas- und Ölheizungen nach §72 GEG ist kein Ausschlusskriterium für eine Förderung mehr. Während frühere Programme den vorgeschriebenen Austausch von über 30 Jahre alten Konstanttemperaturkessel nicht bezuschussten, spielen Typ und Alter Ihrer bestehenden Heizung bei der BEG keine Rolle.

Weitere 5 % werden Ihnen zuteil, wenn Sie den Heizungstausch im Rahmen eines individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP) durchführen. Erstellt von Energieeffizienz-Experten, legt dieser fest, mit welchen Maßnahmen die Energieeffizienz Ihres Hauses gesteigert werden soll. Deren Umsetzung muss in mehreren Schritten stattfinden, wofür Sie aber bis zu 15 Jahre Zeit haben. Alternativ sind auch die Vor-Ort-Berichte der BAFA aus dem Zeitraum vom 01.07.2017 bis zum 31.12.2020 für die Beantragung des iSFP-Bonus zulässig.

Auch energetische Optimierung bestehender Heizung wird gefördert

Bei einer Sanierung gibt es neben der Förderung für eine neue Heizung auch eine für eine Heizungsoptimierung. Deren Höhe beträgt 20 %. Dafür muss die Anlage länger als zwei Jahre in Betrieb sein und die Maßnahme zur Steigerung von deren Energieeffizienz beitragen. Dabei kann es sich um eine Dämmung der Rohrleitungen, einen Austausch der Heizkörper oder den Einbau eines Pufferspeichers handeln. Um die Förderung zu erhalten, muss außerdem ein hydraulischer Abgleich durchgeführt werden.

[Ist die Maßnahme Teil eines iSFP, erhöht sich der Zuschuss um 5 %.]


Wie Ihre neue Heizung durch Förderung billiger wird

Wie hoch der Zuschuss zu Heizung und Co. in Ihrem Fall ausfällt, hängt also nicht nur von der Wahl des neuen Systems, sondern auch von Ihrer derzeitigen Anlage sowie weiteren Faktoren ab.

So kann Ihnen der Tausch eines alten Gaskessels gegen eine Erdwärmepumpe mit Tiefensonden einen Zuschuss von bis zu 8.800 Euro einbringen.

Kosten Erdwärmepumpe

11.500 €

Kosten Installation

2.500 €

Kosten Erschließung (inkl. Tiefenbohrung)

8.000 €

Regelfördersatz (35 %)

- 7.700 €

iSFP-Bonus (5 %)

- 1.100 €

Kosten nach Förderung

13.200 €

Möchten Sie Ihren Anschluss ans Gasnetz bzw. Flüssiggastank hingegen weiterhin nutzen, können Sie Ihre alte Anlage auch durch eine moderne Gashybridheizung unter Einbindung von Solarthermie ersetzen und dabei eine Förderung von über 5.000 Euro erhalten.

Kosten Gasbrennwertkessel

4.500 €

Kosten Solarthermie-Anlage

8.000 €

Kosten Installation

2.500 €

Regelfördersatz (30 %)

- 4.500 €

iSFP-Bonus (5 %)

- 750 €

Kosten nach Förderung

9.750 €

Besitzen Sie indes eine in die Jahre gekommene Ölheizung, sparen Sie mit einer emissionsarmen Pelletheizung dank der Förderung bis zu 55 % der Kosten.

Kosten Pelletheizung (inkl. Lager und Pufferspeicher)

17.000 €

Kosten Installation

3.000 €

Regelförderung (35 %)

- 7.000 €

Austauschprämie Ölheizung (10 %)

- 2.000 €

Innovationsbonus (5 %)

- 1.000 €

iSFP-Bonus (5 %)

- 1.000 €

Kosten nach Förderung

9.000 €

Diese Beispiele illustrieren jetzt nur die Ersparnisse in Bezug auf die neue Heizung und deren Einbau. Die Heizungsförderung durch die BEG erstreckt sich aber neben dem Kaufpreis für die Anlage und den Kosten für deren Installation auch auf alle weiteren mit dem Heizungstausch verbundenen Ausgaben.


Welche Kosten alle von der BEG EM übernommen werden

Diese sogenannten Umfeldmaßnahmen umfassen alle Arbeiten, die dringend erforderlich sind, um das Sanierungsprojekt zu planen und ordnungsgemäß durchzuführen.

Dazu zählen:

  • Installation und Inbetriebnahme (inkl. Einregulierung und Einweisung des Anlagenbetreibers)
  • Bautechnische Voruntersuchungen
  • Erschließung von Wärmequellen für Wärmepumpe
  • Erwerb und Einbau von Wärmespeicher
  • Einrichtung eines Lagers und Heiz- und Technikraums
  • Brennstoffaustragung, -förderung und -zufuhr
  • Mess-, Steuer- und Reglungstechnik (MSR)
  • Anpassung des Abgassystems und Schornsteins
  • Herstellung bzw. Verkleinerung/Vergrößerung/Verschluss von Wand- und Deckendurchbrüchen
  • Verlegung von Anschlussleitungen
  • Anpassung der Wärmeverteilung (z. B. Einbau von Flächenheizungen und Niedertemperaturheizkörpern) und Warmwasserbereitung
  • Wiederherstellungsarbeiten (z. B. Erneuerung von Fliesen nach Heizkörpertausch)
  • Deinstallation und Entsorgung der Altanlage
  • Baunebenkosten

Durch das Einbeziehen dieser Leistungen in die Förderung der Heizung wird sichergestellt, dass deren Einbau fachgerecht vonstattengeht und nicht an den Kosten einzelner Komponenten scheitert.

Maximale und minimale Fördersummen

Insgesamt stehen bei Wohngebäuden (WG) dafür Fördermittel von bis zu 60.000 Euro je Wohneinheit und Kalenderjahr zur Verfügung. Die Mindestinvestitionssumme muss dabei 2.000 Euro betragen; außer bei der Heizungsoptimierung, wo ein Mindestwert von 300 Euro ausreicht. Gemeint sind dabei stets die Bruttokosten Ihres Projekts; sofern Sie nicht vorsteuerabzugsberechtigt sind.

Soll die Heizung in ein Nichtwohngebäude (NWG) eingebaut werden, liegt die Höchstgrenze der förderfähigen Kosten bei 1.000 Euro je Quadratmeter Nettogrundfläche bzw. 15 Millionen Euro je Zuwendungsbescheid.

Förderung von Planungs- und Begleitleistungen

Ausgaben, die Ihnen durch Fachplanung und Baubegleitung entstehen, können Sie sich ebenfalls fördern lassen. Hierfür bekommen Sie eine Rückerstattung von 50 % Ihrer Kosten.

Berechnet werden dürfen dabei nur die Leistungen eines dena-gelisteten Energieeffizienz-Experten oder eines von diesem beauftragten Dritten. Das kann unter anderem ein Akustikingenieur sein, der dafür sorgt, dass es durch eine Luftwärmepumpe nicht zur Lärmbelastung kommt. Die Aufgabe des Energieeffizienz-Experten besteht darin, ein energetisches Gesamtkonzept des Gebäudes zu erstellen und dessen Umsetzung zu überwachen.

Nach Abschluss des Vorhabens erhalten Sie dann von ihm/ihr eine Bestätigung darüber, dass die geforderten technischen Mindestanforderungen eingehalten wurden. Außerdem übernimmt er/sie das Einreichen der Rechnungen. Bei einem reinen Heizungstausch können diese Aufgaben auch von einem Fachunternehmer erledigt werden.

Was nicht gefördert wird

Nicht unter die Heizungsförderung fallen Eigenbauanlagen und Prototypen, von denen bisher weniger als vier Exemplare in Betrieb sind. Auch gebrauchte Anlagen und solche, die aus gebrauchten Teilen zusammengesetzt wurden, erfüllen nicht die Anforderungen der BEG.

Ebenfalls nicht förderfähig sind:

  • Wärmeerzeuger auf Basis des Energieträgers Öl (z. B. Öl-Brennwertkessel, Öl-Öfen, ölbetriebene Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen)
  • Kohleheizungen: Kohle-Kessel, Kohle-Öfen
  • Gaskessel, Gasstrahler, Gas-Warmlufterzeuger jeweils ohne Brennwerttechnik
  • Handbeschickte Biomasse-Einzelöfen (z. B. Scheitholzkamin-Öfen, Kachel-Öfen) sowie luftgeführte Pelletöfen
  • Mobile Mietheizungen
  • Niedertemperaturkessel
  • Übergangsheizungen im Rahmen eines späteren Wärme- oder Gebäudenetzanschlusses
  • Elektro-Direktheizungen, Elektro-Speicherheizungen, Nachtstromspeicherheizungen, Elektro-Heizstrahler, Infrarot-Heizungen, etc.)
  • Gas-KWK ohne Brennwerttechnik

Des Weiteren von einer Förderung ausgeschlossen sind alle Maßnahmen, die keinen unmittelbaren Bezug zur Anlagentechnik haben beziehungsweise nicht zu einer Steigerung von deren Effizienz beitragen. Ebenso wenig werden in Eigenleistung erbrachte Arbeiten als förderfähige Kosten berücksichtigt. Um einen Zuschuss zur Heizung zu erhalten, müssen Sie für den Einbau und alle weiteren Maßnahmen einen Fachbetrieb beauftragen.

Voraussetzung für eine Förderung ist, dass die Heizung von einem darauf spezialisierten Handwerker eingebaut wird. | Foto: © Alexander Raths / Adobe Stock


Förderung für Heizung bei Neubau oder Altbausanierung

Da das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz nicht nur den Heizungsbestand modernisieren, sondern Gebäude insgesamt auf ein besseres energetisches Niveau heben möchte, entwickelte es neben der Einzelmaßnahmen-Förderung noch zwei weitere BEG-Programme. Diese gelten sowohl für Bestandsgebäude als auch Neubauten.

Bei der BEG WG erhalten Sie einen staatlichen Zuschuss für alle Maßnahmen, die ein Wohngebäude zum Effizienzhaus (EH) werden lassen. Die BEG NWG greift derweil, wenn Sie Nichtwohngebäude so bauen bzw. sanieren, dass sie anschließend den Status eines Effizienzgebäudes (EG) haben.

Welche Aspekte bei der BEG-Förderung für Effizienzhäuser eine Rolle spielen

Dieser Status wird über eine Effizienzhausstufe ausgedrückt. Dabei handelt es sich um einen energetischen Standard, der höher ist als bei einem im Gebäudeenergiegesetz (GEG) festgelegten Referenzgebäude. Je niedriger die Zahl einer Effizienzhausstufe, desto besser ist die Immobilie energetisch aufgestellt. So beträgt der Primärenergiebedarf eines Hauses der Stufe 40 nur 40 % dessen, was das Referenzgebäude benötigt. Bei einem EH/EG 85 hingegen sind es 85 %.

Eine ähnliche Staffelung gibt es auch in Bezug auf den Transmissionswärmeverlust – also wie viel Wärme aufgrund fehlender Dämmung über die Gebäudehülle nach außen abgegeben wird. Hier liegt der Wert stets 15 % über dem des Primärenergiebedarfs.

Diese Werte gilt es für Ihre Immobilie einzuhalten, um eine der jeweiligen Effizienzhausstufe entsprechende Förderung zu erhalten. Neben dem Einbau einer effizienten und möglichst umweltfreundlichen Heizung erreichen Sie dies durch

  • die Dämmung von Fassade, Dach, Keller- und Geschossdecke,
  • den Einbau isolierender und luftdichter Fenster und Außentüren sowie von vor Sonneneinstrahlung schützender Markisen und Rollos,
  • den Einbau einer Lüftungsanlage (mit Wärmerückgewinnung),
  • die Montage einer Photovoltaik-Anlage,
  • die Installation einer Solarthermie-Anlage
  • und den Einbau digitaler Systeme, die den Energieverbrauch optimieren oder technische Anlagen smart steuerbar machen (z. B. Smart Heating).

Wie energetische Maßnahmen bei Neubau und Sanierung gefördert werden

Je mehr dieser Maßnahmen in Ihrem Gebäude Anwendung finden, desto niedriger fällt dessen Effizienzhausstufe und desto höher der staatliche Zuschuss aus.

Bei einem Neubau gibt es die Förderung 2022 nur noch für die Effizienzhausstufen 40, 40 EE/NH und 40 Plus:

Denn der Fokus der BEG-Programme liegt vor allem auf der energetischen Sanierung bestehender Gebäude. Daher stehen Ihnen hier auch mehr Effizienzhausstufen mit höheren Fördersätzen zur Verfügung:


Mehr Förderung für mehr Investitionen in den Umweltschutz

So liegt bei Wohngebäuden (WG) die Höchstgrenze der förderfähigen Kosten bei 120.000 Euro je Wohneinheit. Wird beim (Um-)Bau eine EE-Klasse erreicht, erhöht sich der Betrag auf 150.000 Euro. Dafür bedarf es dann der erstmaligen Verwendung von Wärmeerzeugern, die zu mindestens 55 % auf erneuerbare Energien setzen. Entscheiden Sie sich also für eine Wärmepumpe, Pelletheizung, einen EE-Hybriden oder den Anschluss an ein entsprechendes Gebäude- oder Wärmenetz, tun Sie damit nicht nur der Umwelt, sondern auch Ihrem Geldbeutel etwas Gutes.

Für die NH-Klasse, bei der das Gebäude eine Zertifizierung der Nachhaltigkeit erhält, gilt es zusätzlich strenge Vorschriften in Bezug auf Ressourcennutzung während des Baus und der Nutzung einzuhalten. Im Plus-Paket sind neben der größtenteils auf erneuerbaren Energien basierenden Wärmeversorgung noch eine Photovoltaikanlage mit stationärem Batteriespeicher zur Erzeugung und Nutzung von Eigenstrom und eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung enthalten.

Bei Nichtwohngebäuden (NWG) werden maximal 2.000 Euro je Quadratmeter Nettogrundfläche gefördert. Je Zuwendungsbescheid dürfen die förderfähigen Kosten bis zu 30 Millionen betragen. Die Höchstbeträge entsprechen dabei auch jeweils den maximalen Kreditbeträgen, die Sie für Ihr Projekt bei der staatlichen Förderbank KfW bekommen können. Dorthin müssen Sie sich auch wenden, wenn Sie im Rahmen von BEG WG und BEG NWG Zuschüsse beantragen möchten.


Bei KfW und BAFA Förderung der Heizung beantragen

Was die Beantragung der Fördermittel für Heizung und Co. angeht, gibt es ein paar Dinge zu beachten. So muss diese immer vor Umsetzung der Maßnahmen erfolgen. Einzig Planungsleistungen dürfen im Vorfeld durchgeführt werden. Welche der beiden Institutionen, BAFA oder KfW, die Fördergelder auszahlt, hängt vom Programm und dem Auszahlungsmodus ab.

BAFA-Förderung der Heizung über Einzelmaßnahmen-Zuschuss

Der Investitionszuschuss für Einzelmaßnahmen im Rahmen der BEG EM wird vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) vergeben. Den BAFA-Antrag zur Heizung müssen Sie online stellen. Dabei sind die zu erwartenden förderfähigen Kosten anzugeben. Diese runden Sie am besten großzügig auf. Denn der einmal festgelegte Förderbetrag wird auch bei später auftretenden Kostensteigerungen nicht mehr erhöht.

Nach Absenden des Antrags erhalten Sie eine Eingangsbestätigung. Sobald Ihnen diese vorliegt, können Sie mit Ihrem Vorhaben starten: Material kaufen, Leistungsverträge unterzeichnen und Fachunternehmen mit den Arbeiten beginnen lassen. Sie können aber auch die Zustellung des Zuwendungsbescheids abwarten. Ab diesem Zeitpunkt haben Sie 24 Monate, Ihre Heizung zu tauschen (Bewilligungsfrist). Eine Verlängerung um 2 Jahre ist aber in Ausnahmefällen möglich.

Im Anschluss müssen Sie innerhalb von 6 Monaten einen Verwendungsnachweis einreichen. Die dafür notwendigen Unterlagen sind im Zuwendungsbescheid aufgelistet (u. a. Rechnungen und Fachunternehmererklärung). Fällt deren Prüfung positiv aus, erfolgt die Auszahlung der Fördersumme.

KfW-Förderung der Heizung über Kredit oder Effizienzhaus-Zuschuss

Für den Fall, dass Sie nicht über das nötige Kapital für den Einbau einer neuen Heizung verfügen, können Sie vom Staat auch einen zinsgünstigen Kredit bekommen. Die BEG-Förderung fungiert dabei als laufzeitverkürzender Tilgungszuschuss (Teilschuldenerlass). Zu beantragen ist dieser bei der KfW. Das gilt auch für Kredite im Rahmen von BEG WG und BEG NWG.

Dafür müssen Sie sich zunächst einen Finanzierungspartner suchen. Das kann Ihre Hausbank oder auch ein anderes Geldinstitut, eine Versicherung bzw. ein Finanzvermittler sein. Dieser übernimmt dann die Antragsstellung und den Abschluss des Kreditvertrags.

Möchten Sie hingegen nur einen Investitionszuschuss für eines der beiden Effizienzhaus-Programme, so ist auch dafür die KfW zuständig. Die Beantragung ähnelt im Ablauf dem BAFA-Antrag der Heizung. Auch bei der KfW gibt es ein Online-Portal, über das Sie sich mit Ihren Daten registrieren. Einziger Unterschied zum BAFA-Zuschuss ist, dass vorher eine Fachplanung durch einen Energieeffizienz-Experten erfolgen muss. Dieser begleitet dann die Baumaßnahmen und erstellt anschließend die als Nachweis benötigte "Bestätigung nach Durchführung" (BnD).

Wer kann die BEG-Förderung beantragen?

Antragsberechtigt sind folgende Gruppen:

  • Privatpersonen und Wohnungseigentümergesellschaften
  • freiberuflich Tätige
  • Körperschaften und Anstalten des öffentlichen Rechts
  • gemeinnützige Organisationen
  • Unternehmen (auch kommunale und Einzelunternehmer)
  • sonstige juristische Personen des Privatrechts (inkl. Wohnbaugenossenschaften)

Dabei muss es sich nicht zwangsläufig um Eigentümer bzw. Käufer einer Immobilie handeln. Auch Mieter und Pächter sowie beauftragte Contractoren können sich die Förderung für Heizung und andere energetische Maßnahmen sichern.

Nur durch einen Umstieg auf effiziente und grüne Heizungsanlagen lassen sich umweltschädliche Emissionen reduzieren. | Foto: © Grzegorz Polak / Adobe Stock

Die Investition in eine neue Heizungsanlage lohnt sich somit für jeden – und zwar nicht nur wegen der staatlichen Unterstützung. Mit der modernen Technik ist auch eine Effizienzsteigerung verbunden, die Ihre Heizkosten sinken lässt. Und dann ist da natürlich der Umweltaspekt. Bei der Wärmeversorgung auf erneuerbare Energien zu setzen, verringert den Ausstoß von CO2 und trägt so zu einer Entlastung des Klimas bei. Lassen Sie sich also von einem Energie-Experten oder Fachbetrieb beraten, mit welcher Heizung Sie am effektivsten Ihr Haus, nicht aber den Planeten wärmen.


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