Für eine neue Heizung Förderung vom Staat erhalten – BEG 2022

29. Juli 2022
Den energetischen Zustand von Gebäuden zu optimieren spart Energie und senkt klimaschädliche Emissionen. Als Investitionsanreiz für entsprechende Maßnahmen entwickelte das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWi) daher die BEG mit Zuschüssen von bis zu 55 Prozent. Der Zuspruch übertraf sehr schnell die Erwartungen und das dafür bereitgestellte Budget. Damit künftig die Mittel ausreichen, um möglichst vielen Hausbesitzern für Maßnahmen wie Dämmung oder eine emissionsarme Heizung Förderung zur Verfügung zu stellen, wurden die Bedingungen 2022 noch einmal angepasst.
Ariane Müller
Dieser Artikel wurde von
Ariane Müller für www.Heizungsfinder.de verfasst.
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HeizungenHeizungsförderung

Inhalt


Förderung der Heizung 2022 im Überblick

  • Der Staat bezuschusst Heizungsanlagen auf Basis erneuerbarer Energien mit 10–25 %.
  • Für besonders effiziente Wärmepumpen gibt es zusätzlich 5 %.
  • Mit dem Heizungs-Tausch-Bonus von 10 % wird das Ersetzen alter Öl-, Kohle-, Nachtspeicher- und Gasheizungen prämiert.
  • Der Förderantrag muss gestellt werden, bevor Sie die Heizung kaufen oder das ausführende Unternehmen beauftragen.
  • Bei einer Einzelmaßnahme übernimmt das BAFA die Förderung der Heizung.
  • Von der KfW bekommen Sie beim Erreichen einer Effizienzhausstufe einen Kredit mit Tilgungszuschuss.

Die BEG als Grundlage der Förderung von Heizungen

2021 trat eine Überarbeitung des staatlichen Förderangebots im Gebäudebereich in Kraft. Anstelle der bisherigen Programme EBS, MAP, APEE und HZO gibt es seit dem 01.01.2021 nur noch die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG). Sie gliedert sich in die drei Teilprogramme BEG EM, BEG WG und BEG NWG.

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) und ihre TeilprogrammeDie BEG fördert sowohl Einzelmaßnahmen wie den Heizungstausch als auch Maßnahmenpakete zur Entstehung energieeffizienter Gebäude. | Grafik: © solaranlagen-portal.com

Geht es Ihnen lediglich um eine Förderung für den Erwerb und Einbau einer neuen Heizung, so gilt dies als Einzelmaßnahme und fällt in die BEG EM. Für diesen staatlichen Zuschuss müssen Sie beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) einen Antrag stellen. Voraussetzung dabei ist, dass es sich bei Ihrem Haus um ein Bestandsgebäude handelt, das mindestens 5 Jahre alt ist.

Grüne Energie bringt gute Förderung für Heizung

Wie viel Förderung Sie für Ihre Heizung erhalten, hängt davon ab, für welchen Typ Sie sich entscheiden. Da ein Ziel energetischer Sanierungen darin besteht, den Anteil fossiler Energieträger bei der Wärmeerzeugung und damit CO2-Emissionen zu senken, werden ab dem 15. August 2022 über die BEG EM nur noch Heizsysteme auf Basis erneuerbarer Energien gefördert.

Keine Förderung für Gasheizungen mehr

Mit den am 15.08.2022 in Kraft tretenden Änderungen der BEG fällt die Förderung für alle gasbetriebenen Heizungstypen weg. So wurde in der ursprünglichen Fassung noch die Anschaffung einer Gashybridheizung mit 30 % bezuschusst. Auch für Gasheizungen, die Renewable Ready sind und innerhalb von zwei Jahren um eine Wärmepumpe, Biomasseheizung oder Solarthermie-Anlage erweitert wurden, gab es einen Zuschuss – und zwar in Höhe von 20 %. Angesichts der aktuellen Gaskrise wird nun jedoch ein Verzicht auf den fossilen Energieträger angestrebt.

Wärmepumpen

Bei den größtenteils mit Umweltenergie betriebenen Wärmepumpen liegt der Fördersatz dann bei 25 %, und somit 10 Prozentpunkte niedriger als bisher. Allerdings gibt es künftig zusätzlich einen Wärmepumpen-Bonus von 5 %. Dieser soll als Anreiz dienen, sich für ein möglichst effizientes Modell zu entscheiden. So ist eine Luft-Wärmepumpe zwar wegen der unkomplizierten Aufstellung am billigsten, hat jedoch auch die geringste Jahresarbeitszahl.

Sole-Wasser-Wärmepumpen und Wasser-Wasser-Wärmepumpen erzielen dagegen aufgrund der im Erdreich und im Grundwasser herrschenden höheren Temperaturen einen höheren Wirkungsgrad. Um zu den unterirdisch gelegenen Wärmequellen vorzudringen, sind jedoch kostspielige Erdbohrungen erforderlich.

Biomasseheizungen

Da aber in vielen unsanierten Altbauten aufgrund fehlender Dämmung und alter Heizkörper selbst die effizientesten Wärmepumpen nicht die hohen Vorlauftemperaturen erreichen, erstreckt sich die Förderung auch auf Heizungssysteme, die feste Biomasse verbrennen. So ist Holz ein nachwachsender Rohstoff, der die beste CO2-Bilanz hat, da bei seiner Verbrennung nur die Menge an dem Treibhausgas frei wird, die der Baum zuvor aufgenommen hatte.

Was die Umweltbilanz der Biomasseheizungen hingegen belastet, ist die Tatsache, dass bei der Verwendung von Hackschnitzeln und Scheitholz eine große Menge an Feinstaub entsteht. Möglicherweise liegt hierin der Grund, warum der Zuschuss für die Wärmeerzeuger von zunächst 35 % auf nun nur noch 10 % gesenkt wurde.

Dies betrifft auch die Pelletheizung, bei der die Holzverbrennung jedoch viel effizienter und emissionsärmer abläuft. Für Modelle, deren Feinstaubausstoß aufgrund eines Partikelabscheiders maximal 2,5 mg je Kubikmeter beträgt, gab es im Rahmen der ursprünglichen BEG sogar zusätzlich einen Innovationsbonus von 5 %. Dieser wurde allerdings im Rahmen der Überarbeitung gestrichen.

Solarthermie

Ein unumstritten umweltfreundlicher Energieträger ist die Sonne. Daher bekommen Sie auch die Anschaffung einer Solarthermie-Anlage gefördert. Ursprünglich betrug deren Fördersatz 30 % und lag damit leicht unter den anderen regenerativen Heizsystemen. Denn als alleiniger Wärmeerzeuger kann eine Solarthermie-Anlage nicht dienen. Wird sie aber zur Brauchwasser-Erwärmung und als Heizungsunterstützung eingesetzt, wird dadurch fossile Energie einspart. Somit liegt künftig auch für Solarthermie der Zuschuss bei 25 %.

EE-Hybride

Solarthermie kann aber nicht nur mit Gas- oder Ölheizungen kombiniert werden, sondern auch mit anderen regenerativen Wärmeerzeugern. Für solche EE-Hybridheizungen gab es bisher 35 %. In Zukunft wird danach unterschieden, ob es sich bei einem der Wärmeerzeuger um eine Biomasseheizung handelt oder nicht. Ohne eine solche erhalten Sie dann für EE-Hybride 25 %. Ist hingegen z. B. ein Pelletofen Bestandteil der Hybridheizung, liegt der Fördersatz dann bei 20 %.

Brennstoffzellen

werden ebenfalls vom Staat gefördert, allerdings nicht im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude. Der Zuschuss von bis zu 34.300 Euro je Brennstoffzelle (auch für Neubauten) wird über das KfW-Programm 433 vergeben.

Vernetzte Wärmeversorgung

Die Heizungsförderung erhalten Sie des Weiteren auch dann, wenn Ihre neue Anlage mehr als ein Gebäude mit Wärme versorgen soll. So bringt Ihnen ein solches Gebäudenetz für bis zu 16 Gebäude bzw. 100 Wohneinheiten bei dessen Errichtung, Erweiterung oder Umbau ebenfalls einen Zuschuss von 25 % ein. Zuvor hing die Höhe des Fördersatzes vom Anteil der erneuerbaren Energie im Heizsystem (mind. 25 % oder mind. 55 %) ab und lag bei 30–35 %.

Sie müssen auch nicht unbedingt selbst eine neue Heizung einbauen, um von der Förderung zu profitieren. Schon der Anschluss Ihres Gebäudes an ein bereits bestehendes Gebäudenetz oder ein Wärmenetz (dient der Versorgung der Allgemeinheit mit leitungsgebundener Wärme) ist förderfähig. Auch hier liegt der Fördersatz nun bei 25 %, statt wie bisher bei 30 bzw. 35 %.

Tausch alter fossiler gegen neue regenerative Heizung bringt höhere Förderung

Noch höher fällt die Förderung aus, wenn Sie durch Ihre neue Form der Wärmeversorgung (Ausnahmen: reine Solarthermie-Anlagen sowie die Errichtung von Gebäudenetzen) ein fossiles Heizsystem ersetzen. Um einen Anreiz zur Abschaffung der besonders klimaschädlichen Wärmeerzeuger zu schaffen, beinhaltet die BEG EM nämlich auch einen Heizungs-Tausch-Bonus in Höhe von 10 %.

Gab es bisher nur eine Austauschprämie für Ölheizungen, gilt dieser nun auch für funktionstüchtige Kohle- und Nachtspeicherheizungen sowie für Gasheizungen, die zum Zeitpunkt der Antragsstellung seit mindestens 20 Jahren in Betrieb sind. Bei Gasetagenheizungen hingegen spielt die Betriebsdauer keine Rolle. Weitere Bedingung für den Bonus ist, dass künftig keine fossilen Brennstoffen bei der Beheizung Ihres Hauses zum Einsatz kommen.

Förderung auch bei Austauschpflicht

Die Austauschpflicht für alte Gas- und Ölheizungen nach §72 GEG ist kein Ausschlusskriterium für eine Förderung mehr. Während frühere Programme den vorgeschriebenen Austausch von über 30 Jahre alten Konstanttemperaturkessel nicht bezuschussten, sind es gerade diese alten und ineffizienten Wärmeerzeuger, die mittels der BEG ersetzt werden sollen.

Was im Zuge der BEG-Überarbeitung dagegen gestrichen wurde, ist der 5 %-ige Bonus, der Ihnen zuteilwurde, wenn Sie den Heizungstausch im Rahmen eines individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP) durchgeführt haben. Einzig bei einer Heizungsoptimierung erhalten Sie auch zukünftig noch den iSFP-Bonus.

Auch für energetische Optimierung bestehender Heizung gibt es Förderung

So gibt es bei einer Sanierung neben der Förderung für eine neue Heizung auch eine für eine Heizungsoptimierung. Deren Höhe betrug vorher 20 % und liegt nun bei 15 %. Dafür muss die Anlage länger als zwei Jahre in Betrieb sein und die Maßnahme zur Steigerung von deren Energieeffizienz beitragen. Dabei kann es sich um eine Dämmung der Rohrleitungen, einen Austausch der Heizkörper oder den Einbau eines Pufferspeichers handeln. Um die Förderung zu erhalten, muss außerdem ein hydraulischer Abgleich durchgeführt werden.

Wie die Förderung je Heizung 2022 ausfällt

Wie Ihre neue Heizung durch Förderung billiger wird

Wie hoch der Zuschuss zu Heizung und Co. in Ihrem Fall ausfällt, hängt also nicht nur von der Wahl des neuen Systems, sondern auch von Ihrer derzeitigen Anlage sowie weiteren Faktoren ab.

So kann Ihnen der Tausch eines alten Gaskessels gegen eine Erdwärmepumpe mit Tiefensonden einen Zuschuss von rund 8.800 Euro einbringen.

Kosten Erdwärmepumpe

11.500 €

+ Kosten Installation

+ 2.500 €

+ Kosten Erschließung (inkl. Tiefenbohrung)

+ 8.000 €

- Regelfördersatz (25 %)

- 5.500 €

- Wärmepumpenbonus (5 %)

- 1.100 €

- Heizungs-Tausch-Bonus (10 %)

- 2.200 €

Kosten nach Förderung

13.200 €

Besitzen Sie indes eine in die Jahre gekommene Ölheizung, sparen Sie mit einer Pelletheizung dank der Förderung 40 % der Kosten.

Kosten Pelletheizung (inkl. Lager und Pufferspeicher)

17.000 €

+ Kosten Installation

+ 3.000 €

- Regelförderung (10 %)

- 2.000 €

- Heizungs-Tausch-Bonus (10 %)

- 2.000 €

Kosten nach Förderung

16.000 €

Diese Beispiele illustrieren jetzt nur die Ersparnisse in Bezug auf die neue Heizung und deren Einbau. Die Heizungsförderung durch die BEG erstreckt sich aber neben dem Kaufpreis für die Anlage und den Kosten für deren Installation auch auf alle weiteren mit dem Heizungstausch verbundenen Ausgaben.

Welche Kosten beim Heizungstausch von der BEG EM übernommen werden

Diese sogenannten Umfeldmaßnahmen umfassen alle Arbeiten, die dringend erforderlich sind, um das Sanierungsprojekt zu planen und ordnungsgemäß durchzuführen.

Dazu zählen:

  • Installation und Inbetriebnahme (inkl. Einregulierung und Einweisung des Anlagenbetreibers)
  • Bautechnische Voruntersuchungen
  • Erschließung von Wärmequellen für Wärmepumpe
  • Erwerb und Einbau von Wärmespeicher
  • Einrichtung eines Lagers und Heiz- und Technikraums
  • Brennstoffaustragung, -förderung und -zufuhr
  • Mess-, Steuer- und Reglungstechnik (MSR)
  • Anpassung des Abgassystems und Schornsteins
  • Herstellung bzw. Verkleinerung/Vergrößerung/Verschluss von Wand- und Deckendurchbrüchen
  • Verlegung von Anschlussleitungen
  • Anpassung der Wärmeverteilung (z. B. Einbau von Flächenheizungen und Niedertemperaturheizkörpern) und Warmwasserbereitung
  • Wiederherstellungsarbeiten (z. B. Erneuerung von Fliesen nach Heizkörpertausch)
  • Deinstallation und Entsorgung der Altanlage
  • Baunebenkosten

Durch das Einbeziehen dieser Leistungen in die Förderung der Heizung wird sichergestellt, dass deren Einbau fachgerecht vonstattengeht und nicht an den Kosten einzelner Komponenten scheitert.

Maximale und minimale Fördersummen

Insgesamt stehen bei Wohngebäuden (WG) dafür Fördermittel von bis zu 60.000 Euro je Wohneinheit und Kalenderjahr zur Verfügung. Die Mindestinvestitionssumme muss dabei 2.000 Euro betragen; außer bei der Heizungsoptimierung, wo ein Mindestwert von 300 Euro ausreicht. Gemeint sind dabei stets die Bruttokosten Ihres Projekts; sofern Sie nicht vorsteuerabzugsberechtigt sind.

Soll die Heizung in ein Nichtwohngebäude (NWG) eingebaut werden, liegt die Höchstgrenze der förderfähigen Kosten bei 1.000 Euro je Quadratmeter Nettogrundfläche bzw. 5 Millionen Euro je Zuwendungsbescheid.

Förderung von Planungs- und Begleitleistungen

Ausgaben, die Ihnen durch Fachplanung und Baubegleitung entstehen, können Sie sich ebenfalls fördern lassen. Hierfür bekommen Sie eine Rückerstattung von 50 % Ihrer Kosten.

Berechnet werden dürfen dabei nur die Leistungen eines dena-gelisteten Energieeffizienz-Experten oder eines von diesem beauftragten Dritten. Das kann unter anderem ein Akustikingenieur sein, der dafür sorgt, dass es durch eine Luftwärmepumpe nicht zur Lärmbelastung kommt. Die Aufgabe des Energieeffizienz-Experten besteht darin, ein energetisches Gesamtkonzept des Gebäudes zu erstellen und dessen Umsetzung zu überwachen.

Nach Abschluss des Vorhabens erhalten Sie dann von ihm/ihr eine Bestätigung darüber, dass die geforderten technischen Mindestanforderungen eingehalten wurden. Außerdem übernimmt er/sie das Einreichen der Rechnungen. Bei einem reinen Heizungstausch können diese Aufgaben auch von einem Fachunternehmer erledigt werden.

Was nicht gefördert wird

Nicht unter die Heizungsförderung fallen Eigenbauanlagen und Prototypen, von denen bisher weniger als vier Exemplare in Betrieb sind. Auch gebrauchte Anlagen und solche, die aus gebrauchten Teilen zusammengesetzt wurden, erfüllen nicht die Anforderungen der BEG.

Ebenfalls nicht förderfähig sind:

  • Wärmeerzeuger auf Basis des Energieträgers Öl (z. B. Öl-Brennwertkessel, Öl-Öfen, ölbetriebene Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen)
  • Kohleheizungen: Kohle-Kessel, Kohle-Öfen
  • gasbetriebene Anlagen (Gas-Brennwertkessel, Gas-Hybridheizungen, Renewable Ready-Anlagen)
  • handbeschickte Biomasse-Einzelöfen (z. B. Scheitholzkamin-Öfen, Kachel-Öfen) sowie luftgeführte Pelletöfen
  • mobile Mietheizungen
  • Niedertemperaturkessel
  • Übergangsheizungen im Rahmen eines späteren Wärme- oder Gebäudenetzanschlusses
  • Elektro-Direktheizungen, Elektro-Speicherheizungen, Nachtstromspeicherheizungen, Elektro-Heizstrahler, Infrarot-Heizungen, etc.)

Des Weiteren von einer Förderung ausgeschlossen sind alle Maßnahmen, die keinen unmittelbaren Bezug zur Anlagentechnik haben beziehungsweise nicht zu einer Steigerung von deren Effizienz beitragen. Ebenso wenig werden in Eigenleistung erbrachte Arbeiten als förderfähige Kosten berücksichtigt. Um einen Zuschuss zur Heizung zu erhalten, müssen Sie für den Einbau und alle weiteren Maßnahmen einen Fachbetrieb beauftragen.

Förderung von Heizung nur bei Einbau durch FachbetriebVoraussetzung für eine Förderung ist, dass die Heizung von einem darauf spezialisierten Handwerker eingebaut wird. | Foto: © Alexander Raths / Adobe Stock

Förderung für Heizung bei Neubau oder Altbausanierung

Da das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz nicht nur den Heizungsbestand modernisieren, sondern Gebäude insgesamt auf ein besseres energetisches Niveau heben möchte, entwickelte es neben der Einzelmaßnahmen-Förderung noch zwei weitere BEG-Programme. Diese gelten sowohl für Bestandsgebäude als auch Neubauten.

Bei der BEG WG erhalten Sie einen staatlichen Zuschuss für alle Maßnahmen, die ein Wohngebäude zum Effizienzhaus (EH) werden lassen. Die BEG NWG greift derweil, wenn Sie Nichtwohngebäude so bauen bzw. sanieren, dass sie anschließend den Status eines Effizienzgebäudes (EG) haben.

Welche Aspekte bei der BEG-Förderung für Effizienzhäuser eine Rolle spielen

Dieser Status wird über eine Effizienzhausstufe ausgedrückt. Dabei handelt es sich um einen energetischen Standard, der höher ist als bei einem im Gebäudeenergiegesetz (GEG) festgelegten Referenzgebäude. Je niedriger die Zahl einer Effizienzhausstufe, desto besser ist die Immobilie energetisch aufgestellt. So beträgt der Primärenergiebedarf eines Hauses der Stufe 40 nur 40 % dessen, was das Referenzgebäude benötigt. Bei einem EH/EG 85 hingegen sind es 85 %.

Eine ähnliche Staffelung gibt es auch in Bezug auf den Transmissionswärmeverlust – also wie viel Wärme aufgrund fehlender Dämmung über die Gebäudehülle nach außen abgegeben wird. Hier liegt der Wert stets 15 % über dem des Primärenergiebedarfs.

Diese Werte gilt es für Ihre Immobilie einzuhalten, um eine der jeweiligen Effizienzhausstufe entsprechende Förderung zu erhalten. Neben dem Einbau einer effizienten und möglichst umweltfreundlichen Heizung erreichen Sie dies durch

  • die Dämmung von Fassade, Dach, Keller- und Geschossdecke,
  • den Einbau isolierender und luftdichter Fenster und Außentüren sowie von vor Sonneneinstrahlung schützender Markisen und Rollos,
  • den Einbau einer Lüftungsanlage (mit Wärmerückgewinnung),
  • die Montage einer Photovoltaik-Anlage,
  • die Installation einer Solarthermie-Anlage
  • und den Einbau digitaler Systeme, die den Energieverbrauch optimieren oder technische Anlagen smart steuerbar machen (z. B. Smart Heating).

Wie energetische Maßnahmen bei Neubau und Sanierung gefördert werden

Je mehr dieser Maßnahmen in Ihrem Gebäude Anwendung finden, desto niedriger fällt dessen Effizienzhausstufe und desto höher der staatliche Zuschuss aus.

Während anfangs bei Neubauten mehrere Effizienzhausstufen gefördert wurden, wird inzwischen nur noch für EH/EG 40 NH eine Förderung bereitgestellt. Die NH-Klasse bedeutet, dass das Gebäude eine Zertifizierung der Nachhaltigkeit erhält, da während Bau und Nutzung zusätzlich strenge Vorschriften in Bezug auf Ressourcennutzung einzuhalten sind. Außerdem fand auch hier eine Absenkung des Fördersatzes statt. Bekamen Sie vor dem 28. Juli 2022 für einen solchen Neubau noch 22,5 %, sind es nun lediglich 5 %. Für kommunale Antragssteller liegt er mit 12,5 % etwas höher.

So soll der Fokus der BEG-Programme künftig noch stärker auf der energetischen Sanierung bestehender Gebäude liegen. Daher stehen Ihnen hier auch mehr Effizienzhausstufen mit höheren Fördersätzen zur Verfügung. Allerdings wurden auch hier Anpassungen vorgenommen. Neben einer teils erheblichen Senkung der Fördersätze wurde die Effizienzstufe 100 ganz gestrichen.

Gleiches gilt für den 5 %-igen iSFP-Bonus. Dafür wird am 22. September 2022 ein anderer Bonus in gleicher Höhe eingeführt: Worst Performing Building. Diese erhalten Gebäude, die von ihrem energetischen Standard her zu den 25 % schlechtesten des deutschen Bestands gehören, und mittels einer Sanierung auf die Effizienzhausstufen EG/EH 40 oder EG/EH 55 gebracht werden.

BEG-Förderung von Heizung und anderen Maßnahmen im Altbau

Mehr Förderung bei mehr Investitionen in den Umweltschutz

So liegt bei Wohngebäuden (WG) die Höchstgrenze der förderfähigen Kosten bei 120.000 Euro je Wohneinheit. Zum Erreichen der EE-Klasse bedarf es der erstmaligen Verwendung von Wärmeerzeugern, die zu mindestens 55 % auf erneuerbare Energien setzen. Entscheiden Sie sich also für eine Wärmepumpe, Biomasseheizung, einen EE-Hybriden oder den Anschluss an ein entsprechendes Gebäude- oder Wärmenetz, tun Sie damit nicht nur der Umwelt, sondern auch Ihrem Geldbeutel etwas Gutes.

Bei Nichtwohngebäuden (NWG) werden maximal 2.000 Euro je Quadratmeter Nettogrundfläche gefördert. Je Zuwendungsbescheid dürfen die förderfähigen Kosten bis zu 10 Millionen betragen. Die Höchstbeträge entsprechen dabei auch jeweils den maximalen Kreditbeträgen, die Sie für Ihr Projekt bei der staatlichen Förderbank KfW bekommen können. Dorthin müssen Sie sich auch wenden, wenn Sie im Rahmen von BEG WG und BEG NWG Zuschüsse beantragen möchten.

Bei KfW und BAFA Förderung der Heizung beantragen

Was die Beantragung der Fördermittel für Heizung und Co. angeht, gibt es ein paar Dinge zu beachten. So muss diese immer vor Umsetzung der Maßnahmen erfolgen. Einzig Planungsleistungen dürfen im Vorfeld durchgeführt werden. Welche der beiden Institutionen, BAFA oder KfW, die Fördergelder auszahlt, hängt vom Programm und dem Auszahlungsmodus ab.

BAFA-Förderung der Heizung über Einzelmaßnahmen-Zuschuss

Der Investitionszuschuss für Einzelmaßnahmen im Rahmen der BEG EM wird vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) vergeben. Den BAFA-Antrag zur Heizung müssen Sie online stellen. Dabei sind die zu erwartenden förderfähigen Kosten anzugeben. Diese runden Sie am besten großzügig auf. Denn der einmal festgelegte Förderbetrag wird auch bei später auftretenden Kostensteigerungen nicht mehr erhöht.

Nach Absenden des Antrags erhalten Sie eine Eingangsbestätigung. Sobald Ihnen diese vorliegt, können Sie mit Ihrem Vorhaben starten: Material kaufen, Leistungsverträge unterzeichnen und Fachunternehmen mit den Arbeiten beginnen lassen. Sie können aber auch die Zustellung des Zuwendungsbescheids abwarten. Ab diesem Zeitpunkt haben Sie 24 Monate, Ihre Heizung zu tauschen (Bewilligungsfrist). Eine Verlängerung um 2 Jahre ist aber in Ausnahmefällen möglich.

Im Anschluss müssen Sie innerhalb von 6 Monaten einen Verwendungsnachweis einreichen. Die dafür notwendigen Unterlagen sind im Zuwendungsbescheid aufgelistet (u. a. Rechnungen und Fachunternehmererklärung). Fällt deren Prüfung positiv aus, erfolgt die Auszahlung der Fördersumme.

KfW-Förderung der Heizung im Rahmen von BEG WG und NWG

Planen Sie nicht nur den Einbau einer neuen Heizung, sondern wollen durch ein ganzes Maßnahmenpaket ein energetisch effizientes Gebäude schaffen, erhalten Sie künftig die Förderung nur noch im Rahmen eines Kredits mit Tilgungszuschuss. Beantragen müssen Sie diesen bei der Kreditbank für den Wiederaufbau (KfW). Die Fördersumme fungiert dann als laufzeitverkürzender Teilschuldenerlass.

Für die Beantragung brauchen Sie in diesem Fall zunächst einmal einen Finanzierungspartner. Das kann Ihre Hausbank oder auch ein anderes Geldinstitut, eine Versicherung bzw. ein Finanzvermittler sein. Dieser übernimmt dann die Antragsstellung und den Abschluss des Kreditvertrags. Weitere Voraussetzung für den Tilgungszuschuss ist, dass vorher eine Fachplanung durch einen Energieeffizienz-Experten erfolgt. Dieser begleitet dann die Baumaßnahmen und erstellt anschließend die als Nachweis benötigte "Bestätigung nach Durchführung" (BnD).

Änderungen der Heizungsförderung bei BAFA und KfW seit dem 28.07.2022

Die KfW hat die Kreditvergabe für Einzelmaßnahmen (BEG EM) aufgrund geringer Inanspruchnahme eingestellt.

Bei der BAFA sind künftig keine Investitionszuschüsse mehr für die Effizienzhaus-Programme BEG WG und BEG NWG zu erhalten (Ausnahme: kommunale Antragssteller).

Wer kann die BEG-Förderung beantragen?

Antragsberechtigt sind folgende Gruppen:

  • Privatpersonen und Wohnungseigentümergesellschaften
  • freiberuflich Tätige
  • Körperschaften und Anstalten des öffentlichen Rechts
  • gemeinnützige Organisationen
  • Unternehmen (auch kommunale und Einzelunternehmer)
  • sonstige juristische Personen des Privatrechts (inkl. Wohnbaugenossenschaften)

Dabei muss es sich nicht zwangsläufig um Eigentümer bzw. Käufer einer Immobilie handeln. Auch Mieter und Pächter sowie beauftragte Contractoren können sich die Förderung für Heizung und andere energetische Maßnahmen sichern.

Über BEG erfolgt Förderung von Heizungen, die eine CO2-Reduktion bewirkenNur durch einen Umstieg auf effiziente und grüne Heizungsanlagen lassen sich umweltschädliche Emissionen reduzieren. | Foto: © Grzegorz Polak / Adobe Stock

Die Investition in eine neue Heizungsanlage lohnt sich somit für jeden – und zwar nicht nur wegen der staatlichen Unterstützung. Mit der modernen Technik ist auch eine Effizienzsteigerung verbunden, die Ihre Heizkosten sinken lässt. Und dann ist da natürlich der Umweltaspekt. Bei der Wärmeversorgung auf erneuerbare Energien zu setzen, verringert den Ausstoß von CO2 und trägt so zu einer Entlastung des Klimas bei. Lassen Sie sich also von einem Energie-Experten oder Fachbetrieb beraten, mit welcher Heizung Sie am effektivsten Ihr Haus, nicht aber den Planeten wärmen.

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