Heizkosten sparen: 22 Tipps zum Heizkosten senken

30. November 2022
Egal, ob Eigenheimbesitzer oder Bewohner einer Mietwohnung – stetig steigende Energiekosten verleiten zu Sparmaßnahmen. Durch Tipps und Tricks sparen Sie nicht nur Geld, sondern schonen gleichzeitig die Umwelt durch ein bewussteres Heizverhalten. Im folgenden Artikel erfahren Sie, wie Sie durch kleine Änderungen im Alltag Heizkosten sparen und inwieweit eine Optimierung Ihres bestehenden Heizsystems ratsam ist.
Georgina Motzke
Dieser Artikel wurde von
Georgina Motzke für www.Heizungsfinder.de verfasst.
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HeizungenHeizkostenHeizkosten sparen

Heiztipps: sparen leicht gemacht

Inhalt:

Heizkörpereinstellung am Thermostat zum Heizkosten sparen.Bereits kleine Veränderungen Ihres Heizverhaltens und effektive Tipps und Tricks helfen beim Senken der Heizkosten. | Foto © Yvonne Weis, Adobe Stock

Auf einen Blick: 22 Tipps & Tricks zum Sparen der Heizkosten

In den Wintermonaten Dezember bis Februar verbrauchen Sie einen großen Anteil des jährlichen Heizbedarfs Ihres Haushalts. Das Sparpotenzial ist in dieser Zeit hoch. Steigende Energiepreise und Klimakrise erfordern ein Umdenken, sodass bereits kleine Veränderungen in Ihrem Heizverhalten dafür sorgen, dass Sie effektiv Heizkosten sparen. Zudem schonen Sie die Umwelt durch einen bewussteren Umgang mit den vorhandenen Ressourcen.

Nach einer Umfrage zu den jährlichen Heiz- und Warmwasserkosten bei Mietern und Eigenheimbesitzern vom Ariadne-Report (Link auf externe PDF) „So wird geheizt: Ergebnisse des Wärme- und Wohnen-Panels 2021“ (Stand: April 2022) belaufen sich die durchschnittlichen Heiz- und Warmwasserkosten abhängig von der bewohnten Gebäudeart auf etwa elf bis 20 Euro pro Quadratmeter im Jahr. Dabei zahlen Mieter im Durchschnitt deutlich mehr als Eigentümer einer Immobilie:

Abbildung der jährlichen Heiz- und Warmwasserkosten pro Quadratmeter als Übersicht zum Heizkosten sparen.Abbildung © Kopernikus-Projekt Ariadne, So wird geheizt: Ergebnisse des Wärme- und Wohnen-Panels 2021, April 2022

Abhängig davon, welche Heizmethode Sie nutzen und von welchem Anbieter Sie die Ressourcen beziehen, variieren die Heizkosten für einen durchschnittlichen Haushalt. Egal, ob Sie Gas, Öl, Fernwärme, Wärmepumpe oder Pellets nutzen, Einsparpotenzial ist in den meisten Fällen vorhanden – sowohl beim Eigenheim als auch bei Mietwohnungen.

Wie senke ich Heizkosten? Die Temperatur entscheidet!

#1 Die richtige Raumtemperatur finden

Eine angemessene Temperatur ist wichtig. Räume sollten nicht zu warm, aber gleichwohl nicht zu kalt sein. Schon ein Grad weniger kann bis zu sechs Prozent an Heizkosten sparen. Abhängig davon, wofür Sie die jeweiligen Zimmer Ihres Hauses oder Ihrer Wohnung nutzen, variieren die empfohlenen Gradzahlen:

Wohnbereich

ca. 20 - 22 °C

Küche

ca. 18 °C

Schlafzimmer

ca. 17 °C

Badezimmer

ca. 23 °C

Flur

ca. 16 °C

Bei diesen Temperaturen handelt es sich um Richtwerte. Bedenken Sie: Jede Wohlfühltemperatur ist von Person zu Person unterschiedlich. Die optimale Raumtemperatur fällt daher im Individualfall anders aus. Sitzen Sie viel und arbeiten am Schreibtisch, fällt die geeignete Temperatur in diesem Raum durchaus ein Grad wärmer aus. Stehen Sie oder bewegen sich, frieren Sie nicht so schnell und können die Temperatur herabsenken. Durch den Verzicht auf ein paar Grad sparen Sie einige Prozent Ihrer Heizkosten ein.

Um die richtige Temperatur einzustellen, ist es wichtig zu wissen, was die Zahlen auf Ihrem Thermostat bedeuten:

Stufe 1

ca. 12 °C

Stufe 2

ca. 16 °C

Stufe 3

ca. 20 °C

Stufe 4

ca. 24 °C

Stufe 5

ca. 28 °C

Die Markierungen zwischen den einzelnen Stufen stehen für ein Grad. Beginnend bei circa zwölf Grad Celsius Raumtemperatur auf Stufe 1 bewegen Sie sich auf Stufe 5 bei etwa 28 Grad.

Wichtig: Durch Drehen des Heizkörperthermostats auf die höchste Stufe wird der Raum nicht schneller warm! Es steigert lediglich Ihren Verbrauch.

Jedes Wärme- und Kälteempfinden ist anders. Um die konkrete Temperatur im jeweiligen Raum zu ermitteln und sich nicht auf Schätzungen zu verlassen, nutzen Sie ein Thermometer. Das hilft Ihnen dabei, die optimale Raumtemperatur zu erhalten.

#2 Smarte Helfer nutzen

Um die Temperatur nicht jedes Mal von Hand zu regeln, lohnen sich intelligente Heizkörperthermostate. Diese verfügen je nach Modell und Hersteller über festlegbare Heizprofile. Diese sorgen an bestimmten Uhrzeiten oder an vorher festgelegten Tagen automatisch für Ihre Wohlfühltemperatur.

Mittels App nehmen Sie Ihre Temperatureinstellungen vor. In Kombination mit Tür-Fenster-Kontakten erkennt Ihr Thermostat, wann Sie ein Fenster oder eine Tür öffnen, und regelt die Temperatur herunter oder hoch. Dadurch geht keine unnötige Wärmeenergie durch das offene Fenster verloren und sie sparen Heizkosten.

Smartes Heizkörperthermostat zum Heizkosten sparen.Die Verwendung eines smarten Heizkörperthermostats kann helfen, Heizkosten zu sparen. | Foto © mpix-foto, Adobe Stock

#3 Temperaturen in der Nacht & bei Abwesenheit herabsenken

Regeln Sie eine Stunde bevor Sie zu Bett gehen die Temperaturen herunter. Die Heizkörper strahlen noch Wärme ab, sodass es im Raum nicht sofort kalt wird. Das spart Energie und senkt die Heizkosten zusätzlich.

Verlassen Sie tagsüber das Haus oder Ihre Wohnung, ist es ratsam, die Temperaturen ebenfalls herunterzuregeln. Die Heizung im Dauerbetrieb zu betreiben, wenn niemand zu Hause ist, kostet unnötige Energie. Wichtig dabei: Gar nicht heizen ist auch keine Lösung! Achten Sie darauf, dass die Temperaturen nicht dauerhaft unter 15 Grad Celsius fallen. Dies begünstigt die Bildung von Schimmel!

#4 Verzichten Sie auf Heizlüfter

Um Kosten zu sparen, verzichten Sie auf die Nutzung von elektrischen Heizstrahlern und Heizlüftern. Diese verringern zwar Ihre benötigte Heizenergie, lassen jedoch die Stromkosten stark ansteigen. Dadurch geben Sie oftmals mehr Geld für den Strom aus, als Sie bei der Heizung sparen.

Heizlüfter: Besser drauf verzichten zum Heizkosten sparen.Durch Heizlüfter, Heizstrahler oder externe Heizkörper, die mit Strom betrieben werden, sparen Sie meist kein Geld, da die Stromkosten die alternativen Heizkosten je nach Anbieter weit übersteigen. | Foto © New Africa, Adobe Stock

#5 Warme Kleidung & warme Speisen

Ziehen Sie stattdessen wärmere Kleidung an. Statt eines T-Shirts tragen Sie etwas Langärmeliges. Machen Sie es sich mit einer Wolldecke und einer Wärmflasche bequem oder ziehen ein zusätzliches Paar Wollsocken an. Wichtig: Warme Füße sind essenziell, damit wir insgesamt nicht so stark frieren. Ein Heißgetränk nach Wahl oder scharfes Essen kurbeln den Kreislauf an und sorgen für mehr Wärme und Wohlbefinden. Das spart Kosten und schmeckt gleichzeitig gut!

Heizkosten senken: der Heizkörper

Neben der richtigen Temperatur spielt der Heizkörper eine entscheidende Rolle beim Übertragen der Wärme an die Raumluft. Hier bietet sich Einsparpotenzial bei zu hohen Heizkosten.

#6 Geben Sie dem Heizkörper Raum zum Heizen

Um Ihre Heizkosten zu senken, schauen Sie sich Ihren Heizkörper an: Fragen Sie sich, ob eine optimale Erwärmung der Raumluft stattfindet oder ob Gegenstände, Möbel oder Vorhänge die warme Luft abgefangen oder blockieren.

Wichtig: Stellen Sie keine Gegenstände auf Ihren Heizkörpern ab. Verstecken Sie ihn nicht hinter Gardinen, sondern lassen Sie diese darüber enden oder binden sie zur Seite. Blockieren Sie die Heizung nicht durch Möbel. Der Mindestabstand beträgt 30 Zentimeter. Andernfalls staut sich die Wärme dahinter und kann sich nicht im Raum verteilen. Die Folge: Der Raum bleibt kalt, die Heizkosten hoch.

Konvektions- und Strahlungswärme

Bei der Konvektionswärme handelt es sich um den Wärmetransport, bei dem die Luft als Wärmeträger dient. Die Wärme verteilt sich durch den Strömungstransport zügig im Raum, wobei je nach Beschaffenheit des Raumes unterschiedliche Temperaturzonen entstehen.

Bei der Strahlungswärme wird Wärmeenergie abgestrahlt und trifft direkt auf den Körper. Die beispielsweise durch Infrarotheizungen moderat erwärmte Luft verteilt sich im Raum, ohne dass Verwirbelungen oder Zugluft entstehen. Die subjektive Temperaturwahrnehmung ist oftmals höher, da der Körper direkt erwärmt wird.

#7 Den Heizkörper entlüften

Um den Heizkörper winterfit zu machen, ist es hilfreich, ihn vor der Heizperiode zu entlüften. Ob ein Entlüften der Heizung notwendig ist, erkennen Sie meistens an akustischen Signalen: Gluckernde Geräusche sind ein Hinweis darauf, dass sich Luft im System befindet. Dadurch wird der Heizkörper ungleichmäßig warm. Sparen Sie Heizkosten, indem Sie mit einem speziellen Entlüfterschlüssel die Luft ablassen. Diesen erhalten Sie durchschnittlich für unter zehn Euro.

Zum Entlüften halten Sie einen Lappen sowie ein Gefäß für austretendes Wasser bereit und drehen die Heizung auf die höchste Stufe. Wird der Heizkörper warm, öffnen Sie kurz das Entlüftungsventil und lassen die Luft entweichen. Achtung: Ist die Luft entwichen, tritt heißes Wasser aus. Verbrühungsgefahr! Drehen Sie das Ventil wieder zu. Die Heizung drehen Sie anschließend wieder herunter.

Wichtig: Beim Ablassen der Luft tritt Wasser aus und der Druck im Heizsystem verringert sich, sodass Sie mitunter Wasser im System nachfüllen müssen. Prüfen Sie daher anschließend den Druck in Ihrem Heizsystem. Leben Sie in einem Mehrfamilienhaus ist es ratsam, Rücksprache mit Ihrem Hausmeister oder der Vermietung zu halten.

#8 Den Heizkörper von Staub befreien

Reinigen Sie Ihre Heizkörper regelmäßig von Schmutz, Staub und anderen Verunreinigungen, um eine optimierte Wärmeleistung zu erzielen. Bereits eine dünne Staubschicht, die sich im Heizkörper absetzt, führt zu Einbußen beim Wärmetransport. Die Schicht aus Staubpartikeln isoliert und sorgt dafür, dass weniger Wärme an die Raumluft abgegeben wird. Dies hat einen höheren Energieverbrauch für die gewünschte Temperatur zur Folge.

Durch das regelmäßige Reinigen Ihrer Heizung senken Sie nicht nur Ihre Energiekosten: Staubpartikel auf der Heizung wirbeln beim Erwärmen auf und verteilen sich im Raum. Besonders für Allergiker lohnt sich demnach ein regelmäßiges Säubern. Spezielle Bürsten und Heizkörperdüsen für Staubsauger bringen Abhilfe und erleichtern das Erreichen aller schwer zugänglichen Bereiche Ihres Heizkörpers. Heizkörperbürsten erhalten Sie für durchschnittlich zehn bis 15 Euro.

#9 Alte Heizkörper austauschen

Veraltete Heizkörper verbrauchen mitunter deutlich mehr Energie als moderne. Speziell alte Rippenheizkörper benötigen hohe Vorlauftemperaturen von bis zu 90 Grad Celsius, da sie eine kleinere Wärmeübertragungsfläche besitzen. Niedertemperaturheizkörper sind flache, meist große Heizkörper ohne Rippen und benötigen durchschnittlich 55 Grad. Der geringere Energieaufwand resultiert aus ihrer speziellen Bauweise. Dadurch erzeugen sie die gleiche Raumtemperatur wie Rippenheizkörper aufgrund einer höheren Strahlungswärme. Fußbodenheizungen bewegen sich durchschnittlich bei 35 Grad und bieten daher eine gute Alternative. Wichtig: Prüfen Sie bereits bei der Planung, ob ein moderner Heizkörper mit Ihrem Heizsystem kompatibel ist. Veraltete Heizkessel bieten mitunter nicht die Möglichkeit Temperaturen unter 75 Grad Celsius zu realisieren.

Vor-, Rücklauftemperatur und Spreizung

Bei der Vorlauftemperatur handelt es sich um die Temperatur des Heizwassers, die durch den Heizkreis zu den jeweiligen Heizkörpern fließt. Die Rücklauftemperatur ist das Gegenstück und bezieht sich auf die Temperatur des Heizwassers, das von den erwärmten Heizkörpern zurück in den Wärmeerzeuger strömt.

Die Vorlauftemperatur ist dabei höher als die Rücklauftemperatur, da das Wasser im Heizkreislauf Wärme abgibt. Der Temperaturunterschied wird als Spreizung bezeichnet und in Kelvin angegeben. Die Spreizung konventioneller Heizkörper beträgt oftmals um die 15 Kelvin. Fußbodenheizungen kommen mit zehn Kelvin Spreizung aus, was einen geringeren Wärmeverlust bedeutet.

Die Kosten für neue Heizkörper variieren stark. Preisspannen von 50 bis 1000 Euro pro Heizkörper je nach Modell, Größe und Hersteller sind möglich. Hinzu kommen die Kosten für den Monteur. Rechnen Sie mit Arbeitskosten von durchschnittlich 60 Euro pro Stunde.

Der Austausch von Heizkörpern dient aufgrund der höheren Anschaffungskosten der langfristigen Einsparung von Heizkosten. Ein Fachbetrieb in Ihrer Nähe gibt Ihnen nähere Information in Ihrem individuellen Fall und berät Sie zu den konkreten Kosten.

Die korrekte Einstellung der Heizungsanlage spart Heizkosten

#10 Regelmäßige Wartung durch Fachpersonal

Insbesondere für Eigenheimbesitzer lohnt es sich, jährlich die Heizungsanlage warten zu lassen. Der Fachmann prüft dabei die Einstellungen und stellt sicher, dass die Anlage einwandfrei funktioniert. Die Sicherstellung einer gleichmäßigen Wärmeverteilung und das Austauschen von Verschleißteilen gehört dabei zu seinen Aufgaben.

Zum Überprüfen der Einstellungen zählt ebenfalls die Regulierung der Vor- und Rücklauftemperaturen. Eine zu hohe Vorlauftemperatur kostet mehr Energie und ist nicht immer notwendig. Benötigen Sie beim Duschen maximal 40 Grad Wassertemperatur, reicht es oftmals aus, die Vorlauftemperatur Ihrer Anlage auf 55 Grad herabzusenken. Das spart Heizkosten. Wichtig: Herrscht eine erhöhte Gefahr für Legionellen, ist es ratsam, die Temperatur auf über 60 Grad einzustellen.

Die Kosten für die Wartung Ihrer Heizungsanlage im Einfamilienhaus variieren je nach Fachbetrieb und Aufwand. Im Schnitt rechnen Sie mit etwa 150 bis 200 Euro.

#11 Hydraulischer Abgleich der Heizungsanlage

Den hydraulischen Abgleich Ihres Heizsystems führt der Fachmann durch. Dies kann Nutzen bringen, wenn sich das Heizwasser nicht gleichmäßig in allen Räumen verteilt. Bei dieser Fehleinstellung ist eine ungleich gewichtete Wärmeverteilung die Folge und sorgt für erhöhte Heizkosten. Diese lassen sich durch die richtige Einstellung senken.

Der Fachmann prüft hierbei das Leitungsnetz und optimiert den Durchfluss, sodass anschließend jeder Heizkörper die benötigte Leistung erhält. Die Kosten für den hydraulischen Abgleich variieren zwischen ein und sechs Euro pro Quadratmeter Wohnfläche. Für ein langfristiges Sparen Ihrer Heizkosten handelt es sich im Individualfall um eine sinnvolle Maßnahme.

Fachmann wartet Heizungsanlage zum Heizkosten sparen.Ratsam: eine regelmäßige Wartung Ihres Heizsystems. | Foto © Kzenon, Adobe Stock

#12 Hilfsmittel zum Sparen von Warmwasser nutzen

Dass der Warmwasserverbrauch eine ganzjährliche Quelle für Heizkosten ist, sollten Sie nicht außer Acht lassen. Primär beim Duschen und anderweitigem Warmwasserverbrauch bietet sich das ganze Jahr über ein hohes Sparpotenzial. Nützliche Hilfsmittel sind Sparduschköpfe und Durchflussbegrenzer. Sie reduzieren den Durchfluss des Wassers. Spezielle Düsen oder das Beimischen von Luft gleichen das reduzierte Volumen aus und Sie spüren keinen nennenswerten Unterschied zum herkömmlichen Wasserdurchlauf.

Es lassen sich bis zu 60 Prozent Ihres Wasserverbrauchs einsparen. Sparduschköpfe erhalten Sie bereits für durchschnittlich 20 bis 50 Euro. Für Durchflussbegrenzer rechnen Sie im Schnitt mit wenigen Euro pro Stück.

Luftaustausch & Zugluft: richtig Lüften, um Kosten zu senken

Die regelmäßige Wohnraumlüftung ist nicht nur wichtig für die Gesundheit und Ihr Wohlbefinden. Durch richtiges Lüften sparen Sie ebenfalls bei Ihren Heizkosten.

#13 Mehrmals täglich Stoßlüftung

Durch richtiges Lüften Heizkosten senken. Dabei gilt: mehrmals täglich Stoßlüften, anstatt die Fenster dauerhaft auf Kipp zu stellen. Durch das Kippen der Fenster findet nur ein verhältnismäßig geringer Luftaustausch statt. Gleichwohl kühlt die Temperatur auf die Dauer herunter und Ihre Heizung muss deutlich mehr Energie aufbringen, um die Raumtemperatur wieder auf den gewünschten Wert zu erhöhen.

Durch drei- bis viermaliges kurzes Lüften bei vollständig geöffnetem Fenster reichert sich der Raum zügig mit frischer Luft an und die Wände kühlen nicht aus. Gleichzeitig sorgen Sie so für eine optimale Luftfeuchtigkeit und die Gefahr der Schimmelbildung minimiert sich. Den optimalen Luftaustausch gewährleistet ein Durchzug, bei dem gegenüberliegende Fenster geöffnet werden. Im Winter genügt kurzes Stoßlüften von wenigen Minuten. Im Herbst und Frühling lüften sie jeweils zwischen fünf und zehn Minuten.

Frau öffnet Fenster: Stoßlüften statt Kipp zum Heizkosten sparen.Drei bis vier Mal Stoßlüften, anstatt die Fenster dauerhaft auf Kipp zu stellen reguliert die Raumluft und hilft, die Heizkosten zu senken. | Foto © Pixel-Shot, Adobe Stock

#14 Fenster & Türen abdichten

In einem Neubau sind Fenster und Türen in der Regel sehr gut abgedichtet. Im Altbau sieht das mitunter anders aus: Schlecht schließende oder alte Fenster ohne Wärmeschutz bieten optimale Einsparmöglichkeiten bei den Heizkosten. Ein großer Anteil der Heizenergie geht über schlecht isolierte Fenster nach draußen verloren. Hier können Sie einfach an Heizkosten sparen.

Prüfen Sie mit einem simplen Trick, ob Ihre Fenster dicht sind: Klemmen Sie dazu ein Stück Papier in das Fenster und schließen es vollständig. Lässt sich das Papier bei geschlossenem Fenster herausziehen, schließt das Fenster nicht akkurat. Dadurch geht konstant Wärmeenergie nach draußen verloren.

Mithilfe eines Räucherstäbchens stellen Sie ebenfalls bei geschlossenem Zustand fest, ob an einer Stelle ein Luftzug herrscht. Das Abdichten des Fensters können Sie einfach selbst durchführen. Spezielles Dichtungsband erhalten Sie bereits für unter zehn Euro.

#15 Türen schließen & abends Vorhänge zuziehen

Zugluftstopper für Zimmer-, Wohnungs- und Haustüren erhalten Sie für durchschnittlich zehn bis 20 Euro. Diese verhindern, dass die warme Luft durch Türschlitze dringt und verringern dadurch die Heizungskosten.

Beachten Sie weiterhin: Schließen Sie Zimmertüren beheizter Räume. Dadurch verhindern Sie, dass die warme Luft in angrenzende Räume dringt, die nicht beheizt werden sollen.

Schließen Sie zudem abends die Jalousien, Vorhänge oder Rollläden. Diese Methode unterstützt Sie dabei, die Kälte draußen zu halten. Dicke Vorhänge bieten einen zusätzlichen Wärmeschutz. Wichtig: Achten Sie darauf, dass die Vorhänge nicht dauerhaft geschlossen bleiben. Dies kann eine Schimmelbildung im Fensterbereich begünstigen.

#16 Veraltete Fenster austauschen

Handelt es sich bei Ihren Fenstern um alte Modelle wie etwa Kastenfenster oder Fenster mit einer Standard-Isolierverglasung, ist es ratsam, über einen generellen Austausch nachzudenken. Fenster, die über keine Zwei- oder Dreifachverglasung und nur einen unzureichenden Wärmeschutz verfügen, haben oftmals einen erhöhten Heizkostenverbrauch zur Folge. Durch Fenster mit Dreifach-Wärmedämmglas, die seit etwa 2003 standardmäßig installiert werden, lassen sich hohe Heizkosten langfristig senken.

Heizungskosten sparen durch ausreichende Dämmung

Eine effektive Wärmedämmung schützt vor Wärmeverlust und ermöglicht eine langfristige Einsparung Ihrer Heizkosten. Sowohl einfache Dämmmaßnahmen als auch komplexere Arbeiten bieten hier Möglichkeiten zum Sparen.

#17 Heizkörpernische im Altbau

Oftmals im Altbau bergen Heizkörpernischen eine Gefahr für erhöhte Heizkosten. Grund dafür: Im Bereich der Fassade ist die Wand dünner und die Wärmedämmung geringer. Über diese Wärmebrücken gelangt ein großer Anteil der Wärmeenergie nach draußen.

Das Dämmen der Heizkörpernische bietet Ihnen die Möglichkeit, Heizkosten zu sparen. Dazu genügt es oftmals, mit speziellen Isoliermatten den Bereich hinter dem Heizkörper auszukleiden. Wichtig: Eine sorgfältige Arbeitsweise ist hierbei essenziell, da sich durch die Innendämmung die Gefahr für Schimmelbildung in diesem Bereich erhöht.

Rechnen Sie für die Kosten etwa 20 bis 30 Euro pro Quadratmeter. Ziehen Sie einen Fachmann zurate, der die Arbeiten professionell durchführt, erhöhen sich die Kosten auf durchschnittlich 50 bis 60 Euro pro Quadratmeter.

#18 Ungedämmte Heizungsrohre kosten Energie

Über ungedämmte Rohrleitungen geht bereits Wärme im Heizkreis auf dem Weg zum Heizkörper verloren. Um diesem Verlust vorzubeugen und Heizenergie zu sparen, ist eine gute Isolierung der Heizungsrohre wichtig. Abhängig vom gewählten Material sowie der Länge rechnen Sie für ein Rohr mit einem Durchmesser von 18 bis 22 Millimetern zwischen zwei und neun Euro.

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) legt die Mindestanforderungen zur Dämmung wärmeführender Leitungen fest. Nutzen Sie Dämmmaterial, das mindestens so dick ist wie der Durchmesser des Rohrs. Es gilt: umso dicker die Dämmung, desto besser. Durch eine lückenlose Dämmung der Heizungsrohre reduzieren sich Verteilverluste bis auf sechs Euro pro Meter Rohr.

#19 Gebäudesanierung: Außendämmung erwägen

In Rücksprache mit einem Energieberater ist für Eigenheimbesitzer im Altbau die Gebäudedämmung eine Möglichkeit, langfristig Heizkosten zu reduzieren. Bei ungedämmten oder nur schlecht isolierten Gebäuden geht viel Wärmeenergie an die Umwelt verloren:

  • bis zu 20 Prozent über das Dach
  • bis zu 25 Prozent durch Fenster & Türen
  • bis zu 25 Prozent über Außenwände
  • bis zu 15 Prozent über den Keller

Bauliche Sanierungsmaßnahmen sind mitunter teuer, jedoch durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) sowie die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) förderfähig. Der Regelfördersatz für Maßnahmen an der Gebäudehülle beträgt 20 Prozent. So sparen Sie beispielsweise bei einer Perimeterdämmung, die 10.000 Euro kostet, 2.000 Euro durch Fördergelder. Erfolgt die Sanierung aufgrund eines individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP), erhalten Sie einen zusätzlichen Bonus von fünf Prozent.

Wärmebrücken: Rollladenkästen

Durch Undichtheit, eine andere Beschaffenheit des Materials oder ins Material eingelassene Fremdkörper entstehen Wärmebrücken. An den entsprechenden Stellen erhöht sich der Wärmeverlust.

In der Außenwand eingelassene Rollladenkästen bieten ein hohes Risiko für Wärmebrücken. Um den Energieverlust durch die dünnere Wand an dieser Stelle zu minimieren, ist eine Dämmung des Kastens ratsam. Dabei füllt der Fachmann den Rollladenkasten von innen mit Dämmstoff aus. Der Wärmeverlust an diesem Bauteil reduziert sich und Sie senken Ihre Heizkosten.

Alte Heizungsanlage ersetzen und solar nachrüsten

#20 Heizsystem ersetzen

Besitzen Sie in Ihrer Immobilie ein veraltetes Heizsystem wie eine alte Öl- oder Gasheizung, ist es ratsam, sich langfristig nach erneuerbaren Energien umzuschauen und die bestehende Heizung auszutauschen. So sparen Sie nicht nur Heizkosten, sondern tun gleichzeitig der Umwelt etwas Gutes. Stetig steigende Energiepreise, CO₂-Steuer und Austauschpflicht bieten hierbei weitere Gründe für eine Erneuerung Ihres bestehenden Heizsystems.

Ob Pelletheizung oder Wärmepumpe, die Kosten für den Umstieg auf erneuerbare Energien senken Sie durch einen Zuschuss des BAFA oder die KfW Heizungsförderung. Die Amortisation einer neuen Heizungsanlage erfolgt je nach gewählter Energiequelle meist innerhalb von zehn bis 20 Jahren.

Fachbetriebe in Ihrer Nähe geben ausführliche Informationen, was in Ihrem individuellen Fall die beste Möglichkeit darstellt. Prüfen Sie vor einem Heizungsaustausch, ob eine Wärmedämmung Ihres Gebäudes sinnvoll ist. So vermeiden Sie eine spätere Überdimensionierung des Heizsystems. Energie-Effizienz-Experten beraten Sie eingehend und erstellen nach Wunsch gemeinsam mit Ihnen einen individuellen Sanierungsfahrplan. Dieser gibt Auskunft über alle ratsamen Sanierungsmaßnahmen, um langfristig Energiekosten zu senken.

#21 Heizsystem solar nachrüsten

Für eine langfristige Ersparnis Ihrer Heizkosten eignet sich ebenfalls das Nachrüsten einer Solarthermieanlage. Im Gegensatz zu Photovoltaik generiert das System Wärme aus Sonnenenergie und unterstützt Ihr bestehendes Heizsystem. Sie verringern sowohl Ihre Energiekosten als auch den Ausstoß umweltschädlicher Emissionen.

Sie haben die Wahl: Unterstützt die Solarthermieanlage die Warmwasserbereitung oder nutzen Sie Solarthermie für die Warmwasserbereitung sowie Ihr Heizungssystem. Durch Solarthermie senken Sie die Kosten Ihrer Warmwasserbereitung um bis zu 60 Prozent. Die Heizungsunterstützung beträgt im jährlichen Durchschnitt zwischen 20 und 30 Prozent der gesamten Heizkosten.

Die Kosten je nach Verwendung der Solarthermieanlage senken Sie durch attraktive Förder- und Finanzierungsmöglichkeiten.

Solarpanele einer Solarthermianlage als Heizungsunterstützung zum Heizkosten sparen.Solarkollektoren gewinnen Wärme aus Sonnenenergie. Die erzeugte Solarwärme entlastet Ihr Heizsystem und spart Heiz- sowie Warmwasserkosten ein. | Foto © ehrenberg-bilder, Adobe Stock

#22 Anbieterwechsel

Das Vergleichen von Preisen lohnt sich je nach Energiequelle. Während Sie Fernwärme lediglich vom regionalen Versorger beziehen, ist es mitunter sinnvoll, Gasanbieter und ihre Preise und Konditionen zu vergleichen. Auch die Kosten des Bezugs von Heizöl oder Pellets variieren, sodass sich durch einen gezielten Vergleich Heizkosten einsparen lassen.

Beachten Sie: Aufgrund außenpolitischer Ereignisse, Rohstoffknappheit und Klimakrise ist es oftmals schwierig, in günstigere Tarife zu wechseln. Achten Sie daher bei einem Wechsel auf die angebotenen Konditionen.

Wie spare ich Heizkosten? Fazit

Schauen Sie, welche Tipps und Tricks zum Senken der Heizkosten in Ihrem individuellen Fall sinnvoll sind. Nicht alle Maßnahmen eigenen sich für jeden. Abhängig davon, ob Sie zur Miete wohnen oder eine Immobilie besitzen, lassen sich Maßnahmen zum Heizkosten sparen selbstständig umsetzen oder erfordern den Einsatz oder die Erlaubnis des Vermieters. Derzeit ist auch die Einführung einer Teilwarmmiete in der politischen Diskussion, die einige dieser Probleme beheben soll.

Schon kleine Veränderungen in Ihrem Lüftungs- und Heizverhalten helfen, den Verbrauch um ein paar Prozent zu senken und Geld zu sparen. Um dennoch den sich rasant verändernden Heizungsmarkt jederzeit im Blick zu behalten, bietet Ihnen der DAA WärmeIndex eine informative Grundlage.

Ersetzen Sie Ihre veraltete Heizungsanlage durch ein neues System oder rüsten Ihr bestehendes Heizsystem solar nach, stehen Ihnen Fachbetriebe in Ihrer Nähe zur Seite. Sie besprechen mit Ihnen vor Ort, welche die für Sie bestmögliche Lösung ist, um langfristig Energiekosten zu sparen.

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