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Aktualisiert: 27.09.2019

Heizkosten im Altbau

Heizkosten sind gerade im Altbau ein großer Kostenfaktor. Aufgrund der außerordentlichen Vielfalt der verschiedenen Gebäude und ihrer energetischen Qualitäten gestaltet sich ein umfassender Vergleich sehr schwierig. Wir zeigen anhand einer beispielhaften Untersuchung die Heizkosten für ein Einfamilienhaus und wie sich die verschiedenen Heizsysteme unter vergleichbaren Bedingungen schlagen.
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Heizkosten für einen Altbau im Vollkostenvergleich

Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW) hat für das Jahr 2017 einen Vollkostenvergleich verschiedener Heizsysteme im Altbau in Kooperation mit dem Institut für Technische Gebäudeausrüstung Dresden (iTG) durchführen lassen. Hier die zusammenfassenden Grafiken aus der Untersuchung:

Heizkosten im Altbau bei Teilsanierung für Gas- & Ölheizung

In diesem Beispiel wurden jeweils ein alter Gas- sowie ein alter Ölkessel gegen eine aktuelle Heizung ausgetauscht. Abgesehen von kleineren Optimierungen am System wurden keine weiteren Maßnahmen durchgeführt (Details folgen nach den Grafiken).

Heizkosten Altbau GasGrafiken mit freundlicher Genehmigung des BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V.

Heizkosten Altbau Öl

Daten zum Beispielgebäude: Die Wohnfläche des Beispielobjektes betrug 150 Quadratmeter (Nutzfläche insgesamt 209m2). Der energetische Standard entsprach der Wärmeschutzverordnung von 1982. Es kamen Heizkörper für die Wärmeverteilung zum Einsatz. Die Auslegungstemperaturen betrugen 70/55 Grad, während bei den Wärmepumpen 50/40 Grad Celsius veranschlagt wurden Im Falle von Fußbodenheizungen kann man im Allgemeinen von geringeren Heizkosten im Altbau ausgehen. Die Energiepreise basieren auf Werten des Abrechnungsjahres 2016. Die Heizlast des Gebäudes wird mit 10,8 kW veranschlagt.

Hintergrund: Was umfasst die Teilsanierung? Ein vorhandenes Heizungssystem wird durch ein energieeffizienteres System ersetzt. Gegenüber dem Ausgangszustand Öl- oder Gas-Niedertemperaturkessel werden die verbrauchsgebundenen Kosten incl. Hilfsenergie, die betriebsgebundenen Kosten und die CO2-Emissionen ausgewiesen. Es werden die notwendigen Investitionen für Demontage und Einbau von Wärmeerzeuger mit Regelung und Warmwasserspeicher, eine Schornsteinsanierung sowie erforderliche sonstige Installationen und Baumaßnahmen berücksichtigt. Es wird davon ausgegangen, dass die vorhandenen Heizflächen und Rohrleitungen weiter genutzt werden.

Eine Wärmepumpe kann nur dann zum Einsatz kommen, wenn die vorhandenen Heizflächen für den Betrieb mit einer geringeren Vorlauftemperatur geeignet sind. Dies wird im vorliegenden Heizkostenvergleich Altbau vorausgesetzt.

Die untersuchten Anlagensanierungen enthalten jeweils geringinvestive Maßnahmen zur Optimierung der Gesamtanlage, welches die Dämmung der Verteilleitungen im Keller, den Einbau neuer Thermostatventile sowie einen hydraulischen Abgleich beinhaltet. Es wird davon ausgegangen, dass der Gas-Hausanschluss bzw. die Öltankanlage weiter genutzt werden kann. In der Summe ergeben sich Mehr- bzw. Minderkosten gegenüber dem Ausgangszustand.

Heizkosten im Altbau bei Vollsanierung

Heizkosten Altbau Komplettsanierung

Das Gebäude hat dieselben Kennwerte wie bei den obigen Beispielen zur Teilsanierung.

Hintergrund: Was umfasst die Komplettsanierung? Es wird eine vollständig neue Heizung und Warmwasserbereitung installiert. Die Komplettsanierung beinhaltet den Einbau von Wärmeerzeuger einschließlich Regelung, Heizflächen und Verteilungsleitungen, Warmwasserspeicher und Leitungssystem, die Schornsteinsanierung sowie erforderliche sonstige Installationen und Baumaßnahmen.

Bei allen Komplettsanierungen wird davon ausgegangen, dass Bestandteile der alten Heizung mit allem Zubehör bereits demontiert und entsorgt sind. Von einem passenden Schornstein wird ausgegangen. Die Kosten für den bei Erdgasheizungen erforderlichen Gasanschluss, den bei Ölheizungen notwendigen Öltank bzw. das bei Pelletheizungen notwendige Pelletlager werden bei den Investitionskosten berücksichtigt.

Brennwertheizungen preiswert in der Anschaffung, erneuerbare Heizungen günstig im Verbrach

Es zeigt sich ein bekanntes Verhältnis: die klassischen Heizsysteme wie Gas-Brennwertkessel schneiden vor allem bei den Investitions- bzw. Kapitalkosten sehr gut ab, aber bei den Verbrauchskosten / Heizkosten fallen vergleichsweise hohe Werte auf. Alternative Systeme wie die Pelletheizung oder die Wärmepumpe verlangen höheren Kapitaleinsatz, punkten aber mit niedrigen Verbrauchswerten.

Der Vergleichbarkeit halber muss angemerkt werden: Fördermittel durch Bund, Bundesländer oder Kommunen und Energieversorger sind nicht in der Übersicht erfasst. Beispielsweise könnte man im Altbau für eine Pelletheizung Fördergelder durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) von 3.000 bis 3.500 Euro und für eine Sole-Wasser-Wärmepumpe von 1.500 - 4.500 Euro und mehr erhalten. Auch für Solarthermieanlagen und Blockheizkraftwerke gibt es entsprechende Boni. Diese Gelder sollten Sie also bei der Betrachtung von durchschnittlichen Heizkosten mit beachten.

Wann ist meine Heizung zu alt?

Auf diese Frage gibt es mehrere Antworten:

  • Die Heizung ist generell zu alt und leidet unter Defekten/arbeitet nicht mehr effizent; die Heizkosten steigen.
  • Die Heizung fällt unter die Austauschpflicht nach Energieeinsparverordnung (EnEV).
  • Es sollen erneuerbare Energien zum Einsatz kommen.

Sind bestimmte Systeme für Altbauten besonders geeignet oder ungeeignet?

Technisch betrachtet ist kein System auszuschließen. Langfristig punkten vor allem Heizungen mit niedrigen Brennstoffkosten im Altbau, da in älteren Immobilien mit geringer Dämmung ein vergleichsweise hoher Energiebedarf vorliegt. Dazu zählen vor allem Biomasseheizungen wie Pelletheizungen, Kaminöfen oder Holzvergaser. Nicht jeder hat allerdings das Kapital dafür zur Hand.

Wärmepumpen punkten ebenso mit geringen Heizkosten im Altbau, jedoch erfordern sie Heizkörper mit einer möglichst geringen Systemtemperatur. Ideal hierfür sind Fußbodenheizungen, aber auch modernere Niedertemperaturheizkörper (bis 55 Grad) können hier noch zum Einsatz kommen.

Im Gesamtkostenvergleich erzielen Gasbrennwertheizungen (+ Solarthermie) die besten Wertungen, vor allem im Hinblick auf die Anschaffungskosten. Sie erfordern auch die geringsten baulichen Maßnahmen, abgesehen von einer eventuellen Schornsteinsanierung, falls die alte Heizung noch ein Konstant- oder Niedertemperaturkessel ohne Brennwertnutzung ist. Das gilt nur, falls ein Gasanschluss vorliegt. Muss dieser noch aus größerer Entfernung gelegt werden, sollte die Nutzung von Flüssiggas in Betracht gezogen oder ein anderes System in Betracht gezogen werden.

Wenn Sie die Heizkosten für ihren Altbau senken möchten, sollten Sie sich unbedingt grundsätzlich von mehreren Fachbetrieben für Heizungen beraten lassen, um die Kosten gut vergleichen zu können. Auch mit unserem Heizungsratgeber können Sie erste Anhaltspunkte dafür gewinnen, mit welcher Heizung Sie die Heizkosten im Altbau senken können.

Dieser Artikel wurde erstellt von: Thorben Frahm, Redakteur www.Heizungsfinder.de

Erfahrungen & Fragen zum Thema Heizkosten Altbau

Faustformel zur Berechnung der richtigen Heiztherme gesucht

Ich benötige Hilfe bei folgendem Projekt: Wieviel kw muß eine Heiztherme haben, um eine Wohnung (Altbau) mit einer Wohnfläche von etwa 105 Qm auf 21-22 Grad zu erwärmen? Gibt es dafür eine Art Faustformel?
Antwort von Jüdiges Energie- und Gebäudetechnik GmbH

Zur Beheizung der Räume werden in einem Altbau überschlägig etwa 80-100 W/m² benötigt.

Für Ihre Wohnung benötigen Sie also in etwa 8 bis 10 kW. Hinzu kommt jedoch noch die Leistung die für die Warmwasserbereitung benötigt wird. Bei einem System mit Warmwasserspeicher wird die Leistung für die Raumbeheizung auch zur Warmwasserbereitung ausreichen. Anders sieht es bei einer Warmwasserbereitung im Durchflussprinzip aus, da werden deutlich höhere Leistungen, größer 20 kW benötigt.

So können Sie auch die Heizkosten besser einschätzen. Bei detaillierteren Fragen stehen wir gerne zur Verfügung.

Viele Grüße
Jüdiges Energie- und Gebäudetechnik

Heizkosten sparen bei Buderus Logamax Plus

Ich heize seit einige Zeit in meiner Wohnung (ca. 60qm, Altbau, Erdgeschoss) mit einer Buderus Logamax Plus. Nach der ersten wirklich kalten Zeit, versuche ich mich gerade mal mit der Therme zu beschäftigen. Das Bedienpanel der Gastherme ist im Wohnzimmer angebracht (ist dort auch der Temperaturfühler?). Meine Zieltemperatur beträgt nachts 17 Grad und tagsüber 21 Grad. Kann ich die Thermostate einfach aufgedreht lassen und die Heizung steuert sich selbst, wenn diese Zielwerte vorhanden sind? Bisher ist mein Wohnzimmer immer zu warm. Wie steuere ich die Temperatur hier am besten, um meine Heizkosten zu senken?
Antwort von Buderus Deutschland

Im Bedienteil der Regelung ist ein Raumtemperaturfühler eingebaut der bei bestimmter Einstellung die Heizkurve bzw. Ihre Raumtemperatur beeinflußt. Der Raum, wo Ihr Bedienteil hängt, ist der Referenzraum ( meist das Wohnzimmer). Das Thermostatventil muss dort voll geöffnet sein. Bei reiner raumtemperaturgeführten Regelung bestimmt nur der Fühler Ihre Raumtemperatur.
Ich empfehle, die Einstellungen am Bedienteil (Fachmannebene) zu prüfen. Für weitere Informationen bitten wir Sie kurz Ihre Rückmeldung.
Um welchen Regler handelt es sich genau? Welcher Wandheizkesseltyp GB... ist eingebaut?

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