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Aktualisiert: 27.11.2019

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG)

Das neue Gebäudeenergiegesetz soll die bestehenden Gesetze "Energieeinspargesetz", "Energieeinsparverordnung" und das "Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz" zusammenfassen und vereinfachen. So sollen Bau- und Sanierungswillige besser planen können. Außerdem gibt es im Zuge des Klimapakets 2030 verschiedene Änderungen in den Anforderungen an die Gebäudetechnik und eine verbesserte Förderkulisse.
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Das Wichtigste zum Gebäudeenergiegesetz

Inhalt:

Das Gebäudeenergiegesetz - vollständige Bezeichnung gewohnt griffig "Gesetz zur Einsparung von Energie und zur Nutzung erneuerbarer Energien zur Wärme- und Kälteerzeugung in Gebäuden" - ist vom Bundeskabinett als Entwurf am 23.10.2019 beschlossen worden. Es soll die bisherigen Gesetze "Energieeinspargesetz", "Energieeinsparverordnung (EnEV)" und das "Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG)" zusammenfassen und erweitern.

Das Gebäudeenergiegesetz dient neben der Vereinheitlichung der verschiedenen Regelwerke auch der Umsetzung der EU-Energieeffizienzrichtlinie. Nach dieser sollen öffentliche Nichtwohngebäude ab 2019 als "Niedrigstenergiegebäude" erreichtet werden. Alle anderen Gebäude trifft diese Zielsetzung ab 2021.

Weiterhin ist das GEG ein integraler Bestandteil des "Klimaschutzprogramms 2030".

Was das energetische Anforderungsniveau betrifft, hat sich gegenüber den bisher gültigen Regeln nichts geändert. Einige Neuerungen gibt es trotzdem:

1) Neuregelungen zu Heizungen

Enthält das GEG ein Verbot für Ölheizungen? Nicht direkt. Ölheizungen sind nach dem Gebäudeenergiegesetz nicht direkt verboten. In §72, Absatz 4 heißt es, dass ab dem 01. Januar 2026 Ölheizungen bei einem Austausch des Kessels bzw. bei einem Neueinbau einer Ölheizung diese nur dann betrieben werden dürfen, wenn ein Mindestanteil der Wärmeenergie durch erneuerbare Energien gedeckt wird.

* Für Bestandsgebäude sieht das GEG eine Ausnahme vor, wenn Erdgas oder Fernwärme nicht zur Verfügung steht und anteilige EE-Nutzung technisch nicht möglich ist oder zu einer unbilligen Härte führt.

Wie erfüllt man die Anteilspflicht mit erneuerbaren Energien? Alle Maßnahmen von Paragraph 34-41 sind anrechenbar:

  • Solarthermie: 15 Prozent des Energiebedarfes sind durch die Solarthermieanlage gedeckt. Das Gebäudeenergiegesetz sieht dies als erfüllt an, wenn

1) bei Wohngebäuden mit höchstens zwei Wohnungen solarthermische Anlagen mit einer Fläche von mindestens 0,04 Quadratmetern Aperturfläche je Quadratmeter Nutzfläche installiert und betrieben werden und

2) bei Wohngebäuden mit mehr als zwei Wohnungen solarthermische Anlagen mit einer Fläche von mindestens 0,03 Quadratmetern Aperturfläche je Quadratmeter Nutzfläche installiert und betrieben werden.

  • erneuerbarer Strom: "Wird bei Wohngebäuden Strom aus solarer Strahlungsenergie genutzt, gilt die Anforderung (...) als erfüllt, wenn Anlagen zur Erzeugung von Strom aus solarer Strahlungsenergie mit einer Nennleistung von mindestens 0,02 Kilowatt je Quadratmeter Gebäudenutzfläche installiert und betrieben werden."
  • Umweltwärme / Geothermie: Decken Wärmepumpen zu mindestens 50 Prozent den Wärmebedarf, ist die Pflicht als erfüllt anzusehen.
  • Feste Biomasse (Pelletheizung, Holzheizung): Wie bei der Geothermie ist ein fünfzigprozentiger Anteil erforderlich.
  • Flüssige Biomasse, gasförmige Biomasse: 50% Anteil wie oben.

* Für den Neubau schreibt bereits heute das EEWärmeG (und das EWärmeG in Baden-Württemberg) und künftig das GEG die Nutzung erneuerbarer Energien zur anteiligen Deckung des Wärme- und Kältebedarfs vor.

* Die bereits bisher in der Energieeinsparverordnung enthaltene Austauschpflicht für Öl- und Gasheizkessel, die älter als 30 Jahre sind, wurde in das GEG integriert. Das Gebäudeenergiegesetz schafft neue Flexibilisierungsoptionen bei der Erfüllung der energetischen Neubaustandards.

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2) EnEV2016, energetische Anforderungen und Energieausweise

  • Das Gebäudeenergiegesetz ändert vorerst nichts an den energetischen Anforderungen an Gebäude im Neubau und Bestand. Man behält sich aber vor, diese im Rahmen einer "Überprüfung" im Jahr 2023 bei Bedarf zu ändern.
  • Der neue Niedrigstenergie-Gebäudestandard wird in § 10 des Entwurfes bestimmt. Der Entwurf geht dabei nicht über das Anforderungsniveau der schon bestehenden Vorschriften hinaus. Ein Neubau nach GEG soll damit einen Endenergiebedarf von 45–60 kWh/m² haben. Das aktuelle Niveau im deutschen Durchschnitt liegt derzeit (Stand November 2019) bei 167 kWh/m2.

Pflicht zur Energieberatung: Wie im Klimaschutzprogramm 2030 angekündigt, ist im GEG in Paragraph 48 eine obligatorische Energieberatung formuliert: "Nimmt der Eigentümer eines Wohngebäudes mit nicht mehr als zwei Wohnungen Änderungen im Sinne von Satz 1 und 2 an dem Gebäude vor und werden unter Anwendung des § 50 Absatz 1 und 2 für das gesamte Gebäude Berechnungen nach § 50 Absatz 3 durchgeführt, hat der Eigentümer vor Beauftragung der Planungsleistungen ein informatorisches Beratungsgespräch mit einem Energieberater der Verbraucherzentrale Bundesverband durchzuführen."

Auch bei einem Eigentümerwechsel greift diese Pflicht (§80): "Beim Abschluss eines Kaufvertrages über ein Wohngebäude mit nicht mehr als zwei Wohnungen hat der Verkäufer oder der Immobilienmakler dem Käufer ein informatorisches Beratungsgespräch zum Energieausweis durch einen Energieberater der Verbraucherzentrale Bundesverband anzubieten."

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3) Abwrackprämie für Ölheizungen & Förderung einer Heizungsmodernisierung

Die bestehenden Fördermaßnahmen für den Heizungstausch (BAFA Förderung/Marktanreizprogramm sowie die KfW-Förderungen) sollen im Rahmen des GEG erweitert werden.

Investitions- und Tilgungszuschüsse für Einzelmaßnahmen und Komplettsanierungen auf Effizienzhaus-Niveau im Rahmen der KfW-Förderung sollen zukünftig um zehn Prozentpunkte steigen.

Als Teil des Klimaschutzprogramms 2030 wurde die Einführung einer Austauschprämie beschlossen. Wer seine alte Ölheizung durch ein klimafreundlicheres Gerät ersetzen lässt, erhält hierfür eine Förderung von 40 Prozent. Wann und wie genau diese Förderung zum Austausch kommen soll, ist allerdings noch offen. Die Austauschprämie wird in den investiven Förderprogrammen des BMWi verankert. Unabhängig davon ist der Austausch einer Ölheizung künftig auch steuerlich absetzbar, zu dem für die steuerliche Förderung geltenden Satz von 20 Prozent.

Zusätzlich hat das Bundeskabinett beschlossen, dass die energetische Gebäudesanierung steuerlich gefördert werden soll.

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Foto: Bild von 2211438 auf Pixabay


Dieser Artikel wurde erstellt von: Thorben Frahm, Redakteur www.Heizungsfinder.de