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Wärmepumpe – Funktion & Kosten von Erdwärme & Co.

Eine Wärmepumpe entzieht der Umwelt, d.h. dem Erdboden, einem Gewässer oder der Umgebungsluft Wärme und stellt sie der Raumheizung oder Warmwasserbereitung zur Verfügung. Wärmepumpen sind in praktisch allen Leistungsklassen erhältlich und werden meist mit Strom betrieben. Auch gasbetriebene Wärmepumpen sind auf dem Markt erhätlich.


Wie funktioniert eine Wärmepumpe?

Eine Wärmepumpe funktioniert nach dem umgekehrten Kühlschrankprinzip. Die Umgebungswärme wird als Wärmequelle verwendet und auf ein nutzbares Temperaturniveau angehoben. Die drei häufigsten Energiequellen für eine Wärmepumpe sind Luft, das Erdreich und das Grundwasser.

Arten von Wärmepumpen

Eine Luftwärmepumpe saut die Umgebungsluft von außen an und überträgt sie an einem Wärmetauscher. Hier wird die Wärme an ein Kältemittel übertragen, das im folgenden Schritt mithilfe eines strombetriebenen Kompressors verdichtet wird und so die gewünschte Temperatur erreicht. Die Lautstärke von Kompressor und Ventilator liegt unter 50 Dezibel - also auf Gesprächslautstärke - sollte aber bei der Aufstellung berücksichtigt werden. Die Grundfunktion der Wasser-Wasser Wärmepumpe ist fast identisch - allerdings ist die Temperaturquelle das Grundwasser, das das ganze Jahr über eine Temperatur zwischen 8 und 12 Grad Celsius hält. Für diese Art der Wärmepumpe müssen allerdings zwei Brunnen mit 4 bis 15 Meter Tiefe angelegt werden (Förder- und Schluckbrunnen). Eine Bohrung ist ebenfalls bei der Sole-Wasser Wärmepumpe oder Erdwärmepumpe notwendig. Um die Temperatur des Erdreichs für die Heizung zu nutzen, sind Bohrungen von bis zu 100 Meter Tiefe notwendig, um Erdsonden oder Erdkollektoren einzulassen.

Art der Wärmepumpen Energiequelle Besonderheiten
Luftwärmepumpe Umgebungstemperatur Günstigste Wärmepumpe und in verschiedenen Varianten für Innen- und Außenaufstellung zu haben
Wasser Wärmepumpe Grundwasser Effizienteste Wärmepumpe, da unanfällig für Temperaturschwankungen.
Sole-Wasser Wärmepumpe Erdwärme Erdbohrungen bis zu 100m notwendig

Hersteller von Wärmepumpen

Neben den großten Herstellern wie Vaillant, Viessmann, Bosch oder Buderus gibt es für Wärmepumpen zahlreiche Spezialanbieter wie Rotex, Ochsner, Weishaupt, Alpha Innotec oder Stiebel Eltron.

Kosten der Wärmepumpe

Anschaffungskosten und Installation

Die Kosten für Wärmepumpen variieren dabei deutlich. Erdwärmepumpen (auch als Erdwärmeheizung bekannt) sind die kostenintensivsten Geräte, bringen aber auch die höchste Leistung. Luft-Wasser oder Luftluft Wärmepumpen sind preiswerter, aber nicht ganz so leistungsstark. Diese Wärmepumpen sind vor allem im energieeffizienten Neubau eine gute Wahl. Der Vorteil liegt vor allem in vergleichsweise geringen Anschaffungskosten. Auch benötigt man keinen Lagerraum wie für Öl und auch ein Gasanschluss entfällt. Der Anschluss an das allgemeine Stromnetz reicht völlig aus.

Kostenart Erdwärme Kosten Wasser-Wasser WP Kosten Luft-Luft WP Kosten
Erschließung der Wärmequelle und Installation 5.000 bis 8.000 Euro 7.000 bis 10.000 Euro 2.000 bis 3.000 Euro
Kosten der Wärmepumpe 8.000 bis 12.000 Euro 7.000 bis 9.000 Euro 6.000 bis 8.000 Euro
Gesamt 13.000 bis 20.000 Euro 14.000 bis 19.000 Euro 8.000 bis 11.000 Euro

Wartungskosten

Im Vergleich zu anderen Heizsystemen, ist die Wärmepumpe relativ wartungsarm. Man kann etwa 50 Euro pro Jahr für Wartungen einkalkulieren.

Laufende Kosten

Die Energiequellen einer Wärmepumpe stehen jederzeit kostenlos zur Verfügung. Allerdings verbraucht eine Wärmepumpe - abhängig von Art und Leistung der Wärmepumpe sowie Temperatur der Wärmequelle auch Strom. Die Begriffe "Jahresarbeitszahl" und "COP" beschreiben das Verhältnis zwischen der Betriebsenergie der Wärmepumpe und der Wärme, die diese aus der eingesetzten Energie gewinnt. Ein modernes und gut eingestelltes Gerät kann durchaus eine Jahresarbeitszahl und 4 und höher erreichen. Dies bedeutet, dass die Wärmepumpe aus einer "Einheit" Strom 4 "Einheiten" Wärme gewinnt. Grundsätzlich sind die Heizkosten bei einer richtig eingestellten und dimensionierten Wärmepumpe geringer als bei anderen Heizsystemen.

Förderungen

Es gibt einige Möglichkeiten Förderungen für eine Wärmepumpe zu erhalten. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) vergibt Fördergelder, wenn Sie eine Wärmepumpe im Bestandsbau einsetzen. Diese sind ein Zuschuss und müssen nicht zurückgezahlt werden. Die KfW vergibt zudem zinsgünstige Darlehen. In einigen Bundesländern gibt es auch regionale Fördertöpfe, auf die zurückgegriffen werden kann.

Fachbetriebe für die Modernsisierung einer Wärmepumpe finden


Vor- und Nachteile einer Wärmepumpe

Die Vorteile und Nachteile einer Wärmepumpe in Kurzform. Wenn Sie sich mit Besitzern von Wärmepumpen austauschen wollen, stehen wir Ihnen ein Forum zur Verfügung.

Vorteile der WärmepumpeNachteile der Wärmepumpe
+ Kostenlose Wärmequelle- Teilweise hohe Anschaffungskosten
+ Geringe jährliche Betriebskosten (Stromverbrauch)- Anforderungen an Heizkörper und Wärmedämmung des Gebäudes
+ Weitgehend wartungsfrei- Ausführliche Planung und Genehmigungen notwendig (bei Erdwärme)
+ Können zum Heizen und Kühlen genutzt werden
+ Ungefährlicher Betrieb (keine Verbrennung)

Fazit: Welche Wärmepumpe ist die beste? Wo ist eine Wärmepumpe sinnvoll?

Die beste Wärmepumpe ist die, die Ihnen die größte Heizkostenersparnis über 20 Jahre einbringt und sich optimal amortisiert. Je nach Gebäudedaten, Investitionsbereitschaft und Umgebung findet man die optimale Wärmepumpe. Wichtig ist, dass möglichst viele Effizienzfaktoren erfüllt werden, um die größtmögliche Wirtschaftlichkeit der Wärmepumpe zu erreichen. Wärmepumpen arbeiten zum Beispiel am besten mit Niedertemperaturheizkörpern wie der Fußbodenheizung. Hier spielt die Wärmepumpe ihre Effektivität voll aus. Im unsanierten Altbau mit alten Radiatorheizkörpern, der zuvor mit Gas oder Öl geheizt wurde, sollte vorher unbedingt eine professionelle Energieberatung vor dem Einbau in Anspruch genommen werden.

  1. Temperaturniveau zwischen Wärmequelle und Wärmeverteilsystem gering halten
  2. Ausreichend dimensionierte Wärmequelle
  3. Geeignete Flächenheizkörper oder Fußbodenheizung
  4. Wärmebedarfsberechnung des beratenden Fachbetriebs
  5. Bei schlecht gedämmten Gebäuden kann alter Heizkessel zur Abdeckung von Spitzenlasten genutzt werden
  6. Zertifizierungen und Qualifikationen der Wärmepumpeninstallateure prüfen
  7. Hydraulischer Abgleich durchführen

Der Vergleich der Wirtschaftlichkeit einer Wärmepumpe im Gegensatz zu Gasheizungen oder Ölheizungen zeigt es: Auf längere Sicht spielt die Wärmepumpe ihre Vorteile aus und die Investition rechnet sich.

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