Wärmepumpe & Grundwasser

22. April 2021
Grundwasser eignet sich aus energetischer Sicht besonders für den Betrieb einer Wärmepumpe. Ganzjährig bietet es gleichbleibende Temperaturen von etwa 10° Celsius. Entscheidend für einen wirtschaftlichen Betrieb ist neben der Temperatur aber auch die chemische Zusammensetzung des Grundwassers. Bei zu hohen Werten kann die Gefahr einer Verockerung entstehen und die Brunnen setzen sich mit Ablagerungen zu. Ungenutztes Potenzial bieten noch immer Wärmepumpe, die mit Abwasser arbeiten.
Dieser Artikel wurde von
Christian Märtel für www.Heizungsfinder.de verfasst.
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HeizungenWärmepumpeWasser-WasserGrundwasser

Qualität des Grundwassers beeinflusst die Leitungsfähigkeit

Grundwasser lässt sich bereits in geringer Tiefe mit einer Wärmepumpe wirtschaftlich nutzen. Hierfür wird ein zweiteiliges Brunnensystem instsalliert, um dem Boden Grundwasser zu entnehmen. Dem geförderten Wasser entzieht die Anlage Energie und leitet das Wasser anschließend wieder in das Grundwasser ein.

Eine Grundwasser Wärmepumpe bedarf jedoch einer ausführlichen Planung, um die Effizienz der Anlage nicht durch überdimensionierte Brunnenpumpen zu beeinträchtigen. Für die Berechnung der Heizleistung der Wärmepumpe ist es wichtig die mittlere Temperatur des Grundwassers zu kennen. Diese liegt in der Regel zwischen 8° und 12° Celsius.

Auch die Wasserqualität ist eine wichtige Größe für die Planung, da hier besonders die Gefahr der Korrosion besteht. Die elektrische Leitfähigkeit und der Sauerstoffgehalt des Grundwassers sollten daher möglichst gering sein. Für eine Grundwasser Wärmepumpe benötigen Sie in jedem Fall eine "Wasserrechtliche Genehmigung", die Sie bei der zuständigen Wasserbehörde beantragen können. Ob Fachbetriebe diesen Service für Sie übernehmen, erfragen Sie bitte im Einzelfall vor Ort.

Problem Verockerung

Eine entscheidende Rolle für einen langen und wartungsfreien Betrieb einer Wasser Wasser Wärmepumpe spielt die chemische Zusammensetzung des Grundwassers. Durch aggressive und verstopfende Bestandteile besteht die Gefahr, dass die Brunnen der Wärmepumpe "verockern". Als "Verockerung" wird die Ablagerung von Eisenoxiden im Brunnen bezeichnet.

Darstellung: A.B.S. Aqua Brunnen Service
Regenerierungstechnik GmbH

Abhilfe bei Verockerung kann eine Behandlung des Saugbrunnens schaffen. Hierbei können eine Enteisenung und eine Entmanganung vorgenommen werden. Auch ein Zwischenwärmetauscher hilft eine Verockerung zu verhindern. Folge dieser Maßnahmen sind jedoch zusätzliche Kosten und eine Senkung der Jahresarbeitszahl der Wärmepumpe.

Wärmequelle Abwasser

Eine etwas andere Möglichkeit die Wärmequelle Wasser zu nutzen ist Abwasser. Abwässer bieten ebenso wie Grundwasser nahezu ganzjährig gleichbleibende Temperaturen, die einen effizienten Betrieb einer Wärmepumpe garantieren. Die Variante der Abwasser Wärmepumpe wird bereits in einigen Gemeinden erfolgreich eingesetzt. Eine Informationsbroschüre zur Wärmegewinnung aus Abwasser stellt der Bundesverband Wärmepumpe zum Download bereit.

Weiterlesen zum Thema können Sie im Abschnitt zu Wärmepumpe & Brunnen.

Weiterlesen zum Thema "Preise & Kosten"

Erfahrungen & Fragen zum Thema Wärmepumpe

Bei Neubau: Gas-Brennwertheizung vs. Luftwärmepumpe?

Wir planen ein Fertighaus - und haben hier die Wahl seitens des Bauträgers zwischen einer Gas-Brennwert Heizung und einer Luft-Wärmepumpe (eine Erdwärmepumpe steht nicht zur Verfügung). Der Gasanschluss kostet ungefähr 400 Euro. Bei den Luftwärmepumpen sind die Mehrkosten etwa 10.000 Euro im Vergleich zur Gasheizung. Angeboten wird hier eine Nibe F2040 oder einer Nibe F2120. Was macht hier am meisten Sinn, um zukünftig auf der sicheren Seite zu sein? Mein Kopf sagt, dass sich der Mehrpreis für eine Luftwärmepumpe beim aktuellen Gaspreis nicht lohnt. Zudem kann man für den Mehrpreis ja auch eine Solarthermie oder Photovoltaikanlage installieren (oder zumindest teilweise auch schon vorbereiten). Allerdings hat meine Frau auch widerrum Vorbehalte gegen die Sicherheit einer Gasheizung (wegen Gasaustritt) - wobei ich nicht weiß, ob das bei neuen / aktuellen Gasheizungen noch ein Thema ist. Was würden Sie hier empfehlen?
Antwort von LKS SARL

Ich würde raten weder noch! Sie haben schon bei der Solarthermie einen vernünftigen Gedanken, warum nicht direkt auf Pellets hinaus gehen: wir haben das schon fast 20 Jahre: Komfort hervorragend, heimische Energie, bezahlbare wenig schwankbare Kosten und Gebäude Wertzunahme.

Wärmepumpe vom Nachbarn sehr laut und sehr nah an Grundstücksgrenze: Was kann ich tun?

Mein Nachbar hat eine Mitsubishi Electric Wärmepumpe PUHZ-SHW112Y mit enem Abstand von 0,5 Meter an die Grenze gesetzt, betoniert auf zwei kleinen Fundamenten (an unsere künftige Terasse). Kinderzimmer ist gerade 4 Meter entfernt. Das Ding hat lauf Herstellerangaben 70 dB(a). Wo das Ding in Betrieb ging - 15 C kamen am Kinderzimmer noch 55 dB an. Heute früh um 8:00 bei 2 Grand waren es noch 48 dB (Handymesseung). Laut Schallrechner des Bundeverband Wärmepumpe müssten da 8 Meter Abstand sein. Immer wenn ich auf meiner Baustelle bin läuft das Ding recht nervig. Ich baue in Bad Mergentheim (BW). Was kann ich machen? Habe selber eine ROTEX Wärmepumpe, die ist wesentlich leiser und hat einen Abstand von 5 Metern zur Grenze.
Antwort von Energieberatung Stapff

Wärmepumpen können je nach Baurecht als Teil eines Gebäudes gesehen werden = Mindestabstand 3 Meter.

Zum Schallschutz finden sich Angaben inb der TZA Luft:
http://www.verwaltungsvorschriften-im-internet.de/bsvwvbund_26081998_IG19980826.htm

Dazu eine Sammlung von Urteilen:
http://www.laerm-luftwaermepumpen.de/index.php/aktuelle-gerichtsurteile

Nachbarn sollten sich verstehen, müssen miteinander auskommen. Konfrontgation nutzt keinem. Warum tun Sie sich nicht zusammen und bauen Ihre beiden Wärmepumpen auf einen gemeinsamen Platz? Schon mal ans Garagendach gedacht? Oder ein Satteldach auf die Garage und darunter die WP versteckt?

Es gibt schallhemmende Gummipuffer (Maschinenbau) als Lager, richtig platzierte Schallschutzwände, und mehr

Winterliche grüße
Herbert Stapff

Luftwärmepumpe oder Gastherme: Vor- und Nachteile

Was Vor-/Nachteile einer Luft-Wärmepumpe gegenüber einer Gastherme?
Antwort von GESBB - Ingenieurbüro

Die Frage lässt sich nicht einfach beantworten und hängt insbesondere von den spezifischen Randbedingungen des speziellen Bauvorhabens ab.
Bei Neubauten kommt man bei einer Gastherme im EnEV Nachweisverfahren ohne zusätzliche solarthermische Anlage nicht aus. Wobei diese in EFH leider meist unwirtschaftlich ist.
Bei einem Kostenvergleich ist diese sowie die Gasanschlußkosten zu berücksichtigen.

Vollmodulierende Luftwärmepumpen gewinnen bei Neubauten zunehmend an Bedeutung.
Allerdings muß besonders dabei eine fachgerechte Anlagendimensionierung durchgeführt werden, da andernfalls für den Anlagenbetreiber zu hohe Verbrauchskosten entstehen.
Objektive und verkaufsunabhängige Hersteller- und Geräteauswahl besitzt zudem besondere Bedeutung.
Hinweis:
Nicht der COP nach Herstellerdatenblättern ist ausschlaggebend, sondern die tatsächlich erreichbare JAZ.

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