Fundament für eine Luft-Wärmepumpe

14. September 2021
Soll eine Luftwärmepumpe außen aufgestellt werden, benötigt sie ein tragfähiges Fundament aus Beton. Erfahren Sie, worauf bei einem Betonsockel für die Wärmepumpe zu achten ist: beim Gießen und bei der Ausrichtung. Wir zeigen Ihnen, warum der Frostschutz bei einem Wärmepumpen-Fundament wichtig ist und was das Kondenswasser der Wärmepumpe damit zu tun hat. Zum Abschluss geben wir Ihnen einen Überblick über die Kosten eines Fundaments für Ihre Luft-Wärmepumpe.
Dieser Artikel wurde von
Gina Doormann für www.Heizungsfinder.de verfasst.
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Inhalt

Fundament einer Luft-Wärmepumpe: Anforderung & Vorgehen

Lässt sich eine Luft-Wärmepumpe aufgrund von Platzmangel oder aus technischen Gründen nicht innen aufstellen, kommt die technisch gleichwertige Variante der Außenaufstellung zum Tragen. Bei einer außen aufgestellten Luft-Wasser-Wärmepumpe sind drei elementare Aspekte zu berücksichtigen: zum einen der richtige Abstand zum Haus sowie eine adäquate Geräuscheindämmung und zum anderen ein passender Sockel für die Wärmepumpe.

Beachten Sie allerdings, dass ein Sockel für die Wärmepumpe auch in Innenaufstellung erforderlich ist. Es gelten dieselben Grundsätze wie beim Fundament für die Außenaufstellung der Wärmepumpe.

Als Sockel für eine Luftwärmepumpe eignet sich ein Fundament, das bestimmte Eigenschaften haben muss:

  • glatte & ebene Oberfläche
  • waagerecht
  • fachmännisch verbaut

Denn die Wärmepumpe soll auf ihrem Fundament während ihrer langen Betriebszeit von rund 20 bis 30 Jahren sicher stehen und verlässlich arbeiten.

Auf einem Fundament können auch zwei Wärmepumpen stehen. | Bildquelle: © AdobeStock_Studio Harmony

Anforderungen an das Fundament der Luftwärmepumpe

Ein Fundament für eine Wärmepumpe muss einige bauliche Anforderungen erfüllen, um seinen Zweck zu erfüllen.

  • Das Fundament der Luft-Wärmepumpe sollte aus einer zehn Zentimeter dicken, waagerechten Betonschicht bestehen, die über dem Boden gegossen wird.
  • Das Material des Sockels für die Wärmepumpe soll wasserabstoßende Eigenschaften haben.
  • Wichtig ist auch die Frostsicherheit: Da die Frosttiefe bis zu 1,20 Meter betragen kann, sollte unterhalb der Fundament-Betonplatte eine mit Kies oder Schotter gefüllte Grube liegen.
  • Planen Sie auf dem Schotter eine Abdichtung sowie eine Schicht Magerbeton ein, die sich direkt unterhalb des Fundaments befindet.
  • Zur Vermeidung von Schallbrücken muss der Wärmepumpensockel über den gesamten Umfang abgeschlossen sein.
  • Pro Tag fallen bei einer Luftwärmepumpe etwa 50 Liter Kondensat an. Der Kondensatablauf sollte daher unterhalb der Frostgrenze liegen und durch den Betonsockel mit stetigem Gefälle in einen Abfluss oder in das wasseraufnehmende Erdreich führen. Es ist alternativ auch die Anbindung an die Hausentwässerung möglich.
  • Ebenso wie bei den Heizwasserleitungen und Elektrokabeln, ist beim Kondensatablauf auf eine frostsichere Verlegung im Fundament und unterhalb der Frostschutzgrenze zu achten.
  • Entsteht durch die Wärmepumpe eine Traglast von mehr als 200 kg, so benötigt das Fundament eine Armierung. Diese ist zum Beispiel durch Baustahlmatten innerhalb des Fundaments umsetzbar.

Gut zu wissen: Bei dem Fundament für eine Wärmepumpe handelt es sich im Grunde genommen um ein kleines Streifenfundament. Denn es ist in Form, Ausrichtung und Größe der Bodenplatte einer Wärmepumpe angepasst. Ein Streifenfundament spart zudem durch die exakte Anpassung Beton.

Vorgehensweise beim Setzen des Fundamentes für eine Luftwärmepumpe

Achten Sie bereits während der Planung darauf, dass das spätere Fundament dieselben Maße wie Ihre Wärmepumpe haben sollte. Dies gilt für jedes Fundament: Seine Ausmaße sollen denen des zugehörigen Bauwerks entsprechen.

Für des Gießen des Fundamentes für eine Luft-Wärmepumpe haben sich bestimmte Vorgehensweisen etabliert. Möchten Sie das Fundament für die Wärmepumpe selbst gießen und nicht an ein Fachunternehmen abgeben, erfahren Sie im Folgenden, worauf Sie achten sollten.

Fundament für die Wärmepumpe auf kleinen Grundstücken

Wenn Ihr Grundstück eher klein ist, sollte Ihre Luft-Wasser-Wärmepumpe nicht parallel zum Haus stehen. Vielmehr sollte sie in einem Winkel von 30 bis 40 Grad zum Haus aufgestellt werden. Diese Anordnung wirkt sich auch auf das Fundament aus: Gießen Sie es exakt so, wie Ihre Wärmepumpe später stehen soll.

Die schräge Anordnung der Wärmepumpe und des zugehörigen Fundaments hängt mit den Schallemissionen der Wärmepumpe zusammen. Denn so aufgestellt, ist der Weg der Schallwellen zum Nachbarn weiter. Mit jedem Zusatzmeter nimmt dabei die Dezibelzahl ab, wodurch die Lärmbelästigung durch die Wärmepumpe, die zwischen etwa 30 bis 50 Dezibel liegt, verringert wird.

Achten Sie darauf, dass auch die Heizungsrohre, welche zum Fundament und damit zur Wärmepumpe führen, in einer entsprechenden Tiefe zum Fundament geführt werden. Auch sie müssen beim Betonieren berücksichtigt und entsprechend eingearbeitet werden.

Anlegen eines Fundaments für die Wärmepumpe: das Vorgehen Schritt für Schritt

Das Fundament muss immer zur Größe der Wärmepumpe passen. | Bildquelle: © AdobeStock_caifas

Die folgende Anleitung zeigt Ihnen die Schritte auf, die für das Anlegen eines Fundamentes für die Wärmepumpe notwendig sind.

  • Heben Sie zunächst eine Baugrube aus, die größer als das herzustellende Fundament für die Luftwärmepumpe ist.
  • Bringen Sie in die Baugrube eine fest verankerte Holzschalung ein. Diese können Sie zuvor in der Größe Ihrer Wärmepumpe selbst bauen.
  • Betonieren Sie als Nächstes die benötigten Zuleitungsrohre ein.
  • Geben Sie dem Beton etwa 24 Stunden Zeit für ein erstes Aushärten, das vollständige Abbinden ist erst nach ca. 28 Tagen erreicht.
  • Ist das Fundament ausgehärtet und trocken, tragen Sie einen Bitumenanstrich in drei Schichten auf.
  • Sobald auch der Bitumenanstrich getrocknet ist, können Sie die Baugrube mit Kies oder Schotter auffüllen.
  • Gießen Sie darauf das Fundament der Wärmepumpe mit einer Tiefe von zehn Zentimetern. Achten Sie darauf, dass das Fundament waagerecht ausfällt.

Fundament einer Wärmepumpe: die Kosten

Wird das Fundament für die Wärmepumpe direkt im Neubau mit erstellt, liegen die Kosten bei etwa 260 bis 390 Euro netto. Entscheiden Sie sich dazu, das Fundament nachträglich durch einen Garten-Landschaftsbauer gießen zu lassen, kommen (netto) noch einmal ca. 300 bis 600 Euro hinzu. Möchten Sie das Gießen Ihres Wärmepumpen-Fundaments wortwörtlich selbst in die Hand nehmen, können Sie – anhand des Materialpreises von Schnellbeton im Baumarkt – mit etwa 100 bis 150 Euro an Kosten rechnen. Alternativ zur Ortbeton-Variante können Sie auch ein Fertigfundament beziehungsweise einen Betonsockel für die Wärmepumpe kaufen. Hierfür müssen Sie mit Kosten von etwa 150 bis 300 Euro rechnen.

Welches Fundament bei einer Luft-Wärmepumpe infrage kommt, sollte immer die fachkundige Prüfung durch einen Wärmepumpen-Installateur ergeben.

FAQ

Welcher Beton für das Fundament der Wärmepumpe?

Für das Wärmepumpenfundament können Sie zum Beispiel Schnellbeton verwenden, der besonders zügig abbindet. Er eignet sich vor allem dann, wenn Sie den Sockel für die Luftwärmepumpe in Eigenregie herstellen. Grundsätzlich kommt für alle Fundamente Normalbeton mit Sand und Kies zum Einsatz.

Was kostet ein Fundament für eine Wärmepumpe?

Je nachdem, ob Sie das Fundament selbst gießen oder ein Fachunternehmen beauftragen, liegen die Kosten zwischen etwa 100 bis 600 Euro. Relevant für den Preis ist außerdem, ob das Fundament direkt im Rahmen eines Neubaus oder nachträglich erstellt wird.

Wo sollte eine Luftwärmepumpe stehen?

Eine Wärmepumpe und somit ihr Sockel sollte etwa drei Meter Abstand zu Wänden, Gehwegen, Terrassen oder ähnlichem haben. Aufgrund der Lautstärke ist es außerdem sinnvoll, die Wärmepumpe auf der lauteren Straßenseite des Gebäudes aufzustellen.

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Erfahrungen & Fragen zum Thema Wärmepumpe

Bei Neubau: Gas-Brennwertheizung vs. Luftwärmepumpe?

Wir planen ein Fertighaus - und haben hier die Wahl seitens des Bauträgers zwischen einer Gas-Brennwert Heizung und einer Luft-Wärmepumpe (eine Erdwärmepumpe steht nicht zur Verfügung). Der Gasanschluss kostet ungefähr 400 Euro. Bei den Luftwärmepumpen sind die Mehrkosten etwa 10.000 Euro im Vergleich zur Gasheizung. Angeboten wird hier eine Nibe F2040 oder einer Nibe F2120. Was macht hier am meisten Sinn, um zukünftig auf der sicheren Seite zu sein? Mein Kopf sagt, dass sich der Mehrpreis für eine Luftwärmepumpe beim aktuellen Gaspreis nicht lohnt. Zudem kann man für den Mehrpreis ja auch eine Solarthermie oder Photovoltaikanlage installieren (oder zumindest teilweise auch schon vorbereiten). Allerdings hat meine Frau auch widerrum Vorbehalte gegen die Sicherheit einer Gasheizung (wegen Gasaustritt) - wobei ich nicht weiß, ob das bei neuen / aktuellen Gasheizungen noch ein Thema ist. Was würden Sie hier empfehlen?
Antwort von LKS SARL

Ich würde raten weder noch! Sie haben schon bei der Solarthermie einen vernünftigen Gedanken, warum nicht direkt auf Pellets hinaus gehen: wir haben das schon fast 20 Jahre: Komfort hervorragend, heimische Energie, bezahlbare wenig schwankbare Kosten und Gebäude Wertzunahme.

Wärmepumpe vom Nachbarn sehr laut und sehr nah an Grundstücksgrenze: Was kann ich tun?

Mein Nachbar hat eine Mitsubishi Electric Wärmepumpe PUHZ-SHW112Y mit enem Abstand von 0,5 Meter an die Grenze gesetzt, betoniert auf zwei kleinen Fundamenten (an unsere künftige Terasse). Kinderzimmer ist gerade 4 Meter entfernt. Das Ding hat lauf Herstellerangaben 70 dB(a). Wo das Ding in Betrieb ging - 15 C kamen am Kinderzimmer noch 55 dB an. Heute früh um 8:00 bei 2 Grand waren es noch 48 dB (Handymesseung). Laut Schallrechner des Bundeverband Wärmepumpe müssten da 8 Meter Abstand sein. Immer wenn ich auf meiner Baustelle bin läuft das Ding recht nervig. Ich baue in Bad Mergentheim (BW). Was kann ich machen? Habe selber eine ROTEX Wärmepumpe, die ist wesentlich leiser und hat einen Abstand von 5 Metern zur Grenze.
Antwort von Energieberatung Stapff

Wärmepumpen können je nach Baurecht als Teil eines Gebäudes gesehen werden = Mindestabstand 3 Meter.

Zum Schallschutz finden sich Angaben inb der TZA Luft:
http://www.verwaltungsvorschriften-im-internet.de/bsvwvbund_26081998_IG19980826.htm

Dazu eine Sammlung von Urteilen:
http://www.laerm-luftwaermepumpen.de/index.php/aktuelle-gerichtsurteile

Nachbarn sollten sich verstehen, müssen miteinander auskommen. Konfrontgation nutzt keinem. Warum tun Sie sich nicht zusammen und bauen Ihre beiden Wärmepumpen auf einen gemeinsamen Platz? Schon mal ans Garagendach gedacht? Oder ein Satteldach auf die Garage und darunter die WP versteckt?

Es gibt schallhemmende Gummipuffer (Maschinenbau) als Lager, richtig platzierte Schallschutzwände, und mehr

Winterliche grüße
Herbert Stapff

Luftwärmepumpe oder Gastherme: Vor- und Nachteile

Was Vor-/Nachteile einer Luft-Wärmepumpe gegenüber einer Gastherme?
Antwort von GESBB - Ingenieurbüro

Die Frage lässt sich nicht einfach beantworten und hängt insbesondere von den spezifischen Randbedingungen des speziellen Bauvorhabens ab.
Bei Neubauten kommt man bei einer Gastherme im EnEV Nachweisverfahren ohne zusätzliche solarthermische Anlage nicht aus. Wobei diese in EFH leider meist unwirtschaftlich ist.
Bei einem Kostenvergleich ist diese sowie die Gasanschlußkosten zu berücksichtigen.

Vollmodulierende Luftwärmepumpen gewinnen bei Neubauten zunehmend an Bedeutung.
Allerdings muß besonders dabei eine fachgerechte Anlagendimensionierung durchgeführt werden, da andernfalls für den Anlagenbetreiber zu hohe Verbrauchskosten entstehen.
Objektive und verkaufsunabhängige Hersteller- und Geräteauswahl besitzt zudem besondere Bedeutung.
Hinweis:
Nicht der COP nach Herstellerdatenblättern ist ausschlaggebend, sondern die tatsächlich erreichbare JAZ.

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