Bauliche Anforderungen & Kosten einer Wärmepumpe

Sie interessieren sich für eine Wärmepumpe? Dann steht am Anfang eines Projekts die grundsätzliche Frage nach der Machbarkeit. Welche baulichen Voraussetzungen stellt eine Wärmepumpe an Grundstück und Eigenheim? Was kostet solch ein Gerät, und sind finanzielle Förderungen möglich? Auf diese zentralen Fragen finden Sie im ersten Teil unserer Checkliste zur Anschaffung einer Wärmepumpe eine Antwort.
Dieser Artikel wurde von
Christian Märtel für www.Heizungsfinder.de verfasst.
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HeizungenWärmepumpeChecklisteMachbarkeit

Wärmepumpen Checkliste Teil 1: Machbarkeit (baulich & finanziell)

Wärmepumpen können sowohl für Bestandsgebäude als auch für neu zu bauende Eigenheime als zentrales Heizsystem in Betracht kommen. In der Praxis erzielen Wärmepumpen in neu gebauten Immobilien grundsätzliche eine etwas bessere Leistung als im Bestandsbau. Die baulichen Anforderungen für Grundstück und Haus lassen sich bei einem Neubau von vornherein beeinflussen, für Bestandsgebäude sind diese kritisch zu prüfen. Generell sind fünf verschiedene Anlagenvarianten einer Wärmepumpe möglich. Als Wärmequelle dienen entweder das Erdreich, Grundwasser oder die Umgebungsluft.

1. Bauliche Anforderungen der verschiedenen Wärmepumpen

1.1 Sole-Wasser Wärmepumpe mit Erdkollektoren:

  • Grundstücksgröße: 1,5 bis 2 mal so groß wie die zu beheizende Wohnfläche
  • Grundstücksprofil: möglichst kein Gefälle (horizontaler Einbau in einer Tiefe von ca. 1,50m möglich)
  • Bodenbeschaffenheit: möglichst kein bindiger, feuchter, sandiger, kiesiger Boden mit tiefwurzelnder Bepflanzung
  • Grundstücksgestaltung: ein baulicher Eingriff in die Vegetation und Bebauung des Grundstücks ist persönlich vertretbar; der Boden selbst darf im Anschluss nicht überbaut, verdichtet oder versiegelt werden.
  • frei von Genehmigung: Mitteilung an die untere Wasserbehörde des Kreises erforderlich
  • Vorteil: konstantes Temperaturniveau der Wärmequelle

1.2 Sole-Wasser-Wärmepumpe mit Erdsonden:

  • Bodengutachten zur Bodenbeschaffenheit, Schichtenfolge, Grund- und Schichtenwasser Vorkommen und Verläufen, Entzugsleistung (Bohrungen zwischen 30m und 100m Tiefe)
  • Genehmigung: wasserrechtliche Genehmigung der unteren Wasserbehörde des Kreises laut Wasserhaushaltsgesetz erforderlich, wenn grundwasserführende Schichten getroffen werden (in Trinkwasserschutzgebieten ist ein Bau nahezu ausgeschlossen)
  • Zugänglichkeit des Grundstücks für das Bohrgerät
  • Vorteil: Erdsonden erschließen auch kleinere Grundstücke in Ballungsgebieten für Erd-Wärmepumpen; konstantes Temperaturniveau der Wärmequelle
  • Nachteil: Erschließung der Wärmequelle kostenintensiv

1.3 Wasser-Wasser-Wärmepumpe:

  • Grundwasseruntersuchung: zu hoher Eisen und Mangangehalt gelten als Ausschlusskriterium (Verockerung des Schluckbrunnens)
  • Genehmigung: wasserrechtliche Genehmigung der unteren Wasserbehörde des Kreises laut Wasserhaushaltsgesetz erforderlich
  • Grundstücksgröße: baulicher Abstand zwischen den Brunnen von mind. 15m möglich

1.4 Luft-Wasser-Wärmepumpe:

  • Aufstellungsort: aufgrund der niedrigeren Wärmekapazität muss eine Luft-Wärmepumpe große Mengen an Luft bewegen. Die Geräuschentwicklung liegt bei ca. 50dB (normale Sprachlautstärke). Der Aufstellungsort sollte in Bezug auf Nachbargrundstücke entsprechend gewählt werden.
  • Vorteil: Erschließung der Wärmequelle ist am preiswertesten, frei von Genehmigungen, Grundstücksanforderungen entfallen
  • Betriebsweise: monoenergetisch oder bivalent

1.5 Luft-Luft-Wärmepumpe:

  • Passivhaus mit Lüftungsanlagen mit kontrollierter Wärmerückgewinnung

2. Bauliche Anforderungen an Immobilien

  • Vorlauftemperatur: Neubau 35°C, Bestandsbau nicht höher als 50°C
  • Niedertemperaturheizkörper: Fußbodenheizung, Flächenheizkörper (Wandheizungen)
  • Wärmedämmung
  • Puffer- oder Kombispeicher
  • Drehstromanschluss mit eigenem Stromzähler

Einen ersten Eindruck, ob eine Wärmepumpe für Ihre Immobilie eine sinnvolle Lösung sein kann, ermittelt unser Heizungsrechner. Diesen können Sie auch dirket nutzen, um Angebote bei Wärmepumpen Fachbetrieben einzuholen.

3. Kosten für Wärmepumpen

4. Förderung für Wärmepumpen

  • Einmal-Zuschuss des Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle im Rahmen des Marktanreizgrogramm (Bafa-Förderung für Wärmepumpen)
  • Sole-Wasser und Wasser-Wasser-Wärmepumpen: 2.400€ bis 10 kW (darüber hinaus Staffelung)
  • Luft-Wasser-Wärmepumpen: 900€ bis 20 kW; 1.200€ ab 20 kW bis 100 kW

Weitere Vorab-Informationen zum Leistungsvermögen und Leistungsverhalten finden Sie im zweiten Teil unserer Checkliste zum Ertrag einer Wärmepumpe. Nächster Projektschritt ist für Sie dann der Ortstermin mit einem Wärmepumpen Fachbetrieb. Näheres hierzu im dritten Teil unserer Wärmepumpen Checkliste.

Die komplette Checkliste können Sie auch direkt als Printversion herunterladen. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg mit Ihrem Projekt!

Weiterlesen zum Thema "Ertrag"

Erfahrungen & Fragen zum Thema Wärmepumpe

Bei Neubau: Gas-Brennwertheizung vs. Luftwärmepumpe?

Wir planen ein Fertighaus - und haben hier die Wahl seitens des Bauträgers zwischen einer Gas-Brennwert Heizung und einer Luft-Wärmepumpe (eine Erdwärmepumpe steht nicht zur Verfügung). Der Gasanschluss kostet ungefähr 400 Euro. Bei den Luftwärmepumpen sind die Mehrkosten etwa 10.000 Euro im Vergleich zur Gasheizung. Angeboten wird hier eine Nibe F2040 oder einer Nibe F2120. Was macht hier am meisten Sinn, um zukünftig auf der sicheren Seite zu sein? Mein Kopf sagt, dass sich der Mehrpreis für eine Luftwärmepumpe beim aktuellen Gaspreis nicht lohnt. Zudem kann man für den Mehrpreis ja auch eine Solarthermie oder Photovoltaikanlage installieren (oder zumindest teilweise auch schon vorbereiten). Allerdings hat meine Frau auch widerrum Vorbehalte gegen die Sicherheit einer Gasheizung (wegen Gasaustritt) - wobei ich nicht weiß, ob das bei neuen / aktuellen Gasheizungen noch ein Thema ist. Was würden Sie hier empfehlen?
Antwort von LKS SARL

Ich würde raten weder noch! Sie haben schon bei der Solarthermie einen vernünftigen Gedanken, warum nicht direkt auf Pellets hinaus gehen: wir haben das schon fast 20 Jahre: Komfort hervorragend, heimische Energie, bezahlbare wenig schwankbare Kosten und Gebäude Wertzunahme.

Wärmepumpe vom Nachbarn sehr laut und sehr nah an Grundstücksgrenze: Was kann ich tun?

Mein Nachbar hat eine Mitsubishi Electric Wärmepumpe PUHZ-SHW112Y mit enem Abstand von 0,5 Meter an die Grenze gesetzt, betoniert auf zwei kleinen Fundamenten (an unsere künftige Terasse). Kinderzimmer ist gerade 4 Meter entfernt. Das Ding hat lauf Herstellerangaben 70 dB(a). Wo das Ding in Betrieb ging - 15 C kamen am Kinderzimmer noch 55 dB an. Heute früh um 8:00 bei 2 Grand waren es noch 48 dB (Handymesseung). Laut Schallrechner des Bundeverband Wärmepumpe müssten da 8 Meter Abstand sein. Immer wenn ich auf meiner Baustelle bin läuft das Ding recht nervig. Ich baue in Bad Mergentheim (BW). Was kann ich machen? Habe selber eine ROTEX Wärmepumpe, die ist wesentlich leiser und hat einen Abstand von 5 Metern zur Grenze.
Antwort von Energieberatung Stapff

Wärmepumpen können je nach Baurecht als Teil eines Gebäudes gesehen werden = Mindestabstand 3 Meter.

Zum Schallschutz finden sich Angaben inb der TZA Luft:
http://www.verwaltungsvorschriften-im-internet.de/bsvwvbund_26081998_IG19980826.htm

Dazu eine Sammlung von Urteilen:
http://www.laerm-luftwaermepumpen.de/index.php/aktuelle-gerichtsurteile

Nachbarn sollten sich verstehen, müssen miteinander auskommen. Konfrontgation nutzt keinem. Warum tun Sie sich nicht zusammen und bauen Ihre beiden Wärmepumpen auf einen gemeinsamen Platz? Schon mal ans Garagendach gedacht? Oder ein Satteldach auf die Garage und darunter die WP versteckt?

Es gibt schallhemmende Gummipuffer (Maschinenbau) als Lager, richtig platzierte Schallschutzwände, und mehr

Winterliche grüße
Herbert Stapff

Luftwärmepumpe oder Gastherme: Vor- und Nachteile

Was Vor-/Nachteile einer Luft-Wärmepumpe gegenüber einer Gastherme?
Antwort von GESBB - Ingenieurbüro

Die Frage lässt sich nicht einfach beantworten und hängt insbesondere von den spezifischen Randbedingungen des speziellen Bauvorhabens ab.
Bei Neubauten kommt man bei einer Gastherme im EnEV Nachweisverfahren ohne zusätzliche solarthermische Anlage nicht aus. Wobei diese in EFH leider meist unwirtschaftlich ist.
Bei einem Kostenvergleich ist diese sowie die Gasanschlußkosten zu berücksichtigen.

Vollmodulierende Luftwärmepumpen gewinnen bei Neubauten zunehmend an Bedeutung.
Allerdings muß besonders dabei eine fachgerechte Anlagendimensionierung durchgeführt werden, da andernfalls für den Anlagenbetreiber zu hohe Verbrauchskosten entstehen.
Objektive und verkaufsunabhängige Hersteller- und Geräteauswahl besitzt zudem besondere Bedeutung.
Hinweis:
Nicht der COP nach Herstellerdatenblättern ist ausschlaggebend, sondern die tatsächlich erreichbare JAZ.

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