Ortstermin mit einem Wärmepumpen Installateur

Der Ortstermin mit einem Wärmepumpeninstallateur ist nach der Vorab-Informierung zur Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit einer Wärmepumpe der nächste Schritt. Dieser ist wichtig, damit Ihnen ein Fachbetrieb ein individuelles Angebot erstellen kann. Ihr Ziel sollte es bei diesem Termin sein, dass Sie sich ein genaues Bild von Ihrem potenziellen Vertragspartner machen. Woran Sie einen seriösen Installateursbetrieb erkennen, und welche Punkte in einer Wärmepumpen Beratung vor Ort geklärt werden müssen haben wir Ihnen hier zusammengestellt.
Dieser Artikel wurde von
Christian Märtel für www.Heizungsfinder.de verfasst.
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Wärmepumpen Checkliste Teil 3: Ortstermin (Beratung & Installateur)

Stand Ihres Wärmepumpen Projekts ist folgender: Sie haben sich über die finanzielle und technische Machbarkeit einer Wärmepumpe informiert und Wärmepumpen Fachbetriebe für einen Ortstermin angefragt. Nun geht es darum, Fachbetriebe anhand ihrer Erfahrung und Beratungsleistung zu beurteilen und eine Vorauswahl zu treffen, welche Betriebe Ihnen ein Angebot unterbreiten sollen.

Gegenstand der Vor-Ort-Beratung sollte sein:

  • energetische Zustand des Hauses: Ist das Haus aufgrund des Dämmstandards für eine Wärmepumpe geeignet?
  • Heizlastberechnung für Heizung und Warmwasser: Der Wärmepumpeninstallateur muss die Heizsituation in jedem einzelnen Raum genau ermitteln (Wärmebedarfsberechnung) und den Zustand jedes einzelnen Heizkörpers prüfen (Vorlauftemperatur, Wärmeabgabe etc.). Wie hoch war der Warmwasserverbrauch in den letzten Jahren? Und in welchem Zustand ist die Dämmung von wasserführenden Rohrleitungen im Haus?
  • Austausch von Heizkörpern: Können die vorhanden Heizkörper genutzt werden, oder müssen diese ausgetauscht werden? Die Überprüfung beinhaltet auch Pumpen und Ventile.
  • persönliches Heizverhalten & Warmwasserverbrauch: Der Wärmepumpeninstallateur sollte sehr genau nach persönlichen Vorlieben beim Heizen (Wohlfühltemperatur) und Duschen / Baden etc. fragen. Auch Fragen, die zunächst sehr persönlicher Natur sind, müssen bedacht werden. So spielt z.B. Ihre zukünftige Familienplanung und Nachwuchs eine Rolle (erhöhter Warmwasserverbrauch).
  • Begehung des Grundstücks: Der Wärmepumpeninstallateur macht sich hierbei ein Bild, ob Erdkollektoren, Erdsonden oder Brunnen grundsätzlich baulich zu realisieren sind (Zugang für das Bohrgerät, Grundstücksgröße etc.) bzw. wo eine Luft-Wärmepumpe aufgestellt werden kann (Geräuschentwicklung & Abstand zu Nachbargrundstücken).
  • Bodengutachten / Grundwasseranalyse: Hierbei gibt es unterschiedliche Vorgehensweisen. Entweder bespricht der Installateur mit Ihnen anhand von Bodenkarten und Daten von Geoämtern und Wasserbehörden zunächst grundsätzlich die Erschließung der Wärmequelle. Oder es werden im Anschluss an den Ortstermin ein Bodengutachten bzw. eine Grundwasseranalyse für die Entzugsleistung erstellt. Besprechen Sie in diesem Fall die Vorgehensweise mit dem Installateur.
  • Baugenehmigungen: Der Installateur sollte Sie darüber aufklären, welche behördlichen Genehmigungen erforderlich werden, und ob dieser die Beantragung für Sie übernimmt (als Grundstückseigner sind zuständig Sie zuständig).
  • Betriebsweise der Wärmepumpe: monovalent (kein zweiter Wärmeerzeuger, kein Heizstab), bivalent (Heizstab oder Heizkessel), monoenergetisch (nur mit zusätzlichem Heizstab)
  • Wärmepumpenstrom: Wie sind die Sperrzeiten und Tarife beim örtlichen Energieversorger geregelt? Wird ein zweiter Stromzähler gestellt?

Kriterien für einen seriösen Wärmepumpen Fachbetrieb

Für Fachbetriebe, Bohrunternehmen und Wärmepumpen-Hersteller in Deutschland gibt es jeweils eine zentrale Zertifizierung. An dieser können Sie sich orientieren, um ausgebildetes und erfahrenes Fachpersonal und qualitativ hochwertige Geräte zu finden:

  • EUCERT Zertifizierung weist Fachbetriebe als "EU zertifizierte Wärmepumpeninstallateure" aus
  • W 120 Zertifizierung nach DVGW weist qualifizierte Bohrunternehmen aus
  • EHPA Gütesiegel legt einheitliche Qualitätsstandards für Hersteller von Wärmepumpen fest (Technik, Planung & Service- und Garantieleistungen)

Einen seriösen Fachbetrieb erkennen Sie ungeachtet der Zertifizierung auch an folgenden Kriterien:

  • Referenzanlagen: Fragen Sie den Wärmepumpeninstallateur nach Referenzen und erkundigen Sie sich bei diesen nach den Erfahrungen mit dem Installateur und der Zufriedenheit mit der Wärmepumpe.
  • vertragliche Vereinbarung über eine Mindestjahresarbeitszahl
  • realistische Einschätzung der Lage vor Ort: ein seriöser Installateur wird Ihnen bei einem Bestandsbau mit niedrigen Dämmstandard und ungeeigneten Heizkörpern von einer Wärmepumpe abraten.
  • Planung und Realisierung aus einer Hand: beim Bau einer Wärmepumpe sind verschiedene Gewerke beteiligt (Bohrunternehmen, Erdarbeiten, Wärmepumpen Installateur, Heizungsbauer, Elektriker etc.). Die Koordinierung sollte in jedem Fall der ausführende Fachbetrieb übernehmen.
  • Flexibiltät in der Wahl der Hersteller: Verbaut der Wärmepumpeninstallateur ausschließlich Komponenten eines Herstellers, oder wählt er diese herstellerneutral je nach Projektanforderungen aus?
  • Kein Drängen auf Vertragsunterzeichnung: Planung, Angebotserstellung und Projektabwicklung sollten ohne Zeitdruck erfolgen. Das Angebot selbst sollte eine Gültigkeit von zwei bis vier Wochen haben.
  • keine mündlichen oder handschriftlichen Vereinbarungen
  • angemessene Zahlungsbedingungen für Vorauszahlung und Zahlungsfrist
  • geklärte Gewährleistung für alle Anlagenkomponenten

Im Anschluss an den Ortstermin wird Ihnen der Wärmepumpeninstallateur ein Angebot für Ihre Immobilie vorlegen. Wie ein vollständiges Angebot aussieht und wie Sie verschiedene Angebote miteinander vergleichen erfahren im vierten Schritt unserer Checkliste zur Anschaffung einer Wärmepumpe: Wärmepumpen Angebote.

Die komplette Checkliste können Sie auch direkt als Printversion herunterladen. Wir wünschen Ihnen viel Erfolg mit Ihrem Projekt!

Weiterlesen zum Thema "Inhalt des Angebots"

Erfahrungen & Fragen zum Thema Wärmepumpe

Bei Neubau: Gas-Brennwertheizung vs. Luftwärmepumpe?

Wir planen ein Fertighaus - und haben hier die Wahl seitens des Bauträgers zwischen einer Gas-Brennwert Heizung und einer Luft-Wärmepumpe (eine Erdwärmepumpe steht nicht zur Verfügung). Der Gasanschluss kostet ungefähr 400 Euro. Bei den Luftwärmepumpen sind die Mehrkosten etwa 10.000 Euro im Vergleich zur Gasheizung. Angeboten wird hier eine Nibe F2040 oder einer Nibe F2120. Was macht hier am meisten Sinn, um zukünftig auf der sicheren Seite zu sein? Mein Kopf sagt, dass sich der Mehrpreis für eine Luftwärmepumpe beim aktuellen Gaspreis nicht lohnt. Zudem kann man für den Mehrpreis ja auch eine Solarthermie oder Photovoltaikanlage installieren (oder zumindest teilweise auch schon vorbereiten). Allerdings hat meine Frau auch widerrum Vorbehalte gegen die Sicherheit einer Gasheizung (wegen Gasaustritt) - wobei ich nicht weiß, ob das bei neuen / aktuellen Gasheizungen noch ein Thema ist. Was würden Sie hier empfehlen?
Antwort von LKS SARL

Ich würde raten weder noch! Sie haben schon bei der Solarthermie einen vernünftigen Gedanken, warum nicht direkt auf Pellets hinaus gehen: wir haben das schon fast 20 Jahre: Komfort hervorragend, heimische Energie, bezahlbare wenig schwankbare Kosten und Gebäude Wertzunahme.

Wärmepumpe vom Nachbarn sehr laut und sehr nah an Grundstücksgrenze: Was kann ich tun?

Mein Nachbar hat eine Mitsubishi Electric Wärmepumpe PUHZ-SHW112Y mit enem Abstand von 0,5 Meter an die Grenze gesetzt, betoniert auf zwei kleinen Fundamenten (an unsere künftige Terasse). Kinderzimmer ist gerade 4 Meter entfernt. Das Ding hat lauf Herstellerangaben 70 dB(a). Wo das Ding in Betrieb ging - 15 C kamen am Kinderzimmer noch 55 dB an. Heute früh um 8:00 bei 2 Grand waren es noch 48 dB (Handymesseung). Laut Schallrechner des Bundeverband Wärmepumpe müssten da 8 Meter Abstand sein. Immer wenn ich auf meiner Baustelle bin läuft das Ding recht nervig. Ich baue in Bad Mergentheim (BW). Was kann ich machen? Habe selber eine ROTEX Wärmepumpe, die ist wesentlich leiser und hat einen Abstand von 5 Metern zur Grenze.
Antwort von Energieberatung Stapff

Wärmepumpen können je nach Baurecht als Teil eines Gebäudes gesehen werden = Mindestabstand 3 Meter.

Zum Schallschutz finden sich Angaben inb der TZA Luft:
http://www.verwaltungsvorschriften-im-internet.de/bsvwvbund_26081998_IG19980826.htm

Dazu eine Sammlung von Urteilen:
http://www.laerm-luftwaermepumpen.de/index.php/aktuelle-gerichtsurteile

Nachbarn sollten sich verstehen, müssen miteinander auskommen. Konfrontgation nutzt keinem. Warum tun Sie sich nicht zusammen und bauen Ihre beiden Wärmepumpen auf einen gemeinsamen Platz? Schon mal ans Garagendach gedacht? Oder ein Satteldach auf die Garage und darunter die WP versteckt?

Es gibt schallhemmende Gummipuffer (Maschinenbau) als Lager, richtig platzierte Schallschutzwände, und mehr

Winterliche grüße
Herbert Stapff

Luftwärmepumpe oder Gastherme: Vor- und Nachteile

Was Vor-/Nachteile einer Luft-Wärmepumpe gegenüber einer Gastherme?
Antwort von GESBB - Ingenieurbüro

Die Frage lässt sich nicht einfach beantworten und hängt insbesondere von den spezifischen Randbedingungen des speziellen Bauvorhabens ab.
Bei Neubauten kommt man bei einer Gastherme im EnEV Nachweisverfahren ohne zusätzliche solarthermische Anlage nicht aus. Wobei diese in EFH leider meist unwirtschaftlich ist.
Bei einem Kostenvergleich ist diese sowie die Gasanschlußkosten zu berücksichtigen.

Vollmodulierende Luftwärmepumpen gewinnen bei Neubauten zunehmend an Bedeutung.
Allerdings muß besonders dabei eine fachgerechte Anlagendimensionierung durchgeführt werden, da andernfalls für den Anlagenbetreiber zu hohe Verbrauchskosten entstehen.
Objektive und verkaufsunabhängige Hersteller- und Geräteauswahl besitzt zudem besondere Bedeutung.
Hinweis:
Nicht der COP nach Herstellerdatenblättern ist ausschlaggebend, sondern die tatsächlich erreichbare JAZ.

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