Luft-Wasser-Wärmepumpe: klimafreundlich heizen

17. August 2021
Als Wärmequelle einer Luft-Wasser-Wärmepumpen dient die Umgebungsluft. Diese kann nahezu überall und mit wenig Aufwand erschlossen werden. Das macht Luft-Wärmepumpen universell einsetzbar und besonders interessant für Häuser mit kleinen Grundstücken. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kann wahlweise im Gebäude oder außen aufgestellt werden. Erfahren Sie, wie die Luft-Wasser-Wärmepumpe funktioniert, was sie kostet und welche Fördermöglichkeiten es gibt.
Dieser Artikel wurde von
Gina Doormann für www.Heizungsfinder.de verfasst.
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Inhalt

Wie funktioniert eine Luft-Wasser-Wärmepumpe?

Das folgende Video der Firma Bosch stellt einige Luft-Wasser-Wärmepumpen vor und erklärt die Funktionsweisen.

 


    
      

    

Die Luft-Wasser-Wärmepumpe saugt warme Außenluft an, um mit deren Energie das Innere eines Hauses zu heizen. Sie kann entweder im Außenbereich oder im Keller des Hauses aufgestellt werden. Hierfür wird ca. 1 m³ Raum für die Technik benötigt.

Im Vergleich zu Sole-Wasser-Wärmepumpen und Wasser-Wasser-Wärmepumpen kommt eine Luft-Wasser-Wärmepumpe mit weniger Platz aus. Ebenso sind keine Genehmigungen nötig – zum Beispiel für den Bau eines Brunnens oder die Bohrung einer Erdsonde. Für Gebäude mit wenig Platz im Heizungskeller oder im Garten sind Luft-Wärmepumpen daher eine flexible und kostengünstige Alternative. Sie sind interessiert? Dann fordern Sie direkt eine kostenlose Beratung zu Luft Wärmepumpen an!


Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Heizungsunterstützung und Brauchwassererwärmung;
Bildquelle: Bundesverband Wärmepumpe e.V.

Die Luft-Wasser-Wärmepumpe ist ganzjährig einsetzbar. Je nach Temperatur der Wärmequelle benötigt sie mehr Strom, um die gewonnene Wärme zu verdichten und auf die benötigte Vorlauftemperatur für die Heizung zu bringen. Die günstigen Anschaffungskosten dieser Wärmepumpe gleichen die höheren Betriebskosten damit zu einem gewissen Teil wieder aus. Im Hinblick auf die Anschaffungskosten ist die Förderung interessant: Sie reduziert den Preis für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe um mehr als ein Drittel. Auf den Aspekt der Luft-Wasser-Wärmepumpen-Kosten gehen wir später noch genauer ein.

Luft-Wasser-Wärmepumpe Funktion: Ein intelligenter Kreislauf ermöglicht Heizen und Kühlen gleichermaßen

In dem System der Luft-Wasser-Wärmepumpen-Hei­zung verläuft ein Kältemittel. Es transportiert die gewonnene Wärme weiter zum Brauch- oder Heizungswasser. Das Kältemittel wird durch die warme Umgebungsluft erwärmt, bis es schließlich den Siedepunkt erreicht und verdampft. Der Verdichter der Luft-Wärmepumpe komprimiert das Kältemittel und "pumpt" die Temperatur auf ein höheres Niveau.


Nachdem das Kältemittel in dem Verdichter noch heißer geworden ist, fließt es zum Wärmetauscher und erwärmt dadurch das Brauch- und Heizungswasser – das Kältemittel verflüssigt sich wieder.

Ein Entspannungsventil verringert den Druck in der Luft-Wasser-Wärmepumpe und das Kältemittel kühlt noch weiter ab. Am Ende wird das flüssige kalte Kältemittel zum Verdampfer transportiert, wo es wieder die Wärme aus der Luft aufnehmen kann. Der Kreislauf beginnt von neuem.

Durch Prozessumkehr kann die Luft-Wasser-Wärmepumpe auch kühlen. In diesem Fall funktioniert die Luft-Wärmepumpe nach dem gleichen Prinzip wie ein Kühlschrank. Fachbetriebe informieren Sie gerne auch über die Kombination aus Heizen und Kühlen.

Wie eine Luft-Wasser Wärmepumpe genau installiert wird, zeigt der Bericht zur Installation einer Luft Wärmepumpe.

Steigende Absatzzahlen der Luft-Wasser-Wärmepumpe

Steigende Absatzzahlen der Wärmepumpe | Bildquelle: © Bundesverband Wärmepumpe e. V.

Wo kann man die Luft-Wasser-Wärmepumpe aufstellen?

Bei Innenaufstellung wird eine Luft-Wasser-Wärmepumpe in der Regel in einem Kellerraum aufgestellt. Um das bis zu 300 Kilogramm schwere und voluminöse Heizgerät im Keller aufstellen zu können, muss der Weg dahin für das Gerät passierbar sein. Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe wird fertig montiert geliefert. Der nachträgliche Zusammenbau im Keller ist nicht möglich.

Wenn im Keller kein ausreichender Platz vorhanden ist, wird die Luftwärmepumpe aus Installationsgründen draußen aufgestellt. Bei der Außenaufstellung ist zu beachten, dass ein solides, frostfreies und waagerechtes Fundament aus Beton vorhanden sein sollte.


Bei Außenaufstellung muss ein Betonsockel gegossen werden | Nennleistung 10,6 bis 18,5kW | Abbildung: Viessmann Werke

Optisch unterscheiden sich die Luft Wärmepumpen für Innen- und Außenaufstellung kaum voneinander. Geräte zur Innenaufstellung sind im Vergleich zu den Luftwärmepumpen, die draußen installiert werden, günstiger in der Anschaffung. Sowohl bei der Außen- als auch bei der Innenaufstellung einer Luft-Wasser-Wärmepumpe gilt: Die Luftansaugung und das Ausblasen der Luft müssen mit speziellen Filtern vor Dreck und Staub geschützt werden.

Es ist auch möglich, eine Luftwärmepumpe drinnen und draußen zu installieren – man spricht dann von einer Split-Wärmepumpe.

Luft-Wasser-Wärmepumpe: Aufstellvarianten im Detail

Wie Sie Ihre Luft-Wasser-Wärmepumpe aufstellen, ist eine wichtige Entscheidung. Daher geben wir Ihnen hier einen Überblick zum Vergleich.

Gut zu wissen: Bei der reinen Innen- oder Außenaufstellung der Luft-Wasser-Wärmepumpe spricht man von einem Monoblock.

  • Luft-Wasser-Wärmepumpe in Innenaufstellung: Es besteht die Möglichkeit, dass Sie die Luftwärmepumpe nur drinnen aufstellen. Dann sollte sie allerdings in einem Raum stehen, in dem ihre Geräusche nicht stören. Außerdem müssen Durchbrüche durch die Außenwand vorgenommen werden, um die Außenluftzufuhr für die Wärmepumpe zu gewährleisten. Für die Innenaufstellung der Luft-Wasser-Wärmepumpe sprechen fraglos optische Gründe: Vor Ihrem Haus muss kein großes Gerät die Anmutung stören.
  • Luft-Wasser-Wärmepumpe in Außenaufstellung: Entscheiden Sie sich für die Außenaufstellung Ihrer Luft-Wasser-Wärmepumpe, so sparen Sie Platz im Hausinnern. Zudem verlagern Sie die mitunter störenden Geräusche des Geräts einfach nach draußen. Insbesondere aufgrund der Lautstärke müssen Sie aber einen gewissen Mindestabstand zum Nachbarn einhalten. Auch von einer Aufstellung unter Ruheräumen wie dem Schlafzimmer – je nach Lautstärke des jeweiligen Geräts – sollten Sie absehen.
  • Luft-Wasser-Wärmepumpe als Split-Gerät mit Innen- und Außeneinheit: Eine Split-Luftwärmepumpe besteht aus zwei Teilen – der Inneneinheit und der Außeneinheit. Dabei steht die Inneneinheit der Luft-Wasser-Wärmepumpe üblicherweise im Keller, währen die Außeneinheit draußen vor dem Haus steht. Wärmepumpenhersteller wie zum Beispiel Bosch bieten die zweigeteilten Systeme als ein Paket an.

Vorteil der Luft-Wasser-Wärmepumpe als Split-Gerät ist, dass alle lauten Bestandteile draußen bleiben. Dazu gehören beispielsweise Ventilator, Wärmetauscher und Verdichter. Alles an der Split-Luft-Wasser-Wärmepumpe, was geräuschlos ist, wie etwa die Regelungstechnik, zählt zu der kleineren Inneneinheit. Split-Geräte punkten außerdem mit ihrer flexiblen Einsatzfähigkeit. Auch der entfallende Frostschutz macht die Split-Luftwärmepumpe interessant: Statt Wasser zirkuliert in ihrem Kreislauf Kältemittel.

Luft-Wasser-Wärmepumpe Außenaufstellung: das Fundament

Ein Aspekt, dem oftmals zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird, wenn es um die Aufstellung einer Luft-Wasser-Wärmepumpe geht, ist das Fundament. Dieses ist relevant für die Außenaufstellung und für die Split-Aufstellung.

Bedenken Sie, dass die Luft-Wasser-Wärmepumpe unentwegt in Betrieb ist. Dabei trägt sie ein Gewicht zwischen 100 und 400 kg ein. Daher muss sie auf einem Untergrund stehen, der glatt, frostfrei und waagerecht ist. Dafür eignet sich nur ein Fundament aus Beton. Dieses sollte etwa zehn Zentimeter dick gegossen werden und wasserabstoßende Eigenschaften besitzen. Zudem soll das Wasser mithilfe eines Abflusses abgeführt werden. Optimal ist es, wenn das Fundament für die Wärmepumpe auf einem Bett aus Kies oder Schotter steht. Lassen Sie sich zu dem Fundament für die Luft-Wasser-Wärmepumpe von einem Heizungsinstallateur aus Ihrer Nähe beraten.

Vorteile & Nachteile einer Luft-Wasser-Wärmepumpe

Wenn Sie vor der Entscheidung stehen, ob eine Luft-Wasser-Wärmepumpe das richtige Heizungssystem für Sie ist, hilft es, sich einmal die Vor- und Nachteile zu veranschaulichen.

Vorteile

Nachteile

+ kompakt und flexibel einsetzbar

- benötigt neben natürlicher Wärmequelle auch Strom

+ gut geeignet im Zusammenspiel mit großflächigen Heizkörpern oder Fußbodenheizung

- geringerer Wirkungsgrad (JAZ 3) als andere Wärmepumpentypen

+ geringe Wartungskosten

- Betriebsgeräusche des Außengeräts

(allerdings < 50 Dezibel, neuere Geräte < 35 Dezibel)

+ als Kombigerät auch zur Kühlung im Sommer geeignet

  • besser für Häuser mit geringer Heizlast geeignet, z. B. Neubauten

+ einfache Installation

+ kostengünstig erschließbare Wärmequelle

+ gut geeignet auch für kleines Grundstück/Reihenhaus

+ größter Marktanteil (ca. 80 %) unter den Wärmepumpen

Es zeigt sich, dass die Vorteile einer Luft-Wasser-Wärmepumpe überwiegen. Wer sie in einem gut gedämmten Neubau installiert, kann von einer ausreichend hohen Effizienz ausgehen. Denn wenn Neubau und Luft-Wasser-Wärmepumpe von Beginn an gemeinsam geplant werden, ist die Auslegung optimal abgestimmt. Dieser Punkt ist vor allem für die Effizienz von Wärmepumpen sehr wichtig.

Soll die Luft-Wasser-Wärmepumpe in einem Altbau zum Einsatz kommen und dort beispielsweise eine altes, fossiles Heizungssystem ersetzen, ist die Herausforderung größer. Denn ein Altbau ist üblicherweise weniger gut gedämmt als ein Neubau – und auch die Wärmelast des Hauses lässt sich weniger genau feststellen. Soll also in Ihrem Altbau eine Luft-Wasser-Wärmepumpe zum Einsatz kommen, so ist die Beratung durch einen kompetenten Heizungsinstallateur umso wichtiger.

Welche Heizkörper für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe?

Wärmepumpen sind im Gegensatz zu herkömmlichen Heizungssystemen auf Basis fossiler Brennstoffe, etwa einer Gasheizung, sehr energieeffizient. Damit geht allerdings einher, dass sie – im normalen Wohngebäude – weniger hohe Vorlauftemperaturen liefern. Ältere Heizkörper, zum Beispiel Gliederheizkörper, wie sie in vielen Altbauten vorzufinden sind, benötigen jedoch hohe Vorlauftemperaturen von etwa 65 bis 75 Grad Celsius. Zwar kann eine Luft-Wasser-Wärmepumpe diese liefern – dabei wird sie aber so viel Strom verbrauchen, dass sie einfach nur ineffizient ist.

Fußbodenheizung im Schnitt | Bildquelle: © AdobeStock_sveta

Was hingegen sehr gut mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe zusammenpasst, sind Flächenheizungen. Denn diese erzeugen auch mit geringen Vorlauftemperaturen von etwa 30 bis 35 Grad Celsius eine angenehme Wärme. Zu den Flächenheizungen zählen beispielsweise Fußbodenheizungen oder auch Wandheizungen. Eine weitere Alternative, die mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe funktionieren kann, sind Niedertemperaturheizkörper. Sie geben über großflächige Platten Wärme mit einem hohen Strahlungsanteil ab.

Grundsätzlich funktionieren Wärmepumpen neben Flächenheizungen am besten mit Heizkörpern, die Strahlungswärme und keine Konvektionswärme abgeben.

Was kostet eine Luft-Wasser-Wärmepumpe?

Die Luft-Wasser-Wärmepumpen-Kosten sind deutlich geringer als die anderer Wärmepumpen, zum Beispiel Erdwärmepumpen. Den niedrigeren Kosten in der Anschaffung stehen aber etwas höhere Kosten im Betrieb gegenüber. Denn die Temperatur der Wärmequelle Luft schwankt im Laufe eines Jahres recht stark, Erdreich und Grundwasser sind hingegen weitgehend konstant warm. Um die Effizienz der eigenen Luft-Wasser-Wärmepumpe zu bestimmen, sollte man daher stets den Jahresdurchschnittswert heranziehen.

Das bedeutet, die Effizienz der Luftwärmepumpe ist geringer als die von anderen Wärmepumpen: Die JAZ (Jahresarbeitszahl) liegt lediglich bei etwa 3. Hintergrund: Der Stromverbrauch einer Wärmepumpe schlägt sich auf die Jahresarbeitszahl nieder. Je mehr Strom die Luftwärmepumpe verbraucht, umso geringer ist die Jahresarbeitszahl und damit Wirkungsgrad und Effizienz. Und Luft-Wasser-Wärmepumpen benötigen im Winter aufgrund der geringeren Außentemperaturen mehr Strom.

Von einer hohen Effizienz ist bei Wärmepumpen ab einer JAZ von 4 die Rede. Diese findet sich zum Beispiel bei einer Sole-Wasser-Wärmepumpe. Die Wasser-Wasser-Wärmepumpe ist aber – dank der stets gleichbleibenden Temperatur des Grundwassers – Spitzenreiter mit einer JAZ von 5.

Für ein Einfamilienhaus mit 4 Personen lässt sich folgende Kostenrechnung für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe aufstellen:

Kostenpunkt bei Luft-Wasser-Wärmepumpe

Kosten

Anschaffungskosten inkl. Installation

ca. 10.000 bis 18.000 Euro

Heizkosten (Stromverbrauch)

ca. 1.000 Euro pro Jahr

Wartungskosten

ca. 50 bis 100 Euro pro Jahr

Stromverbrauch einer Luft-Wasser-Wärmepumpe

Wärmepumpen benötigen für den Betrieb Strom. Je weniger, umso besser. Für die Einordnung des Stromverbrauches einer Wärmepumpe sind bestimmte Variablen relevant.

Exkurs: JAZ und COP kurz erklärt

Die Leistungsfähigkeit von Wärmepumpen wird in JAZ (Jahresarbeitszahl) und COP (Coefficient of Performance) angegeben. Bei beiden geht es darum, wie viel Wärme die Wärmepumpe pro eingetragener Strommenge erzeugt.

  • JAZ: Die JAZ orientiert sich an realen und individuellen Bedingungen. Sie lässt sich daher erst ganz korrekt ermitteln, wenn die Wärmepumpe bereits seit einem Jahr in Betrieb ist. Dennoch kann für bestimmte Wärmepumpentypen bereits im Vorfeld von einer ungefähren JAZ als Richtwert ausgegangen werden – bei der Luftwärmepumpe etwa kann eine JAZ von 3 angenommen werden.
  • COP: Der COP wird für eine bestimmte Wärmepumpe unter standardisierten Laborbedingungen ermittelt. Dabei fließen keine Faktoren wie beispielsweise die individuelle Wärmelast eines Gebäudes oder das komplette Heizsystem in die Bewertung mit ein. Dennoch ist der COP relevant, wenn Sie vor dem Kauf z. B. mehrere Luft-Wasser-Wärmepumpen miteinander vergleichen möchten.

Rechenbeispiel Stromverbrauch einer Luft-Wasser-Wärmepumpe

Um den Stromverbrauch Ihrer Luft-Wasser-Wärmepumpe mit der JAZ zu berechnen, kommt eine bestimmte Formel zum Einsatz:

  • Jährlicher Heizbedarf in kWh/JAZ = Stromverbrauch pro Jahr
  • Stromverbrauch p. a.*Stromkosten in € pro kWh = jährliche Stromkosten in Euro

Für das folgende Rechenbeispiel gehen wir von einem Einfamilienhaus mit 120 qm und einer JAZ von 3 aus.

  • 12.000 kWh (12 kW)/3 = 4.000 kWh Stromverbrauch p. a.
  • 4.000 kWh*0,3 € pro kWh = 1.200 € Stromkosten p. a.

Ein 120 qm großes Einfamilienhaus hat eine Heizlast von 12 kW im Jahr. Diese wird durch die JAZ von 3 der Luft-Wasser-Wärmepumpe geteilt. So ergibt sich ein jährlicher Stromverbrauch von 4.000 kWh. Diese werden mit den Stromkosten von rund 30 Cent/kWh multipliziert. So ergeben sich für dieses Haus jährliche Stromkosten von etwa 1.200 Euro.

Luft-Wasser-Wärmepumpe: Förderung

Für Luft-Wasser-Wärmepumpen gibt es hohe staatliche Förderungen. Diese sind seit 2021 in der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) organisiert. Was vorher die BAFA-Förderung für Wärmepumpen mit dem MAP war, ist nun ebenfalls unter der BEG zusammengefasst. Dasselbe gilt für KfW-Förderungen für Wärmepumpen.

Die staatliche Förderung BEG EM (Einzelmaßnahmen) für Luft-Wasser-Wärmepumpen kann die Anschaffungskosten um bis zu 45 Prozent senken. Das ist zum Beispiel in einem Altbau möglich: Wird dort eine alte Ölheizung gegen eine neue Wärmepumpe ausgetauscht, kommen weitere zehn Prozentpunkte zur regulären Förderung von 35 Prozent hinzu. Beim Verbauen einer Wärmepumpe im Neubau sind somit maximal 35 Prozent möglich.

Doch auch das lohnt sich: Kostet Ihre neue Luft-Wasser-Wärmepumpe 15.000 Euro für Anschaffung und Installation, können 35 Prozent, also 5.250 Euro vom Staat übernommen werden. Der Preis für Ihre Luft-Wasser-Wärmepumpe beträgt dann nur noch 9.750 Euro.

Im Rahmen der BEG kann eine neue Luftwärmepumpe auch indirekt gefördert werden. Das bedeutet, das Gebäude wird in der BEG WG (BEG Wohngebäude) oder der BEG NWG (Nicht-Wohngebäude) mitgefördert. Die Luft-Wasser-Wärmepumpe als Heizungssystem des neuen oder sanierten Hauses wird dann in der jeweiligen Förderhöhe mitgefördert.

Lesen Sie alles Wichtige zur Antragstellung und Förderfähigkeit von Luft-Wasser-Wärmepumpen in unserem Ratgeber-Artikel zur Wärmepumpen-Förderung!

Wann lohnt sich eine Luft-Wasser-Wärmepumpe?

Luft-Wasser-Wärmepumpoen eignen sich gut für Neubauten. | Bildquelle: © AdobeStock_Hermann

Wenn keine Möglichkeiten für die Installation einer Sole-Wasser Wärmepumpe gegeben sind oder die Kosten gering gehalten werden sollen, ist die Luft-Wasser-Wärmepumpe eine sehr interessante Heizmöglichkeit.

Um die Kosten im laufenden Betrieb niedrig zu halten, sollte das Gebäude aber entsprechend gedämmt sein. Für ungedämmte oder schlecht gedämmte Gebäude eignen sich Luft-Wasser-Wärmepumpen nur bedingt. Im effizienten Betrieb erreichen sie Vorlauftemperaturen von etwa 30 bis 40 Grad Celsius. Eine gute Bedingung für den effizienten Betrieb von Luft-Wasser-Wärmepumpen sind daher großflächige Heizkörper oder Fußbodenheizungen als Wärmeträger. Sie bringen auch mit niedrigen Vorlauftemperaturen eine gute Wärmeleistung. Insgesamt sollte der Temperaturunterschied zwischen genutzter Umgebungswärme und Heizungsvorlauf – also der Temperatur, die die Wärmepumpe an die Heizungen abgibt – möglichst gering sein. Umso mehr lohnen sich Luft-Wasser-Wärmepumpen.

In Altbauten und schlechter gedämmten Gebäuden mit älteren Heizkörpern ist eine höhere Vorlauftemperatur von etwa 60 Grad erforderlich. Damit eine Luft-Wasser-Wärmepumpe diese Temperaturen erreichen kann, ist unverhältnismäßig viel Strom notwendig. In dieser Konstellation kann die Wärmepumpe folglich nicht effizient betrieben werden.

Zusammenfassend ist also zu sagen, dass eine Luft-Wasser-Wärmepumpe sich am besten für gut gedämmte Neubauten eignet. Hier stimmt das Verhältnis zwischen Stromeintrag und Wärmelieferung.

Luft-Wasser-Wärmepumpen lohnen sich außerdem dann, wenn wenig Platz auf dem Grundstück vorhanden ist. Wo keine – effizientere – Wärmepumpe wie die Erdwärmepumpe oder die Wasser-Wasser-Wärmepumpe eingesetzt werden kann, ist die Luft-Wasser-Wärmepumpe eine lohnenswerte Investition.

Wenn die Voraussetzungen gegeben sind, dann lassen sich die Heizkosten im Vergleich zu Heizungen mit fossilen Energieträgern um teilweise 50 Prozent reduzieren. Dabei kann man damit rechnen, dass sich die Anschaffungskosten in eine Luft-Wasser-Wärmepumpe nach etwa 10 Jahren amortisiert haben. Wir unterstützen Sie gerne dabei, regionale Fachbetriebe für Wärmepumpen zu finden, die Sie unverbindlich beraten können.

Luft-Wasser-Wärmepumpe als Hybridheizung

Mit einer Hybrid-Wärmepumpe lassen sich die Vorteile von zwei Heizungssystemen kombinieren. Die Luft-Wasser-Wärmepumpe kann dabei zum Beispiel mit anderen erneuerbaren Energien oder auch mit fossilen Energieträgern kombiniert werden. Dabei sind sowohl Systeme aus Einzelkomponenten als auch Kombigeräte möglich. So können Sie etwa eine Bestandsheizung, zum Beispiel eine Gasheizung, mit einer zusätzlichen Luft-Wasser-Wärmepumpe energetisch zur Hybridheizung aufrüsten.

Bei der Aufrüstung einer Gasheizung mit einer Luft-Wasser-Wärmepumpe kommt es auf eine zueinander passende Vorlauftemperatur an. Eine Gas-Brennwerttherme erreicht Vorlauftemperaturen von etwa 45 bis 60 °C. Eine Wärmepumpe erreicht im Durchschnitt Temperaturen von um die 50 °C. Eine gut abgestimmte Gas-Hybrid-Heizung mit Wärmepumpe arbeitet mit Vorlauftemperaturen zwischen ca. 25 °C und 80 °C. So kann gemeinsam etwa eine JAZ von 3 erreicht werden. Das entspricht im Durchschnitt der JAZ, die eine Luft-Wasser-Wärmepumpe auch im alleinigen Betrieb erreicht.

Ein Hybrid aus einer Luft-Wasser-Wärmepumpe und einer Gasheizung ist in der BEG förderfähig. Voraussetzung ist, dass es sich bei der Gasheizung um eine Gas-Brennwertheizung handelt. Gasheizungen sind mittlerweile ausschließlich in Kombination mit regenerativen Energien förderfähig.

Wärmepumpe und Photovoltaik lassen sich gut kombinieren | Bildquelle: © AdobeStock_4th Life Photography

Die Luft-Wasser-Wärmepumpe kann auch als Hybrid mit einer Photovoltaikanlage betrieben werden. Diese beiden Erneuerbaren Energien passen sehr gut zusammen. Denn die PV-Anlage stellt regenerativen Strom aus Sonnenenergie bereit, mit der die Luft-Wasser-Wärmepumpe betrieben wird. Die Photovoltaikanlage trägt im Durchschnitt 30-40 Prozent des von der Wärmepumpe benötigten Stroms bei. Ist das Energiemanagement sehr gut, so kann die PV-Anlage sogar mehr als 50 Prozent des Energiebedarfs der Wärmepumpe decken. Erfahren Sie in unserem Ratgeberartikel mehr zum Thema Wärmepumpenhybrid mit Photovoltaik.

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe lässt sich auch mit einem Kaminofen kombinieren. Der Vorteil dieser Kombination kommt vor allem bei sehr niedrigen Außentemperaturen zum Tragen. Denn dann sinkt die Effizienz der Luft-Wasser-Wärmepumpe: Der Heizbedarf steigt, während die Lufttemperatur sinkt. Ein Heizstab schaltet sich in solchen Fällen ein, der jedoch den Strombedarf und mit ihm die Kosten erhöht. Kommt anstelle des Heizstabes aber ein Kaminofen zum Einsatz, ergänzt der die Luftwärmepumpe vor allem im Winter kostengünstig.

Eine ebenfalls effiziente Kombination ist der Hybrid aus Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Solarthermie. Solarthermie nutzt, ebenso wie die Photovoltaik, die Kraft der Sonne. Allerdings erzeugt sie keinen Strom, sondern Wärme. Die Kombination kann dabei direkt oder indirekt erfolgen. Bei der direkten Variante produzieren sowohl Wärmepumpe als auch Solarthermieanlage Wärme für die Heizung und für die Warmwasserbereitung. Bei der indirekten Variante erhöht die Solarthermie-Anlage die Effizienz der Luft-Wasser-Wärmepumpe. Beide Optionen senken den Stromverbrauch der Luft-Wasser-Wärmepumpe.

FAQ

Wie viel kostet eine Luft-Wasser-Wärmepumpe für ein Einfamilienhaus?

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe kostet etwa 10.000 bis 14.000 Euro.

Wie funktioniert eine Luft-Wasser-Wärmepumpe?

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe entzieht der Umgebungsluft Wärme. Diese sorgt dafür, dass ein Kältemittel den Aggregatzustand ändert. Ein Verdichter erhöht den Druck und es entsteht Wärme für den Heizungskreislauf.

Wie effektiv ist eine Luft-Wasser-Wärmepumpe?

Eine Luft-Wasser-Wärmepumpe hat etwa einen JAZ von 3. Mit einer zugeführten Kilowattstunde Strom erzeugt sie etwa drei Kilowattstunden Wärme.

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Erfahrungen & Fragen zum Thema Luft Wasser Wärmepumpe

Auslegung einer Luft-Wasser-Wärmepumpe für Einfamilienhaus

Könnt ihr mir eine Luft Wasser Wärmepumpe mit Heizwasserpufferspeicher für ein Einfamilienhaus mit 4 Personen und einer Heizlast von 14 kW auslegen?
Antwort von GF-Partners, Dr. Gunther Fischbach

Ja, das ist möglich. Es muss allerdings auch die Belegung für WW bekannt sein. Am besten ist es eine Bedarfsberechnung zu machen.

Wir machen Berechnungen und beraten zum Typ der Wärmepumpe: Wasser/Wasser Luft/Luft u.v.m.

Austausch von Luft-Wasser-Wärmepumpe zu Gasbrennwert ohne weiteres möglich?

Ist es technisch ohne Probleme machbar ein Gas Brennwert Gerät einzubauen, wenn wir vorher eine Luft Wasser Wärmepumpe hatten? Alle Installationen wie Speicher, Leitungen usw. sind ja vor Ort? Mit welchen Kosten müssen wir rechnen? Einfamilienhaus KW 70 , 140 m2 Wohnfläche, 3 Personen.
Antwort von Planum GmbH

Ich höre aus der Frage die Unzufriedenheit mit der Wärmepumpe raus. Die Zukunft gehört aber eindeutig der Wärmepumpe und nicht der Gas-Brennwert-Therme. Sie sollten also das Thema nochmals mit einem wirklichen Fachmann besprechen, bevor Sie viel Geld für die neue Heizung in die Hand nehmen. Sie müssten dafür erstmal einen Gasanschluss legen lassen. Zusammen mit dem Umbau kommt dann schnell eine größere 4-stellige Summe auf Sie zu.

Fachfirmen in der Nähe von Oranienburg gesucht

Wir lassen in Nassenheide ein Einfamilienhaus Im Bugalowstil bauen. 90 qm Fußbodenheizung. Wassen über Durchlaferhitzer. Luft Wasser Wärmepumpe. Frage: Wer sind Firmen in der Umgebung von Oranienburg? Errichtungskosten: Welche Fördermittel bekomme ich, wo kann ich mehr darüber erfahren, wo iit durch wen ein Antrag zu stellen?
Antwort von Bausachverständigenbüro BIC - Herrmann

Firmen für Heizungsanlagen lassen sich in den Gelben Seiten, durch Mundpropaganda im Bekanntenkreis oder im Internet finden. Fördermittel können Sie vom Energieversorger oder der Kfw, Bafa erhalten. Anträge sind bei den Versorgern durch Sie zu stellen. Bei der Kfw oder Bafa ist ein Sachverständiger einzuschalten, der bei der jeweiligen Organisation gelistet ist. Informationen hierzu finden Sie im Internet bei der Kfw oder der Bafa.

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