Wärmepumpe im Altbau und Neubau

Ob Altbau, Neubau oder Passivhaus - die Wärmepumpe kommt für viele Gebäude als Heizquelle in Frage. Der Arbeitsaufwand ist bei einer Modernisierung im Altbau jedoch um einiges höher als bei einer Installation im Neubau. Auf welche (Um)Baumaßnahmen sich Hausbesitzer und Bauherren einstellen müssen, zeigen wir Ihnen hier.
Dieser Artikel wurde von
Christian Märtel für www.Heizungsfinder.de verfasst.
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HeizungenWärmepumpeUmsetzungAltbau & Neubau

Altbau mit einer Wärmepumpe modernisieren

Grundsätzlich ist es möglich, einen Altbau mit einer Wärmepumpe zu modernisieren. Ziel der Renovierungsarbeiten muss es sein, dass der aktuelle Energieverbrauch gemäß Energie-Einsparverordnung (EnEV) sinkt, die Anlage nach den Regeln der EU-Heizkesselrichtlinie installiert wird, die Wärmepumpe das CE-Zeichen aufweist und dass Gebäude sowie Heiz- und Warmwasserleitungen gut gedämmt sind.

Baumaßnahmen können sehr umfangreich werden

Während für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe nur geringe Installationsarbeiten notwendig sind, kann es bei einer Sole-Wasser-Wärmepumpe passieren, dass Sie den ganzen Garten umpflügen müssen. Die Fläche für die Erdkollektoren muss etwa doppelt so groß sein wie die zu beheizende Fläche.

Auch Erdsonden lassen sich nicht ohne Erdarbeiten installieren. Hierbei muss der Gartenzuweg für das Bohrgerät breit genug sein, was bei dichter Bebauung zu einem Problem werden kann.

Heizkörper überprüfen

Bei einer Modernisierung im Altbau müssen unter Umständen die Heizkörper ausgetauscht werden. Denn Wärmepumpen erreichen nur eine Vorlauftemperaturen von ca. 65°C - effizient arbeitet das System bei ca. 35°C.

Hierfür eignen sich besonders Fußbodenheizungen. Diese können jedoch nicht in jdem Altbau nachträglich integriert werden.

Bivalenter Betrieb im Altbau sinnvoll

Für bestehende Gebäude eignet sich häufig der bivalente Betrieb der Wärmepumpe. In einer solchen Kombination können Sie Ihr bestehendes Heizungssystem mit geringem Aufwand modernisieren und Ihr Gebäude mit Heizungswärme und Warmwasser versorgen.

Wärmepumpen im Neubau

Wird ein Wohngebäude neu gebaut, ist es aus planerischer Sicht einfacher, eine Wärmepumpe zu installieren. Durch die Energie-Einsparverordnung (EnEV) bestehen Wärmedämmstandards, die ein Neubau bereits erfüllen muss. Ebenso können Flächenheizkörper wie Fuß-, Wand- oder Deckenheizungen in einem Neubau leichter intergriert werden, als in einen Altbau.

Passivhaus

Einen besonderen Fall im Neubau stellt das Passivhaus dar, da hier die benötigte Wärme indirket gewonnen wird. Personen und elektrische Geräte strahlen Wärme ab, die im Passivhaus zum "Heizen" genutzt wird. Auch die Sonneneinstrahlung durch Fenster deckt den Wärmebedarf eines Passivhauses zu einem gewissen Teil, so dass nur ein geringer Bedarf an klassischer Heizungswärme besteht. Hierfür eignet sich besonders eine Wärmepumpe. Durch die besondere Gebäudehülle und die effiziente Lüftung des Passivhauses kann das System sehr eefizient arbeiten, da Wärmeverteilsystem und klassischen Heizkörper in diesem Neubau nicht gebraucht werden.

Generell gilt bei Modernisierung von Altbau und Neubau:

  • Gute Wärmedämmung: Je besser ein Gebäude gedämmt ist, umso effektiver arbeitet die Wärmepumpe.
  • Richtige Wärmequelle: Die Wärmepumpe arbeitet besonders effizient bei einer geringen Temperaturdifferenz zwischen Wärmequelle und Abgabetemperatur. Hier ist es wichtig die optimale Wärmequelle - Erde, Wasser, oder Luft - zu wählen.
  • Geeignetes Verteilsystem: Ideal sind großflächige Heizkörper, die mit einer geringen Vorlauftemperatur arbeiten. Bei einer geringen Temperaturdifferenz benötigt eine Wärmepumpe nur wenig Strom - und das heißt für Sie: Betriebskosten sparen!
  • Angebote vergleichen: Fachbetriebe sind auf die unterschiedlichsten Arbeiten spezialisiert.Vergleichen lohnt sich!

Weitere Informationen zum Thema Altbau & Neubau lesen Sie in unseren Berichten zu Heizkörpern für Wärmepumpen und Jahresarbeitszahl einer Wärmepumpe.

Weiterlesen zum Thema "Auslegung "

Erfahrungen & Fragen zum Thema Wärmepumpe

Bei Neubau: Gas-Brennwertheizung vs. Luftwärmepumpe?

Wir planen ein Fertighaus - und haben hier die Wahl seitens des Bauträgers zwischen einer Gas-Brennwert Heizung und einer Luft-Wärmepumpe (eine Erdwärmepumpe steht nicht zur Verfügung). Der Gasanschluss kostet ungefähr 400 Euro. Bei den Luftwärmepumpen sind die Mehrkosten etwa 10.000 Euro im Vergleich zur Gasheizung. Angeboten wird hier eine Nibe F2040 oder einer Nibe F2120. Was macht hier am meisten Sinn, um zukünftig auf der sicheren Seite zu sein? Mein Kopf sagt, dass sich der Mehrpreis für eine Luftwärmepumpe beim aktuellen Gaspreis nicht lohnt. Zudem kann man für den Mehrpreis ja auch eine Solarthermie oder Photovoltaikanlage installieren (oder zumindest teilweise auch schon vorbereiten). Allerdings hat meine Frau auch widerrum Vorbehalte gegen die Sicherheit einer Gasheizung (wegen Gasaustritt) - wobei ich nicht weiß, ob das bei neuen / aktuellen Gasheizungen noch ein Thema ist. Was würden Sie hier empfehlen?
Antwort von LKS SARL

Ich würde raten weder noch! Sie haben schon bei der Solarthermie einen vernünftigen Gedanken, warum nicht direkt auf Pellets hinaus gehen: wir haben das schon fast 20 Jahre: Komfort hervorragend, heimische Energie, bezahlbare wenig schwankbare Kosten und Gebäude Wertzunahme.

Wärmepumpe vom Nachbarn sehr laut und sehr nah an Grundstücksgrenze: Was kann ich tun?

Mein Nachbar hat eine Mitsubishi Electric Wärmepumpe PUHZ-SHW112Y mit enem Abstand von 0,5 Meter an die Grenze gesetzt, betoniert auf zwei kleinen Fundamenten (an unsere künftige Terasse). Kinderzimmer ist gerade 4 Meter entfernt. Das Ding hat lauf Herstellerangaben 70 dB(a). Wo das Ding in Betrieb ging - 15 C kamen am Kinderzimmer noch 55 dB an. Heute früh um 8:00 bei 2 Grand waren es noch 48 dB (Handymesseung). Laut Schallrechner des Bundeverband Wärmepumpe müssten da 8 Meter Abstand sein. Immer wenn ich auf meiner Baustelle bin läuft das Ding recht nervig. Ich baue in Bad Mergentheim (BW). Was kann ich machen? Habe selber eine ROTEX Wärmepumpe, die ist wesentlich leiser und hat einen Abstand von 5 Metern zur Grenze.
Antwort von Energieberatung Stapff

Wärmepumpen können je nach Baurecht als Teil eines Gebäudes gesehen werden = Mindestabstand 3 Meter.

Zum Schallschutz finden sich Angaben inb der TZA Luft:
http://www.verwaltungsvorschriften-im-internet.de/bsvwvbund_26081998_IG19980826.htm

Dazu eine Sammlung von Urteilen:
http://www.laerm-luftwaermepumpen.de/index.php/aktuelle-gerichtsurteile

Nachbarn sollten sich verstehen, müssen miteinander auskommen. Konfrontgation nutzt keinem. Warum tun Sie sich nicht zusammen und bauen Ihre beiden Wärmepumpen auf einen gemeinsamen Platz? Schon mal ans Garagendach gedacht? Oder ein Satteldach auf die Garage und darunter die WP versteckt?

Es gibt schallhemmende Gummipuffer (Maschinenbau) als Lager, richtig platzierte Schallschutzwände, und mehr

Winterliche grüße
Herbert Stapff

Luftwärmepumpe oder Gastherme: Vor- und Nachteile

Was Vor-/Nachteile einer Luft-Wärmepumpe gegenüber einer Gastherme?
Antwort von GESBB - Ingenieurbüro

Die Frage lässt sich nicht einfach beantworten und hängt insbesondere von den spezifischen Randbedingungen des speziellen Bauvorhabens ab.
Bei Neubauten kommt man bei einer Gastherme im EnEV Nachweisverfahren ohne zusätzliche solarthermische Anlage nicht aus. Wobei diese in EFH leider meist unwirtschaftlich ist.
Bei einem Kostenvergleich ist diese sowie die Gasanschlußkosten zu berücksichtigen.

Vollmodulierende Luftwärmepumpen gewinnen bei Neubauten zunehmend an Bedeutung.
Allerdings muß besonders dabei eine fachgerechte Anlagendimensionierung durchgeführt werden, da andernfalls für den Anlagenbetreiber zu hohe Verbrauchskosten entstehen.
Objektive und verkaufsunabhängige Hersteller- und Geräteauswahl besitzt zudem besondere Bedeutung.
Hinweis:
Nicht der COP nach Herstellerdatenblättern ist ausschlaggebend, sondern die tatsächlich erreichbare JAZ.

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