Das Erdreich hat entscheidenden Einfluss auf Wärmepumpen

Heizen mit Erdwärme ist in vielen Regionen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz möglich. Einfluss auf die Auslegung von Kollektor und Sonde hat dabei die Beschaffenheit des Bodens, auf der die Wärmepumpe errichtet wird. Unterschiedliche Gesteine liefern unterschiedliche Fähigkeiten, thermische Energie (Wärme) zu transportieren. Auskunft über die Wärmeleitfähigkeit der Erde liefern Erdwärmekarten. In diesem Artikel erfahren Sie, wo Sie eine Erdwärmekarte für Ihre Region finden und welche weiteren Möglichkeiten es gibt, die Wärmeleitfähigkeit des Erdreichs zu bestimmen.
Dieser Artikel wurde von
Christian Märtel für www.Heizungsfinder.de verfasst.
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HeizungenWärmepumpeSole-WasserErdreich

Erdreich vor der Anschaffung einer Wärmepumpe begutachten

Entscheidend für die Effizienz der Wärmepumpe ist die Wärmeleitfähigkeit des umliegenden Erdreichs. Die Wärmeleitfähigkeit gibt Auskunft darüber, wie gut der Bodens thermische Energie transportiert. Die schlechtesten Werte liefern Ton, Sand und Kies. Einen Überblick der unterschiedlichen Wärmeleitfähigkeiten verschiedener Gesteine gibt die nachfolgende Tabelle.

Gestein

Wärmeleitfähigkeit λ in Watt/Meter*Kelvin

Ton (feucht) 0,9 bis 2,2
Kies, Sand (nass) 1,8 bis 2,4
Kalkstein 1,7 bis 3,4
Sandstein 1,3 bis 5,1
Gneis 1,9 bis 4,0
Granit 2,1 bis 4,1
Quarzit 3,6 bis 6,0
Steinsalz 5,4


Erdwärmekarten für Deutschland, Östereich und Schweiz

In den meisten Teilen Deutschlands, Österreichs und der Schweiz ist die geologische Beschaffenheit des Bodens bekannt. Viele geologische Landesämter stellen entsprechende Erdwärmekarten im Internet bereit, die Ihnen bei der Planung einer Wärmepumpe helfen. Auch Erfahrungen und Kenntnisse aus Wärmepumpen in der Nachbarschaft oder der näheren Umgebung können Ihnen bei der Planung Ihrer Anlage helfen.

Testverfahren für die Wärmeleitfähigkeit

Zur Ermittlung der Wärmeleitfähigkeit des Bodens wird eine Probebohrung durchgeführt. Die Ermittlung der erforderlichen Werte kann dann über zwei Verfahren erfolgen.

  • Bohrkerne: Anhand von Bohrkernen kann der Fachmann die Wärmeleitfähigkeit des vorliegenden Erdreichs bestimmen. Dabei müssen jedoch die wesentlichen Gesteinseinheiten einzeln getestet werden. Das ist mit erheblichem Aufwand und in der Regel auch hohen Kosten verbunden.
  • Geothermal-Response-Test: Für den Geothermal-Response-Test wird eine Erdwärmesonde in der Probebohrung verbaut. Anschließend erfolgt die Messung der Wärmeleitfähigkeit des Erdreichs. Vorteil dieses Tests ist, dass nicht nur über die gesamte Länge der Bohrung, sondern auch die verwendete Bohrlochfüllung gemessen wird. So kann eine gezielte Aussage über die Effizienz der Wärmepumpe erfolgen. Den Geothermal-Response-Test können Sie gut für die Auslegung nutzen und die Investitionskosten der Wärmepumpe optimieren.

Viel Erdreich für Erdkollektoren

Je nach Beschaffenheit des Bodens in Ihrer Umgebung kann die Installation einer Erdsonde möglicherweise ausgeschlossen oder zu kostspielig sein. Unter Umständen kann somit die Entscheidung auf eine Wärmepumpe mit Erdkollektor fallen. Hierbei müssen Sie jedoch beachten, dass einiges an Erdreich bewegt werden muss. Die für die Kollektoren benötigte Fläche, und damit der Aushub an Erde, muss etwa doppelt so groß wie die zu beheizende Fläche sein. Dies kann je nach benötigter Fläche mit hohen Kosten verbunden sein.

Weiterlesen zum Thema Wärmepumpe & Boden können Sie in Abschnitt zu Bohrungen für Wärmepumpen.

(Abbildung: © Fabian Bromann)

Weiterlesen zum Thema "Geothermie "

Erfahrungen & Fragen zum Thema Wärmepumpe

Bei Neubau: Gas-Brennwertheizung vs. Luftwärmepumpe?

Wir planen ein Fertighaus - und haben hier die Wahl seitens des Bauträgers zwischen einer Gas-Brennwert Heizung und einer Luft-Wärmepumpe (eine Erdwärmepumpe steht nicht zur Verfügung). Der Gasanschluss kostet ungefähr 400 Euro. Bei den Luftwärmepumpen sind die Mehrkosten etwa 10.000 Euro im Vergleich zur Gasheizung. Angeboten wird hier eine Nibe F2040 oder einer Nibe F2120. Was macht hier am meisten Sinn, um zukünftig auf der sicheren Seite zu sein? Mein Kopf sagt, dass sich der Mehrpreis für eine Luftwärmepumpe beim aktuellen Gaspreis nicht lohnt. Zudem kann man für den Mehrpreis ja auch eine Solarthermie oder Photovoltaikanlage installieren (oder zumindest teilweise auch schon vorbereiten). Allerdings hat meine Frau auch widerrum Vorbehalte gegen die Sicherheit einer Gasheizung (wegen Gasaustritt) - wobei ich nicht weiß, ob das bei neuen / aktuellen Gasheizungen noch ein Thema ist. Was würden Sie hier empfehlen?
Antwort von LKS SARL

Ich würde raten weder noch! Sie haben schon bei der Solarthermie einen vernünftigen Gedanken, warum nicht direkt auf Pellets hinaus gehen: wir haben das schon fast 20 Jahre: Komfort hervorragend, heimische Energie, bezahlbare wenig schwankbare Kosten und Gebäude Wertzunahme.

Wärmepumpe vom Nachbarn sehr laut und sehr nah an Grundstücksgrenze: Was kann ich tun?

Mein Nachbar hat eine Mitsubishi Electric Wärmepumpe PUHZ-SHW112Y mit enem Abstand von 0,5 Meter an die Grenze gesetzt, betoniert auf zwei kleinen Fundamenten (an unsere künftige Terasse). Kinderzimmer ist gerade 4 Meter entfernt. Das Ding hat lauf Herstellerangaben 70 dB(a). Wo das Ding in Betrieb ging - 15 C kamen am Kinderzimmer noch 55 dB an. Heute früh um 8:00 bei 2 Grand waren es noch 48 dB (Handymesseung). Laut Schallrechner des Bundeverband Wärmepumpe müssten da 8 Meter Abstand sein. Immer wenn ich auf meiner Baustelle bin läuft das Ding recht nervig. Ich baue in Bad Mergentheim (BW). Was kann ich machen? Habe selber eine ROTEX Wärmepumpe, die ist wesentlich leiser und hat einen Abstand von 5 Metern zur Grenze.
Antwort von Energieberatung Stapff

Wärmepumpen können je nach Baurecht als Teil eines Gebäudes gesehen werden = Mindestabstand 3 Meter.

Zum Schallschutz finden sich Angaben inb der TZA Luft:
http://www.verwaltungsvorschriften-im-internet.de/bsvwvbund_26081998_IG19980826.htm

Dazu eine Sammlung von Urteilen:
http://www.laerm-luftwaermepumpen.de/index.php/aktuelle-gerichtsurteile

Nachbarn sollten sich verstehen, müssen miteinander auskommen. Konfrontgation nutzt keinem. Warum tun Sie sich nicht zusammen und bauen Ihre beiden Wärmepumpen auf einen gemeinsamen Platz? Schon mal ans Garagendach gedacht? Oder ein Satteldach auf die Garage und darunter die WP versteckt?

Es gibt schallhemmende Gummipuffer (Maschinenbau) als Lager, richtig platzierte Schallschutzwände, und mehr

Winterliche grüße
Herbert Stapff

Luftwärmepumpe oder Gastherme: Vor- und Nachteile

Was Vor-/Nachteile einer Luft-Wärmepumpe gegenüber einer Gastherme?
Antwort von GESBB - Ingenieurbüro

Die Frage lässt sich nicht einfach beantworten und hängt insbesondere von den spezifischen Randbedingungen des speziellen Bauvorhabens ab.
Bei Neubauten kommt man bei einer Gastherme im EnEV Nachweisverfahren ohne zusätzliche solarthermische Anlage nicht aus. Wobei diese in EFH leider meist unwirtschaftlich ist.
Bei einem Kostenvergleich ist diese sowie die Gasanschlußkosten zu berücksichtigen.

Vollmodulierende Luftwärmepumpen gewinnen bei Neubauten zunehmend an Bedeutung.
Allerdings muß besonders dabei eine fachgerechte Anlagendimensionierung durchgeführt werden, da andernfalls für den Anlagenbetreiber zu hohe Verbrauchskosten entstehen.
Objektive und verkaufsunabhängige Hersteller- und Geräteauswahl besitzt zudem besondere Bedeutung.
Hinweis:
Nicht der COP nach Herstellerdatenblättern ist ausschlaggebend, sondern die tatsächlich erreichbare JAZ.

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