Veröffentlicht am Mai 21, 2024

Fußbodenheizungen werden der neue Standard

Zählten Fußbodenheizungen noch vor wenigen Jahren zu einer gehobenen Ausstattung im Eigenheim, so hat sich das Verhältnis zur Fußbodenheizung insbesondere mit dem Aufkommen regenerativer Heiztechnik normalisiert. Eine moderne Warmwasser Fußbodenheizung zählt im Eigenheim Neubau heute fast schon zur Grundausstattung. Denn diese Art von "Heizkörper Ersatz" funktioniert ideal mit einer Wärmepumpe oder Solarthermieanlage, da die Fußbodenheizung weniger hohe Vorlauftemperaturen benötigt (rund 40 °C) als ein klassischer Heizkörper (60°C bis 70°C).

Mit ihr verschwinden auch sämtliche Heizkörper von den Wänden. Und Räume lassen sich von Beginn an freier gestalten und einrichten. Gänzlich ohne Heizkörpern kommen Neubauten heute noch nicht aus. Es sei denn, es handelt sich um ein besonders energieeffizientes Passivhaus, Nullenergiehaus oder Plusenergiehaus. Da sich diesen Dämmstandard nicht jeder Bauherr leisten möchte, ist die Fußbodenheizung heute ein idealer Kompromiss. Und im Rohbau noch dazu am einfachsten zu verlegen.

Aber auch im Bestandsbau lässt sich eine Fußbodenheizung nachrüsten, wenn z.B. der Fußboden renoviert werden soll. Über die ein oder andere bauliche Fragen muss man sich hier jedoch mehr Gedanken machen:

  • Wie viel Aufbauhöhe lassen die einzelnen Räume nachträglich noch zu? Das heißt, um wie viel Zentimeter kann der Fußboden nachträglich noch erhöht werden und wie stark darf die Fußbodenheizung maximal sein? Alternativ können Sie auch eine Fußbodenheizung einfräsen.
  • Welcher Bodenbelag soll neu eigentlich verlegt werden? Und verträgt sich dieser mit der favorisierten Fußbodenheizung?
  • Soll Fußbodenheizung in allen Räumen neu verlegt werden, oder nur punktuell?
  • An welches Heizsystem wird die Fußbodenheizung angeschlossen? Ist der Heizkessel dafür ausgelegt und noch halbwegs modern? Oder muss er in den kommenden Jahren ausgetauscht werden und die Fußbodenheizung könnte sich schon am neuen System orientieren.
  • Ist Smart Home vielleicht in Zukunft ein Thema? Auch dann lässt sich die Fußbodenheizung bereits fit machen für eine intelligente Heizungssteuerung.

Wasserführende vs. elektrische Fußbodenheizung

Fußbodenheizungen gibt es als wasserführendes oder elektrisches System. Bei ersterem werden Kunststoffschläuche im Boden verlegt, die mit Estrich aufgegossen werden. Auf diesem wird anschließend der Fußbodenbelag verlegt, meist in Verbindung mit einer Trittschalldämmung. Für eine solche Fußbodenheizung müssen zwischen fünf und zehn Zentimetern Aufbauhöhe möglich sein.

Elektrische Fußbodenheizungen sehen deutlich anders auch und werden als dünne Heizmatten oder Heizfolien geliefert. Heizmatten bestehen aus einem Trägergewebe, auf das die Heizleiter aufgearbeitet sind. Heizfolien bestehen, wie der Name erahnen lässt, nur noch aus einer dünnen Folie, die mit den Heizleistern bedruckt ist. Vorteil der elektrischen Fußbodenheizung: sie lässt sowohl im Estrich (Heizmatten) als auch schwimmend unter Laminat oder Parkett verlegen (Heizfolien). Und sie erhöht den Fußboden nur geringfügig um wenige Zentimeter! Ihre Aufbauhöhe ist deutlich geringer als bei der wasserführenden Fußbodenheizung. Das macht sie besonders für eine nachträgliche Verlegung interessant.

Die Aufbauhöhe ist am Ende jedoch nicht das ausschlaggebende Kriterium für das eine oder das andere System. Sondern die Frage, ob man ein vollwertiges Heizsystem wünscht, mit dem sich das gesamte Haus heizen lässt und das klassische Wandheizkörper ersetzt. In diesem Fall würde man sich immer für die wasserführende Fußbodenheizung entscheiden und versuchen, die Aufbauhöhe in jedem Fall zu realisieren. Elektrische Fußbodenheizungen sind dem gegenüber kein vollwertiges Heizsystem, sondern nur eine Ergänzung zur bestehenden Gebäudebeheizung. Sie können punktuell eingesetzt werden, z.B. im Badezimmer oder Gäste-WC, um den Fußboden zu temperieren. Heizen lässt sich mit einer elektrischen Fußbodenheizung in der Regel nicht, sie steigert jedoch maßgeblich den Wohnkomfort.

Verträgt sich der Bodenbelag mit einer Fußbodenheizung?

Was Fußbodenheizungen so beliebt macht ist neben dem Wohnkomfort die völlige gestalterische Freiheit, die sie eröffnet. Räume können ohne Rücksicht auf Wandheizkörper frei und individuell gestaltet werden. Selbst dem Fußbodenbelag ist bei einer Fußbodenheizung (fast) keine Grenze gesetzt. Ob Fliesen, Naturstein, Parkett oder Laminat. Selbst Teppiche werden heute speziell für eine Fußbodenheizung angeboten.

Fußbodenheizung vom Profi verlegen lassen

Bei einer Fußbodenheizung stoßen selbst ambitionierte Heimwerker an Grenzen. Nicht nur bei der Frage, ob der Bodenbelag der richtige ist: Die Fußbodenheizung will professionell verlegt und auf den Wärmebedarf eines jeden Raums abgestimmt sein. Sie muss reibungsfrei mit dem Heizkessel zusammenarbeiten, elektrisch sicher angeschlossen sein und komfortabel und zuverlässig ihren Dienst verrichten. Und der Fußboden soll nach der Verlegung wieder wie ein Fußboden aussehen: eben, sauber und pflegeleicht.

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Wenn Sie noch mehr über Bodenbeläge wissen möchten

Parkett, Laminat, Fliesen etc.: diese Frage stellt sich nicht nur in Zusammenhang mit einer Fußbodenheizung. Der Bodenbelag entscheidet mit als erstes über die Wirkung, die ein Raum ausstrahlt: gemütlich, kühl, elegant, vornehm, praktisch, rustikal, unkonventionell etc.. Bei jedem Adjektiv schwebt Ihnen doch bestimmt schon er ein oder andere Bodenbelag vor.

Da Bodenbeläge ein noch weiteres Feld sind als die eigentliche Fußbodenheizung haben wir Parkett, Laminat, Fliesen & Co. ein eigene Internetseite gewidmet: Boden-Profis.de. Dort finden Sie alle weiteren Informationen, Gestaltungsideen und praktische Tipps für Ihren neuen Fußboden.

Bildnachweise: Die Welt der Fussbodenheizung: © creAtive - Fotolia.com Wasserführende Fussbodenheizung: © Ingo Bartussek - Fotolia.com Elektrische Fussbodenheizung: © ronstik - Fotolia.com Geeignete Bodenbeläge: © ehrenberg-bilder - Fotolia.com Weitere Infos zu Bodenbelägen: © XtravaganT - Fotolia.com

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