Fußbodenheizung nachrüsten – Möglichkeiten, Kosten & Systeme

Eine Fußbodenheizung wird aufgrund ihrer Effizienz und ihres Komforts gerade in Neubauten immer mehr zum Standard. Aber wie verhält es sich in Bestandsbauten, in denen bislang andere Heizsysteme installiert sind? Wie lässt sich eine Fußbodenheizung im Altbau nachrüsten? Welche verschiedenen Methoden zur Nachrüstung einer Fußbodenheizung gibt es? Und mit welchen Kosten ist zu rechnen? Dieser Ratgeber liefert Ihnen viele wertvolle Informationen rund ums Thema „Fußbodenheizung nachrüsten“, erklärt die unterschiedlichen Möglichkeiten und gibt Tipps, worauf Sie achten sollten – und wie Sie beim Verlegen einer Fußbodenheizung Geld sparen.
Thorben Frahm
Dieser Artikel wurde von
Thorben Frahm für www.Heizungsfinder.de verfasst.
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Fußbodenheizung nachrüsten im Überblick

Warum ist es sinnvoll, eine Fußbodenheizung nachzurüsten? Wenn Sie eine Fußbodenheizung im Altbau nachrüsten, bietet Ihnen das trotz aller Kosten und Herausforderungen in der Regel viele Vorteile. Als Flächenheizung erwärmt sie die Räume gleichmäßig und sorgt so für einen hohen Wohnkomfort. Ein weiterer Vorteil: Moderne Fußbodenheizungen benötigen eine geringe Vorlauftemperatur – das spart Energiekosten und leistet einen wertvollen Beitrag für die Umwelt.

Inhaltsübersicht & Schnellnavigation:

Apropos Energieeffizienz: Fußbodenheizungen lassen sich hervorragend mit Heizsystemen auf Basis erneuerbarer Energie wie zum Beispiel einer Wärmepumpe oder Solarthermie koppeln. Darüber hinaus verspricht eine nachgerüstete Fußbodenheizung optische Vorteile: Durch die Demontage der bisherigen Heizkörper haben Sie mehr Platz und Stellfläche und sind freier in der Gestaltung des Wohnraums.

Handwerker beim Installieren einer FussbodenheizungFoto: © Ingo Bartussek, Adobe Stock

Alle Vorteile von Fußbodenheizungen im Überblick

✔️Hohe Energieeffizienz dank geringer Vorlauftemperatur

✔️Angenehme Wärme, gleichmäßige Wärmeverteilung im Raum

✔️Mehr Möglichkeiten in der Wohnraumgestaltung dank unsichtbarer Verlegung

✔️Flexible Bodenbeläge

✔️Allergikerfreundliche Heizung (keine Staubaufwirbelung)

Sie müssen nicht gleich Ihren gesamten Wohnraum mit einer Fußbodenheizung nachrüsten. Stattdessen können Sie nur einen einzelnen Raum wie etwa das Badezimmer oder Wohnzimmer mit einer Fußbodenheizung nachrüsten.

Fußbodenheizung im Altbau nachrüsten – eine Herausforderung?

Das Nachrüsten einer Fußbodenheizung im Altbau stellt in der Regel kein Problem dar – vorausgesetzt, Sie beachten dabei einige entscheidende Planungsaspekte wie Statik, Aufbauhöhe oder Bodenbelag.

  • Gewicht der Fußbodenheizung: Hält die Decke dem Gewicht einer Fußbodenheizung stand? Eine konventionelle Konstruktion mit Nasstechnik und Estrich bedeutet für den Boden eine zusätzliche Belastung von circa 130 kg/m². Nicht jede alte Holzbalkendecke kann das stemmen. Hier sind leichtere Fußbodenheizsysteme vonnöten.
  • Aufbauhöhe der Fußbodenheizung: Wie viel Zentimeter Aufbauhöhe lassen die einzelnen Räume zu? Eine nachträglich installierte Fußbodenheizung macht sich in der Höhe des Fußbodens bemerkbar. Abhängig davon, wie Sie die Fußbodenheizung nachrüsten, können das bis zu 10 Zentimeter Höhenunterschied sein. Damit das Nachrüsten der Fußbodenheizung in Ihrem Altbau nicht zu einem Problem mit Treppen und Türen führt, überlegen Sie genau, für welches System Sie sich entscheiden.
  • Wärmedämmung: Sind Wände und Fußboden in Ihrem Altbau gut genug gedämmt, sodass die Fußbodenheizung effizient arbeiten kann? Gerade wenn Sie eine Fußbodenheizung in einer Mietwohnung nachrüsten wollen, sprechen Sie mit Ihrem Vermieter über den Zustand der Wärmedämmung. Eventuell sind im Vorwege bauliche Maßnahmen zur Wärmedämmung notwendig.
  • Bodenbelag: Welcher Bodenbelag soll über der Fußbodenheizung verlegt werden? Achten Sie darauf, dass es sich um ein Material mit einer guten Wärmeleitfähigkeit handelt – nur so kann Ihre Bodenheizung effizient heizen. Besonders geeignet sind Parkett und Kork, aber auch Vinyl, Laminat sowie Fliesen. Wichtig ist, dass es sich laut Herstellerangabe um einen Bodenbelag speziell für Fußbodenheizungen handelt.
  • Wahl des Heizsystems: An welches Heizsystem wird die Fußbodenheizung angeschlossen? Achten Sie darauf, dass Heizkessel und Fußbodenheizung kompatibel sind. Fußbodenheizungen lassen sich gut mit Wärmepumpen und Solarthermie bzw. bei elektrische Fußbodenheizungen mit Photovoltaik koppeln.
  • Umfang der Nachrüstung: Möchten Sie die Fußbodenheizung in allen Zimmern oder nur in einem Raum nachrüsten, wie zum Beispiel im Badezimmer? Der Umfang des Projekts spielt nicht nur bei den Kosten eine Rolle, sondern ebenfalls bei der Dämmung, der Statik sowie bei der Abstimmung auf das gekoppelte Heizsystem.
  • Fußbodenheizung mit Smart Home nachrüsten: Möchten Sie für Ihre Fußbodenheizung eine intelligente Heizungssteuerung? Informieren Sie sich vorab, wie Sie die Bodenheizung in Ihr Smart Home integrieren können.

System-Check: Welche Möglichkeiten zur Nachrüstung einer Fußbodenheizung gibt es?

Das Nachrüsten einer Fußbodenheizung kann abhängig von den baulichen Voraussetzungen Ihres Altbaus auf verschiedene Arten erfolgen. Es gibt zwei grundlegende Unterscheidungen, die bei der Wahl der Fußbodenheizung eine Rolle spielen:

Handelt es sich um eine wasserführende oder eine elektrische Fußbodenheizung? Um welches System bzw. welche Verlegeart handelt es sich bei der Fußbodenheizung: um ein Trockensystem, ein Nasssystem, ein Dünnschichtsystem oder um ein nachträgliches Einfräsen der Fußbodenheizung in den bestehenden Estrich?

Im Vergleich: Wasserführende versus elektrische Fußbodenheizung nachrüsten

Grundsätzlich unterscheidet man bei Fußbodenheizungen zwischen wasserführenden und elektrischen Systemen:

  • Wasserführende Fußbodenheizung: Bei der wasserführenden Fußbodenheizung handelt es sich prinzipiell um ein vollwertiges Heizsystem, mit dem Sie das gesamte Haus heizen können. Voraussetzung: Boden und Wände sind gut gedämmt und der Bodenbelag verfügt über eine hohe Wärmeleitfunktion. Die Schläuche werden im Boden verlegt und mit Estrich aufgegossen. Eine Trittschalldämmung und ein passendender Bodenbelag werden anschließend auf dem Estrich verlegt. Das warme Heizungswasser fließt durch das Rohrsystem und gibt dabei thermische Energie ab – erst an den Estrich, dann an den Bodenbelag und anschließend in den Raum.
  • Elektrische Fußbodenheizung: Bei der elektrischen Fußbodenheizung handelt es sich um sehr dünne Systeme, meistens Heizmatten oder Heizfolien, die im Estrich oder sogar schwimmend direkt unter dem Bodenbelag verlegt werden. Elektrische Fußbodenheizungen werden überwiegend punktuell eingesetzt, zum Beispiel beim Nachrüsten einer Fußbodenheizung in einem einzelnen Raum oder zur Unterstützung der bestehenden Gebäudeheizung.

Beide Systeme im Vergleich:

Wasserführende Fußbodenheizung

Elektrische Fußbodenheizung

Aufbauhöhe

hoch

gering

Installationsaufwand

hoch

gering

Heizeffizient (bei guten baulichen Voraussetzungen)

hoch (vollwertiges Heizsystem)

niedrig (eher als Ergänzung zu bestehendem Heizsystem)

Funktionsweise

mit Heizkessel verbunden

mit Stromnetz verbunden

Kompatibilität mit Erneuerbaren Energien

mit Wärmepumpe, Solarthermieanlage oder Kaminofen koppelbar

mit Photovoltaikanlage koppelbar

Kosten

hohe Installationskosten, aber niedrige Heizkosten

niedrigere Installationskosten, aber hohe Heizkosten

  • Die wasserführenden Fußbodenheizungen arbeiten effizienter und mit geringeren Heizkosten. Da der Installationsaufwand und die Aufbauhöhe bei dieser Variante aber höher sind, können sich gerade beim Nachrüsten einer Fußbodenheizung in einem einzelnen Raum auch elektrische Modelle anbieten.

Möglichkeit 1: Nasssystem zur Nachrüstung einer Fußbodenheizung

Im Neubau ist das Verlegen von Fußbodenheizungen als Nasssystem gang und gäbe. Bei dieser konventionellen Variante, bei der es sich um eine wasserführende Fußbodenheizung handelt, werden die Heizungsrohre verlegt und anschließend mit Heizestrich übergossen.

Beim Nachrüsten einer Fußbodenheizung im Altbau ist diese Vorgehensweise ebenfalls möglich, findet aber nur selten Anwendung. Die Gründe:

die hohe Aufbauhöhe von ca. 5–10 Zentimetern

das schwere zusätzliche Gewicht dieser Konstruktion, das zu Problemen bei der Statik führen kann

Möglichkeit 2: Fußbodenheizung nachträglich einfräsen

Um die Aufbauhöhe des bisherigen Fußbodens nicht zu vergrößern, können Sie die wassergeführte Fußbodenheizung durch nachträgliches Einfräsen nachrüsten – vorausgesetzt, der Estrich ist für Fußbodenheizungen geeignet und reißt unter Wärmeeinfluss nicht. Das sollte unbedingt von einem Fachmann überprüft werden. Gibt dieser sein OK, werden schmale Kanäle für die Heizleitungen in den bestehenden Boden gefräst, die Heizschläuche darin verlegt und die Rillen dann wieder mit Heizestrich aufgefüllt.

Möglichkeit 3: Die Fußbodenheizung als Trockensystem nachrüsten

Das Trockensystem lässt sich sowohl mit wasserführenden als auch mit elektrischen Fußbodenheizungen umsetzen. Die Heizschläuche der wassergeführten Fußbodenheizung werden beim Nachrüsten direkt auf dem bestehenden Fußboden verlegt und mit Trockenestrich oder mit speziell vorgefertigten Platten oder festen Bodenelementen fixiert. Darauf kommt der finale Bodenbelag. Bei den elektrischen Fußbodenheizungen zum Nachrüsten handelt es sich hingegen um elektrische Heizleitungen oder Heizfolien, die schwimmend unter Holzboden, Fliesen und Co. verlegt werden.

Die trockene Verlegung ist beim Nachrüsten einer Fußbodenheizung besonders beliebt, denn es gibt viele Gründe, die für das Trockensystem sprechen:

  • deutlich weniger Gewicht als beim Nasssystem
  • geringe Aufbauhöhe (maximal 5 cm)
  • schnellere Verlegung durch wegfallende Trocknungszeiten

Gut zu wissen: Wird die Fußbodenheizung beim Nachrüsten als Trockensystem auf den alten Untergrund aufgebracht, muss dieser unbedingt eben und gleichmäßig sein.

Möglichkeit 4: Mit einem Dünnschichtsystem nachrüsten

Gerade in Altbauten mit einer niedrigen Deckenhöhe ist das Dünnschichtsystem zum Nachrüsten einer Fußbodenheizung ideal. Die wasserführende Dünnbett-Fußbodenheizung besteht aus sehr dünnen Leitungen, die das warme Heizungswasser durch den Boden transportieren. Die Aufbauhöhe beträgt nur gut 2 cm zuzüglich Bodenbelag. Alternativ gibt es elektrische Dünnbettheizmatten, die mit Strom betrieben werden. Beide Varianten liegen direkt unter dem Bodenbelag und sind somit sehr reaktionsschnell, die Heizleistung ist bei diesem Dünnschichtsystem meist jedoch geringer als beim Nasssystem und beim klassischen Trockensystem.

Preis-Check: Was kostet es, eine Fußbodenheizung im Altbau nachzurüsten?

Eine Fußbodenheizung nachzurüsten erfordert ein gewisses Investitionsbudget. Dieses hängt von verschiedenen Faktoren und Kostenpunkten ab:

  • Qualität der Fußbodenheizung
  • Größe der Fläche
  • Kosten für zusätzliche Dämm- und Sanierungsmaßnahmen sowie andere notwendige Vorarbeiten
  • Methode der Verlegung
  • Anbindung an den Heizkessel bzw. ans Stromnetz
  • Entfernung des vorherigen Estrichs
  • Demontage und Entsorgung der alten Heizkörper

Die folgende Tabelle liefert Ihnen einen groben Überblick zur Orientierung. Für eine genaue Kostenkalkulation wenden Sie sich an einen Fachbetrieb in Ihrer Nähe.

System der Fußbodenheizung

Kosten

Nasssystem

ca. 70 Euro/m²

Einfräsen

ca. 50 Euro/m²

Trockensystem

ca. 50 Euro/m²

Dünnschichtsystem

ca. 40 Euro/m²

Elektrische Fußbodenheizung

ca. 30 Euro/m²

Gibt es staatliche Förderungen für die Nachrüstung?

Wenn Sie eine staatliche Förderung beantragen, können Sie die Kosten für die Nachrüstung einer Fußbodenheizung deutlich reduzieren. Grundsätzlich gibt es zwei Optionen, an Fördergelder zu gelangen: entweder über das Bundesprogramm für effiziente Gebäude (BEG) oder über den "Steuerbonus".

Staatliche Förderung über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG):

Über das BEG können Sie entweder Zuschüsse oder Darlehen erhalten, mit denen Sie bis zu 55% der Kosten für ein neues Heizungssystem abdecken. Allerdings ist die Fußbodenheizung als alleinige Maßnahme nicht förderfähig - da vor allem erneuerbare Systeme mit einer Fußbodenheizung besonders gut zusammenarbeiten, ist diese aber als Teil einer regelkonformen Heizungssanierung mit förderfähig. Mehr dazu lesen Sie in unserem Artikel zur Förderung von Heizungen.

Steuerliche Vergünstigungen:

Hauseigentümer können bis zu 20 Prozent ihrer Sanierungskosten über einen Zeitraum von drei Jahren von der Steuer absetzen ("Steuerbonus"). Das gilt auch für das Nachrüsten einer Fußbodenheizung im Rahmen einer Heizungsoptimierung. Dieser Steuerbonus ist allerdings nicht mit dem BEG kombinierbar.

Fußbodenheizung vom Profi nachrüsten lassen

Bei der Nachrüstung einer Fußbodenheizung gilt es viele Punkte zu berücksichtigen. Nicht nur die Wahl des Systems ist entscheidend, es ist auch wichtig, dass die Fußbodenheizung richtig dimensioniert und auf den Heizkessel abgestimmt ist. Und selbstverständlich ist eine professionelle Verlegung das A und O, damit Ihr Fußboden nicht nur wohlige Wärme verbreitet, sondern darüber hinaus ebenerdig und hübsch ist. Selbst erfahrene Hobby-Heimwerker stoßen bei diesen ganzen Voraussetzungen und Planungsaspekten schnell an ihre Grenzen. Unser Tipp: Überlassen Sie die Nachrüstung einer Fußbodenheizung im Altbau auf jeden Fall einem fachkundigen Heizungsbauer.

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