Fußbodenheizung fräsen

Eine Fußbodenheizung nachträglich in einen Altbau einzubauen, stellt meist kein Problem dar. Je nach baulichen Voraussetzungen sind verschiedene Möglichkeiten zum Nachrüsten einer Fußbodenheizung möglich: eine davon ist das Einfräsen einer Fußbodenheizung. Wie genau das Fräsen einer Fußbodenheizung funktioniert, worauf dabei zu achten ist und wie viel es kostet, erfahren Sie in diesem Ratgeber rund ums Thema „Fußbodenheizung nachträglich fräsen“.
Thorben Frahm
Dieser Artikel wurde von
Thorben Frahm für www.Heizungsfinder.de verfasst.
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Fußbodenheizungen im Altbau nachrüsten – welche Möglichkeiten gibt es?

Inhaltsübersicht:

Eine Fußbodenheizung überzeugt nicht nur mit angenehmer Wärme, Komfort und ästhetischen Vorteilen. Sie arbeitet dank der niedrigen Vorlauftemperatur auch sehr gut mit erneuerbaren Energien zusammen. Wärmepumpen und Solarthermieanlagen lassen sich beispielsweise unkompliziert mit Fußbodenheizungen koppeln. Beide Systeme ergänzen sich optimal und sorgen so für niedrige Heizkosten bei wohliger Wärme. Kein Wunder also, dass Fußbodenheizungen im Neubau mittlerweile zum Standard gehören. Aber wie verhält es sich in Bestandsbauten, in denen bislang gewöhnliche Heizkörper an den Wänden hingen? Auch hier ist heutzutage in den meisten Fällen das Nachrüsten einer Fußbodenheizung möglich.

gefräste Kanäle im Estrich vor Verlegung der HeizrohreEingefräste Kanäle für die Verlegung der Fußbodenheizung, Foto: michaklootwijk, Adobe Stock

Es gibt verschiedene Techniken und Systeme, eine Fußbodenheizung nachträglich im Altbau zu installieren. Neben

  • der klassischen Nassverlegung
  • der Installation der Fußbodenheizung im Trockensystem sowie
  • dem Nachrüsten im Dünnschichtsystem

kommt vor allem eine Variante häufig zum Einsatz: das nachträgliche Einfräsen der Fußbodenheizung.

Wann ist das Fräsen einer Fußbodenheizung sinnvoll?

Anders als die klassische Nassverlegung und die Trockenverlegung überzeugt das Fußbodenheizung Einfräsen mit keiner zusätzlichen Aufbauhöhe. Das bedeutet, dass sich das nachträgliche Fräsen von Kanälen für die Heizungsrohre von Fußbodenheizungen überall dort anbietet, wo eine zusätzliche Aufbauhöhe des Fußbodens zu baulichen Problemen führt, wie etwa

  • Veränderung der Türzargen
  • Abschleifen der Türen
  • Anpassen von bodentiefen Fenstern, Türen und Terrassentüren
  • Angleichen von Treppenabsätzen
  • Angleichen von Türschwellen
  • Verlegen von Steckdosen etc.
  • zu Problemen mit der Statik führt, zum Beispiel weil die Decke nicht für eine zusätzliche Estrichschicht ausgelegt ist
  • zu einer zu niedrigen Deckenhöhe führt
  • zu ästhetischen Makeln führt, wie etwa zu niedrige Fensterbänke oder zu niedrige Steckdosen.

Müssten für die Nassverlegung oder Trockenverlegung größere Umbaumaßnahmen umgesetzt werden, ist das Fräs-Verfahren in der Regel deutlich kostengünstiger.

Fußbodenheizung fräsen – alle Vorteile im Überblick

  • Unveränderte Raumhöhe: Da die Rillen für die Heizungsrohre in den vorhandenen Estrich gefräst werden, verändert sich die Aufbauhöhe des Fußbodens meistens nicht.
  • Keine Umbaumaßnahmen: Bis auf das Entfernen des alten Bodenbelags, dem Fräsen und dem Verlegen des neuen Bodenbelags fallen in der Regel keine baulichen Maßnahmen an.
  • Preiswert: Da das Fußbodenheizung Fräsen relativ unkompliziert, sauber und schnell vonstattengeht, ist es im Altbau meist die kostengünstigste Variante des Nachrüstens.
  • Schnelles Heizverhalten: Da die Heizungsrohre dicht unter dem Bodenbelag verlegt werden, geben sie schnell und effizient Wärme an den Raum ab.
  • Sauberes Fräs-Verfahren: Fußbodenheizung einfräsen funktioniert dank modernster Bodenfräse mit integriertem Staubsauger besonders schnell, sauber und nahezu staubfrei.

Wie funktioniert das nachträgliche Einfräsen einer Fußbodenheizung?

Das Fräs-Verfahren gehört zu den schnellsten Möglichkeiten, eine Fußbodenheizung nachträglich in einem Altbau zu integrieren. In der Regel dauert das Fußbodenfräsen in einem Raum nur einen Arbeitstag lang. Die Arbeit sollte unbedingt von einem Fachbetrieb durchgeführt werden.

  • Prüfung bzw. Probebohrung: Im Vorwege sollte ein Fachbetrieb für Fußboden Fräsen in Ihrer Nähe überprüfen, ob der bestehende Estrich für eine Fußbodenheizung geschaffen ist, sprich, ob der Estrich dick genug und für heiße Heizungsrohre geeignet ist.
  • Entfernung des alten Bodenbelags: Der alte Bodenbelag sollte rückstandslos entfernt werden. Risse und andere Schadstellen müssen ausgebessert und Unebenheiten ausgeglichen werden.
  • Vorbereitung des Bodens: Der saubere Altestrich wird mit Haft- oder Tiefengrund behandelt.
  • Fräsen der Kanäle: Es werden circa 16 mm tiefe Kanäle in den bestehenden Estrich gefräst. Dies geschieht mit einer speziellen Maschine. Der Abstand der einzelnen Rillen zueinander beträgt zwischen zehn bis 15 cm.
  • Verlegen der Rohre: In die gefrästen Kanäle werden wasserführende Heizungsrohre verlegt. Diese werden an den Heizkreisverteiler angeschlossen.
  • Verschließen der Kanäle: Die noch vorhandenen Schlitze zwischen Estrich und Rohr werden mit einer speziellen Ausgleichsmasse für Fußbodenheizungen verschlossen.
  • Dichtheitsprüfung: Das Heizsystem wird mit Wasser befüllt und entlüftet. Anschließend führt der Fachbetrieb einen Dichtheits-Check durch.
  • Neuen Bodenbelag verlegen: Direkt auf das Rohrsystem kommt gegebenenfalls eine Trittschalldämmung und darauf der gewünschte Bodenbelag.

Gut zu wissen:

Fußboden fräsen klingt nach einer staubigen Angelegenheit? In Wirklichkeit handelt es sich um ein sehr sauberes Verfahren, denn das Fußbodenheizung Fräsen erfolgt mit einer speziellen Maschine. Das Besondere: Diese Fräse für Fußbodenheizungen verfügt über einen integrierten, äußerst leistungsstarken Staubsauger. Fräsen und Saugen finden zeitgleich statt, sodass Staub und Schmutz nahezu vollständig und unmittelbar eingesaugt werden.

Welche Voraussetzungen müssen zum Fräsen der Fußbodenheizung erfüllt werden?

Die eingefrästen Kanäle sind etwa 16 mm tief. Damit der Boden weiterhin tragend ist, sollte der Fußboden mindestens 4 cm Stärke aufweisen. Hier ist es ratsam, dass ein Fachunternehmen erstmal eine Probebohrung durchführt.

Bei welchen Bodenbelägen sind Fräsarbeiten möglich?

Der Boden zum Fußbodenheizung Einfräsen kann aus den unterschiedlichsten Estricharten bestehen, etwa Zement oder Trockenestrich. Wichtig ist, dass der Estrich belastbar ist und auch hohen Temperaturen standhält. Weniger gut geeignet zum Fußbodenheizung Fräsen ist Gussasphaltestrich. Hier besteht die Gefahr, dass sich beim Fräsen Risse im Gussasphalt bilden.

Gut zu wissen:

Ob Parkett, Kork, Laminat, Fliesen oder Vinyl – nahezu alle Bodenbeläge eignen sich für Fußbodenheizungen. Wichtig ist, dass der Bodenbelag über eine gute Wärmeleitfähigkeit verfügt und laut Hersteller für Fußbodenheizungen geschaffen ist.

Fußbodenheizung fräsen – mit welchen Kosten ist zu rechnen?

Was das Fußboden Fräsen kostet, hängt von verschiedenen Faktoren ab:

  • Wie groß ist die Fläche?
  • Wie groß ist der Abstand zwischen den einzelnen Kanälen?
  • Sind zusätzliche Dämm- und Sanierungsmaßnahmen notwendig?
  • Wie aufwendig ist es, den alten Bodenbelag zu entfernen?
  • Muss der alte Estrich ausgebessert werden?

Dabei gelten zwei Faustregeln:

  • Je mehr Quadratmeter (oder Heizkreise) gefräst werden, desto günstiger wird der Quadratmeterpreis (oder Preis pro Heizkreis).
  • Je geringer der Verlegeabstand der Heizungsrohre ist, desto höher sind die Kosten.
  • Um eine grobe Orientierung zu erhalten, können Sie mit etwa 30 bis 70 Euro pro Quadratmeter rechnen.

Gibt es staatliche Fördermittel für das nachträgliche Fräsen der Fußbodenheizung?

Mit einer staatlichen Förderung lassen sich die Kosten für eine Fußbodenheizung deutlich reduzieren. Kombinieren Sie den Einbau und das Fräsen der Fußbodenheizung mit einer Heizungsoptimierung, haben Sie beispielsweise die Möglichkeit, bei der KfW die „Bundesförderung für effiziente Gebäude“ (BEG) zu beantragen. Auch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) fördert Maßnahmen zur Optimierung des Heizungsverteilersystems in Bestandsgebäuden – dazu zählt u. a. der Einbau von Fußbodenheizungen und anderen energieeffizienten Flächenheizungen. Mehr dazu finden Sie in unserem Überblick zur Heizungsförderung.

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