Genehmigung und Richtlinien für Wärmepumpen

Die Liste der Genehmigungen für den Bau und Betrieb einer Wärme­pumpe ist lang. Wer sich für eine Anlage entscheidet, sollte rund zwei Monate Vorlaufzeit für die Genehmigungsphase einplanen. In diesem Artikel erklären wir Ihnen, welche Richtlinien Sie für den Bau und ordnungsgemäßen Betrieb einer Erdwärme Heizung beachten müssen. Jedes Bundesland hat zusätzlich eigene Geothermie Vorschriften, die Sie kostenfrei herunterladen können.
Dieser Artikel wurde von
Christian Märtel für www.Heizungsfinder.de verfasst.
Jetzt Fachbetriebe für Ihr Projekt finden
  • Fachbetriebe vor Ort finden
  • Mit einer Anfrage bis zu 5 Angebote erhalten
  • Garantiert einfach, kostenlos und unverbindlich!
HeizungenWärmepumpeTechnikGenehmigung

Genehmigungen für den Bau einer Wärmepumpe

Grundsätzlich flankieren das Wasserhaushaltsgesetz sowie das Bundesbergbaugesetz den Bau einer Wärmepumpe. In einigen Regionen können weitere Verordnungen hinzukommen, die für den Schutz des jeweiligen Gebietes notwendig sind.

Sie sollten sich daher rechtzeitig bei der zuständigen Verwaltungsbehörde erkundigen, um unnötige Planungskosten und zeitliche Verzögerungen zu vermeiden. Viele Fachbetriebe bieten auch den Service und holen alle erforderlichen Genehmigungen in der Planungsphase ein.

Vorrangig das Wasserhaushaltsgesetz beachten

Eine anstehende Bohrung für eine Wärmepumpe kann möglicherweise das Grundwasser beeinträchtigen. Bauherren sind hier auf der sicheren Seite, wenn sie das Vorhabens bei der zuständigen Wasserbehörde anmelden. Diese entscheidet dann, ob die Wärmepumpe nach dem Wasserhaushaltsgesetz (WHG) ohne Genehmigung gebaut werden kann. Für die Bearbeitung sollten Sie rund vier Wochen einplanen.

Besondere Regeln gelten in Wasserschutzgebieten. Generell gilt dort die jeweilige Schutzgebiets­verordnung. In folgenden Gebieten sind Sole-Wasser-Wärmepumpen nur unter bestimmten Voraussetzungen zugelassen:

  • Trinkwasserschutzgebiete Zone I und II
  • Heilquellenschutzgebiete Zone I und II
  • Trinkwassergewinnungsgebiete

Zulässig sind hier nur Erdwärmekollektoren mit einer geringen Einbautiefe von maximal fünf Metern. Außerdem kann es Einschränkungen bei der Wärmeträgerflüssigkeit geben.

Bohrung nach Bundesbergbaugesetz anmelden

Nach dem Bundesberggesetz (BBergG) gilt Erdwärme als "bergfreier Bodenschatz". Wenn die Erdwärme über einen Mittler, also eine Wärmepumpe, gewonnen wird, ist in der Regel keine Genehmigung erforderlich. Bohrungen müssen jedoch nach dem Bundesberggesetz der zuständigen Bergbehörde mitgeteilt werden. Dies übernimmt normalerweise das beauftragte Bohrunternehmen.

Genehmigungen gelten auch nach dem Bau der Wärmepumpe

Auch im Anschluss an die Bohrung sind noch einige Richtlinien zu beachten, um eine Geothermie Anlage ordnungsgemäß zu betreiben. Der beauftragte Fachbetrieb muss die Ergebnisse der Bohrarbeiten für das zuständige geologische Landesamt dokumentieren. Hierzu gehören Informationen zur geologischen Schichtenfolge, zu Zwischenfällen, die sich bei den Bohrarbeiten eventuell ergeben haben sowie Bohrgutproben und ein abschließender Bericht zur Fertigstellung der Bohrarbeiten.

Wenn die Wärmepumpe in Betrieb ist, müssen Sie den Kreislauf der Anlage im Auge behalten. Bei einem Leck im Kreislauf müssen Sie die Anlage umgehend stilllegen und die zuständige Verwaltungsbehörde informieren für das weitere Vorgehen. Auch bauliche Veränderung der Anlage oder Stsilllegung müssen der Verwaltungsbehörde rechtzeitig mitgeteilt werden.

Richtlinien der einzelnen Bundesländer

Alle wichtigen Informationen zu den Genehmigungen und Richtlinien für den Bau und den Betrieb einer Wärmepumpe haben die einzelnen Bundesländer in übersichtlichen Leitfäden zusammengetragen. Diese können Sie kostenfrei auf der Seite des Bundesverbands für Geothermie herunterladen.

Erfahrungen & Fragen zum Thema Wärmepumpe

Bei Neubau: Gas-Brennwertheizung vs. Luftwärmepumpe?

Wir planen ein Fertighaus - und haben hier die Wahl seitens des Bauträgers zwischen einer Gas-Brennwert Heizung und einer Luft-Wärmepumpe (eine Erdwärmepumpe steht nicht zur Verfügung). Der Gasanschluss kostet ungefähr 400 Euro. Bei den Luftwärmepumpen sind die Mehrkosten etwa 10.000 Euro im Vergleich zur Gasheizung. Angeboten wird hier eine Nibe F2040 oder einer Nibe F2120. Was macht hier am meisten Sinn, um zukünftig auf der sicheren Seite zu sein? Mein Kopf sagt, dass sich der Mehrpreis für eine Luftwärmepumpe beim aktuellen Gaspreis nicht lohnt. Zudem kann man für den Mehrpreis ja auch eine Solarthermie oder Photovoltaikanlage installieren (oder zumindest teilweise auch schon vorbereiten). Allerdings hat meine Frau auch widerrum Vorbehalte gegen die Sicherheit einer Gasheizung (wegen Gasaustritt) - wobei ich nicht weiß, ob das bei neuen / aktuellen Gasheizungen noch ein Thema ist. Was würden Sie hier empfehlen?
Antwort von LKS SARL

Ich würde raten weder noch! Sie haben schon bei der Solarthermie einen vernünftigen Gedanken, warum nicht direkt auf Pellets hinaus gehen: wir haben das schon fast 20 Jahre: Komfort hervorragend, heimische Energie, bezahlbare wenig schwankbare Kosten und Gebäude Wertzunahme.

Wärmepumpe vom Nachbarn sehr laut und sehr nah an Grundstücksgrenze: Was kann ich tun?

Mein Nachbar hat eine Mitsubishi Electric Wärmepumpe PUHZ-SHW112Y mit enem Abstand von 0,5 Meter an die Grenze gesetzt, betoniert auf zwei kleinen Fundamenten (an unsere künftige Terasse). Kinderzimmer ist gerade 4 Meter entfernt. Das Ding hat lauf Herstellerangaben 70 dB(a). Wo das Ding in Betrieb ging - 15 C kamen am Kinderzimmer noch 55 dB an. Heute früh um 8:00 bei 2 Grand waren es noch 48 dB (Handymesseung). Laut Schallrechner des Bundeverband Wärmepumpe müssten da 8 Meter Abstand sein. Immer wenn ich auf meiner Baustelle bin läuft das Ding recht nervig. Ich baue in Bad Mergentheim (BW). Was kann ich machen? Habe selber eine ROTEX Wärmepumpe, die ist wesentlich leiser und hat einen Abstand von 5 Metern zur Grenze.
Antwort von Energieberatung Stapff

Wärmepumpen können je nach Baurecht als Teil eines Gebäudes gesehen werden = Mindestabstand 3 Meter.

Zum Schallschutz finden sich Angaben inb der TZA Luft:
http://www.verwaltungsvorschriften-im-internet.de/bsvwvbund_26081998_IG19980826.htm

Dazu eine Sammlung von Urteilen:
http://www.laerm-luftwaermepumpen.de/index.php/aktuelle-gerichtsurteile

Nachbarn sollten sich verstehen, müssen miteinander auskommen. Konfrontgation nutzt keinem. Warum tun Sie sich nicht zusammen und bauen Ihre beiden Wärmepumpen auf einen gemeinsamen Platz? Schon mal ans Garagendach gedacht? Oder ein Satteldach auf die Garage und darunter die WP versteckt?

Es gibt schallhemmende Gummipuffer (Maschinenbau) als Lager, richtig platzierte Schallschutzwände, und mehr

Winterliche grüße
Herbert Stapff

Luftwärmepumpe oder Gastherme: Vor- und Nachteile

Was Vor-/Nachteile einer Luft-Wärmepumpe gegenüber einer Gastherme?
Antwort von GESBB - Ingenieurbüro

Die Frage lässt sich nicht einfach beantworten und hängt insbesondere von den spezifischen Randbedingungen des speziellen Bauvorhabens ab.
Bei Neubauten kommt man bei einer Gastherme im EnEV Nachweisverfahren ohne zusätzliche solarthermische Anlage nicht aus. Wobei diese in EFH leider meist unwirtschaftlich ist.
Bei einem Kostenvergleich ist diese sowie die Gasanschlußkosten zu berücksichtigen.

Vollmodulierende Luftwärmepumpen gewinnen bei Neubauten zunehmend an Bedeutung.
Allerdings muß besonders dabei eine fachgerechte Anlagendimensionierung durchgeführt werden, da andernfalls für den Anlagenbetreiber zu hohe Verbrauchskosten entstehen.
Objektive und verkaufsunabhängige Hersteller- und Geräteauswahl besitzt zudem besondere Bedeutung.
Hinweis:
Nicht der COP nach Herstellerdatenblättern ist ausschlaggebend, sondern die tatsächlich erreichbare JAZ.

Eigene Frage stellen

Sie haben eine Frage?

HausCo Logo
Experten und Fachbetriebe beantworten kostenlos Ihre Fragen rund ums Thema Heizungen
Jetzt Frage stellen