Voraussetzungen für eine Tiefenbohrung bei Wärmepumpen

8. Januar 2021
Eine Sole Wasser Wärmepumpe gewinnt Wärme aus dem Erdreich mit Hilfe einer Sonde oder einem Kollektor. Für eine Sonde ist eine Bohrung erforderlich. Diese Arbeiten können jedoch nicht in jeder Region in Deutschland problemlos erfolgen. Wie der Untergrund beschaffen sein muss, welche behördlichen Genehmigungen erforderlich sind und welche Komplikationen bei einer Tiefenbohrung für Erdwärme Heizungen auftreten können, lesen Sie hier.
Dieser Artikel wurde von
Christian Märtel für www.Heizungsfinder.de verfasst.
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HeizungenWärmepumpeSole-WasserBohrung

Wärmepumpen Bohrung - Tiefenbohrung für eine Erdwärme Heizung

Die benötigte Bohrtiefe errrechnet sich nach der Heizleistung, die mit der Wärmepumpe erreicht werden soll. Entscheidender Faktor hierbei ist die Beschaffenheit des Untergrundes. Je nach Bodenschicht liefert das Gestein unterschiedliche Entzugsleistungen an Wärme. Im Schnitt erreicht die Erdwärme Bohrung für den Betrieb einer Wärmepumpe deshalb eine Tiefe von etwa 100 Metern.

Die Länge der eingebauten Erdsonden ist entscheidend für die Effizienz der Anlage. Die meisten Verbraucher benötigen bis zu 20 kW Heizleistung im Jahr. Soll diese mit Erdwärme Sonden erreicht werden, ist eine Tiefenbohrung nötig.

Je nach Beschaffenheit des Bodens und Entzugsleistung des umliegenden Gesteins können Tiefe und Anzahl einer Geothermie Bohrung variieren. Eine Art Faustregel hierbei: Je tiefer die Sonden reichen, desto weniger Bohrungen sind für eine Wärmepumpe nötig.

Ist eine Tiefenbohrung nicht möglich, werden Erdkollektoren installiert. Diese sammeln die oberflächennah gespeicherte Sonnenenergie und müssen nur wenige Meter tief installiert werden.

Erforderliche Gutachten und Genehmigungen bei einer Erdwärme Bohrung

Für den Bau und den Betrieb einer Wärmepumpe sind das Wasserrecht und das Bergrecht zu beachten. Ein vorheriges Bodengutachten ist nicht nötig. Eine ausführliche Übersicht der Anforderungen einer Erdwärme Bohrung bietet das Regelwerk des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches e.V. (DVGW).

Wo Komplikationen auftreten können

Probleme bei einer Tiefenbohrung können für Erdwärme Heizungen vor allem in Gebieten auftreten, in denen Trinkwasser gewonnen wird. Als Komplikationen kommen außerdem folgende Bereiche in Frage:

  • Grundwasserstockwerksbau: In diesen Fällen ist eine Tiefenbohrung für eine Wärmepumpe zumeist ausgeschlossen, da die Gefahr besteht, hydraulischen Verbindungen zu stören.
  • Vorkommen mit höher mineralisiertem Grundwasser oder Kohlendioxid-Einschlüssen: Solche Vorkommen reagieren sehr sensibel auf hydraulische Eingriffe, wie eine Tiefenbohrung sie darstellt.
  • Kluft- und Karstgrundwasserleiter: Durch den porösen Untergrund kann das Loch einer Geothermie Bohrung nicht ordnungsgemäß verpresst werden.
  • Artesische Verhältnisse: Stellen, an denen das Grundwasser selbständig austtritt (Arteser), können ebenfalls zu Komplikationen führen, wenn das Bohrloch verpresst wird. Arteser kommen vor allem in den Niederungen des Berglandes vor.
  • Bergbaugebiete: Dieses Problem kommt besonders in Regionen des Altbergbaus vor.

Es ist immer empfehlenswert die zuständige Wasserbehörde, Bergbehörde und Wärmepumpen Fachbetriebe mit Sachkunde zu befragen, ob sich das Gebiet für eine Wärmepumpe mit Geothermie Bohrung eignet.

Kosten einer Tiefenbohrung

Die Kosten für die Errichtung einer Wärmepumpe belaufen sich zwischen 10.000 Euro und 25.000 Euro und sind stark von der Bodenbeschaffenheit und den möglichen Komplikationen abhängig. Den Großteil der Kosten macht die Erdwärme Bohrung selbst aus. Viele Fachbetriebe bieten daher bei der Kostenberechnung ein Gesamtpaket, das die Tiefenbohrung beinhaltet.

Weiterlesen zum Thema Geothermie Bohrung können Sie in unserem Bericht zur Installation einer Erdwärme Sonde.

(Abbildung: Vorbereitung für eine Erdwärme Bohrung | Bildquelle: Fabian Bromann)

Weiterlesen zum Thema "Installation Sonde"

Erfahrungen & Fragen zum Thema Wärmepumpe

Bei Neubau: Gas-Brennwertheizung vs. Luftwärmepumpe?

Wir planen ein Fertighaus - und haben hier die Wahl seitens des Bauträgers zwischen einer Gas-Brennwert Heizung und einer Luft-Wärmepumpe (eine Erdwärmepumpe steht nicht zur Verfügung). Der Gasanschluss kostet ungefähr 400 Euro. Bei den Luftwärmepumpen sind die Mehrkosten etwa 10.000 Euro im Vergleich zur Gasheizung. Angeboten wird hier eine Nibe F2040 oder einer Nibe F2120. Was macht hier am meisten Sinn, um zukünftig auf der sicheren Seite zu sein? Mein Kopf sagt, dass sich der Mehrpreis für eine Luftwärmepumpe beim aktuellen Gaspreis nicht lohnt. Zudem kann man für den Mehrpreis ja auch eine Solarthermie oder Photovoltaikanlage installieren (oder zumindest teilweise auch schon vorbereiten). Allerdings hat meine Frau auch widerrum Vorbehalte gegen die Sicherheit einer Gasheizung (wegen Gasaustritt) - wobei ich nicht weiß, ob das bei neuen / aktuellen Gasheizungen noch ein Thema ist. Was würden Sie hier empfehlen?
Antwort von LKS SARL

Ich würde raten weder noch! Sie haben schon bei der Solarthermie einen vernünftigen Gedanken, warum nicht direkt auf Pellets hinaus gehen: wir haben das schon fast 20 Jahre: Komfort hervorragend, heimische Energie, bezahlbare wenig schwankbare Kosten und Gebäude Wertzunahme.

Wärmepumpe vom Nachbarn sehr laut und sehr nah an Grundstücksgrenze: Was kann ich tun?

Mein Nachbar hat eine Mitsubishi Electric Wärmepumpe PUHZ-SHW112Y mit enem Abstand von 0,5 Meter an die Grenze gesetzt, betoniert auf zwei kleinen Fundamenten (an unsere künftige Terasse). Kinderzimmer ist gerade 4 Meter entfernt. Das Ding hat lauf Herstellerangaben 70 dB(a). Wo das Ding in Betrieb ging - 15 C kamen am Kinderzimmer noch 55 dB an. Heute früh um 8:00 bei 2 Grand waren es noch 48 dB (Handymesseung). Laut Schallrechner des Bundeverband Wärmepumpe müssten da 8 Meter Abstand sein. Immer wenn ich auf meiner Baustelle bin läuft das Ding recht nervig. Ich baue in Bad Mergentheim (BW). Was kann ich machen? Habe selber eine ROTEX Wärmepumpe, die ist wesentlich leiser und hat einen Abstand von 5 Metern zur Grenze.
Antwort von Energieberatung Stapff

Wärmepumpen können je nach Baurecht als Teil eines Gebäudes gesehen werden = Mindestabstand 3 Meter.

Zum Schallschutz finden sich Angaben inb der TZA Luft:
http://www.verwaltungsvorschriften-im-internet.de/bsvwvbund_26081998_IG19980826.htm

Dazu eine Sammlung von Urteilen:
http://www.laerm-luftwaermepumpen.de/index.php/aktuelle-gerichtsurteile

Nachbarn sollten sich verstehen, müssen miteinander auskommen. Konfrontgation nutzt keinem. Warum tun Sie sich nicht zusammen und bauen Ihre beiden Wärmepumpen auf einen gemeinsamen Platz? Schon mal ans Garagendach gedacht? Oder ein Satteldach auf die Garage und darunter die WP versteckt?

Es gibt schallhemmende Gummipuffer (Maschinenbau) als Lager, richtig platzierte Schallschutzwände, und mehr

Winterliche grüße
Herbert Stapff

Luftwärmepumpe oder Gastherme: Vor- und Nachteile

Was Vor-/Nachteile einer Luft-Wärmepumpe gegenüber einer Gastherme?
Antwort von GESBB - Ingenieurbüro

Die Frage lässt sich nicht einfach beantworten und hängt insbesondere von den spezifischen Randbedingungen des speziellen Bauvorhabens ab.
Bei Neubauten kommt man bei einer Gastherme im EnEV Nachweisverfahren ohne zusätzliche solarthermische Anlage nicht aus. Wobei diese in EFH leider meist unwirtschaftlich ist.
Bei einem Kostenvergleich ist diese sowie die Gasanschlußkosten zu berücksichtigen.

Vollmodulierende Luftwärmepumpen gewinnen bei Neubauten zunehmend an Bedeutung.
Allerdings muß besonders dabei eine fachgerechte Anlagendimensionierung durchgeführt werden, da andernfalls für den Anlagenbetreiber zu hohe Verbrauchskosten entstehen.
Objektive und verkaufsunabhängige Hersteller- und Geräteauswahl besitzt zudem besondere Bedeutung.
Hinweis:
Nicht der COP nach Herstellerdatenblättern ist ausschlaggebend, sondern die tatsächlich erreichbare JAZ.

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