Hybridwärmepumpe: Umweltwärme & Brennwerttechnik

18. August 2021
Heizkosten sparen, gesetzliche Anforderungen erfüllen oder klimafreundlich bauen & wohnen: Die Verbindung mehrerer Wärmeerzeuger zu einem Gesamtheizsystem, auch Hybridheizung genannt, gewinnt an Fahrt. Die Gas-Hybridwärmepumpe ist eine der möglichen Heizsysteme und eine interessante Option in der Sanierung von Bestandsbauten – und ebenso im Neubau. Erfahren Sie alles Wichtige zu Funktion, Kosten und Förderung der Hybridwärmepumpe!
Dieser Artikel wurde von
Gina Doormann für www.Heizungsfinder.de verfasst.
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HeizungenGasheizungKombinationmit Wärmepumpe

Inhalt

Gas-Hybridwärmepumpe verbindet Gasheizung mit Wärmepumpe

Einbaubeispiel für eine Hybridwärmepumpe,
Bild: Bosch Thermotechnik GmbH, Buderus Deutschland

Die Kombination einer Gasbrennwertheizung mit Solarthermie ist nur eine der Möglichkeiten, die Anforderungen der Heizkostenersparnis mit gesetzlichen Auflagen und dem Umweltschutz­gedanken zu vereinen.

Auch die Anbindung eines Kaminofens in den Heizkreislauf einer Gasheizung ist eine Option. Wenngleich hier oft auch der Aspekt der Gemütlichkeit im Vordergrund stehen mag und die Heizkostenreduktion ein schöner Nebeneffekt ist.

Die Hybridwärmepumpe ist eine weitere Option. Eine Hybridwärmepumpe ist imstande, die Vorteile von zwei Heiztechniken zusammenzuführen. Im Fall einer Gas-Hybridwärmepumpe wird eine Wärmepumpe – meist in Form einer Split-Luft-Wasser-Wärmepumpe – mit einer Gasheizung gekoppelt. Dabei handelt es sich im besten Fall um eine Gasbrennwertheizung, denn diese nutzt den fossilen Energieträger Gas am effizientesten. Beide Erzeuger speisen ihre Wärme gemeinsam in einen oder mehrere Speicher ein.

Die Kombination von Gasheizung mit Wärmepumpe führt – klug eingesetzt – zu einer deutlichen Senkung des Heizenergieverbrauches. Auch gegen die zusätzliche Einbindung einer Solarthermieanlage spricht nichts.

Vorteile einer Gas-Hybridwärmepumpe im Überblick

  • durch das Zusammenspiel des fossilen und des regenerativen Energieträgers ist der Heizbetrieb stets zuverlässig
  • aufgrund der kombinierten Umweltwärme und Gas-Brennwerttechnik reduzieren sich die Energiekosten
  • der Gasverbrauch sinkt durch die integrierte Wärmepumpe deutlich: Die CO2-Bilanz wird optimiert
  • sinkende Kosten durch CO2-Abgaben
  • Erfüllung der Anforderungen des Gebäudeenergiegesetzes (GEG)
  • staatliche Förderung durch die Bundesförderung für effiziente Gebäude

Die Hybridwärmepumpe zur Heizungsunterstützung und Warmwasserbereitung

Bild: Bosch Thermotechnik GmbH, Buderus Deutschland

Die Wärmepumpe spielt ihre Stärken vor allem in den Übergangsmonaten aus, wenn die Außentemperaturen noch nicht ihren Tiefpunkt erreichen, aber trotzdem ein deutlicher Heizbedarf vorliegt. Das liegt darin begründet, dass die Luft-Wasser-Wärmepumpe bei höheren Außentemperaturen effizienter arbeitet als bei niedrigeren Temperaturen im Freien.

Sobald die Heizleistung der Wärmepumpe nicht mehr ausreicht oder sie nicht mehr effizient genug arbeitet, trägt die Gasheizung die Spitzenlast – oder direkt die ganze Heizarbeit. Die Gasheizung übernimmt also, sobald die Außentemperatur einen für die Luft-Wasser-Wärmepumpe kritischen Punkt unterschreitet. Diesen variierbaren Punkt, an dem das Hauptsystem wechselt oder hinzugeschaltet wird, bezeichnet man als Bivalenzpunkt. Mit dieser Kombination minimieren Sie den Verbrauch fossiler Rohstoffe und verbessern ihre CO2-Bilanz deutlich. Ein weiterer Vorteil der Hybridwärmepumpe: Eine solche Wärmepumpe kann in fast allen Fällen vergleichsweise einfach nachgerüstet und an einen bestehenden Speicher angebunden werden.

So nutzt die Kombination von Gasheizung mit Wärmepumpe die Vorteile einer Wärmepumpe maximal aus, vermeidet aber ihre Schwächen weitestgehend. Auch die Warmwasserbereitung wird, wenn möglich, so geregelt. Alternativ kann man die Warmwasserbereitung direkt auf die Gasheizung übertragen. Die Details variieren von Immobilie zu Immobilie und erfordern eine genaue Betrachtung durch einen Fachmann vor Ort. Weitergehendes zur Effizienz von Wärmepumpen finden Sie in unserem Artikel zum COP-Wert.

Funktion einer Hybridwärmepumpe mit Gas

Eine Hybridheizung aus Gas- und Brennwertheizung besteht aus drei Komponenten:

  • Gas-Brennwertheizung
  • Split-Wärmepumpe mit Außengerät
  • Regelungstechnik

Mithilfe der in der Hybridheizung verbauten Regelungstechnik kommt stets die jeweils effizienteste Heiztechnik zum Einsatz. Ist es draußen kalt und der Wärmebedarf im Innern hoch, wird dies die Gas-Brennwerttechnik sein. Sind die Außentemperaturen eher mild und dabei die Vorlauftemperatur nur in einer niedrigen Höhe erforderlich, spielt hingegen die Wärmepumpe ihre Stärke aus.

Durch die Steuerung der intelligenten Regelungstechnik lassen sich Energie und Kosten gegenüber einer alleinigen Heizungstechnik einsparen.

Gasheizung mit Wärmepumpe nachrüsten oder Paketlösung wählen?

Prinzipiell gibt es zwei Pfade zur Hybridwärmepumpe:

  • Zum einen kann man bei einer bestehenden Gasheizung einfach beispielsweise eine Luft-Wasser-Wärmepumpe nachrüsten und an einen Speicher anbinden.
  • Zum anderen bieten einige Hersteller fertige Systeme an. Bei diesen sind die einzelnen Komponenten in einem Gerät, das Ähnlichkeit mit einem herkömmlichen Heizkessel hat, zusammengefasst. Der Vorteil bei diesen Paketlösungen ist, dass die Komponenten bestens aufeinander abgestimmt sind. Dies betrifft auch die Regelungsmechanismen: Die Hersteller werben mit einer fließenden Anpassung der Anlagenleistung an die aktuellen Witterungsbedingungen. Hinzu komme eine bessere Regelungs­möglichkeit sowie eine passende Speicherlösung im Vergleich zu individuellen Kombinationen von Gasheizung mit Wärmepumpe.

Planung einer Gas-Hybridwärmepumpe

Die generellen Anforderungen an die Planung von Gasheizung und Wärmepumpe bleiben auch bei der Hybridwärmepumpe gültig. Was für die Wärmepumpe gut ist, ist aber auch für die Gasheizung vorteilhaft: Beide Systeme profitieren davon, eine möglichst niedrige Systemtemperatur zu fahren.

So arbeitet die Wärmepumpe bei niedrigem Temperaturhub effizienter, aber auch die Gasbrennwertheizung benötigt optimalerweise eine bestimmte Temperatur, um die Brennwerttechnik voll zu nutzen. Dazu gehört der Einsatz entweder von Niedertemperaturheizkörpern oder bestenfalls einer Flächenheizung wie einer Fußbodenheizung, um ein effizientes System zu erhalten. Auch die Schornsteinsanierung (im Falle einer Gasbrennwertheizung) und ein sorgfältiger hydraulischer Abgleich sind wichtig für ein sparsames Heizsystem.

Aufgrund ihrer Eigenschaften und Anforderungen eignet sich eine Hybridwärmepumpe vor allem für möglichst energieeffiziente Gebäude. Dazu zählen Neubauten oder auch Altbauten – sofern sie teil- oder vollsaniert wurden. Während sich in Neubauten besonders die Paketlösungen anbieten, wird im Altbau wahrscheinlich eher ein Einzelgerät nachgerüstet und angebunden. Hier finden Sie eine Übersicht über die Heizkosten verschiedener Heizsysteme im Altbau.

Was kostet eine Hybridwärmepumpe?

Eine einzelne Split-Luftwärmepumpe wartet mit Preisen von 8.000 bis 15.000 Euro auf, je nachdem, ob Sie eine Luft-Luft-Wärmepumpe oder eine Luft-Wasser-Wärmepumpe wählen. Preise für Hybridwärmepumpen im Paket erfahren Sie bei den jeweiligen Herstellern. Sie können aber für eine Hybridheizung mit Wärmepumpe und Gas im Einfamilienhaus etwa von 14.000 bis 22.000 Euro ausgehen.

Rechenbeispiel Gas-Hybridheizung mit BEG-Förderung

Nehmen Sie für Ihre Gas-Hybridheizung eine BEG-Förderung in Anspruch, so können Sie einen Zuschuss in Höhe von 30 Prozent erhalten. Kostet Ihre Gas-Hybridwärmepumpe insgesamt 15.000 Euro, liegt die Förderhöhe bei 4.500 Euro. Somit liegen die Gas-Hybrid-Wärmepumpe Kosten bei nur noch 10.500 Euro für Ihre Gas-Hybridwärmepumpe.

Hier finden Sie weitere Informationen zu den Preisen von Gasheizungen und den Preisen von Luftwärmepumpen.

Weitere Informationen und Planungshinweise können Sie unseren Checklisten zum Heizungskauf entnehmen. Im Downloadbereich finden Sie unsere Checklisten für Gasheizungen, Wärmepumpen und weitere Heizsysteme zum kostenfreien Lesen und Download.

Sie interessieren sich für die Kombination von Gasheizung mit Wärmepumpe? Hier finden Sie kostenfrei Fachbetriebe für Heiztechnik aus Ihrer Region. Sie helfen Ihnen bei der Planung und Umsetzung aller anfallenden Arbeiten.

Hybridwärmepumpe Förderung – Welche Einsparungen sind möglich?

Eine Gas-Hybridwärmepumpe ist förderfähig. Der Fördersatz der BEG (Bundesförderung für effiziente Gebäude) liegt bei 30 Prozent der Anschaffungs- und Installationskosten. Dafür gelten allerdings einige Voraussetzungen:

  • gemeinsame Steuerung beider Heizungskomponenten für effizienten Anlagenbetrieb
  • die Wärmepumpe muss mindestens 25 Prozent der Gebäudeheizlast beitragen
  • mehr als 50 Prozent der erzeugten Wärme müssen den folgenden Zwecken dienen: Warmwasserbereitung, Raumheizung, kombinierte Warmwasserbereitung und Raumheizung, Zuführung der Wärme in ein Wärmenetz

Ebenfalls förderfähig sind Erneuerbare Energien-Hybridheizungen (EE-Hybride). Hierbei geht es um einen Hybrid aus zwei verschiedenen Erneuerbaren Energien. Der BEG-Fördersatz für EE-Hybride beträgt 35 Prozent.

Erfahren Sie in unserem Ratgeberartikel mehr zur Wärmepumpen-Förderung.

FAQ

Was kostet eine Gas-Hybridheizung mit Wärmepumpe?

Rechnen Sie für eine Gas-Hybridwärmepumpe mit etwa 14.000 bis 22.000 Euro. Hiervon können Sie aber 30 Prozent als Förderung abziehen.

Was ist eine Hybrid-Wärmepumpe?

Bei einer Hybridwärmepumpe wird die Wärmepumpe als Wärmeerzeuger mit einem weiteren kombiniert. Der zweite Wärmeerzeuger kann ebenfalls regenerativ sein, etwa Solarthermie. Die Hybrid-Wärmepumpe kann aber ebenso gut aus einer Luftwärmepumpe und einem fossilen Energieträger wie einer Gasheizung bestehen.

Welche Hybridheizungen gibt es?

Es gibt die folgenden Hybridheizungen: Gasheizung mit Wärmepumpe, Gasheizung mit Wärmepumpe und Photovoltaikanlagen, Öl- oder Gasheizung mit Solarthermie, Wärmepumpe mit Holzheizung, Öl- oder Gasheizung mit Holzheizung, Öl- oder Gasheizung mit Brennstoffzellenheizung.

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Weiterlesen zum Thema "mit Kaminofen"

Erfahrungen & Fragen zum Thema Gasheizung

Berechnung von notwendigen kW im Verhältnis zur Wohnfläche

Wieviel kW sollte meine Heizung haben? Meine Wohnfläche beträgt ca 240 qm. Gibt es eine Faustformel, mit der man die notwendigen kW ins Verhältnis zur Wohnfläche setzen kann?
Antwort von Anlagensanierung Georgi

Der Heizbedarf sollte in einer Wärmebedarfsberechnung ermittelt werden - für die Inanspruchnahme von Fördermitteln sogar notwendig. Die Angaben KW/m² wird zwar auch benutzt - es sind aber nur sehr ungenaue Schätzwerte. Man benötigt dazu die Verbrauchswerte oder die Richtwerte der Wärmeschutzverordnung oder Energieeinsparverordnung nach Baujahr - wenn es so gebaut wurde? Das ist z. B. bei einem älteren Haus sehr gewagt.

MfG Gunter Georgi

Gaskombitherme austauschen: Einbau einer neuen Heizwerttherme möglich?

Ich stehe vor dem Austausch meiner Gaskombitherme Junkers zwr 18 - 1 ke. Sie ist etwas über 30 Jahre alt. Muss ich nun eine Brennwerttherme einbauen (nach aktueller Gesetzeslage) oder kann ich wieder eine Heizwerttherme (Kombigerät) wählen? Ich persönlich würde gerne wieder eine Heizwerttherme einbauen, am besten wieder Junkers. Die Wohnung ist 74 Quadratmeter groß.
Antwort von Ingenieurbüro für effiziente Energieanwendung

Seit dem 26. September 2015 ist die Neuinstallation von Heizwertgeräten im gesamten EU-Gebiet verboten. Es gibt Ausnahmen, die die Fälle der Mehrfachbelegung von Schornsteinanlagen atmosphärischer Geräte betreffen.
Der Ersatz von alten Heizwertgeräten bedarf einer Anpassung des vorhandenen Abgassystems und einer Anlage zur Abfuhr des anfallenden Kondensates aus der Brennwerttechnik. Denn nur Brennwertgeräte sind dann als Neuinstallation zulässig. Der Austausch von Bauteilen an Heizwertgeräten ist so lange möglich, wie die Herstellerindustrie diese Bauteile nachliefert.
Es ist immer sinnvoll, die Meinung des zuständigen Schornsteinfegers einzuholen. Er nimmt die Anlage sowieso ab.
Hinweis: 1. Bei Weiterbetrieb von Heizwertanlagen ist der Einsatz von Hocheffizienzpumpen sinnvoll.
2. Einsparungen durch neue Brennwerttechnik ist immer auch von der nachgeschalteten Wärmeverteilung im Gebäude
abhängig, d.h. von der erforderlichen Vorlauftemperatur.
3. Der Ersatz von Wärmeerzeugern macht einen hydraulischen Abgleich der thermostatischen Heizkörperventile
erforderlich, besonders wenn Fördermittel generiert werden sollen.

Bei Neubau: Gas-Brennwertheizung vs. Luftwärmepumpe?

Wir planen ein Fertighaus - und haben hier die Wahl seitens des Bauträgers zwischen einer Gas-Brennwert Heizung und einer Luft-Wärmepumpe (eine Erdwärmepumpe steht nicht zur Verfügung). Der Gasanschluss kostet ungefähr 400 Euro. Bei den Luftwärmepumpen sind die Mehrkosten etwa 10.000 Euro im Vergleich zur Gasheizung. Angeboten wird hier eine Nibe F2040 oder einer Nibe F2120. Was macht hier am meisten Sinn, um zukünftig auf der sicheren Seite zu sein? Mein Kopf sagt, dass sich der Mehrpreis für eine Luftwärmepumpe beim aktuellen Gaspreis nicht lohnt. Zudem kann man für den Mehrpreis ja auch eine Solarthermie oder Photovoltaikanlage installieren (oder zumindest teilweise auch schon vorbereiten). Allerdings hat meine Frau auch widerrum Vorbehalte gegen die Sicherheit einer Gasheizung (wegen Gasaustritt) - wobei ich nicht weiß, ob das bei neuen / aktuellen Gasheizungen noch ein Thema ist. Was würden Sie hier empfehlen?
Antwort von LKS SARL

Ich würde raten weder noch! Sie haben schon bei der Solarthermie einen vernünftigen Gedanken, warum nicht direkt auf Pellets hinaus gehen: wir haben das schon fast 20 Jahre: Komfort hervorragend, heimische Energie, bezahlbare wenig schwankbare Kosten und Gebäude Wertzunahme.

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