Bioerdgas - das erneuerbare Erdgas

27. August 2021
Bioerdgas ist ein dem klassischen Erdgas vergleichbarer Brennstoff. Der Unterschied: Bioerdgas ist kein fossiler Brennstoff, sondern stammt aus der Vergärung von Biomasse. Durch den Einsatz nachwachsender Rohstoffe zur Brennstoffgewinnung ist die CO2-Bilanz von Bioerdgas - nachhaltige Anbaumethoden der Rohstoffe vorausgesetzt - sehr gut. Auch für die Besitzer von Gasheizungen gewinnt der Brennstoff stetig an Bedeutung.
Dieser Artikel wurde von
Thorben Frahm für www.Heizungsfinder.de verfasst.
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Bioerdgas: Gewinnung, Einsatz & gesetzliche Anforderungen

Bioerdgas wird aus organischen Stoffen in speziellen Biogasanlagen gewonnen. Die Ausgangsstoffe sind vielfältig: von speziell ausgewählten Energiepflanzen wie Mais oder Raps über Pflanzenteile oder nicht anderweitig nutzbaren Pflanzenteilen bis hin zu Stoffen wie Gülle, Mist oder Speiseresten gibt es eine breite Auswahl an vergärbarem biologischem Material. Mikroorganismen wandeln diese Stoffe unter anoxischen Bedingungen in andere Stoffe um, darunter ist besonders Methan hervorzuheben.

Darstellung: EnviTec Biogas AG

Das Bioerdgas wird vornehmlich zur direkten thermischen und elektrischen Nutzung in KWK-Anlagen verwendet. Diese Nutzung ist die effizienteste aller Lösungen. Neben einer solchen Verwertung gibt es die Möglichkeit, das Bioerdgas teilweise oder ganz in das allgemeine Erdgasnetz einzuspeisen und es so an anderen Orten zur Gestehung von Strom oder Wärme zum Einsatz zu bringen. So ist Bioerdgas eine ganzjährig verfügbare und vergleichsweise leicht speicherbare erneuerbare Energie und bei der elektrischen Nutzung als grundlastfähig anzusehen.

Bevor der Biogasanlagenbetreiber das Bioerdgas in das Netz einspeist, muss es allerdings erst den Erfordernissen des Erdgasnetzes entsprechend den Regeln aufbereitet und konditioniert werden. So entspricht das Bioerdgas in Sachen Brennwert, Druck und anderen Faktoren wie dem Grad der Verunreinigung den Bedürfnissen des Netzes und kann eingespeist werden und ist frei zur Nutzung an den Entnahmestellen. Detaillierte Informationen rund um Bioerdgas und seine Gewinnung finden Sie in der kostenlosen Biogas-Broschüre des ASUE e.V.

Übrigens muss man bei der Gewinnung von Bioerdgas nicht immer an landwirtschaftliche Zusammenhänge denken. Hier ein Beispiel für die Produktion von Bioerdgas in städtischen Räumen:

Die Gasheizung, das Bioerdgas und der Gesetzgeber

Die Gasheizung hat generell keine Probleme mit Bioerdgas. So kann jeder seinen Energiebezug umweltfreundlicher und nachhaltiger gestalten. Teilweise fordert der Gesetzgeber bereits einen festen Anteil von erneuerbaren Energien. Darunter fällt nicht nur der Einsatz von Solarthermieanlagen, Wärmepumpen oder Pelletheizungen - auch Bioerdgas ist eine erneuerbare Energie im Sinne des Gesetzgebers und erfüllt an sich die Nutzungsanforderungen, wenn bestimmte Bedingungen vorliegen.

So gibt es zum Beispiel in Baden-Württemberg das Erneuerbare-Wärme-Gesetz (EWärmeG), das im Bestandsbau (also im Rahmen einer Heizungssanierung) wie im Neubau vorschreibt, einen festen Anteil der Energie aus regenerativen Quellen zu beziehen. Im Bestandsbau müssen 10 Prozent der Wärme aus regenerativen Quellen stammen, während es im Neubau schon ganze 20 Prozent sind. Der entsprechend anteilige Bezug von Bioerdgas erfüllt diese Voraussetzungen!

Auch bundesweit regelt ein Gesetz den Einsatz erneuerbarer Energien: das Erneuerbare Energien Wärmegesetz (EEWärmeG) schreibt für Neubauten einen Bezug vor. Allerdings muss in diesem Fall das Bioerdgas (geforderter Anteil: 30 Prozent) in einer KWK-Anlage verwertet werden, ansonsten wird nicht angerechnet. Natürlich kann man trotzdem durch den Bezug von Bioerdgas seinen persönlichen Fußabdruck im Neubau reduzieren.

Biogas ist derzeit noch etwas teurer als der von fossilem Erdgas. Viele Gasanbieter bieten den Bezug von Bioerdgas in anteiligen Verhältnissen an. So gibt es die Möglichkeit, sein Biogas in Anteilen von 10 (siehe oben: EWärmeG), 30 oder vollständig mit Bioerdgas zu ansteigenden Preisen zu decken. Während herkömmliches Erdgas derzeit laut Verbraucherpreisindex von Verivox bei 5,99 Cent pro Kilowattstunde liegt, kostet Bioerdgas oft noch zwischen 7 bis 11 Cent pro Kilowattstunde und wird dann anteilig verrechnet, falls nicht ein pauschal etwas höherer Kilowattstundenpreis zum Einsatz kommt. Mit unserem kostenfreien Gasanbietervergleich können Sie sich eine erste Übersicht schaffen.

Aber nicht nur Bioerdgas soll in den kommenden Jahren in Gasheizungen verbrannt werden - zunehmend ist die Nutzung von Wasserstoff im Wärmesektor im Gespräch und erste Gasheizungen, die mit Wasserstoff arbeiten können, erscheinen auf dem Markt. Mehr erfahren Sie in unserem Artikel zu H2 Ready Gasheizungen.

Fachbetriebe für Heiztechnik beraten Sie gern rund um den Heizungstausch oder den Einbau im Neubau und ob Bioerdgas eine sinnvolle Option für Sie ist.


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Erfahrungen & Fragen zum Thema Gasheizung

Berechnung von notwendigen kW im Verhältnis zur Wohnfläche

Wieviel kW sollte meine Heizung haben? Meine Wohnfläche beträgt ca 240 qm. Gibt es eine Faustformel, mit der man die notwendigen kW ins Verhältnis zur Wohnfläche setzen kann?
Antwort von Anlagensanierung Georgi

Der Heizbedarf sollte in einer Wärmebedarfsberechnung ermittelt werden - für die Inanspruchnahme von Fördermitteln sogar notwendig. Die Angaben KW/m² wird zwar auch benutzt - es sind aber nur sehr ungenaue Schätzwerte. Man benötigt dazu die Verbrauchswerte oder die Richtwerte der Wärmeschutzverordnung oder Energieeinsparverordnung nach Baujahr - wenn es so gebaut wurde? Das ist z. B. bei einem älteren Haus sehr gewagt.

MfG Gunter Georgi

Gaskombitherme austauschen: Einbau einer neuen Heizwerttherme möglich?

Ich stehe vor dem Austausch meiner Gaskombitherme Junkers zwr 18 - 1 ke. Sie ist etwas über 30 Jahre alt. Muss ich nun eine Brennwerttherme einbauen (nach aktueller Gesetzeslage) oder kann ich wieder eine Heizwerttherme (Kombigerät) wählen? Ich persönlich würde gerne wieder eine Heizwerttherme einbauen, am besten wieder Junkers. Die Wohnung ist 74 Quadratmeter groß.
Antwort von Ingenieurbüro für effiziente Energieanwendung

Seit dem 26. September 2015 ist die Neuinstallation von Heizwertgeräten im gesamten EU-Gebiet verboten. Es gibt Ausnahmen, die die Fälle der Mehrfachbelegung von Schornsteinanlagen atmosphärischer Geräte betreffen.
Der Ersatz von alten Heizwertgeräten bedarf einer Anpassung des vorhandenen Abgassystems und einer Anlage zur Abfuhr des anfallenden Kondensates aus der Brennwerttechnik. Denn nur Brennwertgeräte sind dann als Neuinstallation zulässig. Der Austausch von Bauteilen an Heizwertgeräten ist so lange möglich, wie die Herstellerindustrie diese Bauteile nachliefert.
Es ist immer sinnvoll, die Meinung des zuständigen Schornsteinfegers einzuholen. Er nimmt die Anlage sowieso ab.
Hinweis: 1. Bei Weiterbetrieb von Heizwertanlagen ist der Einsatz von Hocheffizienzpumpen sinnvoll.
2. Einsparungen durch neue Brennwerttechnik ist immer auch von der nachgeschalteten Wärmeverteilung im Gebäude
abhängig, d.h. von der erforderlichen Vorlauftemperatur.
3. Der Ersatz von Wärmeerzeugern macht einen hydraulischen Abgleich der thermostatischen Heizkörperventile
erforderlich, besonders wenn Fördermittel generiert werden sollen.

Bei Neubau: Gas-Brennwertheizung vs. Luftwärmepumpe?

Wir planen ein Fertighaus - und haben hier die Wahl seitens des Bauträgers zwischen einer Gas-Brennwert Heizung und einer Luft-Wärmepumpe (eine Erdwärmepumpe steht nicht zur Verfügung). Der Gasanschluss kostet ungefähr 400 Euro. Bei den Luftwärmepumpen sind die Mehrkosten etwa 10.000 Euro im Vergleich zur Gasheizung. Angeboten wird hier eine Nibe F2040 oder einer Nibe F2120. Was macht hier am meisten Sinn, um zukünftig auf der sicheren Seite zu sein? Mein Kopf sagt, dass sich der Mehrpreis für eine Luftwärmepumpe beim aktuellen Gaspreis nicht lohnt. Zudem kann man für den Mehrpreis ja auch eine Solarthermie oder Photovoltaikanlage installieren (oder zumindest teilweise auch schon vorbereiten). Allerdings hat meine Frau auch widerrum Vorbehalte gegen die Sicherheit einer Gasheizung (wegen Gasaustritt) - wobei ich nicht weiß, ob das bei neuen / aktuellen Gasheizungen noch ein Thema ist. Was würden Sie hier empfehlen?
Antwort von LKS SARL

Ich würde raten weder noch! Sie haben schon bei der Solarthermie einen vernünftigen Gedanken, warum nicht direkt auf Pellets hinaus gehen: wir haben das schon fast 20 Jahre: Komfort hervorragend, heimische Energie, bezahlbare wenig schwankbare Kosten und Gebäude Wertzunahme.

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