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Aktualisiert: 12.09.2019

Brennwerttherme für Gas und Öl

Eine Brennwerttherme ist eine wandhängende Gastherme, die aus Gas oder Öl nahezu die vollständige thermische Energie nutzt und im Durchlaufprinzip arbeitet. Mit Brennwert sparen Sie bis zu 11 Prozent Ihrer Heizkosten im Vergleich zu älteren Kesseln. Heizungsfinder erklärt die Funktionsweise der Brennwerttherme.
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Modernes Heizen mit der Brennwerttherme

Gas BrennwertthermeGas - Brennwerttherme, Grafik: JunkersBei der Brennwerttherme handelt es sich im Prinzip um eine Gastherme. Das bezeichnet gemeinhin ein Gerät zur Warmwasserbereitung im Durchlaufprinzip, das meist als Wandheizgerät, also wandhängend, angebracht wird. Sie arbeitet wie ein elektrischer Durchlauferhitzer und erzeugt warmes Wasser, sobald Bedarf entsteht. Da dieses Gas Wandheizgerät auf einen zusätzlichen Speicher verzichtet, ist sie außerordentlich kompakt und platzsparend. In beengteren Verhältnissen spielt die Brennwerttherme ihre Vorteile voll aus.

Wie funktioniert eine Brennwerttherme?

Brennwert bezeichnet die thermische Energie, die in einem Stoff enthalten ist. Bei der Verbrennung von Gas, Öl oder Pellets entsteht unter anderem Wasserdampf. Eine herkömmliche Gasheizung leitet diesen Wasserdampf zusammen mit dem bei der Verbrennung entstandenen CO2 und weiteren Stoffen über den Schornstein an die Umwelt ab. Diese älteren Geräte nutzen nur den Heizwert.

In diesen Abgasen ist allerdings noch viel Wärme enthalten, die bei einer Heizwerttherme ungenutzt durch den Schornstein entweicht. Eine Brennwerttherme nutzt diese Abgaswärme und erreicht so eine fast vollständige Verwertung der Energie im Brennstoff. Ein Teil des im Abgas enthaltenen Wassers kondensiert in der Brennwerttherme. Bei diesem Vorgang wird die frei werdende Wärmeenergie zum Aufheizen des Wassers im Rücklauf der Heizung genutzt.

Eine Brennwerttherme für Gas erzielt im Vergleich zu Niedertemperaturkesseln eine bessere Ausnutzung von im Durchschnitt 11 Prozent. Beim Brennstoff Öl sind es im Mittel 6 Prozent zusätzliche Wärmeenergie. Bei älteren Standardkesseln können diese Werte durchaus noch übertroffen werden! Natürlich kommt es bei der Brennwerttherme darauf an, diese exakt auf die individuellen Bedingungen zuzuschneiden und die Regelung entsprechend anzupassen.

Was verbraucht eine Brennwerttherme?

Der Verbrauch der Brennwerttherme ist geringer als bei anderen Techniken. Im Vergleich zu einem Niedertemperaturkessel beträgt die Einsparung mit einer Brennwerttherme mindestens 10%. Im Gegensatz zu noch älteren Standardkesseln sind die Einsparungen noch deutlicher. Hier lassen sich ca. 30% der Brennstoffkosten sparen.

Was kostet eine Brennwerttherme?

Die Kosten einer Brennwerttherme umfassen verschiedene Punkte. Neben dem Brennwertgerät selbst, muss zwingend auch ein Gasanschluss oder Flüssiggastank vorhanden sein.

Dabei sind die Preise einer Brennwerttherme vergleichsweise niedrig. Eine Brennwerttherme zur Warmwasserbereitung ist ab 2.000 Euro erhältlich. Für eine Kombitherme, die auch die Raumheizung übernimmt, zahlen Sie ab 3.000 Euro. Und auch der Brennstoff ist deutlich günstiger als die elektrische Warmwasserbereitung: der Gaspreis pro Kilowattstunde liegt 2017 bei 5,81 Cent, während für die Kilowattstunde Strom derweil circa 29 Cent zu entrichten sind.

Brennwerttherme Preis
Warmwasserbereitung ab 2.000 Euro aufwärts
Kombitherme (Heizung & Warmwasser) ab 3.000 Euro aufwärts

Die Brennwerttherme bereitet aber nicht nur warmes Wasser auf - zusätzlich gibt es Geräte, die auch die Raumheizung übernehmen und als vollwertige Heizung arbeiten. In diesem Fall spricht man meist von Kombithermen bzw. Kombibrennwertthermen. Vor allen in Einfamilienhäusern und in Mehrfamilienhäusern (in einzelnen Wohnungen - Stichwort: Gasetagenheizung) kommt die Brennwerttherme zum Einsatz.

Es gibt Möglichkeiten für den Austausch der alten Heizung über die KfW - z.B. über einen zinsgünstigen Kredit oder einen einmaligen Zuschuss - eine Förderung in Anspruch zu nehmen. Ein entsprechender Antrag an die KfW muss vor Projektbeginn gestellt werden.

Vorteile einer Brennwerttherme

  • Moderne und umweltfreundliche (geringerer CO2 Ausstoß) Technik
  • Hoher Wirkungsgrad
  • Deutliche Heizkostenersparnis (10% bis 30%)
  • Platzsparende Bauweise als Wandgerät
  • Förderung möglich
  • Keine jährliche Überprüfung durch Schornsteinfeger

Einleitend haben wir ja schon erwähnt, dass es sich bei der Brennwerttherme funktional um eine Gastherme handelt. Im nächsten Kapitel erfahren Sie, wo der Unterschied zwischen den beiden Systemen liegt.

Was ist das besondere an einer Brennwerttherme mit Gas?

BrennwertthermeSchema Brennwertkessel, Grafik: Junkers

Brennwerttechnik ist derzeit der Stand der Technik im Bereich der Gas- und Ölfeuerungen und eine deutliche Verbesserung der alten Standard- und Niedertemperaturkessel. Durch den Einsatz der Brennwerttechnik erreicht eine Brennwerttherme eine sehr hohe Energieeffizienz. Sie senken mit einer Brennwerttherme Ihren Verbrauch von Gas spürbar. Außerdem verursacht eine Brennwerttherme gegenüber einer konventionellen Therme deutlich geringere Schadstoffemissionen und schont damit die Umwelt.

Welche Brennwerttherme ist die Beste?

Wir helfen Ihnen die beste Brennwerttherme für Ihr Zuhause zu finden. Dafür brauchen Sie im Gespräch mit einem Heizungsbauer folgende Grunddaten:

  1. die zu beheizende Gebäudefläche
  2. Baujahr der Immobilie
  3. Sanierungsstand
  4. Abgasführung (ist ein Schornstein vorhanden?)
  5. Personen im Haushalt

Damit kann ein Heizungsbauer die notwendige Heizlast und den Warmwasserbedarf ermitteln und das Gerät richtig dimensionieren. Mehr Informationen im Detail zur Brennwerttherme können Sie auch unserer Gaskesselübersicht entnehmen.

Hier können Sie kostenfrei Kontakt mit Fachbetrieben für Heiztechnik aufnehmen. Diese beraten Sie gern, ob eine Brennwerttherme für Ihre Immobilie Sinn macht oder schlagen alternative Lösungen vor.


Dieser Artikel wurde erstellt von: Thorben Frahm, Redakteur www.Heizungsfinder.de

Erfahrungen & Fragen zum Thema Brennwerttherme

Austausch Heizwert- gegen Brennwertgerät

Wie ist es mit der Förderung für den Austausch von Heizwertgeräten gegen Brennwertgeräten? Gibt es dafür bestimmte Formulare? Worauf muss ich dabei besonders achten?
Antwort von GESBB - Ingenieurbüro

Im Rahmen des KfW Programms 430 „Energieeffizient Sanieren – Investitionszuschuss“ erhalten Sie beim Einbau eines Brennwertkessels ab 3.000 Euro Kosten 10 Prozent als Zuschuss zurück. Voraussetzung dafür ist ein Hydraulischen Abgleich des Heizsystems. Für den Hydraulischen Abgleich gibt es Fördermittel: 30 Prozent der Gesamtnettokosten

Auch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) gewährt einen Kesseltauschbonus für Ihren neuen Brennwertkessel. Sie erhalten die 500 Euro, wenn Sie gleichzeitig mit der Installation eines Brennwertkessels eine Solarthermieanlage auf Ihrem Dach anbringen lassen.

Es besteht ein Kumulierungsverbot zwischen beiden Förderungen.

Förderungen sind stets vor Beginn der Maßnahme zu beantragen.
Die energetische und wirtschaftliche Wirkung des Brennwerteffekts wird im praktischen Betrieb häufig überschätzt.

Bei bestehenden Heizungsanlagen ist der vorhandene Wärmeerzeuger wegen fehlender Heizlastberechnung meist überdimensioniert, was zu erhöhten Verbrauchskosten infolge mangelnder Energieeffizienz führt (Anlagenaufwandszahl).
Bei Kesseltausch daher auf die tatsächliche Normheizlast (DIN 12831) achten.
Bei dieser Gelegenheit die Anlagenhydraulik, die Heizflächen, Vorlauftemperatur etc. auf Optimierungspotenzial analysieren.

Muss beim Austausch eine Brennwerttherme eingebaut werden?

Ich habe eine 25 Jahre alte Gas-Kombitherme, die erneuert werden muss. Ist der Einbau einer Brennwerttherme zwingend vorgeschrieben?
Antwort von Carsten Schawe Solar- und Wärmetechnik GmbH

Ja, ist so. Bei unzumutbarer Mehraufwand z.B. Mehrfachbelegung des Schornsteines mit Kamingeräten oder Leistungen über 400KW gibt es Ausnahmen.
Leider wird oft die Brennwertnutzung in der Praxis dann doch an den Systemtemperaturen scheitern.
Um die Brennwerttechnik auszuschöpfen sollten auch Systemtemperaturen (Vorlauf- und Rücklauf der Heizflächen) von 55/45C° oder tiefer angestrebt werden. Hydraulik und Heizflächen sollten also auch angepasst werden.

Brennwerttherme heizt Räume nicht richtig auf

Wir bewohnen Lim Landkreis Fulda seit August letzten Jahres einen vorschriftsmäßig gedämmten 138 qm-Bungalow ohne Keller mit einer Einzelraum-gesteuerten ROTH-FBH (17 Heizkreise, 17 mm Systemheizrohre x-Pert S5 im Zementestrich unter keram. Fliesen), die von der Weishaupt Brennwerttherme WTC 15-A W-PEA mit integrierter Hocheffizienzpumpe versorgt wird. Seit Oktober 2017 betrug der Flüssiggasverbrauch in der zu Ende gehenden Heizperiode im Durchschnitt rd. 65 Liter pro Woche bzw. 260 Liter pro Monat. Das Haus als Ganzes wurde gut warm und wir haben auch nicht gelitten, aber ... Problem: In Bad/WC (Gesamtfläche 8,3 qm) konnte in der Übergangszeit höchstens eine Raumtemperatur von 20°C und bei Außentemperaturen im Minusbereich von höchstens 19°C erreicht werden, obwohl der Raumthermostat natürlich höher gestellt war. Die aus Komfortgründen gewünschte Normheiztemperatur von 24°C konnte auch nicht annähernd erreicht werden. In diesem Heizkreis (die beiden über Eck stehenden Heizkreisverteiler befinden sich in der Trennwand des räumlich unmittelbar angrenzenden kl. Abstellraums) sind für Bad und WC zusammen angeblich 65 m Heizrohr (Anbindelänge 5 m) verlegt worden, was nicht mehr geändert werden kann und wohl hingenommen werden muß. Die benachbarten Heizkreise werden im Teillastbetrieb gefahren. Auslegung lt. "Nachweis des hydraulischen Abgleichs": Bad (4,70 qm, Heizlast 425 W, Massenstrom 17 kg/h, 48 m Heizrohr); WC (1,9 qm; Heizlast 145 W, Massenstrom 17,4 kg/h, 17 m Heizrohr), das vom Bad aus über eine geschlossene Türe erreicht wird. Die offene Dusche (1,5 qm) ist vom Bad aus direkt zugänglich und verfügt über keine FBH. Frage: Wo liegt der Kern des Problems? Ist hier Abhilfe mit technischen Mitteln möglich? Könnte mit Einbau eines einstellbaren Differenzdruckreglers oder Austausch der konventionellen Verteiler und Installation voreinstellbarer Heizkreisventile mit integrierter Differenzdruckregelung ("automatischer hydraul. Abgleich") eine zuverlässige Lösung gefunden werden? Was ist zu tun?
Antwort von GESBB - Ingenieurbüro

Ob die Raumheizlasten und die Hydraulik korrekt berechnet und danach entsprechend installiert wurde, lässt sich aus der Ferne schwer beurteilen. Die Volumenströme erscheinen mir jedoch deutlich zu niedrig.
Ebenso ist unbekannt, ob die Restförderhöhe der integrierten Heizkreispumpe ausreichend ist.

Ein „automatischer hydraulischer Abgleich“ ist eine rein plakative Werbung der jeweiligen Anbieter, da es diesen normalerweise nicht geben kann.

Energieeffizienz-Experte / TGA Planung / freier Gutachter
http://www.gesbb-energieberatung.de/

Austausch von Heizwertthermen gegen Brennwerttherme hier sinnvoll?

Hallo, wir sind dabei, eine DHH zu erwerben. Dort werkeln derzeit zwei Heizwertthermen (2006 & 2014) jeweils in der Küche im EG und OG. Die Heizungsanlage möchten wir zentralisieren und auch den Ort verlegen, wo die Therme arbeitet. Nun die Frage, wie sinnvoll ist es, eine 2014er Heizwerttherme zu verschrotten und eine Brennwerttherme neu einzubauen.
Antwort von Zertifizierter Gebäudeenergieberater Newe

Diese Frage lässt sich leider ohne vor Ort das Heizungssystem gescheckt zu haben nicht beantworten. Nachweislich arbeitet ein Brennwertgerät nicht im Brennwertbereich wenn das System nicht entsprechen passt. Gemeint ist damit, dass einmal schon umfangreiche energetische Sanierungen der beheizten Gebäudehülle vorgenommen sein müssen, wodurch die Heizkörper überdimensioniert sind, es sei denn, sie sind ausgetauscht/angepasst worden, oder es ist eine Fußbodenheizung vorhanden. In beiden Fällen ist es von äußerster Wichtigkeit, dass auf jeden Fall ein Hydraulischer Abgleich vorgenommen wird. Mit anderen Worten, vor der eventuellen Umrüstung auf Brennwerttechnik ist ein (zertifizierter) Gebäudeenergieberater hinzu zu ziehen.

Braucht man bei Brennwertkessel Austausch einen neuen Kaminbefund?

Bei einen Gerätetausch von einen Gaskessel (Vaillant VKS 17/1E) mit vorhandenen Kaminbefund, durch einen Brennwertkessel Vaillant ECO Compakt VSC 126 4,7-15,2 kW mit Kaminsystem Vaillant Liftabgassystem 60/100 gerader Fang. Benötige ich für den Brennwertkessel einen neuen Kaminbefund? Muß ich für dieses Abgasystem eine Rauchfangkehrgebür bezahlen die mir von meinem zuständigen Rauchfangkehrer vorgeschrieben wird? Bedanke mich im voraus für die Antwort.
Antwort von Koch Energietechnik & Wellness/ MK Energietechnik

Also hier vor Ort (Sauerland) wird das so geregelt.
Heizungsbauer baut die Heizung und den Kamin ein. Schonsteinfeger kommt nach der Montage vorbei und nimmt die Abgasanlage ab.
Danach hat er an der Anlage zwei Jahre keine arbeiten auszuführen.
Nach den zwei Jahren kommt er einmal im Jahr vorbei und prüft die Abgaswerte des Gerätes. Durch die Brennwertheizung ist kein Kamin fegen erforderlich.

Gruß
Martin Koch

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