Der Unterschied zwischen Brennwert & Heizwert

Heizwert und vor allem Brennwert sind zwei Begriffe, die einem in der Heiztechnik oft über den Weg laufen. Wir zeigen, was die beiden Bezeichnungen bedeuten und warum Sie bei der Wahl einer neuen Öl- oder Gasheizung von besonderem Interesse sind.
Dieser Artikel wurde von
Thorben Frahm für www.Heizungsfinder.de verfasst.
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Brennwert versus Heizwert

Bei Verbrennungsprozessen, wie bei der Verbrennung von Gas, verbindet sich der Sauerstoff aus der Luft mit dem Wasserstoff aus dem Brennstoff. Dabei entsteht Wasserdampf. Diese Abgase werden bei konventioneller Technik einfach abgeleitet, allerdings geht die darin enthaltene Energie dadurch durch den Schornstein verloren. Moderne Heizungstechnik nutzt auch die Energie im Wasserdampf, dies nennt man Brennwert­technik.

Heizwert wie Brennwert bezeichnen beide das Ausmaß an Wärmeenergie, die in einem Brennstoff wie Gas oder Heizöl durch Verbrennung freigesetzt werden kann, nur jeweils aus einem anderen Blickwinkel.

  • Der Heizwert (Hu) stellt die thermische Energie dar, die durch die Verbrennung frei wird, wenn der in den Abgasen enthaltene Wasserdampf nicht kondensiert. Ältere Konstanttemperatur­kessel oder modernere Niedertemperaturkessel mussten durch hohe Temperaturen die Abgaskondensation unbedingt vermeiden, um Schäden am Kessel oder der Abgasführung einen Riegel vorzuschieben.
  • Der Brennwert (Hs) steht für die Energie, die durch die Verbrennung und die Abgaswärme / latente Wärme, die im Verlauf der Kondensation frei wird.

Grafik: ASUE Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und umweltfreundlichen Energieverbrauch e.V.

Heizungen mit Brennwert nutzen den Brennstoff besser aus

Je höher der Wasserstoffanteil eines Brennstoffes ist, desto höher ist auch die latente Wärme, die man durch Kondensation nutzen kann. Erdgas besitzt zum Beispiel einen größeren Wasserstoffanteil als Erdöl und damit entsteht bei der Verbrennung auch mehr Wasserdampf und der Nutzen durch einen Brennwert - Kessel fällt höher aus als zum Beispiel bei Heizöl (allerdings sind bei Heizöl die abgasbedingten Wärmeverluste ja durch den geringeren Wasserstoffanteil ohnehin geringer). Deshalb wird der Effizienzgewinn eines Gas-Brennwertkessels im Vergleich zu einem älteren Niedertemperaturgaskessel oft mit 11 Prozent angegeben (bei Heizöl 6 Prozent), da dies der jeweilige Anteil der latenten Wärme im Abgas ist, den Brennwertkessel zusätzlich nutzen.

Allerdings haben Erdgas und Heizöl auch einen unterschiedlichen Temperaturpunkt, an dem die jeweiligen Abgase kondensieren - den sogenannten Taupunkt. Bei Erdgas tritt ab Temperaturen von 57 Grad abwärts Kondensation auf, während dies bei Heizöl ab 47 Grad Celsius geschieht. Insofern ist es bei Gasheizungen etwas einfacher, den Brennwerteffekt voll zum Tragen zu bringen.

Bei einem Heizsystem mit Heizkörpern, die mit vergleichsweise hohen Temperaturen gefahren werden ist also der Brennwertnutzen geringer als bei einer Fußbodenheizung, die praktisch durchgängig unterhalb des Taupunktes betrieben werden. In letzterem Fall nutzt man also den Brennwert bestmöglich aus.

Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass eine Heizung mit Nutzung von Brennwert absoluter Stand der Technik ist und gegenüber älteren Kesseln der Vorzug zu geben ist. Worauf Sie bei der Umrüstung von einer Heizung mit Heizwert auf eine Brennwert - Heizung achten müssen, haben wir in unserer Checkliste für Gasheizungen zusammengefasst.

Für die Umrechnung vom Heizwert in den Brennwert und umgekehrt gibt die EnEV über DIN18599 feste Umrechnungsfaktoren vor, die sich auf den jeweiligen Brennstoff beziehen.

Brennstoff Umrechungsfaktor
Heizöl 1,06
Erdgas 1,11
Flüssiggas 1,09
Holz 1,08


Verbot von Heizwertgeräten?

Die Regelungen der EU und der EnEV sind seit September 2015 in Kraft. Danach dürfen ineffiziente Heizkessel nicht mehr hergestellt werden. Es besteht keine Verpflichtung, bestehende Anlagen zu ersetzen, aber langfristig können durch die Renovierung der Heizungsanlage Betriebskosten eingespart werden. Es gilt: Heizungsanlagen mit Niedertemperaturtechnik dürfen weiterhin verkauft und installiert werden, nur die Produktion ist verboten. Effiziente Niedertemperaturkessel mit Klasse A dürfen nach wie vor auch hergestellt werden.

Fachbetriebe für Heizungen beraten Sie gern rund um Brennwert, Heizwert und die effiziente Heizungssanierung.

Weiterlesen zum Thema "Brennwerttechnik"

Erfahrungen & Fragen zum Thema Brennwert

Gaskombitherme austauschen: Einbau einer neuen Heizwerttherme möglich?

Ich stehe vor dem Austausch meiner Gaskombitherme Junkers zwr 18 - 1 ke. Sie ist etwas über 30 Jahre alt. Muss ich nun eine Brennwerttherme einbauen (nach aktueller Gesetzeslage) oder kann ich wieder eine Heizwerttherme (Kombigerät) wählen? Ich persönlich würde gerne wieder eine Heizwerttherme einbauen, am besten wieder Junkers. Die Wohnung ist 74 Quadratmeter groß.
Antwort von Ingenieurbüro für effiziente Energieanwendung

Seit dem 26. September 2015 ist die Neuinstallation von Heizwertgeräten im gesamten EU-Gebiet verboten. Es gibt Ausnahmen, die die Fälle der Mehrfachbelegung von Schornsteinanlagen atmosphärischer Geräte betreffen.
Der Ersatz von alten Heizwertgeräten bedarf einer Anpassung des vorhandenen Abgassystems und einer Anlage zur Abfuhr des anfallenden Kondensates aus der Brennwerttechnik. Denn nur Brennwertgeräte sind dann als Neuinstallation zulässig. Der Austausch von Bauteilen an Heizwertgeräten ist so lange möglich, wie die Herstellerindustrie diese Bauteile nachliefert.
Es ist immer sinnvoll, die Meinung des zuständigen Schornsteinfegers einzuholen. Er nimmt die Anlage sowieso ab.
Hinweis: 1. Bei Weiterbetrieb von Heizwertanlagen ist der Einsatz von Hocheffizienzpumpen sinnvoll.
2. Einsparungen durch neue Brennwerttechnik ist immer auch von der nachgeschalteten Wärmeverteilung im Gebäude
abhängig, d.h. von der erforderlichen Vorlauftemperatur.
3. Der Ersatz von Wärmeerzeugern macht einen hydraulischen Abgleich der thermostatischen Heizkörperventile
erforderlich, besonders wenn Fördermittel generiert werden sollen.

Bei Neubau: Gas-Brennwertheizung vs. Luftwärmepumpe?

Wir planen ein Fertighaus - und haben hier die Wahl seitens des Bauträgers zwischen einer Gas-Brennwert Heizung und einer Luft-Wärmepumpe (eine Erdwärmepumpe steht nicht zur Verfügung). Der Gasanschluss kostet ungefähr 400 Euro. Bei den Luftwärmepumpen sind die Mehrkosten etwa 10.000 Euro im Vergleich zur Gasheizung. Angeboten wird hier eine Nibe F2040 oder einer Nibe F2120. Was macht hier am meisten Sinn, um zukünftig auf der sicheren Seite zu sein? Mein Kopf sagt, dass sich der Mehrpreis für eine Luftwärmepumpe beim aktuellen Gaspreis nicht lohnt. Zudem kann man für den Mehrpreis ja auch eine Solarthermie oder Photovoltaikanlage installieren (oder zumindest teilweise auch schon vorbereiten). Allerdings hat meine Frau auch widerrum Vorbehalte gegen die Sicherheit einer Gasheizung (wegen Gasaustritt) - wobei ich nicht weiß, ob das bei neuen / aktuellen Gasheizungen noch ein Thema ist. Was würden Sie hier empfehlen?
Antwort von LKS SARL

Ich würde raten weder noch! Sie haben schon bei der Solarthermie einen vernünftigen Gedanken, warum nicht direkt auf Pellets hinaus gehen: wir haben das schon fast 20 Jahre: Komfort hervorragend, heimische Energie, bezahlbare wenig schwankbare Kosten und Gebäude Wertzunahme.

Lebensdauer eines Gas-Brennwertkessels

Wie lange ist ungefähr die Lebensdauer eines Gas-Brennwertkessels? Speziell interessiere ich mich für den Typ Buderus GB 112, meiner ist Baujahr 1997.
Antwort von Porlein Haustechnik

Hallo,
aus unserer Erfahrung hat ein Brennwertgerät eine Lebensdauer von 15-25 Jahren. Zu dem speziellen Typ kann ich jedoch keine Aussage treffen.
MFG
Gunter Porlein
Porlein-Haustechnik

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