Der Unterschied zwischen Brennwert & Heizwert

22. Juni 2020
Heizwert und vor allem Brennwert sind zwei Begriffe, die einem in der Heiztechnik oft über den Weg laufen. Wir zeigen, was die beiden Bezeichnungen bedeuten und warum Sie bei der Wahl einer neuen Öl- oder Gasheizung von besonderem Interesse sind.
Dieser Artikel wurde erstellt von:
Thorben Frahm, Redakteur www.Heizungsfinder.de
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Brennwert versus Heizwert

Bei Verbrennungsprozessen, wie bei der Verbrennung von Gas, verbindet sich der Sauerstoff aus der Luft mit dem Wasserstoff aus dem Brennstoff. Dabei entsteht Wasserdampf. Diese Abgase werden bei konventioneller Technik einfach abgeleitet, allerdings geht die darin enthaltene Energie dadurch durch den Schornstein verloren. Moderne Heizungstechnik nutzt auch die Energie im Wasserdampf, dies nennt man Brennwert­technik.

Heizwert wie Brennwert bezeichnen beide das Ausmaß an Wärmeenergie, die in einem Brennstoff wie Gas oder Heizöl durch Verbrennung freigesetzt werden kann, nur jeweils aus einem anderen Blickwinkel.

  • Der Heizwert (Hu) stellt die thermische Energie dar, die durch die Verbrennung frei wird, wenn der in den Abgasen enthaltene Wasserdampf nicht kondensiert. Ältere Konstanttemperatur­kessel oder modernere Niedertemperaturkessel mussten durch hohe Temperaturen die Abgaskondensation unbedingt vermeiden, um Schäden am Kessel oder der Abgasführung einen Riegel vorzuschieben.
  • Der Brennwert (Hs) steht für die Energie, die durch die Verbrennung und die Abgaswärme / latente Wärme, die im Verlauf der Kondensation frei wird.

Grafik: ASUE Arbeitsgemeinschaft für sparsamen und umweltfreundlichen Energieverbrauch e.V.

Heizungen mit Brennwert nutzen den Brennstoff besser aus

Je höher der Wasserstoffanteil eines Brennstoffes ist, desto höher ist auch die latente Wärme, die man durch Kondensation nutzen kann. Erdgas besitzt zum Beispiel einen größeren Wasserstoffanteil als Erdöl und damit entsteht bei der Verbrennung auch mehr Wasserdampf und der Nutzen durch einen Brennwert - Kessel fällt höher aus als zum Beispiel bei Heizöl (allerdings sind bei Heizöl die abgasbedingten Wärmeverluste ja durch den geringeren Wasserstoffanteil ohnehin geringer). Deshalb wird der Effizienzgewinn eines Gas-Brennwertkessels im Vergleich zu einem älteren Niedertemperaturgaskessel oft mit 11 Prozent angegeben (bei Heizöl 6 Prozent), da dies der jeweilige Anteil der latenten Wärme im Abgas ist, den Brennwertkessel zusätzlich nutzen.

Allerdings haben Erdgas und Heizöl auch einen unterschiedlichen Temperaturpunkt, an dem die jeweiligen Abgase kondensieren - den sogenannten Taupunkt. Bei Erdgas tritt ab Temperaturen von 57 Grad abwärts Kondensation auf, während dies bei Heizöl ab 47 Grad Celsius geschieht. Insofern ist es bei Gasheizungen etwas einfacher, den Brennwerteffekt voll zum Tragen zu bringen.

Bei einem Heizsystem mit Heizkörpern, die mit vergleichsweise hohen Temperaturen gefahren werden ist also der Brennwertnutzen geringer als bei einer Fußbodenheizung, die praktisch durchgängig unterhalb des Taupunktes betrieben werden. In letzterem Fall nutzt man also den Brennwert bestmöglich aus.

Grundsätzlich kann man davon ausgehen, dass eine Heizung mit Nutzung von Brennwert absoluter Stand der Technik ist und gegenüber älteren Kesseln der Vorzug zu geben ist. Worauf Sie bei der Umrüstung von einer Heizung mit Heizwert auf eine Brennwert - Heizung achten müssen, haben wir in unserer Checkliste für Gasheizungen zusammengefasst.

Für die Umrechnung vom Heizwert in den Brennwert und umgekehrt gibt die EnEV über DIN18599 feste Umrechnungsfaktoren vor, die sich auf den jeweiligen Brennstoff beziehen.

Brennstoff Umrechungsfaktor
Heizöl 1,06
Erdgas 1,11
Flüssiggas 1,09
Holz 1,08


Verbot von Heizwertgeräten?

Die Regelungen der EU und der EnEV sind seit September 2015 in Kraft. Danach dürfen ineffiziente Heizkessel nicht mehr hergestellt werden. Es besteht keine Verpflichtung, bestehende Anlagen zu ersetzen, aber langfristig können durch die Renovierung der Heizungsanlage Betriebskosten eingespart werden. Es gilt: Heizungsanlagen mit Niedertemperaturtechnik dürfen weiterhin verkauft und installiert werden, nur die Produktion ist verboten. Effiziente Niedertemperaturkessel mit Klasse A dürfen nach wie vor auch hergestellt werden.

Fachbetriebe für Heizungen beraten Sie gern rund um Brennwert, Heizwert und die effiziente Heizungssanierung.

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Erfahrungen & Fragen zum Thema Brennwert

Gas-Brennwert-Heizung ohne Warmwasserspeicher und Umwälzpumpe gesucht

Gibt es Heizanlagen (Gas-Brennwert) ohne Warmwasserspeicher, ohne Speisepumpe (Warmwasser) und ohne Umwälzpumpe (Heizen) mit einer Leistung von 12-15 kWh? Ich freue mich über Tipps!
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Es gibt einige Kesselhersteller die einen Stand Brennwertkessel im Programm haben. Wir bauen für einen solchen Fall dann die Firma Vaillant ein. Bei einer Therme egal welcher Hersteller sind aber immer Pumpen mit integriert, bei einem Kessel nicht.

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Wie hoch ist der Preisunterschied zwischen herkömmlichen Heizkessel und Brennwert Heizkessel? Was ist besser Gas oder Öl?
Antwort von Buderus Deutschland

Einen direkten Preisvergleich zwischen Niedertemperatur- und Brennwertkesseln zu machen lohnt sich nicht. Spätestens seit September 2015 dürfen keine Heizwertkessel mehr vertrieben werden und sind somit beim Hersteller nicht mehr verfügbar. Ursprünglich waren Heizwertkessel immer etwas preiswerter.
Wichtig ist noch zu wissen, ob es sich bei Ihrer Anlage um einen Neubau oder eine Sanierung handelt.

Bei der Anschaffung einer Brennwertanlage liegt eindeutig die Variante mit Gas vorne.

Besser gegenüber Öl sind die Anschaffungskosten des Kessels, die Einsparung der Öltankanlage und der etwas bessere Wirkungsgrad bei Gas. Der folgende Link gibt einen detaillierten Überblick über sämtliche Unterschiede beider Systeme.

https://www.effizienzhaus-online.de/vergleich-gasheizung-oelheizung

Austausch einer Gasheizung

Wir haben einen 25 Jahre alten Buderus Gaskessel mit Warmwasserspeicher. Ein zusätzlicher größerer Warmwasserspeicher wurde kürzlich im Zuge der Photothermie Installation installiert und mit dem Heizungs-Warmwasserspeicher verbunden. Nun soll die Gasheizung ausgetauscht werden. Können wir hierbei nur eine Gas-Brennwertheizung ohne Wasserspeicher installieren und diese dann direkt mit dem Photothermie Speicher verbinden?
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Hallo,
grundsätzlich ist eine Verbindung zum neu installierten Speicher und der neuen Gas-Brennwert-Anlage möglich, ohne dass ein zusätzlicher Warmwasserbereiter (WWB) installiert wird. Für zwei WWB besteht im Normalfall keine Notwendigkeit.

Eine angenehme Woche wünscht
Alexander Schlichting

Speichervolumen nach DIN 4708 bei internen und externen Warmwasserspeichern

Ich möchte gerne in Erfahrung bringen, ob man das ermittelte Speichervolumen (DIN 4708) gleichermaßen für interne Speicher (Kombitherme) und externe Warmwasserspeicher wertet. Also, ob man zwischen internen und externen Speichern differenzieren sollte. Sind interne Speicher evtl. effizienter und ermöglichen bei geringerem Volumen eine größere Zapfleistung?
Antwort von Manfred Lamers GmbH, Heizung-Klima-Sanitär-Solar

Das sind zwei unterschiedliche Systeme. Eine Kombitherme hat keinen wirklichen Warmwasserspeicher, sondern hier wird das Wasser im Durchlauferhitzerprinzip durch einen Wärmetauscher erwärmt, deshalb ist hier kein Speicher erforderlich, wenn ein Speicher vorhanden ist, ist dieser nur zur Überbrückung gedacht, bis der Wärmetauscher seine volle Leistung erreicht. Das heißt damit sofort warmes Wasser zur Verfügung steht. Kombithermen werden oft eingesetzt, wenn für einen Warmwasserspeicher kein Platz vorhanden ist. Grundsätzlich würde ich immer ein System mit Speicher empfehlen. Insbesondere wenn die Wasserhärte jenseits von 15°dH beträgt. Dabei setzen sich die Wärmetauscher von Durchlauferhitzern schnell zu, durch die engen Wasserwände und die relativ hohen Temperaturen innerhalb des Wärmetauschers. Ohne eine Enthärtungsanlage macht das keinen Sinn!

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