Gasheizung: Förderung durch BAFA & KfW im Überblick

25. September 2020
Bei der Anschaffung moderner Heiztechnik sind Sie finanziell nicht auf sich allein gestellt. Es gibt eine Vielzahl von staatlichen Förderungsmaßnahmen. Wenn Sie eine Brennwerttherme oder eine thermische Solaranlage in Ihr Haus integrieren möchten, profitieren Sie mit Sicherheit von einer oder mehreren Förderungen. Bundesweit gibt es zwei Hauptanlaufstellen: das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) und die KfW.
Dieser Artikel wurde erstellt von:
Thorben Frahm, Redakteur www.Heizungsfinder.de
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Förderung einer neuen Gasheizung 2020

Inhalt:

Förderung einer Gasheizung durch das BAFA

  • Eine Gasheizung erhält nur im Gebäudebestand Fördergelder vom BAFA
  • Gasheizungen müssen mit einem erneuerbaren Wärmeerzeuger kombiniert werden (auch nachträglich)
  • Für den gleichzeitigen Abbau einer alten Ölheizung gibt es eine Austauschprämie

Gasheizung Förderbar Austauschprämie Ölheizung Betrag Weiteres
Gas-Hybridheizung 30 - 40 Prozent der Kosten 40 Prozent Förderung wenn vorher Ölheizung verbaut war
Gasheizung "Renewable Ready" 20 Prozent der Kosten Keine Austauschprämie für Ölheizung
Gasheizung ohne erneuerbare Zusatzsysteme
Gasheizung im Neubau

Die Förderung einer Gasheizung ist 2020 nur in Kombination mit erneuerbaren Heizsystemen möglich. Diese Kombination bezeichnet man dann als "Hybridheizung". Kurz gefasst besteht eine Hybridheizung in diesem Fall aus dem Gasbrennwertkessel, dem erneuerbaren Zusatzsystem und einem Pufferspeicher, in den alle Wärmeerzeuger ihre Energie einspeisen. Der Pufferspeicher verteilt die Wärmeenergie dann per Umwälzpumpe über den Heizkreislauf an die Heizkörper.

Als Partner für den Gaskessel kommen diese Zusatzsysteme in Betracht:

Hybridheizungen bekommen zwischen 30 - 40 Prozent der Kosten gefördert

Ist die Gasheizung förderfähig, erhalten Sie einen Zuschuss in Höhe von 30 Prozent der Gesamtkosten. Wenn Sie gleichzeitig eine alte Ölheizung außer Betrieb nehmen, steigt der Förderbetrag auf 40 Prozent der Kosten. Diese Prämie gilt allerdings nur, wenn die erneuerbaren Erzeuger gleichzeitig mit dem Gaskessel in Betrieb genommen werden.

Weitere Voraussetzungen für die Gasheizungsförderung:

  • Die Raumheizungseffizienz muss mindestens 92 % bei Nennlast erreichen (Herstellernachweis).
  • Die Wärmeerzeuger müssen über eine gemeinsame Regelung betrieben werden.
  • Die Leistung der regenerativen Wärmeerzeuger muss mindestens 25 % der Heizlast des Gebäudes betragen. Die Gebäudeheizlast ist bevorzugt nach EN 12831 zu ermitteln, alternativ sind überschlägige Berechnungen auf Basis der EN 12831 möglich.
  • Bei Solarthermie muss die Anlage (zur Raumheizungsunterstützung) selbst auch förderfähig sein. Biomasse- und Wärmepumpenanlagen müssen durch ein akkreditiertes Prüfinstitut getestet worden sein.
  • Ein hydraulischer Abgleich der Heizungsanlage muss durchgeführt werden.

Der regenerative Wärmeerzeuger (Solarthermieanlage, Biomasseanlage oder Wärmepumpenanlage) darf auch bereits vorhanden sein.

"Renewable Ready"-Heizungen erhalten 20 Prozent der Kosten erstattet

Wird eine neue Gasheizung installiert und nicht direkt vom Start weg zusätzliche erneuerbare Wärmeerzeuger eingebunden aber die technische Anbindung ist problemlos möglich und geplant, fällt die Heizung unter den "Renewable Ready" Förderbetrag von 20 Prozent der Kosten. Die Nachrüstung mit einem erneuerbaren System muss allerdings innerhalb von zwei Jahren nach Inbetriebnahme der Anlage erfolgen und nachgewiesen werden. Eine Austauschprämie für eine Ölheizung wird in diesem Fördersegment nicht gezahlt.

  • Die Raumheizungseffizienz muss mindestens 92 % bei Nennlast erreichen (Herstellernachweis).
  • Eine hybridfähige Steuerungs- und Regelungstechnik muss installiert werden.
  • Bei Wohngebäuden muss ein Pufferspeicher installiert werden.
  • Ein hydraulischer Abgleich ist durchzuführen.
  • Der Einbau eines regenerativen Wärmeerzeugers ist innerhalb von 2 Jahren nachzuweisen. Die thermische Leistung des regenerativen Wärmeerzeugers muss mindestens 25 % der Heizlast des versorgten Gebäudes betragen.

Antragsfristen & Kumulierung

Die Antragstellung muss vor Beginn der Arbeiten erfolgen. Als Beginn gilt der Abschluss eines Lieferungs- oder Leistungsvertrages. Maßgeblich ist das Eingangsdatum des Antrages beim BAFA.

Die Gasheizung Förderung des BAFA lässt sich auch mit anderen Fördermitteln verbinden. Diese Kumulierung ist möglich, sofern die Summe aus Krediten, Zuschüssen und Zulagen die Summe der förderfähigen Kosten nicht übersteigt. Mit einer Förderung aus den im Rahmen des CO2-Gebäudesanierungsprogramms aufgelegten KfW-Programm ist eine Kumulierung nur bei den KfW-Programmen Energieeffizient Bauen“ (Programmnummer 153) und „Energieeffizient Sanieren – Ergänzungskredit“ (Programmnummer 167) möglich.

Nicht zulässig ist eine Kumulierung mit dem sogenannten "Steuerbonus".

Weitere Informationen zum Förderverfahren und das Antragsformular finden Sie hier auf den Seiten des BAFA.

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Förderung einer Gasheizung durch die KfW

Die KfW bietet mehrere Programme an, welche die gesamte Bandbreite einer Immobiliensanierung abdecken - vom Fenstertausch über die Fassadendämmung bis hin zum Heizungstausch. Diese Pakete decken dann implizit den Einbau einer modernen Gasheizung mit Brennwerttechnik ab.

KfW Gasheizung Förderung per Zuschuss

Wenn es Ihnen nur um die Finanzierung eines Heizungstausches geht, so ist jedoch das Programm 430 ("Einzelmaßnahmen") von besonderem Interesse. Hier erhalten Sie 10% der Nettoinvestitionskosten als Zuschuss (ab einem Auszahlungswert von 300€). Die Maximalförderung reicht bis zu einem Betrag von 5.000 Euro pro Wohneinheit. Eine detaillierte Auflistung der Arbeiten, die vom Programm 430 abgedeckt werden erhalten Sie in der "Liste der förderfähigen Maßnahmen" (hier).

KfW Gasheizung Förderung per Darlehen

Die KfW hat auch weitere Programme zur energetischen Modernisierung im Portfolio. Im Unterschied zum Programm 430 setzen diese allerdings fast immer vorraus, dass Ihr Haus mit den Einzelmaßnahmen oder den Maßnahmenpaketen den Stand eines "KfW-Energieeffizienzhauses" erreicht. Das schließt meist weitere Maßnahmen wie einen Fenstertausch oder eine Fassadendämmung mit ein. Demgegenüber steht jedoch ein deutlich höheres Fördervolumen als im Programm 430. So können Sie zinsgünstige Darlehen zwischen 50.000 und 100.000 Euro pro Wohneinheit über das Programm "Energieeffizient Sanieren (151/152)" aufnehmen. Diese Förderung staffelt sich nach dem erreichten energetischen Standard. Zusätzlich werden Tilgungszuschüsse von 3.750 bis zu 27.500 Euro pro Wohneinheit vergeben.

Jedoch können Sie auch eine Einzelmaßnahme wie den Tausch einer Gasheizung über das Programm 151 fördern lassen, so lange die obig verlinkten Konditionen erfüllt werden. In diesem Falle erfolgt die Förderung dann über ein Darlehen anstatt über einen Zuschuss.

Die Anmeldung zu allen KfW-Programmen ist nun auch über ein eigenes Online-Portal ("KfW Zuschussportal") möglich. Den Antrag müssen Sie vor den Bauarbeiten stellen.

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Eine Förderung wäre über die folgende Programme der KfW möglich:

Energieeffizient Sanieren:
Kredit (151/152), Investitionszuschuss (430)

weitere Informationen finden Sie unter:

https://www.kfw.de/inlandsfoerderung/Privatpersonen/Bestandsimmobilie/F%C3%B6rderprodukte/F%C3%B6rderprodukte-f%C3%BCr-Bestandsimmobilien.html

Eventuell wäre es sinnvoll, vor der Maßnahme eine Bafa geförderte Vorort Beratung des Gebäudes durchzuführen, um das Gebäude ganzheitlich beurteilen zu können.

Weitere Informationen dazu finden Sie unter:

http://www.bafa.de/DE/Energie/Energieberatung/Vor_Ort_Beratung/Beratene/beratene_node.html

Mit freundlichen Grüßen
Christian Schmidt

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Wenn der Kessel unter eine förderfähige Anlage gemäß BAFA Richtlinie fällt, dann können Sie beginnen und den Antrag bis 6 Monate nach der Fertigstellung beim BAFA einreichen.
Genauere Infos bei www.BAFA.de

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Ja,15% von de KfW sind richtig. Es gibt aber auch noch die Möglichkeit 12,5% und die Restsumme ist dann ein zinsgünstiger Kredit oder 10%, dann ist das Nachweisverfahren für den hydr. Abgleich, der immer vorgeschrieben ist, einfacher. Energieberater sind auch oft die örtlichen Schornsteinfeger.

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Vom BAFA erhalten Sie einen Zuschuss von 500 Euro (den Kesseltauschbonus), wenn Sie eine alte Gasheizung ohne Brennwerttechnik (davon gehe ich hier einmal aus) durch eine neue Gasheizung mit Brennwerttechnik austauschen und zusätzlich eine solare Heizungsunterstützung installieren. Die Solaranlage wird zusätzlich mit mindestens 2.000 Euro bezuschusst. Das macht in Summe dann 2.500 Euro. Das ist jedoch auch an einige Voraussetzungen geknüpft. Zusätzlich gibt es auch die Möglichkeit Darlehen über die KfW zu beziehen (siehe https://www.heizungsfinder.de/gasheizung/foerderung)

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