CO2 Steuer für Öl- und Gasheizungen

Zur Einhaltung des Klimaschutzplans setzt die Bundesregierung verschiedene Maßnahmen zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes um – eine davon ist die oft als CO2-Steuer betitelte Abgabe auf CO2-Emissionen. Doch wie wirkt sich das Klimaschutzgesetz auf Sie als Privatperson aus? Was hat es mit der CO2-Bepreisung auf sich und inwieweit beeinflusst sie die Heizkosten? Gibt es alternative Heizsysteme und Brennstoffe, die von dieser Abgabe ausgenommen sind? Wir nehmen die CO2-Bepreisung für Sie unter die Lupe.
Dieser Artikel wurde von
Thorben Frahm für www.Heizungsfinder.de verfasst.
Jetzt Fachbetriebe für Ihr Projekt finden
  • Fachbetriebe vor Ort finden
  • Mit einer Anfrage bis zu 5 Angebote erhalten
  • Garantiert einfach, kostenlos und unverbindlich!
HeizungenHeizkostenCO2-Steuer

CO2-Steuer für Heizungen und das Klimapaket 2030

Der Klimawandel ist in aller Munde – und das Thema Klimaschutz aktueller denn je. Den Schutz des Klimas stärker voranzutreiben ist eine große, globale Aufgabe. Bereits 2015 haben sich 197 Staaten auf der Pariser Weltklimakonferenz darauf verständigt, die CO2-Emissionen weltweit zu reduzieren. Das gemeinsame Ziel dabei ist es, den Prozess der Erderwärmung deutlich zu begrenzen und spätestens bis zum Jahr 2050 Treibhausgasneutralität zu erreichen. Um dieser langfristigen Zielsetzung kontinuierlich näherzukommen, wurde als Zwischenschritt das Klimapaket 2030 vereinbart. Dieses Klimaschutzprogramm 2030 beinhaltet die verbindliche Abmachung, dass Europa den Ausstoß von Treibhausgasen bis 2030 um mindestens 40 % gegenüber 1990 verringert. Geschieht dies nicht, drohen den einzelnen Ländern hohe Geldstrafen.

Inhaltsübersicht & Schnellnavigation:

CO2-Steuer als Maßnahme für den Klimaschutz

Eine Vielzahl an Maßnahmen sollen dabei helfen, dass Deutschland die vorgegebenen Klimaschutzziele erreicht. Einer dieser Schritte ist die sogenannte CO2-Bepreisung, umgangssprachlich oft als CO2-Steuer bezeichnet. Diese kommt im Bereich Wärme und Verkehr zum Tragen, fällt also unter anderem beim Heizen mit fossilen Brennstoffen, wie etwa Gas und Heizöl, an. Dabei richten sich die CO2-Preise nach dem jeweiligen CO2-Gehalt der Heizstoffe.

Wer muss die CO2-Steuer bezahlen?

Die Abgabe für fossile Brenn- und Kraftstoffe ist seit Anfang 2021 von den Rohstoffhändler zu zahlen. Das heißt, Unternehmen, die Heizöl und Erdgas, aber auch Benzin und Diesel auf den Markt bringen, bezahlen dafür einen CO2-Preis. Die Rohstoffhändler schlagen diese Gebühr ähnlich wie eine Steuer auf die Preise für Brennstoffe auf und geben sie somit direkt an Sie als Verbraucher weiter.

Das bedeutet: Wer mit fossilen Brennstoffen heizt und somit durch sein Heizsystem viel Kohlendioxid ausstößt, muss ab jetzt für diese klimaschädlichen CO2-Emissionen zahlen.

Was ist das Ziel der CO2-Bepreisung?

Brennstoffpreise für Gasheizungen und Ölheizungen steigen durch den CO2-Preis an – und genau das ist von der Bundesregierung beabsichtigt. Denn das deutliche Preissignal soll den Verbraucher zum Umdenken und Handeln bewegen. Mit dem Aufpreis wird ein Anreiz geschaffen, das Heizverhalten zu überdenken und klimaschädliche Emissionen zu senken. Erreicht werden kann dies zum Beispiel durch

  • den Umstieg von emissionsintensiven auf klimaschonende Heizsysteme
  • die stärkere Nutzung umweltfreundlicher, erneuerbarer Energien
  • die energetische Sanierung von Häusern und Wohnungen
  • eine bewusste, effiziente Energienutzung

Wie hoch ist die CO2-Bepreisung und wie entwickelt sie sich?

Im Rahmen des Klimapaktes 2030 wurde für die CO2-Bepreisung zunächst ein Festpreissystem eingeführt. Dieses ist im Brennstoffemissionshandelsgesetz festgelegt und soll Wirtschaft und Gesellschaft ein gewisses Maß an Planungssicherheit geben.

Der CO2-Preis fängt 2021 moderat an mit zunächst 25 Euro/Tonne CO2. Danach beginnt von Jahr zu Jahr ein schrittweiser Anstieg auf bis zu 55 Euro/Tonne CO2 in 2025. Für 2026 ist ein Preis zwischen 55 bis 65 Euro pro Tonne CO2 angedacht. Welche Höchst- und Mindestpreise ab 2027 gelten werden, soll 2025 in Hinblick auf die bis dahin erreichten Klimaziele festgelegt werden. Ab dann müssen Händler, die fossile Brennstoffe und Kraftstoffe verkaufen, für den Kohlendioxidausstoß, den Heizöl und Co. verursachen, sogenannte Emissionsrechte erwerben. Diese Zertifikate sind begrenzt und werden auf einer Handelsplattform versteigert. Der genaue CO2-Preis ergibt sich dann aus Angebot und Nachfrage.

Jahr

voraussichtlicher CO2-Preis pro Tonne CO2

2021

25 Euro

2022

30 Euro

2023

35 Euro

2024

45 Euro

2025

55 Euro

2026

55–65 Euro

Wie hoch ist der CO2-Preis für die unterschiedlichen Brennstoffe?

Die CO2-Steuer hängt vom Brennstoff ab. Jeder Brennstoff stößt beim Verbrennen unterschiedlich viel Kohlendioxid aus und weist folglich einen anderen Emissionsfaktor auf. Das heißt: Abhängig davon, ob Sie mit Heizöl oder Gas heizen, müssen Sie mit einem unterschiedlichen Preisanstieg bei Ihren Heizkosten rechnen. Wie klimafreundlich welche Brennstoffe sind, können Sie der folgenden Tabelle entnehmen, die die jeweiligen Kohlendioxidemissionen angibt.

Brennstoff

Emissionen in kgCO2/kWh

Holz (bei nachhaltiger Nutzung und Wiederaufforstung)

nahe 0

Holz (bei nicht-nachhaltiger Nutzung)

0,39

Heizöl

0,28

Raffineriegas

0,24

Flüssiggas

0,23

Naturgas

0,20

Braunkohle

0,36

Steinkohle

0,34

Quelle: Vgl. Fachbuch Regenerative Energiesysteme und UBA

Gut zu wissen: Heizsysteme mit Gas stoßen weniger CO2 aus als Ölheizungen. Als Besitzer einer Ölheizung müssen Sie also mit einer höheren CO2-Steuer rechnen als Besitzer einer Gastherme.

Wie teuer wird das Heizen durch die CO2-Steuer?

Klar ist, dass Ihre Heizkosten durch die CO2-Steuer ansteigen – und zwar von Jahr zu Jahr, denn der CO2-Preis nimmt schrittweise zu. Wie teuer Ihre Heizkosten werden, hängt dabei ab von

  • Ihrem Verbrauch in kWh
  • der Art Ihres Brennstoffs bzw. dem Emissionsfaktor

Gut zu wissen: Der Energieverbrauch hängt immer von individuellen Faktoren, wie Ihrem Heizverhalten, der Dämmung Ihres Hauses, der Anzahl der Bewohner etc. ab. Bedenken Sie deshalb, dass es sich bei unseren Berechnungen nur um Richtwerte handelt.

Um Ihnen bei der kostentechnischen Einordnung eine Orientierung zu bieten, finden Sie hier den durchschnittlichen Gasverbrauch (Heizen und Warmwasser) von unterschiedlichen Wohnverhältnissen.

  • Einfamilienhaus, 150 m², 4 Personen: ca. 23.000 kWh/Jahr
  • Doppelhaushälfte, 120m², 4 Personen: ca. 19.500 kWh/Jahr
  • Reihenhaus, 100 m², 3 Personen: ca. 17.000 kWh/Jahr
  • Wohnung, 60m², 2 Personen: ca. 9.500 kWh/Jahr

Mit welchen Mehrkosten müssen Sie durch die CO2-Bepreisung konkret rechnen?

Um den Wert zu berechnen, müssen Sie die Emission in kgCO2/kWh Ihres Brennstoffes (siehe Tabelle oben) mit Ihrem jährlichen Gasverbrauch multiplizieren. Nun wissen Sie, wie hoch der jährliche CO2-Ausstoß Ihres Heizsystems in kg ist. Die kg-Angabe müssen Sie in Tonnen umrechnen. Die Anzahl der Tonnen multiplizieren Sie mit dem im Brennstoffemissionshandelsgesetz festgelegten CO2-Preis.

Rechenbeispiel:

Jahresgasverbrauch von 15.000 kWh x 0,20 kgCO2/kWh Emission von Erdgas = 3.000 kg = 3 t

3 t x 25 Euro CO2-Preis/Tonne (im Jahr 2021) = 75 Euro CO2-Steuer pro Jahr

Bei einem Jahresverbrauch von 15.000 kWh und einer Gasheizung mit Naturgas müssen Sie 2021 also zusätzlich zu den Brennstoffkosten mit Mehrkosten von 75 Euro rechnen.

So erhöhen sich Ihre Heizkosten durch die CO2-Steuer bei einer Erdgasheizung:

Jahr

CO2-Preis pro Tonne

Mehrkosten Einfamilienhaus; 150 m², 23.000 kWh/Jahr

Mehrkosten Doppelhaushälfte; 120 m², 19.500 kWh/Jahr

Mehrkosten Reihenhaus; 100 m², 17.000 kWh/Jahr

Mehrkosten Wohnung; 60 m², 9.500 kWh/Jahr

2021

25 Euro

115 Euro

97,50 Euro

85 Euro

47,50 Euro

2022

30 Euro

138 Euro

117 Euro

102 Euro

57 Euro

2023

35 Euro

161 Euro

136,50 Euro

119 Euro

66,50 Euro

2024

45 Euro

207 Euro

175,50 Euro

153 Euro

85,50 Euro

2025

55 Euro

253 Euro

214,50 Euro

187 Euro

104,50 Euro

Die Tabelle zeigt, dass die Mehrkosten, die auf Besitzer einer Gasheizung zukommen, spürbar sind. Bewohner eines Einfamilienhauses müssen allein in den nächsten fünf Jahren mit einer CO2-Steuer von rund 900 Euro rechnen – und das zusätzlich zu den Heizkosten. Bei einer Ölheizung fällt die finanzielle Belastung sogar um einiges höher aus.

Mehr Informationen zum Thema finden Sie auch in unseren Artikeln

Gut für den Staat – schlecht für den Verbraucher?! Wer profitiert von der CO2-Steuer?

Als großer Gewinner geht hoffentlich das Klima aus der Angelegenheit heraus. Der Staat hingegen möchte von der zusätzlichen Einnahme der CO2-Bepreisung nicht unmittelbar profitieren. Sämtliche Einnahmen sollen nicht nur den weiteren Fördermaßnahmen des Klimaschutzprogramms zugutekommen, sondern auch Ihnen als Bürger. Die Bunderegierung plant eine Entlastung der Staatsbürger durch

  • eine Senkung des Strompreises bzw. der EEG-Umlage
  • eine höhere Pendlerpauschale
  • höheres Wohngeld für die Bezieher von Wohngeld

Gibt es Brennstoffe / Heizungen, für die keine CO2-Steuern anfallen?

Die finanzielle Mehrbelastung durch die CO2-Steuer ist für viele ein Anreiz, zu einem regenerativen Heizsystem zu wechseln. Und genau diese Absicht steckt hinter der staatlichen Maßnahme zum Klimaschutz. Mit dem Wechsel zu einem umweltfreundlicheren Heizsystem

  • reduzieren Sie den Kohlendioxidausstoß,
  • leisten einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz und
  • sparen darüber hinaus die CO2-Steuer ein.

Mit kohlendioxidfreien Energieträgern auf Basis regenerativer Energien sind Sie komplett von der CO2-Steuer befreit. Dazu zählen zum Beispiel;

Weiterlesen zum Thema "Wohnsituation"

Sie haben eine Frage?

HausCo Logo
Experten und Fachbetriebe beantworten kostenlos Ihre Fragen rund ums Thema Heizungen
Jetzt Frage stellen