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Bringt das Smart Home die Heizung der Zukunft?

Smart Heating ist angetreten, das Heizen komfortabler, effizienter und moderner zu gestalten. Wir haben einen Blick darauf geworfen, wie sich der Markt aktuell darstellt, was Sie damit anfangen können und ob die intelligente Heizung halten kann, was sie verspricht.
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Smart Heating - die Heizung denkt mit

Die Grundlagen der smarten Heizung bzw. smarten Heizungssteuerung sind für sich genommen nicht besonders schwierig. Sie beruhen auf dem immer weitreichenderen Einbinden neuer internetbasierter Technologien ( "Internet of Things" / Internet der Dinge ) in altbekannte und ursprünglich strikt analoge Geräte, wie Heizungen, Wasch- oder Kaffeemaschinen und andere Haustechnik bzw. Bauteile: Fenster, Außenkameras oder Beleuchtung. Elemente der Haustechnik erhalten, so sie diesen nicht schon haben, über eine spezielle Zentrale oder direkt einen Zugang zum hauseigenen Internetzugang und können von dort aus über Endgeräte wie ein Tablet, ein Smartphone oder einen herkömmlichen Desktop-PC erreicht, überwacht und gesteuert werden. In diesem Artikel nehmen wir die Kategorie des "Smart Heating" einmal genauer unter die Lupe.

Inhalt:

Bosch Gateway KNX10, Foto: Bosch

Was die smarte Heizung kann: Komfort, Kontrolle & Energie sparen

Die intelligente Heizung öffnet eine Vielzahl an Funktionen der Heizung zur die Steuerung, Überwachung und Wartung aus der Ferne. Das ist nicht nur für Sie als Nutzer interessant, sondern ebenso für den Fachhandwerker und den Heizungshersteller. Smart Heating gestattet vor allem:

Komfort: Eigenkontrolle und Fernsteuerung durch den Nutzer

Eine wichtige Funktion von Smart Heating ist die Möglichkeit, die Heizung in Abwesenheit fernzusteuern.

Zu den Steuerungsmöglichkeiten zählen weiterhin Standardfunktionen wie die Wahl eines bestimmten Heizprogramms und Echtzeitkontrolle und Nachjustierung der vorgefundenen Werte. Verschiedene Szenarien wie Tag- und Nachtprogramme ermöglichen die Anpassung an besondere Anforderungen. So kann der Nutzer die Heizung dergestalt konfigurieren, dass sie automatisch in einem bestimmten Zeitfenster, bevor man im Allgemeinen zuhause ist, bereits den Heizbetrieb aufnimmt. So findet man eine angenehm vortemperierte Wohnung vor. Sind entsprechende Thermostate zur Einzelraumsteuerung vorhanden, erweitern sich diese Zugriffsmöglichkeiten darauf, diese Einstellungen auf bestimmte Räume zu beschränken. Eine damit verbundene Funktion ist die Personenerkennung - die intelligente Heizung kann feststellen, in welchen Räumen sich Personen aufhalten. Sie beheizt dann diese Räume bevorzugt, während nicht direkt genutzte Räume weniger stark oder gar nicht beheizt werden.

Zur Überwachung zählt beispielsweise auch der Abruf der derzeitigen Temperatur im Haus, der derzeitige Brennstoffverbrauch oder ob Programme wie Partymodus oder Nachtabsenkung aktiv sind und ordnungsgemäß laufen. Zusätzlich können Sie die Erträge von zusätzlich eingebundenen Wärmeerzeugern wie einer Wärmepumpe oder einer Solarthermieanlage gesondert erfassen oder am Beispiel einer Wärmepumpe der jeweils günstigste Tarif bezogen werden.

Kontrolle: Anlagenüberwachung durch Hersteller / Heizungsbauer

Die Kontroll- und Steuerfunktionen der intelligenten Heizung kann auf den zuständigen Heizungsbauer oder den Hersteller des Gerätes erweitert werden. So kann unter anderem der Heizungsbauer direkt über Störungen informiert werden, der dann das Problem der Fernwartung oder persönlich vor Ort beheben kann. Das ist vor allem dann hilfreich, wenn an urlaubs- oder arbeitsbedingt mehrere Tage nicht zuhause sein kann und eine Störung auftreten sollte.

All diese Möglichkeiten bedienen natürlich nicht nur Komfortwünsche. Eine weitere besonders intensiv beworbene Eigenschaft für eine intelligente Heizung ist neben Komfort und Kontrolle das Energiesparen.

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Unternehmensillustration einer Smart Heating App, Foto: tado GmbH

Energiesparen: Was spart man mit Smart Heating?

Mit dem Zugriff auf Echtzeitdaten sollen schlummernde Effizienzpotentiale ausgemacht und gehoben werden können. Aber hält Smart Heating was es verspricht und lassen sich Heizkosten sparen?Diese Frage hat kürzlich das Institut für Technische Gebäudeausrüstung Dresden in einer Kurzstudie (Endbericht vom 12.01.2017, PDF hier beim BDH-Köln) genauer unter die Lupe genommen. In dieser Studie konzentrierte man sich auf folgende Pfade zur Energieeinsparung mittels Smart Heating - Technologie:

* automatische Heizkurveneinstellung

* Personenerfassung (Anpassung der Heizleistung belegter und unbelegter Räume)

* Automatische Reglereinstellung

* Berücksichtigung von Wetterprognosen und Nutzung von Wetterdaten. Wetterdaten und Prognosen können eingelesen werden, so dass die Heizung proaktiv arbeiten kann. Ist es sehr bewölkt, kann die intelligente Heizung schon einmal vorheizen oder verschiedene Wärmeerzeuger bevorzugt behandeln oder herunterregeln.

* Energieeinsparungen durch laufende Anpassung der Warmwasserzirkulation

* Angabe der Verbrauchsdaten in Echtzeit

Ergebnisse:

Smart Heating Optimierung Einsparpotential in Prozent
Optimierungsoption von mittlerer Wert bis
Automatische Heizkurveneinstellung 1,5 5 8
Präsenzkontrolle 2,5 3,5 4
Wetterprognose 1 2 3
Optimierung der Warmwasserzirkulation 1,5 2,5 8
Unterstützung hydraulischer Abgleich 2,0 2,5 3
Visualisierung von Verbrauchsdaten 2 5 10
Kombination verschiedener Optionen im Schnitt 8 11,5 15
  • Am praktischen Beispiel spart man durch den Einsatz von Smart Heating in einem typischen Einfamilienhaus-Altbau anhand der Studie im Mittel 2.331 Kilowattstunden im Jahr, wenn man mehrere (nicht alle) dieser Optionen kombiniert.
  • In einem Neubau belaufen sich die Einsparungen auf einen mittleren Wert von 1.589 Kilowattstunden im Jahr.
  • Die Einsparungen beliefen sich demnach bei einer Gasheizung mit einem Gaspreis von circa 5,80 Cent pro Kilowattstunde (Stand: September 2017) auf einen Bereich von 135 Euro im Altbau und 92 Euro im Neubau.

Das ist nicht unbedingt der Schlüssel zur Lösung aller Finanzprobleme, aber gleichzeitig eben auch im Konzert mit den erhöhten Komfort- und Kontrollmöglichkeiten zu sehen. Ein interessanter Nebenaspekt sind die Einsparungen sicherlich. Was uns allerdings zu der Frage führt, wie teuer eine intelligente Heizung im Vergleich zu den Einsparungen ist.

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Was kostet Smart Heating?

Zum Einstieg bieten viele Hersteller von Smart Heating - Produkten besondere Basis- oder Startersets zur Nachrüstung an, in denen die wichtigsten Kernkomponenten enthalten sind. Das wichtigste Element ist der jeweilige Zentralregler (auch "Home Base"), der die einzelnen angeschlossenen Komponenten steuert und über den Sie und alle anderen berechtigten Nutzer Zugriff auf die einzelnen Funktionen erhalten. Dieser Regler dient auch als Anschlusspunkt für alle weiteren Komponenten, die Sie im Laufe der Zeit eventuell hinzufügen - wie zum Beispiel eine intelligente Fenstersteuerung oder andere Elemente der Haustechnik wie beispielsweise Außenkameras oder eine Waschmaschine.

Im Starter- bzw. "Plug and Play"-Segment gibt es zum Beispiel entsprechende Angebote wie das "Danfoss Link Starter Paket". Dort sind neben dem Zentralregler "Danfoss Link" drei intelligente Thermostate mit enthalten. Für die Aufrüstung weiterer Heizkörper können dann Thermostate nachgekauft und nachträglich eingebunden werden.

Auch Bosch hat ein entsprechendes Paket mit Namen "Bosch Smart Home Basisset" im Angebot. Das Paket enthält ebenso wie beim vorherigen Beispiel den Zentralregler / Bosch Smart Home Controller sowie drei intelligente Thermostate. Es gibt weitere abgewandelte Basissets, in denen weitere Komponenten der Haustechnik mit aufgerüstet werden können, wie zum Beispiel das "Raumklimapaket", das aus dem Regler, zwei Thermostaten und einem Tür-/Fensterkontakt besteht. uch hier finden Sie Preise von 300 Euro.

  • Der Preis für ein solches Starter Paket bewegt sich um die 100 Euro 350 Euro.
  • Die intelligenten Thermostate kosten über mehrere Anbieter hinweg gemittelt meist zwischen 35 bis 70 Euro. Am unteren Ende der Preisspanne befinden sich eher die intelligenten Einzelthermostate, während sich am oberen Ende Raumthermostate finden.

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Kleine Rundschau der Smart Heating Systeme

Produkte für die Smart Home Heizung finden Sie nicht nur bei den einschlägigen Herstellern. Ein weiterer Mitspieler auf dem Feld ist beispielsweise die Qivicon Plattform. Hier haben sich, gegründet von der Telekom, mehrere Anbieter und Hersteller unter gemeinsamen Standards zusammengeschlossen. Zu den Mitgliedern gehören neben der Telekom (Magenta Smart Home) unter anderem Unternehmen wie EnBW, eQ-3, RheinEnergie oder Miele. Das Ziel ist, dank der gemeinsamen Standards zu gewährleisten, dass Produkte verschiedener Hersteller und Teilbereiche der Haustechnik nahtlos zusammenarbeiten können.

Hier haben wir eine Tabelle mit einigen der bekanntesten Anbieter erstellt. Es gibt noch viele weitere. Oft bieten die jeweiligen Anbieter aber auch identische bzw. sehr ähnliche Produkte an, die vom selben Hersteller kommen und entsprechend gelabelt werden. Deshalb und aus Gründen der Lesbarkeit haben wir uns für eine kleine Auswahl von Systemen und Anbietern entschieden. Im Endeffekt sind die Preisstrukturen recht ähnlich.

Wie erwähnt mischen sich hier zwei verschiedene Arten von Smart Home. Während manche (z.B. alle Subsparten von Qivicon, Apple HomeKit) dezidierte Anbieter für komplette Smart Home Lösungen sind (also für mehrere Varianten der intelligenten Haustechnik inklusive Fenstersteuerung, Beleuchtung, Sicherheit und eben der Heizung), sind manche Lösungen ausschließlich nur für Smart Heating gedacht, können aber in die Zentralen anderer Anbieter eingebunden und angesteuert werden (tado).

Anbieter für Systeme, die unter anderem Smart Heating unterstützen sind unter anderem:

Smart Home Systeme Preis Zentrale € Preis Starterset € Preis Thermostate € Kommentar / Besonderheiten
Apple HomeKit nicht zutreffend nicht zutreffend verschieden Arbeitet mit iPad oder iPhone als Zentrale. Thermostate können von vielen verschiedenen Anbietern eingebunden werden (tado, Honeywell, Elgato, etc)
Telekom (Qivicon / Magenta ) 140 140 50 Monatliche Gebühr 4,95 €, Thermostate nicht im Starterpaket, Vielfalt an Produkten auch für andere Smart Home Bereiche
AVM FritzBox - - 40 Fritzbox fungiert direkt als Zentrale
Devolo 130 - 70
eQ-3 Homematic IP ab 50 99 50
Innogy 100 99 - 180 35 - 50 Preis für Starterpacks jeweils ohne und mit Zentrale
Bosch Smart Home 229,95 379 59,95
Danfoss Link 180 250 35 - 50
Vaillant 280 - 80
tado - 199 - Alternativ Mietmodell für 3,99 / 4,99 Euro im Monat. Hat für sich alleine keine Zentrale, kann aber z.B. mit Apple HomeKit und anderen Diensten eingebunden werden.

Erwähnenswert wäre noch NestLabs, die zum Unternehmen Alphabet gehört. Allerdings bietet dieses System bislang keine Unterstützung für Smart Heating an.

Aktuell erhältliche Heizgeräte sind generell bereits internetfähig. Die Verbindung zum Schnittstellenmodul erfolgt über bekannte Techniken wie Ethernet-Kabel, WLAN oder per Powerline / Steckdose. Das Schnittstellenmodul muss mit der Zentrale / Home Base verbunden werden und diese wiederum mit dem häuslichen Router verbunden werden. So erhält die Heizungsanlage Zugriff auf das Internet und dem Server des Herstellers bzw. Anbieters und kann zum Zugriff freigeschaltet werden ("Aufschaltung der Anlage"). Entsprechende Apps für Smartphones oder andere mobile Endgeräte wie Tablets stehen im Allgemeinen für iOS oder Android bereit.

Smart Heating kann bei Bestandsgeräten oft nachträglich, meist in Form einer "Plug & Play" - Lösung, nachgerüstet werden. Oft kommt dabei die Verbindung dann über eine Funklösung zustande. Dies erfordert meist keine bauliche Veränderung (hat aber unter Umständen negative Auswirkungen auf die Signalstabilität und -Qualität). Diese Nachrüstung ist generell unkompliziert und vergleichsweise günstig. Beide Varianten, Funksystem und Kabelsystem, haben ihre spezifischen Vor- und Nachteile:

Haussteuerung per Vorteile Nachteile
Funksystem Sehr einfache Installation
Ideal für Nachrüstung smarter Komponenten
Preisgünstiger als Kabellösung
Begrenzte Reichweite - eventuell Repeater notwendig
Störanfälliger
Kabelsystem Datentransfer sicherer als Funk
Nicht so störanfällig wie Funk
Im Neubau gut im Vorfeld planbar
Teurer als Funknetzwerk
Erfordert gute Planung um alle Komponenten im Vorfeld abzudecken
Im Altbau problematischer

Es wird durchaus kompliziert, wenn man sein Smart Home breiter aufstellen möchte und nicht nur die Heizung ansteuern will: Rüstet man nämlich beispielsweise Fenster und Heizung mit intelligenter Technik auf, muss man sich schon ein wenig mehr Gedanken darüber machen, wie man alle Komponenten sinnvoll einbindet. Im Extremfall verfügen alle Einzelsysteme dann über einen separaten Zugang zu ihren jeweiligen Servern ohne dass alle Informationen an einem Ort zusammenlaufen - von wo man alle Komponenten auch zentral abrufen und steuern könnte - und landet bei Insellösungen

So viel zur Theorie. Aber wie schlägt sich die smarte Heizung in der Praxis?

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Smart Heating ist für viele noch kein Kaufargument


Unter den an intelligenter Haustechnik interessierten nimmt Smart Heating eine prominente Position ein: Die "smarte" Heizung steht relativ weit oben in der Gunst der potentiellen Käufer. Bitkom Research hat in einer Studie Anfang 2017 ermittelt, dass mit 31% der an Hausautomatisierung interessierten die intelligente Heizung an dritter Stelle der gewünschten smarten Anschaffungen steht. Attraktiver waren nur die smarte Musikanlage / Lautsprecher mit 33% und intelligente Fernseher mit 36%.

Heizungsfinder.de hat einmal nachgefragt, wie es sich im Vergleich zum rein abstrakten Interesse mit den tatsächlichen Kaufabsichten der Bevölkerung verhält. Wir haben in knapp 5.000 Telefonaten erfragt, ob Interesse an Smart Home Technologien besteht. 2545 Personen aus dieser Gesamtmenge waren Kunden, die ihre Heizung modernisieren wollten bzw. sich für eine neue Heizung interessierten. Auf die Frage hin, ob sie sich für Smart Home im Allgemeinen bzw. Smart Heating im Besonderen interessieren, antworteten 201 Personen (7,90%) mit "Ja", weitere 498 Befragte (19,57%) antworteten unsicher und meldeten zusätzlichen Informationsbedarf an, um eine Entscheidung treffen zu können. Mit 1832 "Nein" stimmen lehnten 71,98 Prozent der Interviewten die Option rundweg ab. 14 Gesprächspartner (0,55%) gaben an, bereits über smarte Heizungstechnik zu verfügen.

Die vollständigen Ergebnisse der Befragung zum Thema Smart Home sehen folgendermaßen aus:

Technik und Befragte Befragte Personen Ja Nein Weiß nicht Bereits vorhanden
Smarte Heizung 2545 7,90% 71,98% 19,57% 0,55%
Intelligente Fenstertechnik
521 2,88% 82,15% 14,01% 0,96%
Photovoltaik 2019 12,48% 55,03% 31,25% 1,24%
Insgesamt 5085 9,20% 66,29% 23,64% 0,87%
Gesamt Frauen 19 % 5,13% 73,92% 20,43% 0,51%
Gesamt Männer 81% 10,11% 64,26% 24,68% 0,94%

Kurz gefasst ist zwar ein gewisses, teilweise zurückhaltendes Interesse an der Technik vorhanden, wenn man die "Ja" und "Weiß nicht" - Stimmen summiert, jedoch lehnt eine deutliche Mehrzahl es noch ab, Smart Heating im Speziellen oder Smart Home Komponenten im Allgemeinen in den Einsatz zu bringen. Im Bereich der Photovoltaik ist das Interesse allerdings schon deutlich fortgeschrittener.

Zur Erklärung dieser Ablehnung gibt es mehrere Ansatzpunkte.

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Warum Smart Home und Smart Heating für den Endkunden noch nicht relevant sind

Bitkom Research hat zum "Safer Internet Day 2017" die erwähnte Studie "Sicherheit im Smart Home" vorgestellt (hier finden Sie eine PDF-Kurzpräsentation der Ergebnisse). Ein Aspekt dieser Studie ist die Frage, warum Menschen sich gegen smarte Technik entschieden haben. 689 Menschen äußerten sich bei möglichen Mehrfachnennungen folgendermaßen:

* 35% war die Technik zu aufwändig,

* 33% erschein der Nutzen zu gering,

* 32% waren die Komponenten zu teuer,

* 25% sahen die Bedienung als zu komplex an,

* 22% fürchteten Angriffe von außen,

* 19% hatten Angst um ihre Privatsphäre,

* 15% sorgten sich um Datenmissbrauch,

* 12% bewerteten die Lösungen als technisch unausgereift,

* 9% prognostizierten Kompatibilitätsprobleme und

* 30% gaben keinen besonderen Grund für ihre Ablehnung an.

Problem Datensicherheit: Sind die Daten aus meiner intelligenten Heizung sicher? Gibt es ein Recht auf analoges Wohnen? Warum quasselt meine Nachttischlampe unentwegt?

Die Heizung ist ein wichtiger Bestandteil eines Hauses. Wer schon einmal einige Tage bei Minusgraden zuhause ausharren durfte, weil die Heizung nicht mehr lief, kann das sehr gut nachfühlen. Wer sich jetzt fragt, wo all die gesammelten Daten eigentlich landen und wer noch Zugriff darauf haben oder erlangen könnte, ist mit dieser Frage nicht alleine. Gerade im Hinblick darauf, dass in ein Smart Home weit mehr als nur die Heizung eingebunden werden kann, ist das Thema der Sicherheit und Datensicherheit absolut entscheidend dafür, ob und wie schnell sich smarte Technik durchsetzen kann. Eine vergleichbare Diskussion ist ja bereits mit dem Umstieg auf Smart Meter aufgetreten (und immer noch nicht wirklich zufriedenstellend gelöst).

Es fragt sich: wer hat Zugriff auf meine Daten? Werden diese eventuell auch für andere Zwecke weitergereicht? Wo werden die Daten gespeichert - hier gibt es bislang mehrere anbieterabhängige Varianten, die von einer reinen Cloudlösung bis zur Möglichkeit der (zusätzlichen) lokalen Speicherung reichen. Niemand möchte, dass es einfach aus der Ferne feststellbar ist, dass beispielsweise niemand im Haus zugegen ist. Und die Vorstellung, dass der Kühlschrank oder die Nachttischlampe Teil eines bösartigen Botnetzwerkes sein könnten, ist ebenso befremdlich wie paranoiafördernd. Die Anbieter sind sich dessen natürlich bewusst und bieten regelmäßige Updates an, doch die Schwachstelle als solche ist potentiell vorhanden.

Problem Fragmentierung

Im Neubau wird oft eine Komplettlösung installiert und alle möglichen Geräte direkt mit angebunden, optimalerweise per Kabelverbindung. Im Altbau erfolgt die Umstellung auf smarte Technik meist stückweise. So wird im einen Jahr Fernseher angebunden und vielleicht drei Jahre später die Heizung per Plug-and-Play Funklösung, ohne über eine zentrale Anlaufstelle mit einer Home Base zu arbeiten.

Ein Grundproblem bei der gesamten Thematik Smart Home ist der Umstand, dass die Technik als solche noch vergleichsweise neu ist, aber viele Unternehmen den Markt aufgrund seines Zukunftspotentials sichern wollen. So ist der Markt dementsprechend noch relativ fragmentiert und der Endnutzer schnell mit einer Vielzahl an Standards konfrontiert. Vielleicht gefällt einem das Angebot von NestLabs, möchte aber unbedingt auch Smart Heating nutzen. In diesem Fall müsste man in den sauren Apfel beißen und sich ein zusätzliches System installieren, da keine Kommunikation zwischen den Komponenten nötig ist. Möglich, allerdings entspricht dieser Gedanke nicht unbedingt dem Komfortargument für smarte Haustechnik.

Ihre Fenster werden ab 2026 leider nicht mehr unterstützt - Problem Aktualität, Updates & Obsoleszenz

Unter dem Stichpunkt "Sicherheit" ist es schon angesprochen worden: es werden durchaus Updates für die Smart Home Komponenten verteilt. Aber hier verhält es sich wie mit anderen Produkten aus der Softwarewelt: wie lange bleibt es so? Wird der Support für meine Fenster eventuell in 10 Jahren eingestellt? Und gesetzt den Fall, dass das Produkt noch wunschgemäß funktioniert, dürfte die Sicherheit dauerhaft darunter leiden, wenn unvermeidliche Löcher festgestellt, bekannt gemacht und nicht gestopft werden ( 2016 stellte Windows XP immer noch das dritthäufigste Betriebssystem, obgleich der Support seit 2014 nicht mehr besteht).

Der fragmentierte Markt hilft bei der Einschätzung dieser Frage bislang kaum. Eine sichere Planung der intelligenten Heizung oder eines komplett smarten Hausökosystems ist derzeit so nur schwer bis gar nicht möglich.

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Vorerst kommt es auf gute Beratung an

Was den fragmentierten Markt und die Produktupdates anbelangt, liegt der Ball im Feld der Hersteller und Anbieter. Es ist festzustellen, dass ihnen diese Probleme durchaus bewusst sein. Es ist aber davon auszugehen, dass die endgültige Lösung dieser Probleme noch eine Weile in Anspruch nehmen wird, bis sich tragfähige Lösungen entwickeln und durchsetzen können. Bis dahin bleibt wohl er der "Early Adopter" der Hauptkunde für Smart Heating und intelligente Haussteuerung.

Bis dahin lässt sich erst einmal abschließend anmerken: mehr denn je ist es entscheidend, dass die Fachkraft vor Ort über ebenso breite wie detaillierte Kenntnisse der aktuellen Technologien verfügt. Ohne eine stärker beratende Rolle von Herstellern, Anbietern und den regionalen Fachhandwerkern wird das Smart Heating in dieser Form bedeutend mehr Hürden zu überspringen haben als eigentlich nötig ist - das Interesse ist definitiv vorhanden. Leider bleibt noch viel Potential offen.

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Dieser Artikel wurde erstellt von: Thorben Frahm, Redakteur www.Heizungsfinder.de