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Wie hoch sind die Heizkosten für Strom?

Die Heizkosten für Strom führen die Tabelle der Heizsysteme vom Verbrauchspreis her betrachtet ungeschlagen an. Elektroheizungen sind zwar außerordentlich preiswert in der Anschaffung, jedoch ist der Preis für den Strom um ein Vielfaches höher als bei der Konkurrenz Pellet, Öl oder Gas. Und auch für die elektrisch betriebene Wärmepumpe sind die Heizkosten im Endeffekt deutlich niedriger. Wie hoch die Heizkosten für Strom wirklich ausfallen, zeigen wir anhand einiger Beispiele.
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Heizkosten mit Strom: Vergleichswerte & Abhilfe bei zu hohen Kosten

Im Prinzip ist die Ermittlung der Heizkosten bei Strom relativ einfach, wenn man überschlägige Werte benötigt. Man multipliziert den Verbrauch, ausgedrückt in Kilowattstunden (kWh), mit dem Kilowattstundenpreis für Strom. Wo das Problem bei den elektrischen Heizkosten liegt, wird bereits anhand folgender Grafik deutlich, anhand derer wir die Preisberechnungen weiter unten erstellt haben. Sie zeigt die durchschnittlichen Strompreise für Privathaushalte vom Jahr 2000 bis heute:

Die Strompreisentwicklung für Privathaushalte nach BDEWGrafik: © heizungsfinder.de, anhand von Daten des BDEW Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V.

Wie sich diese Preisentwicklung in tatsächlichen Heizkosten für Strom ausdrückt, vollziehen wir anhand einiger Beispiele nach obigen Strompreisen einmal nach:

  • Geht man von einem Heizenergieverbrauch eines relativ sparsamen Einfamilienhauses von 12000 Kilowattstunden (kWh) aus, so würde man bei einem Haushaltsstrompreis von 27 Cent pro Kilowattstunde (März 2014) bei Heizkosten für Strom von 3240 Euro landen, wenn man ausschließlich mit Strom heizt. Bei einem Haus mit einem Verbrauch von 20000 kWh würden die Heizkosten für Strom somit bei schon sehr ansehnlichen 5400 Euro liegen.
  • Im Vergleich dazu lägen die Heizkosten mit Gas bei einem Gaspreis von 7,5 Cent pro Kilowattstunde bei 900 Euro, während sich die Heizkosten bei Öl bei einem Arbeitspreis von 8,1 Cent pro kWh bei 972 Euro einpendelten. Bei einem Verbrauch von 20000 kWh wären dann dementsprechend 1500 Euro (Gas) oder 1620 Euro (Öl) zu bezahlen. Umgerechnet entspräche der Strompreis beim Heizen mit Strom einem Gas- oder Ölpreis von 2,70 Euro pro Liter bzw. Kubikmeter (1 Kubikmeter Gas oder Liter Öl entspricht ungefähr 10 Kilowattstunden).
  • Ist der Energieverbrauch nicht bekannt, zum Beispiel wenn Sie eine Immobilie mieten oder kaufen möchten, benötigen Sie Angaben über den Energiebedarf in Kilowattstunden pro Quadratmeter im Jahr ( kWh/m2a). Diesen finden Sie auf dem Energieausweis des Gebäudes. Multipliziert mit der Quadratmeterzahl des Hauses (bzw. der im Endeffekt zu beheizenden Fläche) erhalten Sie den Energiebedarf und können wie oben bereits genannt weiter verfahren. Ist auch das nicht möglich, sollte eine Heizlastberechnung durchgeführt werden.

Spezielle Heizstromtarife federn die Heizkosten ein wenig ab

Ganz so einfach wie geschildert ist die Sache in der Realität allerdings nicht. Ein reines Multiplizieren von Energieverbrauch und Strompreis ist nicht sehr exakt. Zum Einen haben verschiedene Heizsysteme verschiedene Wirkungsgrade. Eine aktuelle Gasbrennwertheizung würde z.B. sehr viel weniger Verluste aufweisen als ein klappriger Standardkessel. Zum Anderen heizt man selten ausschließlich über den Haushaltsstrom: für Nachtspeicherheizungen wie für Flächenspeicherheizungen oder Direktheizungen oder Infrarotheizungen gibt es speziellen Heizstrom, der um einige Cent günstiger ausfällt als der normale Haushaltsstrom. In diesem Fall benötigt man einen zweiten Zähler oder einen Doppeltarifzähler, um den unterschiedlichen Bezug erfassen zu können.

Geht man davon aus, dass man Heizstrom bezieht, der derzeit ungefähr bei 22 Cent pro Kilowattstunde liegt, zahlt man bei 12000 Kilowattstunden 2640 Euro statt der obigen 3240 Euro und bei 20000 Kilowattstunden liegen die Heizkosten bei Strom bei 4400 Euro statt 5400 Euro.

Zusätzlich teilt sich Heizstrom oft in Hoch- (HT) und Niedertarifzeiten (NT) auf (Bezeichnung bei verschiedenen Anbietern unterschiedlich. Gelegentlich liest man auch von Tagstrom / Nachtstrom oder anderen Bezeichnungen). NT-Tarife beziehen sich meist auf den nächtlichen Zeitraum zwischen 22 - 06 Uhr und sind nochmal um einige Cent günstiger als der Standard-Heizstrom. Für eine genaue Berechnung der Heizkosten mit Strom muss man dann zusätzlich die zeitliche Verteilung in Betracht ziehen, nämlich zu welchen Zeiten geheizt wird. Ältere Nachtspeicheröfen arbeiten namensgemäß eher zu niedertariflichen Zeiten, während man mit Flächenspeicherheizungen oder Direktheizungen eher ganztägig arbeitet und eher im HT-Bereich landet. Dafür sind diese Heizungen aber wiederum besser regelbar und effizienter.

Heizkosten für Strom bei der Einzelraumbeheizung

Ein Gebäude komplett elektrisch zu beheizen ist also in der Anschaffung vielleicht sehr preiswert - mehr dazu finden Sie in unserem Artikel über die Preise von Elektroheizungen - aber im Unterhalt eine sehr kostspielige Angelegenheit. Wirft man einen Blick auf die Entwicklung, ist außerdem abzusehen, dass die Heizkosten für Strom höchstwahrscheinlich noch weiter ansteigen werden.

Oft greift man auf Elektroheizungen aber eher als Zusatzheizung zurück, zum Beispiel im Badezimmer oder in Räumen, die nicht an die Heizung angeschlossen sind und wo sich die nachträgliche Einbindung in den Heizkreislauf nicht rechnen würde. Auch, wenn die installierte Leistung der Warmwasserheizung nicht ausreicht, besorgt man sich gerne einen zusätzlichen elektrischen Heizkörper für besonders kalte Tage.

Wie hoch die Heizkosten für Strom in diesem Falle ausfallen, können Sie wie weiter oben beschrieben kalkulieren. Wenn Sie einen 500 Watt Heizkörper haben, verbraucht er bei voller Leistung eine halbe Kilowattstunde pro Stunde (ein 1000 Watt Heizkörper verbraucht dementsprechend 1 kWh / Stunde und ein 2000 Watt Heizkörper 2 kWh / Stunde bei voller Leistung).

Überlegen Sie sich, wie viele Stunden der Heizkörper im Jahr wohl laufen wird (eine ganzjährige Vollbenutzung entspricht ungefähr 2100 Stunden im Jahr, dies ist bei einer Zusatzheizung z.B. aber eher unwahrscheinlich) und multiplizieren Sie die geleisteten Kilowattstunden mit dem Strompreis. Bei 1000 Arbeitsstunden wären dies also 500 Kilowattstunden, also 500 kWh * 0,27 = 135 Euro für einen Heizkörper mit 500 Watt, der an 1000 Stunden im Jahr voll durchläuft.

Praxiserfahrungen und Berechnungshilfen zu den Heizkosten mit Strom

Heizkosten StromIn unserem Forum haben mehrere Mitglieder seit mehreren Jahren ihre Verbrauchsdaten und Erfahrungen zu Heizkosten von Strom gesammelt und zusammen mit relevanten Gebäudedaten und Hinweisen zu Heizverhalten und Technik zur Verfügung gestellt. Dort erhalten Sie einen guten Überblick über die tatsächlichen Strom Heizkosten. Hier gelangen Sie zum Thema Erfahrungen mit Elektroheizungen. Dort finden Sie auch einen interessanten Beitrag eines unserer Forumsmitglieder zum Thema "Spar- und Sanierungstipps für Elektroheizer".

ElektroheizungsrechnerEinige weitere Daten erhalten Sie auch über unseren Heizungsratgeber, der auf Grundlage der aktuellen Energiepreise und der technischen Daten im Hintergrund zu guten Näherungswerten kommt. Alternativ hilft auch der kleine Elektroheizungsrechner weiter, der hauptsächlich auf den Austausch von Elektroheizungen ausgelegt ist. Bei Bedarf können Sie über diese Werkzeuge auch direkt und kostenfrei Kontakt mit erfahrenen Fachbetrieben aus Ihrer Region aufnehmen und Sanierungsvorschläge entgegennehmen. (Bildquelle: © Maksym Yemelyanov - Fotolia.com)

Fachbetriebe für Elektroheizungen und Heiztechnik helfen Ihnen gerne weiter, wenn es um die Heizkosten für Strom, den Austausch alter Elektroheizungen oder den Umstieg auf ein anderes Heizsystem geht.

Dieser Artikel wurde erstellt von: Oliver Wulf, Redakteur www.Heizungsfinder.de