Zentrale Warmwasserbereitung - Vorteile und Nachteile

7. Oktober 2020
Eine zentrale Warmwasserbereitung ist Teil der Heizungsanlage eines Hauses. Das gesamte Trinkwasser wird an einem Ort erwärmt bzw. vorgehalten - in der Regel in einem Warmwasserspeicher im Keller. Zentrale Warmwasserbereitung ist dann wirtschaftlich, wenn das ganze Jahr über konstant Warmwasser verbraucht wird.
Dieser Artikel wurde erstellt von:
Thorben Frahm, Redakteur www.Heizungsfinder.de
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Zentrale Warmwasserbereitung - Einsatz und Wirtschaftlichkeit

Zentrale Warmwasserbereitung© lagom - Fotolia.com

Eine zentrale Warmwasserbereitung unterscheidet sich von einer dezentralen Warmwasserbereitung dadurch, dass neben Kaltwasserleitungen ein zweites Rohrleitungssystem im Haus verläuft, das warmes Trinkwasser führt.

Das Trinkwasser wird nicht über Strom im jeweiligen Raum separat erwärmt, sondern zentral im Keller. Es gibt zwei Systeme: Warmwasserspeicher halten das Trinkwasser vor; Durchlauferhitzer erwärmen das Trinkwasser im Moment des Verbrauchs ohne es vorzuhalten.

Vorteile der zentralen Warmwasserbereitung

Vorteil einer zentralen Warmwasserbereitung ist, dass diese nicht ausschließlich an Strom gebunden ist wie bei einer dezentralen Warmwasserbereitung. Je nach Heizsystem ist der Betreiber frei in der Wahl des Brennstoffs. Auch wenn sich ein Hausbesitzer für eine neue Heizungsanlage und einen neuen Energieträger (Gasheizung zu Pelletheizung) entscheidet, kann die vorhandene zentrale Warmwasserbereitung hieran angeschlossen werden.

Die Betriebskosten je Liter Warmwasser sind bei einer zentralen Warmwasserbereitung niedriger als bei einer dezentralen Versorgung, da die Energie auch zur Erwärmung des Heizkreislaufes genutzt wird. Zudem sind die Wärmeverluste in einem großen Warmwasserspeicher - etwa im Gegensatz zu einem kleinen dezentralen Boiler - geringer.

Weiterer Vorteil der zentralen Warmwasserbereitung ist es, dass die Technik mit regenerativen Wärmequellen wie z.B. einer Solaranlage zur Warmwasserbereitung kombiniert werden kann, um die Betriebskosten weiter zu senken.

Nachteile der zentralen Warmwassererzeugung

Eine zentrale Warmwasserversorgung nachträglich zu installieren (Sanierung älterer Wohngebäude mit Kaltwasserleitungen) ist mit einem erhöhten Arbeits- und Kostenaufwand verbunden. Denn es muss ein zweites Rohrleitungssystem für das Warmwasser in das Gebäude eingezogen werden, was bei Neubauten in der Regel vorhanden ist.

Der Wasserverbrauch ist bei einer zentralen Warmwassererzeugung höher, da erst eine gewisse Menge kälteres Wasser durch die Leitung läuft, bis die gewünschte Wassertemperatur an der Verbrauchsstelle ankommt. Ebenso müssen die Rohleitungen sehr gut isoliert werden, um weitere Wärmeverluste zu vermeiden.

Die höheren Kosten im Vergleich zu einer dezentralen Warmwasserversorgung resultieren auch aus zusätzlichen Investitions- und Betriebskosten für die Zirkulationspumpe und Instandhaltung der Anlage. Die niedrigeren Betriebskosten machen die zentrale Warmwasserbereitung jedoch langfrisitg wirtschaftlicher, wenn der Warmwasserverbrauch konstant ist.

Fachbetriebe für Heizsysteme beraten gern über die Wirtschaftlichkeit einer zentrale Warmwasserbereitung und die Möglichkeit, diese nachträglich zu installieren.

Erfahrungen & Fragen zum Thema Zentrale Warmwasserbereitung

Altbau von 1910 mit 420qm Wohnfläche mit neuer Gasheizung: Wie viel kW, wie groß sollte der Puffer ausfallen?

Wir haben ein Altbauhaus (Bj 1910) mit ca. 420qm Wohnfläche auf drei Etagen plus Keller erworben. Die Deckenhöhen betragen durchgehend über 3 Meter. Dort sind wir Anfang des Jahres mit zwei Familien (je zwei Erwachsene und zwei kleine Kinder) eingezogen. Zur Zeit verfügt das Haus über eine alte Gasheizung (Brenner von 1980, 55kW) zur Beheizung der Räume und über Elektrodurchlauferhitzer zur Bereitung des Warmwassers. Wir planen nun den (gesetzlich ja auch erforderlichen) Austausch der Heizung und wollen dann auf jeden Fall auch die Wamwasserversorgung zentral über die neue Heizung gestalten. Wir fragen uns zum einen, welche Leistung die neue Heizung haben sollte. Ich tendiere zu 50kw. Wenn ich es richtig verstanden habe nutzen moderne Gas-Brennwertthermen ja nicht immer die volle Leistung, wenn diese nicht benötigt wird. Über die nächsten Jahre werden wir nach und nach die alten einfachverglasten Scheiben durch neue ersetzen, und das Dach neu decken lassen. Zudem fragen wie uns, wie viele Liter der Wasserspeicher haben sollte. Wir legen großen Wert auf Komfort. Es soll auf jeden Fall möglich sein, dass im Haus 2 oder 3 Personen gleichzeitig (mit ordentlichem Druck) duschen oder baden. Zudem soll es auch möglich sein eine Stunde am Stück zu duschen ohne dass das Wasser kalt wird. Reichen dafür 400 Liter oder brauchen wir dann einen deutlich größeren Tank? Nach kurzer Internetrecherche hatte ich z.B. von Buderus den Brennwertkessel GB 212 mit 50KW und den Speicher SU 400 gefunden, die ins (recht knappe) Budget passen würden. Passt das ungefähr zu unseren Bedürfnissen? Könnten wir in einem ersten Schritt den Warmwasserbehälter an die alte Heizung (von Viessmann) anschließen um von den teuren Elektrodurchlauferhitzern weg zu kommen und dann im nächsten Jahr den Kessel austauschen? Budget für andere Systeme (Pellets, PV-Anlagen etc) haben wir leider nicht.
Antwort von AWK-Alternative Wärmekonzepte

Sie sollten sich mit einem Fachunternehmen in Verbindung setzen. Sich die Preise der einzelnen Komponenten für Ihr großes Objekt aus dem Internet zu holen ist ein Fehler. Eine Heizungsmodernisierung besteht nicht nur aus Kessel und Speicher. Denn alle zusätzlichen Komponenten wie zb. eine feste Fülleinrichtung, Schlammabscheider, Enthärtung nach VDI2035 oder eine hydraulische Weiche,Zuleitungen zu den bestehenden Durchlauferhitzern und die gesamte Demontage mit Entsorgung sowie die fachgerechte Montage und ein hydraulischer Abgleich der Anlage mit 5 Jahren Gewährleistung werden von Ihnen nicht berücksichtigt und möglicherweise unterschätzt.
Gerne stehe ich Ihnen als Fachunternehmen mit Rat und Tat zur Seite.

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