Das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz

22. April 2021
Das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) ist eines der Gesetze, auf die Sie beim Neubau ein Auge werfen sollten. Es sieht vor, dass man bei der Beheizung seiner Immobilie zu einem bestimmten Anteil auf erneuerbare Energien zurückgreifen muss. In Baden-Württemberg ist ergänzend das EWärmeG in Kraft. Hier gilt die Nutzungspflicht teilweise für bestehende Immobilien.
Dieser Artikel wurde von
Thorben Frahm für www.Heizungsfinder.de verfasst.
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HeizungenNeue HeizungEEWärmeG

Das EEWärmeG fordert Nutzung erneuerbarer Energien für die Heizung

< Hinweis: das EEWärmeG wird durch das neue Gebäudeenergiegesetz ersetzt >

Die Kombination von Gasbrennwertheizung und Solar
kann das EEWärmeG erfüllen Abb.: Max Weishaupt GmbH
Wenn Sie ein neues Haus mit einer Wohnfläche von mehr als 50 Quadratmetern bauen, greift seit dem 01. Januar 2009 laut EEWärmeG eine Nutzungspflicht für erneuerbare Energien. Wie hoch der Anteil an erneuerbaren Energien ausfällt, hängt davon ab, welches Heizsystem Sie nutzen. Als erneuerbare Energien gelten im Sinne des EEWärmeG:

  • solare Strahlungswärme (Solarthermieanlagen): 15% der Energie muss solar bereitgestellt werden.
  • Biomasse: 50% bei flüssiger oder fester Biomasse (Bioöl, Holzpellets, Scheitholz), 30% falls Biogas zum Einsatz kommt.
  • Geothermie / Umweltwärme: eine Wärmepumpe stellt 50% der Energie zur Verfügung.

Welche Systeme erfüllen das EEWärmeG?

Relativ einfach erfüllt man die Anforderungen mit einer komplett regenerativen Heizung wie einer Pelletheizung oder einer Wärmepumpe, die für Heizung und Warmwasser zuständig sind. Verwendet man eine teilweise fossil befeuerte Heizung wie eine Gasheizung, sind zusätzliche Arbeiten erforderlich.

Im Hausbau hat sich die Gasheizung mit Solarthermieunterstützung als tragfähige Option erwiesen und stellt mit knapp 50% Anteil den Großteil der verbauten Heiztechnik. Die Kombination verschiedener Wärmeerzeuger bezeichnet man oft als Hybrid-Heizung. Konsultieren Sie aber unbedingt Ihren Heizungsbauer oder Energieberater im Vorfeld, denn in allen Fällen sind Berechnungen auf Grundlage der Energieeinsparverordnung (EnEV) vonnöten und es sind Nachweise zur Erfüllung des EEWärmeG zu führen.

Alternativen zur und Ausnahmen von der Nutzungspflicht:

  • Alternativen: Ist eine Nutzung erneuerbarer Energien nicht im geforderten Umfang möglich, kann dem EEWärmeG durch Ersatzmaßnahmen genüge getan werden. Dazu zählt beispielsweise die Nutzung von Abwärmeprozessen, die Verwendung von Wärme aus Kraft-Wärme-Kopplung (KWK), der Anschluss an Wärmenetze oder (wahrscheinlich für den Großteil der Hausbauer am ehesten interessant) eine im Vergleich zu den Vorgaben der Energieeinsparverordnung (EnEV) um 15% verbesserte Energieeffizienz. Das ist zum Beispiel durch bessere Dämmung der Immobilie machbar.
  • Ausnahmen: Der Gesetzgeber sieht in §9 des EEWärmeG allerdings Ausnahmen vor: sollte keine dieser Maßnahmen "technisch machbar" sein, denkmalschutzrechtlich problematisch sein oder "zu unbilliger Härte" führen, kann von der Nutzungspflicht des EEWärmeG abgesehen werden. Hierzu ist ein Antrag an die zuständige untere Baubehörde zu richten (für öffentliche Gebäude oder Gemeinden gibt es zusätzliche Regelungen - hier finden Sie den Volltext des EEWärmeG zum Nachschlagen).

Das EWärmeG regelt Bestandssanierungen in Baden-Württemberg

In Baden-Württemberg finden wir zusätzlich zum EEWärmeG das Erneuerbare-Wärme-Gesetz (EWärmeG) vor. Dieses greift, wenn Sie im Bestandsbau eine neue Heizung einbauen wollen. Sei es, weil die Heizung den Betrieb eingestellt, weil Sie zu ineffizient und teuer geworden ist oder ob Sie der Austauschpflicht für Kessel älter als 1985 nach EnEV 2014 unterliegen. Wie in obigen Neubauten ist ein Zehntel der Energie erneuerbar zu gewinnen.

Ist bereits vor dem 1. Januar 2008 eine Heizung in Betrieb gewesen, die erneuerbare Energien nutzt, ist diese Nutzungspflicht gegenstandslos. Auch der Anteil der erneuerbaren Energie ist dann nicht relevant.

Gibt es Förderungen für Maßnahmen nach dem Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz?

Nicht direkt mit Bezug auf das EEWärmeG, aber es gibt verschiedene Fördertöpfe. Im Neubau vergibt die KfW-Bankengruppe Darlehen mit niedrigen Zinsen inklusive Tilgungszuschüssen bei Erfüllung bestimmter Konditionen. Die KfW ist auch bei der Bestandssanierung aktiv.

Im Bestand können Sie auf Zuschüsse des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) zugreifen. Dort gibt es bei Vorliegen der entsprechenden Nachweise Zuschüsse im vierstelligen Bereich für die:

  • Installation einer Pelletheizung oder anderen Holzheizungen
  • Installation einer Wärmepumpe
  • Aufrüstung einer alten Gasheizung zum Brennwertkessel mit Solarthermieunterstützung (der Kesseltauschbonus)
  • Installation von wasserführenden Kaminöfen mit Scheitholz oder Pellets.

Fachbetriebe für Heizungen beraten Sie zum passenden Heizsystem und erstellen Ihnen gerne Angebote für den Heizungstausch.

Weiterlesen zum Thema "Heizungsberatung"

Erfahrungen & Fragen zum Thema EEWärmeG

Neubau & EEWärmeG: Gasheizung und Solarthermie mit Heizungsunterstützung oder nur für Warmwasser

Ich plane, nächste Jahr mit meinem Neubau zu beginnen. Ich habe mich für eine Gasheizung entschieden. Nun meine Frage, muss ich laut Gesetz (EEWärmeG) eine Gasheizung mit Solarthermie + Heizungsunterstützung nehmen oder reicht es wenn ich eine Gasheizung mit Solarthermie für nur Warmwasser nehme?
Antwort von Buderus Deutschland

Laut EEWärmeG muss bei Neubauten ein bestimmter Mindestanteil des gesamten Wärmebedarfs mit erneuerbaren Energien erzeugt werden.(bei Solar sind es derzeit mindestens 15 Prozent)
Entscheidend ist der Jahresenergiebedarf des neuen Wohngebäudes (rechnerischer Nachweis durch EnEV2016 erforderlich). Hier sollten Sie sich an einen Energieberater oder Fachplaner wenden. Aus der Berechnung ist ersichtlich, wie hoch der Anteil ist und wie die Dimensionierung ausfällt.In vielen Fällen wird Solarthermie zur Warmwasser und Heizungsunterstützung eingebaut.

EEWärmeG an Erweiterungsbau mit Solarthermiekollektoren oder PV-Heizstab erfüllen

Ich plane an einer Gewerbehalle einen Erweiterungsbau als Wohnfläche. Neubau sozusagen. Auf der Halle befindet sich schon eine PV-Anlage. Kann ich anstelle der errechneten 10 m² Aperturfläche Solarkollektoren auch einen Teil der 15% EEWärmeG über den Einsatz eines PV-Heizstabes abgelten? Wenn ja, in welcher Höhe ist dies Anrechenbar? Hintergrund ist, dass die bislang eingeplante Heizungsanlage mit Pufferspeicher maximal 6-7 m² Solarkollektorfläche verträgt.
Antwort von Solarstars GmbH

Soweit die PV-Anlage zur Heizungs / Brauchwasserunterstützung verwendet wird, kann diese auch mit angerechnet werden. Die Berechnung sollte durch einen Energieberater erfolgen: https://www.energieexperte.bayern/experten/michael-ploner/ .

Viele Fragen zur Planung eines neuen Einfamilienhauses

Bzgl. eines zu planenden EFH-Neubaus, vzw. vollmassiv, ca. 150 m², GBW, Kaminofen & Holzherd („Einzelfeuerungsstätten“), evtl. mit Kalt-Keller (nicht in ENEV-Hülle), ergeben sich folgende Fragen: 1) Inwieweit ist GBW ohne ST/PV & elektrisch basierte Energiegewinnungseinrichtungen wie WP (sinnvoll) machbar mittels „Ersatzmaßnahmen“ iSv. -15% QP+Ht gemäß §§5(1),7,8 EEWärmeG (Anlage VII(1))? 2) Kann man dies billiger oder gleich teuer wie mit ST (WW/HU) hinbekommen? Mehrkosten? 3) Auch mit einer 36,5 cm- oder ggf. 42-cm-Außenwand (monolithisch), vzw. (nicht zu leichte) Liaplan- oder Hochlochton-Ziegel? 4) Inwieweit kann hier eine „handbeschickte Einzelfeuerungsstätte“ (Kaminofen und/oder Kücheherd) bzgl. des 15%-Regenerativ-Energie-Beitrages helfen (10-%-der-Heizarbeit)? Rest=5%? 5) Gilt (insb. bzgl. Frage 1) heute immer noch die 10%-Anrechnungs-Entscheidung „Auslegung XIX-6 zu Anlage 1 Nr. 2.1 EnEV 2013 (Berechnung des Jahres-Primärenergiebedarfs in Wohngebäuden im Falle zusätzlich zur Zentralheizung vorhandener Einzelfeuerstätten)“? Insb. bzgl. der 10%-Reduzierung des Primärenergiebedarfs und des Einsatzes eines Holz-Kaminofens? 6) Sind solche Lösungen auf Basis solcher „Ersatzmaßnahmen“ langfristig gesehen nicht ökonomischer oder ökologischer als auf Basis kurzlebiger und Reparatur-anfälliger PV-/ST-Produkte? Hilfreich ist der Hinweis auf die Mischwert-Möglichkeit (Hinweis Architekturbüro Reitberger), d.h. zwischen den 15%-Extremen: a) 100 % regenerative Energie (b) b) 100% „Ersatzmaßnahmen“.
Antwort von Planungsbüro ENTECH - Energieberatung

1)Die Ersatzmaßnahme gemäß EEWärmeG ist nur mit GBW i.d.R. nicht zu schaffen
2)Frage 2 nicht klar: Was genau ist billiger oder gleich als was?
3)kann EnEV-erfüllend sein, auch Ersatzmaßnahme gemäß EEWärmeG, hängt von den anderen Dämmwerten/Fenstern/WB-Zuschlagsfaktor ab
4)/5) ohne aktuell nachgelesen zu haben: ja das geht,aber nur wenn diese an das Heizungsystem angeschlossen ist (Heizpufferspeicher i.d.R. erforderlich)
6) ja mgöicherweise, aber m.E. differenzierter zu sehen: ST sehe ich in der Tat kritisch, PV ist "Ölkännchenfrei" = relativ sorgen. und wartungsfrei
WICHTIG: man kann das wirklich nur fallbezogen beantworten, in dem man bilanziert. Ihne konkret Berechnung ist das kaum zu beantworten, allenfalls Richtungen. Schließlich verbleibt vieles offen: Fensterqualtität?, Dachdämmung und ganz wichtig: detaillierte WB-Berechnung?

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