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Heizungsmodernisierung

Millionen Heizungen in Deutschland sind veraltet und verschwenden Energie. Doch ob es um einen veralteten Kessel geht oder ob man sein Heizsystem auf preiswertere und ökologischere Alternativen umstellen möchte: die Wahl zwischen den unterschiedlichen Heiztechniken bei einer anstehenden Heizungsmodernisierung fällt nicht immer leicht. Hier finden Sie Hilfen und erste Anhaltspunkte, wie Sie sinnvoll ihre Heizung modernisieren.
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Heizungsmodernisierung: Maßnahmen & Kosten im Überblick

In deutschen Heizungskellern gibt es noch immer viel zu tun. 2016 lag die Quote der Heizungen, die mehr Energie verbrauchen als sie eigentlich müssten, bei rund 63 Prozent. Das heißt, gut zwei von drei Heizungen in Deutschland - und das sind immerhin noch 13 Millionen - verursachen zu hohe Heizkosten! Zu dieser Einschätzung kommt der Bundesverband der Deutschen Heizungsindustrie.

Datenquelle: Erhebung des Schornsteinfegerhandwerks für 2016, BDH Schätzung | www.bdh-koeln.de

Das heißt, mit einer Wahrscheinlichkeit von 63 Prozent ist auch Ihre Heizung nicht auf dem neuesten Stand und verbraucht zu viel Energie! Was kann man hier tun? Die verschiedenen Möglichkeiten für eine Heizungsmodernisierung finden Sie nachfolgend kurz und knapp zusammengefasst.

Prinzipiell können Sie:

  • beim bisherigen Brennstoff bleiben, den alten Kessel beibehalten und die Anlage insgesamt optimal einstellen
  • beim bisherigen Brennstoff bleiben und den alten Heizkessel erneuern
  • beim bisherigen Brennstoff bleiben und den vorhandenen / neuen Heizkessel mit einer Solarthermie-Anlage kombinieren
  • den bisherigen Brennstoff wechseln und auf einen anderen Energieträger umstellen


1.) Die alte Heizung behalten und optimieren

Es muss nicht gleich ein Kesseltausch sein, wenn man die Heizung modernisieren möchte. Unter Umständen ist der alte Kessel noch voll funktionsfähig und erfüllt noch alle gesetzlichen Vorgaben. Das heißt aber nicht, dass man hier nicht noch Heizkosten mit einer Heizungsmodernisierung sparen könnte!

Neue Pumpen und gut gedämmte Rohre helfen Heiz- und Betriebskosten einzusparen.Neue Pumpen und gut gedämmte Rohre helfen Heiz- und Betriebskosten einzusparen. | Bildquelle: © Intelligent heizen

Es gibt eine Vielzahl an vergleichweise preiswerten und unkomplizierten Möglichkeiten, mit denen Sie ihre Heizkosten merklich senken. Hierzu zählen beispielsweise ein hydraulischer Abgleich, ein Wechsel der Thermostate oder Pumpen oder auch eine bessere Dämmung von Speicher, Verrohrung und Heizkessel.


2.) Auf Brennwerttechnik umstellen

Wenn Sie eine Öl- oder Gasheizung besitzen und bei diesem Brennstoff bleiben möchten sollten Sie prüfen, welche Art Kessel Sie besitzen. Sehr alte Heizkessel könnten durchaus noch Konstanttemperaturkessel sein, die nach heutigem Standard sehr ineffizient sind. Hier empfiehlt sich eine Heizungsmodernisierung sehr! Aber auch die sparsameren Niedertemperaturkessel, die seit den achtziger Jahren verstärkt Absatz fanden, wurden inzwischen durch Brennwerttechnik überholt.

Energieausnutzung von Brennwertgeräten, Niedertemperaturgeräten und Standardtemperaturkesseln im Vergleich

Wenn Sie Ihre Gas- oder Ölheizung modernisieren, sollten Sie Brennwerttechnik immer den Vorzug geben! Seit 2016 finden Sie zusätzlich ein Energielabel auf Ihrem Heizkessel. Über die darauf zu findende Effizienzeinschätzung können Sie schnell ermitteln, ob sich eine Heizungsmodernisierung bezahlt macht oder nicht.


3.) Die Heizung modernisieren mit einer Solaranlage

Diese Option bietet sich unabhängig davon an, ob Sie Ihren alten Heizkessel behalten oder einen neuen anschaffen: die Nachrüstung einer Heizung mit Solarthermie. Eine Solarthermie-Anlage unterstützt tatkräftig die Warmwasserbereitung (bis zu 60% Einsparung) oder auch die Raumheizung (bis zu 30% Einsparung). Die meisten Heizungsanlagen, die Wasser als Wärmeträger benutzen, können von einer solchen Anlage profitieren.


4.) Heizungsmodernisierung mit einem Wechsel des Systems

Unter Umständen möchten Sie auf ein anderes System umsteigen?! Im Falle einer Öl- oder Gasheizung, sowie insbesondere bei alten Nachtspeichern bieten sich mehrere Heiztechniken an: eine Pelletheizung (allg. "Holzheizung"), eine Wärmepumpe oder ein Blockheizkraftwerk (BHKW bzw. Mini-KWK), wenn Sie einen hohen und konstanten Wärmebedarf haben.

Wie wahrscheinlich es ist, im Rahmen der Heizungsmodernisierung komplett den Energieträger zu wechseln, hat zuletzt die Hauswärme-Studie von Shell und BDH untersucht. So wird in über 90 Prozent der Fälle in Ein- und Zweifamileinhäusern eine alte Gasheizung im Rahmen einer Heizungsmodernisierung durch eine neue Gasheizung mit Brennwerttechnik ersetzt. Holzheizungen und Wärmepumpen bieten sich als alternative Energieträger an. Will man eine mit Öl betriebene Heizung modernisieren, so entscheiden sich in etwas mehr als 80 Prozent der Fälle Hausbesitzer für eine Öl-Brennwertheizung. Gasheizungen, Holzheizungen und Wärmepumpen sind hier die Alternative.

Wechselraten beim Austausch von Heizgeräten ab 2016Entnommen aus Shell BDH Hauswärme-Studie: "Klimaschutz im Wohnungssektor - wie heizen wir morgen? Fakten, Trends
und Perspektiven für Heiztechniken bis 2030"

Welche Heizung ist die Richtige?

Wenn Sie über einen Systemwechsel nachdenken, dann nutzen Sie gern unseren Heizungsrechner. Er liefert Ihnen eine Einschätzung, welche Heizung zu Ihrer Immobilie am besten passt und stellt die verschiedenen Varianten mit einer Preiseinschätzung gegenüber.

Was kostet eine Heizungsmodernisierung?

Die Kosten einer Heizungsmodernisierung sind abhängig vom gewählten Heizungssystem und dem notwendigen Umfang der Modernisierung.

Heizung Kosten für Einfamilienhaus
Gasheizung ca. 5.000 Euro (Details zu Gasheizung Kosten)
Ölheizung ca. 7.000 Euro (Details zu Ölheizung Kosten)
Pelletheizung ca. 16.000 Euro (Details zu Pelletheizung Kosten)
Solarthermie ca. 8.000 Euro (Details zu Solarthermie Kosten)
Luft Wärmepumpe ca. 13.000 Euro (Details zu Luftwärmepumpe Kosten)
Erdwärmepumpe ca. 20.000 Euro (Details zu Erdwärmepumpe Kosten)

Wie wird die Heizungsmodernisierung gefördert?

Wenn Sie eine Heizungsmodernisierung planen, bleiben Sie nicht alleine auf den Kosten sitzen. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) vergibt für umweltfreundliche Heizsysteme Zuschüsse, die nicht zurückgezahlt werden müssen. Zudem gibt es auch Förderungen wie den Kesseltauschbonus für Gasheizungen oder Förderungen und zinsgünstige Kredite von der KfW.

Wann ist der beste Zeitpunkt für die Heizungsmodernisierung?

Sofern die alte Heizung noch funktionstüchtig ist, gilt der Sommer als beste Zeit für eine Heizungsmodernisierung. Vor der Heizperiode wird die Heizung im Haus alleine für die Warmwasserbereitung genutzt und eventuell unangenehme Folgen des Heizungstausches und der zeitweise mögliche Ausfall der Heizungsanlage werden vermieden.

Es lohnt sich ein Blick auf das Alter der Heizungen, um die Modernisierung zu planen: wenn die Heizung schon über 20 Jahre alt ist, dann sind die Energieeinsparpotentiale sehr hoch. Zudem schreibt der Gesetzgeber vor, dass Heizungen, die älter sind als 30 Jahre, nicht mehr betrieben werden dürfen. Hier kann man durch Voraussicht den Zeitpunkt der Modernisierung selbst bestimmen und Angebote sorgfältig vergleichen, da ein schneller Austausch nicht notwendig ist.

Bei allen weiteren Fragen zur Heizungsmodernisierung steht Ihnen auch das Fachhandwerk mit Rat und Tat zur Seite. Über unsere Fachbetriebssuche können Sie kostenfrei und unverbindlich Heizungsbauer aus Ihrer Region für eine Beratung kontaktieren.

Dieser Artikel wurde erstellt von: Thorben Frahm, Redakteur www.Heizungsfinder.de