Brennstoffzellenheizung: Förderung & Zuschüsse

10. August 2022
Eine Brennstoffzelle liefert Ihnen nicht nur Wärme für Ihre Immobilie, sie generiert zusätzlich Strom. Noch ist die Brennstoffzellenheizung nicht breit auf dem Markt vertreten, sodass die Preise vergleichbar mit denen von Pelletheizung und Wärmepumpe relativ hoch ausfallen. Durch Zuschüsse und Fördermöglichkeiten senken Sie Anschaffungspreise und laufende Kosten. Alles zur Brennstoffzellenheizung, Förderung und Einsparmöglichkeiten erfahren Sie im folgenden Artikel.
Georgina Motzke
Dieser Artikel wurde von
Georgina Motzke für www.Heizungsfinder.de verfasst.
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SchnelleinstiegFörderung für Brennstoffzellen

Inhalt:

Die Brennstoffzellenheizung zusammengefasst
KfW-Förderung für Brennstoffzellen
Brennstoffzellenfinanzierung: KfW-Kredite
KWK-Zuschlag vom BAFA (nach Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz)
Steuerrückerstattung & staatliche Förderung von Brennstoffzellen

Eingestellt: BAFA Zuschuss für Brennstoffzelle

Das Wichtigste im Überblick

Eine lohnende Förderung für Ihre Brennstoffzellenheizung bietet die KfW. Das KfW-Programm 433 setzt sich aus einem Festbetrag von 6.800 Euro und einem leistungsabhängigen Betrag zusammen. 550 Euro je angefangenen 100 Watt elektrischer Leistung addieren sich zum Festbetrag hinzu. Brennstoffzellenheizungen mit elektrischen Leistungen von 0,25 bis zu fünf Kilowatt sind förderfähig.

Gut zu wissen: Vergütungen wie der KWK-Zuschlag des BAFA sowie steuerliche Förderungen fallen in Summe meist niedriger aus und lassen sich nicht mit der KfW-Förderung kombinieren!

Die Brennstoffzellenheizung zusammengefasst

Brennstoffzellen erzeugen mittels elektrochemischer Reaktion Wärme und Strom in Ihrem Haus. Dieser Prozess, bei dem sich Wasserstoff mittels zweier Elektroden in positive und negative Teilchen spaltet, nennt sich „kalte Verbrennung“. Bei herkömmlichen Heizsystemen, die beispielsweise Öl oder Gas als Energieträger nutzen, findet eine Verbrennung statt. In der Brennstoffzellenheizung hingegen nicht. Der Wasserstoff wandelt sich bei dem chemischen Prozess unter Zugabe von Sauerstoff lediglich um.

Bei der sogenannten Redoxreaktion entsteht aus Wasserstoff und Sauerstoff Wasser. Während der Reaktion gibt das Wasserstoffatom Elektronen ab. Als Abfallprodukt des Prozesses nutzen Sie diese als elektrischen Strom. Während des Umwandlungsprozesses entsteht Wärmeenergie, die Sie zum Heizen nutzen.

2 H2 → 4 H+ + 4 e- (Oxidation / Elektronenabgabe)
O2 + 4 H+ + 4 e- → 2 H2O (Reduktion / Elektronenaufnahme)
2 H2 + O2 → 2 H2O (Redoxreaktion / Zellreaktion)

Anders als übrige Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen liegt die Attraktivität an diesem System darin, dass während eines Prozesses Wärme und Strom entstehen. Dies geschieht ohne zusätzlichen Motor, wie beispielsweise bei Blockheizkraftwerken (BHKW).

Durch eine Heizung mit Brennstoffzelle reduzieren Sie nicht nur Ihre Heizkosten, sondern machen sich zusätzlich unabhängig von steigenden Strompreisen. Bei verhältnismäßig hohen Kosten für Brennstoffzellenheizungen zwischen 25.000 und 35.000 Euro befindet sich diese Technologie derzeit in der Weiterentwicklung. Die Brennstoffzellenheizung bietet künftig zusätzlich die Chance, sich unabhängig von fossilen Brennstoffen und Importen zu machen. Zudem entstehen bei der "kalten Verbrennung" keinerlei schädlichen Abgase, was der Umwelt zugutekommt.

Um die Kosten zu senken, gibt es mehrere Möglichkeiten der staatlichen Förderung für Brennstoffzellenheizungen.

Brennstoffzellenheizung: Förderung und Zuschüsse; Odner, Geldscheine und Taschenrechner auf SchreibtischFür Brennstoffzellenheizungen bieten sich Ihnen unterschiedliche Fördermöglichkeiten und Zuschüsse. | Foto © marcus_hofmann, Adobe Stock

KfW-Förderung für Brennstoffzellen

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) bietet einen Zuschuss zur Brennstoffzelle im Rahmen innovativer Energiegewinnung an. Bei dem Förderprogramm KfW 433 „Energieeffizient Bauen und Sanieren – Zuschuss Brennstoffzelle“ erhalten Sie bis zu 40 Prozent der förderfähigen Gesamtkosten Ihrer Brennstoffzellenheizung. Der maximale leistungsabhängige Zuschuss liegt bei insgesamt 34.300 Euro.

Konkret setzt sich der Betrag aus einem Festbetrag von 6.800 Euro und einem leistungsabhängigen Betrag zusammen. Je angefangener 100 Watt elektrischer Leistung addieren sich 550 Euro zum Festbetrag hinzu. Brennstoffzellenheizungen mit elektrischen Leistungen von 0,25 bis zu fünf Kilowatt sind förderfähig.

Zu den förderfähigen Kosten zählen: die Kosten für den Einbau, die vereinbarten Kosten für den zehnjährigen Wartungsvertrag sowie die Kosten für den Energieeffizienz-Experten.

Wichtig: Um die Förderung zu beantragen, benötigen Sie einen Energieeffizienz-Experten. Gleichfalls setzt das KfW-Programm einen Vollwartungsvertrag über zehn Jahre voraus.

KfW 433: Antragstellung der Förderung

Um die Förderung zu beantragen, beauftragen Sie im ersten Schritt einen qualifizierten Energieeffizienz-Experten. Als Eigentümer eines Ein- oder Zweifamilienhauses stellen Sie anschließend den Antrag über das KfW-Zuschussportal. Beachten Sie: Die Antragstellung muss zwingend vor Baubeginn stattfinden! Nach Erhalt der Zusage für die Förderung weisen Sie Ihre Identität nach und starten anschließend Ihr Bauvorhaben. Nach Abschluss der Maßnahme erstellt Ihr Energieeffizienz-Experte eine Bestätigung, sodass Sie nach erfolgreicher Identifizierung und Einreichung der Bestätigung über das Zuschussportal den Investitionszuschuss erhalten.

Wichtig zu wissen:

Erhalten Sie einen Brennstoffzellenzuschuss über das KfW-Programm 433, haben Sie keinen Anspruch auf Förderung nach Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG), der KWK-Ausschreibungsverordnung (KWKAusV) sowie dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Gleichfalls ist eine steuerliche Förderung nicht mehr möglich!

Beispielrechnung: Kosten & Förderung für Brennstoffzellenheizungen

Welche Kosten Sie durch die Förderung sparen, kalkulieren Sie im Vorfeld mit einem Zuschuss-Rechner auf der Homepage der KfW. Diese Kalkulation gibt Ihnen einen groben Richtwert, wie hoch Ihr Zuschuss etwa ausfällt.

So erhalten Sie bei der Anschaffung einer Brennstoffzellenheizung mit einer elektrischen Leistung von 0,75 Kilowatt und Gesamtkosten von etwa 30.000 Euro einen voraussichtlichen Zuschuss von 11.200 Euro. Besitzt Ihre Heizung eine elektrische Leistung von zwei Kilowatt und kostet in der Anschaffung rund 35.000 Euro, erhöht sich der Zuschuss auf voraussichtlich 14.000 Euro.

Elektrische Leistung

Anschaffungskosten

Voraussichtlicher Zuschuss

0,75 Kilowatt

30.000 Euro

11.200 Euro

2 Kilowatt

35.000 Euro

14.000 Euro

Die konkrete Fördersumme weicht je nach förderfähigen Kosten und der Leistung der Anlage ab.

Brennstoffzellenfinanzierung: KfW-Kredite

Entscheiden Sie sich für eine Finanzierung, haben Sie die Möglichkeit, über KfW-Kredite einen Zuschuss zur Kreditsumme zu erhalten. Hierbei handelt es sich nicht um eine Förderung im eigentlichen Sinne.

Folgender Kredit könnten für Sie infrage kommen:

  • KfW Wohngebäude-Kredit 261 – Kauf, Neubau oder Sanierung

Finanzierung mit KfW 261

Der Finanzierungskredit 261 der KfW fördert die Sanierung, den Neubau und den Kauf eines neuen sowie frisch sanierten Effizienzhauses.

Sie erhalten bis zu 150.000 Euro für den Kauf, Neubau oder die Sanierung zum Effizienzhaus. Bei der Optimierung Ihrer Heizung erhalten Sie beispielsweise einen Tilgungszuschuss von 15 Prozent der förderfähigen Kosten. Erfolgt die Maßnahme im Rahmen eines individuellen Sanierungsfahrplans (iSFP), erhalten Sie zusätzlich fünf Prozent.

BEG Änderungen

Wichtig: Ab dem 15. August 2022 gelten Änderungen für die Richtlinien der Bundsförderung für energieeffiziente Gebäude (BEG). Dazu zählt beispielsweise die Streichung der Kreditförderung von Einzelmaßnahmen.

Um den Kredit zu beantragen, benötigen Sie einen Energieeffizienz-Experten. 50 Prozent der Kosten dieser Baubegleitung übernimmt die KfW. Alternativ füllt das Fachunternehmen bei einer reinen Erneuerung oder Optimierung Ihrer Heizungsanlage die benötigten Bestätigungen für Sie aus. Darüber hinaus benötigen Sie einen Finanzierungspartner, beispielsweise Ihre Hausbank. Dieser beantragt den Kredit für Sie. Nach erfolgreichem Abschluss starten Sie mit dem Bauvorhaben und erhalten nach bestätigtem Abschluss der Arbeiten den Tilgungszuschuss.

Wichtig: Ihre Brennstoffzellenheizung müssen Sie zu 100 Prozent mit Biogas betreiben. Zudem haben Sie nicht das Recht auf eine Vergütung von eingespeistem Strom nach EEG und KWK-Zuschlag.

KWK-Zuschlag vom BAFA (nach Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz)

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) bietet eine Vergütung für den in Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen erzeugten Strom. Zu KWK-Anlagen zählen ebenfalls Brennstoffzellenheizungen.

Um die Vergütung nach Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz zu erhalten, muss es sich bei Ihrem System um eine hocheffiziente neue, modernisierte oder nachgerüstete Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlage handeln, die vom BAFA zugelassen ist.

Die konkrete Summe des Zuschlags setzt sich aus drei Bestandteilen zusammen:

  • KWK-Zuschlag aus dem Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz:
    Je nach elektrischer Leistung Ihrer Anlage erhalten Sie über einen definierten Zeitraum für jede produzierte Kilowattstunde Strom eine Vergütung vom Staat. Dabei ist es irrelevant, ob Sie diesen Strom selbst nutzen oder in das öffentliche Netz einspeisen.
  • Strompreis:
    Speisen Sie selbst generierten Strom aus Ihrer Heizungsanlage in das öffentliche Stromnetz ein, erhalten Sie eine Einspeisevergütung für Brennstoffzellenheizungen. Diese zahlt der zuständige Stromnetzbetreiber an Sie aus. Die konkrete Summe, die Sie je Kilowattstunde eingespeisten Strom erhalten, ist abhängig vom „üblichen Strompreis“.
  • Vermiedene Netzkosten:
    Über die Vergütung für eingespeisten Strom hinaus erhalten Sie eine Entlohnung für Strom, den Sie nicht vom öffentlichen Versorger beziehen. Durch Ihre Brennstoffzellenheizung erzeugen Sie Ihren eigenen Strom und entlasten dadurch das öffentliche Stromnetz. Für vermiedene Netzkosten erhalten Sie durchschnittlich 0,01 bis 1,5 Cent pro Kilowattstunde.

Wichtig: Seit 2021 erhalten Sie den KWK-Zuschlag nicht mehr, wenn Sie bereits die KfW-Förderung 433 in Anspruch genommen haben!

KWK-Zuschlag: Antragstellung beim BAFA

Um den Zuschlag zu erhalten, stellen Sie den Antrag zeitnah nach Inbetriebnahme Ihrer Brennstoffzellenheizung. Spätestens jedoch bis zum 31. Dezember des Jahres der Inbetriebnahme der Anlage.

Sie haben die Möglichkeit, ein elektronisches Anzeigeverfahren für KWK-Anlagen bis zu 50 Kilowatt zu stellen. Dies geschieht direkt über das Onlineangebot des BAFA. Alternativ steht Ihnen das Antragsverfahren in Papierform zur Verfügung. Die Formulare laden Sie direkt über die Homepage des BAFA herunter. Für die Bearbeitung des Verfahrens in Papierform erhebt das BAFA eine Bearbeitungsgebühr.

Steuerrückerstattung & staatliche Förderung von Brennstoffzellen

Alternativ besitzen Sie die Möglichkeit, über steuerliche Maßnahme einen Zuschuss zu Ihrer Brennstoffzellenheizung vom Staat zu erhalten. Hier bieten sich Ihnen zwei Optionen:

  • Die steuerliche Förderung nach § 35c EStG
  • Eine Steuerrückerstattung der Energiesteuer nach § 53a EnergieStG

Wichtig! Für beide Optionen gilt: Sowohl die steuerliche Rückerstattung als auch die steuerliche Förderung sind nicht mit anderen Förderungen kumulierbar. Gleichzeitig sind beide Möglichkeiten nicht miteinander kombinierbar. Sie müssen sich für eine der beiden Varianten entscheiden.

Steuerliche Förderung der Heizung mit Brennstoffzelle nach § 35c (EStG)

Ist Ihre Immobilie älter als zehn Jahre und Sie entscheiden sich im Rahmen energetischer Sanierungsmaßnahmen für eine Brennstoffzellenheizung? Dann haben Sie die Möglichkeit, eine Steuerermäßigung für energetische Maßnahmen bei zu eignen Wohnzwecken genutzten Gebäuden zu erhalten. Diese bezieht sich nicht explizit auf die Anschaffung einer Brennstoffzellenheizung, sondern gilt generell bei einer Erneuerung Ihrer Heizungsanlage.

Die maximale Steuerermäßigung liegt bei 40.000 Euro, verteilt auf drei Jahre. Zu den Voraussetzungen zählen: Die Maßnahmen müssen von einem qualifizierten Fachunternehmen ausgeführt werden, welches die Sanierungsmaßnahmen und die geforderten Voraussetzungen bescheinigt. Weiterhin müssen Sie die betreffende Immobilie zu eigenen Wohnzwecken nutzen.

§ 53a (EnergieStG) Steuerentlastung für die Stromerzeugung und die gekoppelte Erzeugung von Kraft und Wärme

Bei der Steuerentlastung für die gekoppelte Erzeugung von Kraft und Wärme erstattet Ihnen der Staat vollständig oder teilweise die Energiesteuer für Erdgas, das Sie zum Betrieb Ihrer Anlage bezogen haben. Voraussetzung dafür: Ihre Brennstoffzellenheizung muss ortsfest und hocheffizient sein. Gleichzeitig muss sie einen Monats- oder Jahresnutzungsgrad von mindestens 70 Prozent aufweisen.

Den entsprechenden Antrag stellen Sie beim zuständigen Hauptzollamt und erhalten die Steuer rückwirkend erstattet.

Eingestellt: BAFA Zuschuss für Brennstoffzelle

Bis zum 31. Dezember 2020 konnten Sie vom BAFA einen Zuschuss für Mini-KWK-Anlagen, zu denen ebenfalls die Brennstoffzellenheizung zählt, erhalten. Diese Fördermöglichkeit wurde eingestellt, sodass ein Kostenzuschuss auf diesem Wege seit Ende 2020 nicht mehr möglich ist!

Informieren Sie sich bereits während der Planung Ihrer Brennstoffzellenheizung über weitere Fördermöglichkeiten. Je nach Bundesland bieten sich mitunter zusätzliche Optionen, um Zuschüsse für Brennstoffzellen zu erhalten. Fachbetriebe unterstützen Sie in der Umsetzung und finden gemeinsam mit Ihnen die bestmögliche Lösung.