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Funktion und Aufbau der Brennstoffzelle in der Heiztechnik

Die Brennstoffzellenheizung wird von vielen Akteuren als "Heizung der Zukunft" beworben. Aus der Sicht des Endanwenders ist die Technologie durchaus attraktiv: mit den aktuellen Modellen erhält der Kunde Strom und Wärme direkt aus einem Gerät. Zumindest, so lange ein Erdgasanschluss verfügbar ist. Dann ist der Einbau eines Brennstoffzellen-BHKW nicht komplexer als der Einbau einer handelsüblichen Gasbrennwertheizung. Wie die Brennstoffzelle in der Heiztechnik funktioniert und sie aufgebaut ist.
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Wie eine Brennstoffzelle funktioniert

Die Brennstoffzelle ist eine tertiäre galvanische Zelle mit externer Brennstoffzuführung. Der Name lässt es naheliegend erscheinen, eine Brennstoffzelle ist jedoch keine Batterie: sie wandelt über kalte Verbrennung die chemische Energie in elektrische und thermische Energie um.

In diesem konkreten Beispiel behandeln wir die Wasserstoff-Brennstoffzelle. Für den Betrieb dieser Art von Brennstoffzelle ist im Prinzip hauptsächlich Wasserstoff und Sauerstoff notwendig. Treffen diese beiden Stoffe unkontrolliert aufeinander, reagieren die beiden Stoffe miteinander in der sogenannten Knallgasreaktion. Ein Gemisch aus Sauerstoff und Wasserstoff ist schon bei niedrigen Mengen explosiv.

Der spezifische Aufbau einer Brennstoffzelle sorgt dafür, dass die Reaktionspartner voneinander getrennt bleiben und die Reaktion kontrolliert abläuft. Die Reaktion von Wasserstoff und Sauerstoff wird einfach in mehrere Einzelschritte unterteilt. Die Knallgasreaktion unterbleibt und es wird gleichzeitig Strom zur Verfügung gestellt.

Beispielhafter Aufbau anhand einer PEMFC-Brennstoffzelle

By derivative work: Matt, Fuel_cell_PEMFC.svg:Nécropotame at fr.wikipedia (Fuel_cell_PEMFC.svg) [FAL], from Wikimedia Commons

Eine Brennstoffzelle benötigt für den sicheren Betrieb die beiden Elektroden Anode (negativer Pol) und Kathode (positiver Pol). Eine semipermeable Membran oder ein Elektrolyt trennt die beiden Elektroden voneinander. In diesem Fall kommt eine Protonenaustauschmembran (Proton-Exchange-Membrane, PEM) zum Einsatz, die diesem Brennstoffzellentyp ihren Namen verleiht.

An der Anode findet die Oxidation des Wasserstoffes statt. Ein Wasserstoffmolukül gibt zwei Elektronen ab und wird selbst zu zwei Wasserstoffionen - zwei positiv geladenen Protonen. Diese passieren die Membran und gelangen auf die gegenüberliegende Seite der Brennstoffzelle. Die bei der Oxidation des Wasserstoffes an der Anode freiwerdenden Elektronen fließen über einen Draht bzw. Verbraucher auf die andere Seite. Dies ist Strom, den man nutzen kann.

2 H2 ⟶ 4 H+ + 4 e- Oxidation / Elektronenabgabe

Kommen die Elektronen an der Kathode an, reduzieren sie den dortigen Sauerstoff und es entstehen negativ geladene Sauerstoffionen. Sie reagieren mit den eintreffenden Wasserstoffionen, die positiv geladen sind. Es entsteht Wasser (beziehungsweise Wasserdampf).

O2 + 4 H+ + 4 e- ⟶ 2 H2O Reduktion / Elektronenaufnahme

Die Gesamtreaktion: 2 H2 + O2 ⟶ 2 H2O Redoxreaktion / Zellreaktion

Brennstoffzellentypen und ihr Einsatz in Ein- und Mehrfamilienhäusern

So weit zur grundlegenden Funktion einer Brennstoffzelle. In unserem Artikel zur Brennstoffzellenheizung zeigen wir, wie die Brennstoffzellenheizung das Wirkungsprinzip der Brennstoffzelle zum Heizen und zur Stromerzeugung nutzbar macht und wieso diese Art zu Heizen in absehbarer Zukunft sehr interessant werden wird.

Es bestehen Unterschiede zwischen den gängigen Brennstoffzellen-Heizungen: Niedertemperatur-Brennstoffzellen (oder PEMFC - "Proton Exchange Membrane Fuel Cell") benötigen einen externen Reformator, um aus dem Erdgas das "Reformat" aufzubereiten, während Hochtemperatur-Brennstoffzellen (oder SOFC - "Solid Oxide Fuel Cell" / Festoxid-Brennstoffzelle) einen internen Reformer besitzen und nicht so hohe Bedingungen an die Gasreinheit stellen. Die externe Reformation des Erdgases ist energieaufwändiger, jedoch hat die PEMFC andere Vorteile. Die Details hierzu finden Sie in unserem Artikel zu den Brennstoffzellentypen. Dort gehen wir etwas mehr ins Detail und schauen uns die zwei gängigsten Varianten der Brennstoffzellen im Heizeinsatz für kleinere Immobilien einmal genauer an.


Dieser Artikel wurde erstellt von: Thorben Frahm, Redakteur www.Heizungsfinder.de