Brennstoffzellen: Hersteller im Überblick

Die Brennstoffzellenheizung erzeugt gleichzeitig Wärme sowie Strom. Das bietet ein großes Potenzial in Bezug auf den Umweltschutz und die Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen. Diese Form des Heizens und der Stromgenerierung ist hierzulande noch recht neu und der Markt ist stetig in Bewegung. Auf dieser Seite finden Sie fortlaufend aktualisiert die derzeitig verfügbaren Brennstoffzellenhersteller sowie die wichtigsten Kenndaten auf einen Blick.
Georgina Motzke
Artikel von
Georgina Motzke für www.heizungsfinder.de

Veröffentlicht am 15 März 2023

Brennstoffzelle Brennstoffzellenhersteller
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Inhalt:

Auf einen Blick: Aktuelle Brennstoffzellen im Vergleich

HerstellerBrennstoffzelleElektrische LeistungThermische LeistungWirkungsgradZusätzlicher KesselSpeicher
**Brötje** BSZ 24/700Polymerelektrolytmembran (PEMFC)0,705 kW1,0 kWbis zu 39 % bis zu 93 % gesamtIntegrierter Brennwertkessel enthaltenPufferspeicher enthalten
**HEXIS** LeonardoHochtemperatur-Brennstoffzelle (SOFC)1,505 kW modulierend2,1 kW modulierendbis zu 40 % elektrisch bis zu 95 % gesamtNicht enthalten; mit anderen Heizsystemen kombinierbarNicht enthalten; Einbindung über bestehenden Speicher
**Remeha** eLecta Ace 300Polymerelektrolytmembran (PEMFC)0,705 kW1,02 kWbis zu 39 % elektrisch bis zu 92 %Gas-Brennwertkessel enthalten300-Liter-Pufferspeicher
**SenerTec** Dachs 0.8Polymerelektrolytmembran (PEMFC)0,705 kW1,0 kWbis zu 39 % elektrisch bis zu 93 % gesamtGas-Brennwertkessel enthalten300-Liter-Pufferspeicher
**SOLIDpower** BLUEGEN BG-15 (Vertrieb zusätzlich durch Buderus)Hochtemperatur-Brennstoffzelle (SOFC)0,5 bis 1,5 kWca. 0,85 kWbis zu 57 % elektrisch bis zu 88 % gesamtNicht enthalten; mit anderen Heizsystemen kombinierbarNicht enthalten; Einbindung über bestehenden Speicher
**Sunfire** Sunfire-Home 750Hochtemperatur-Brennstoffzelle (SOFC)0,375 bis 0,75 kW0,65 bis 1,25 kWbis zu 39,7 % elektrisch bis zu 89 % gesamtNicht enthalten; mit anderen Heizsystemen kombinierbarNicht enthalten; Einbindung über bestehenden Speicher
**Viessmann** Vitovalor PT2 & Vitovalor PA2Polymerelektrolytmembran (PEMFC)0,75 kWPT2: 0,9 bis 30,8 kW PA2: 1,1 kWbis zu 37 % elektrisch bis zu 92 % gesamtPT2: Gas-Brennwertkessel enthaltenPT2: Integrierter 220-Liter-Warmwasserspeicher

Brennstoffzellen: Hersteller in Deutschland

Zu Zeiten von Klimakrise und außenpolitischen Zerwürfnissen ist die Brennstoffzelle eine attraktive Alternative beim Heizen und der Stromerzeugung. In den Anfangsjahren dieser verhältnismäßig neu auf dem Markt verfügbaren Heizmethode waren nur wenige Produkte verfügbar. Dies änderte sich im Lauf der vergangenen Jahre. Die Auswahl an Modellen mit verschiedenen Brennstoffzellentypen bietet Kunden die Möglichkeit, sich für das bestmögliche Angebot zu entscheiden. Unter den bewährten Produkten findet sich für jede individuelle Anforderung die passende Technologie.

Die Kosten für Brennstoffzellenheizungen bewegen sich im Schnitt zwischen 30.000 und 35.000 Euro. Diese senken Sie durch lukrative Förderangebote für Brennstoffzellenheizungen, durch den KWK-Zuschlag nach Kraft-Wärme-Kopplungs-Gesetz oder durch Einspeisevergütungen für Brennstoffzellen. Ein Programm wie die KfW-Förderung 433 ermöglicht Ihnen, bis zu 40 Prozent der förderfähigen Gesamtkosten erstattet zu bekommen. Bestehend aus einem Festbetrag von 6.800 Euro sowie einem variablen Betrag abhängig von der elektrischen Leistung der Anlage (550 Euro je angefangener 100 Watt) sind bis zu 34.300 Euro möglich.

Brennstoffzelle Hersteller: Foto eines Brennstoffzellenstacks

Die Brennstoffzelle bietet eine saubere und umweltfreundliche Alternative zu fossilen Brennstoffen. | Foto © hopsalka, Adobe Stock

SenerTec

Der Hersteller SenerTec bietet Ihnen mit dem Dachs 0.8 eine praktische Komplettlösung. Ideal für Ein- und Zweifamilienhäuser handelt es sich hierbei um eine gut modulierende Brennstoffzelle mit 705 Watt elektrischer Nennleistung. Die Wärmenennleistung beträgt 1000 Watt. Weiterhin umfasst das Set einen Spitzenlastkessel, um zuverlässig zeitweise anfallende Bedarfsspitzen abzudecken, sowie einen 300 Liter Pufferspeicher.

Neben diesem Modell bietet SenerTec leistungsstarke Modelle speziell für Altbauten, für Mehrfamilienhäuser sowie Gewerbebetriebe. Zudem vertreibt der Hersteller dieser Brennstoffzelle Batteriespeicher und Ladestationen für Ihr E-Auto.

SOLIDpower

Die BLUEGEN BG-15 von SOLIDpower ist ein Einzelgerät, das Sie als Zusatz zu Ihrem bestehenden Heizsystem nutzen. Die Wasserstoff-Heizung besitzt einen elektrischen Wirkungsgrad von bis zu 57 Prozent. Der Gesamtwirkungsgrad erzielt bis zu 88 Prozent und macht Sie unabhängig von herkömmlichen Stromerzeugern. Ideal für den durchgängigen Betrieb geeignet, produziert das System bis zu 13.000 Kilowattstunden Strom pro Jahr.

Seit dem letzten Quartal 2018 vertreibt zusätzlich die Bosch Thermotechnik-Marke Buderus in Kooperation mit SOLIDpower die BLUEGEN BG-15.

Viessmann

Zu einem der Marktführer von Brennstoffzellenheizungen zählt der Hersteller Viessmann. Mit der Vitovalor PT2 sowie der PA2 bietet das Unternehmen gleich zwei verschiedene Modelle:

  • Bei der Vitolator PT2 handelt es sich um ein Komplettpaket mit enthaltenem Gas-Brennwertkessel sowie einem integrierten 220 Liter Warmwasserspeicher. Eine PEM-Brennstoffzelle bietet Ihnen einen elektrischen Wirkungsgrad von bis zu 37 Prozent sowie bis zu 92 Prozent gesamt.

  • Die Vitolator PA2 kommt als Einzelgerät ohne Spitzenlastkessel und Pufferspeicher. Die thermische Leistung liegt bei bis zu 1100 Watt. Die elektrische Leistung entspricht wie beim PT2 bis zu 750 Watt. Dieses Modell eignet sich beispielsweise für Sie, wenn Sie bereits über ein bestehendes Heizsystem verfügen.

Komplettlösung Brennstoffzellenheizung: picea von Home Power Solutions

HPS bietet Ihnen als Brennstoffzellenhersteller ein komplettes Solar-Wasserstoff-System für Ihre Immobilie. Bei der picea handelt es sich, anders als bei herkömmlichen Brennstoffzellenheizungen, um ein Komplettsystem inklusive PV-Anlage und Wasserstoffspeicher. Das System besitzt den weltweit ersten Ganzjahresstromspeicher und ermöglicht Ihnen, autark zu heizen und gleichzeitig Strom zu erzeugen. Diese Komplettlösung bietet eine größere Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen und tut gleichzeitig etwas Gutes für den Klimaschutz.

Eine Photovoltaikanlage erzeugt Strom, sodass Sie mittels Elektrolyse Ihren eigenen grünen Wasserstoff herstellen. Dieser betreibt die Brennstoffzelle. Darüber hinaus arbeitet das System mit einem Kurz- und einem Langzeitspeicher. Die picea nutzt im Winter gespeicherten Wasserstoff, den die PV-Anlage im Sommer als Überschuss gewinnt. Speicherung und Nutzung erfolgen dabei ohne die Erzeugung schädlicher Emissionen.

Je nach individueller Auslegung der Anlage kostet das picea Solar-Wasserstoff-System zwischen 85.000 und 125.000 Euro. Der Preis umfasst das gesamte System mit allen Bestandteilen, die Sie zum autarken Heizen benötigen. Der Brennstoffzellenhersteller gewährt zehn Jahre Garantie und bietet zusätzlich einen Servicevertrag für rund 500 Euro im Jahr an. Durch Fördermöglichkeiten sind Einsparungen möglich – beispielsweise bis zu 15.000 Euro durch die Investitionsbank Berlin (IBB) im Rahmen des EnergiespeicherPLUS-Programms.

Sind Brennstoffzellen sicher?

Die sogenannte Knallgasreaktion zeigt, was passiert, wenn ein Funke auf ein Gasgemisch aus Wasserstoff und Sauerstoff trifft: Es explodiert.

Wasserstoff allein bietet hingegen kein Risiko! Ohne zusätzlichen Oxidator (Luft / reiner Sauerstoff) sowie eine Zündungsquelle geschieht nichts. Eine problemlose Lagerung sowie der Transport von Wasserstoff in Stahlflaschen ist bereits seit vielen Jahrzehnten eine praktikable und gängige Vorgehensweise.

In einer Brennstoffzellenheizung kommen nur geringe Mengen Wasserstoff zum Einsatz. Er ist weder ätzend noch giftig, verunreinigt das Wasser nicht und verbrennt rückstandsfrei ohne schädliche Emissionen.

Hinweise zur Auswahl einer Brennstoffzellenheizung

Eine Brennstoffzellenheizung bietet oftmals eine zusätzliche Alternative zum Heizen und ist kein alleinstehender Ersatz des Heizsystems. Sie trägt große Teile der Grundversorgung Ihres Gebäudes, benötigt für extreme Lasten jedoch einen zusätzlichen Spitzenlastkessel. Dieser deckt die Bedarfsspitzen zuverlässig ab. Oftmals handelt es sich hierbei um einen herkömmlichen Gas-Brennwertkessel, der mitunter in den entsprechenden Angeboten der Brennstoffzellenfirmen mit inbegriffen ist. Handelt es sich bei der Brennstoffzelle um ein Einzelgerät, benötigen Sie den Brennwertkessel zusätzlich. Gleichfalls ist ein Pufferspeicher notwendig. Einige Hersteller von Brennstoffzellen bieten Komplettlösungen an, die neben der Brennstoffzelle ebenfalls einen passenden Spitzenlastkessel sowie einen Warmwasserspeicher umfassen.

Sanieren Sie Ihren Bestandsbau und Ihr vorhandener Gaskessel ist sehr alt, greifen Sie vorzugsweise zu einem Komplettpaket mit moderner Brennwertheizung. Besitzen Sie einen Brennwertkessel und einen ausreichend großen Pufferspeicher, reicht es, wenn Sie ein Brennstoffzellen-Einzelgerät mit Ihrer bestehenden Anlage koppeln.

Beachten Sie bei der Wahl des richtigen Produktes: Mehr ist nicht immer besser! Es ist nicht sinnvoll, wenn Sie sich für eine besonders hohe thermische oder elektrische Leistung entscheiden. Brennstoffzellen rentieren sich bei langen Laufzeiten, um so viel Strom wie möglich zu erzeugen. Ist beispielsweise die thermische Leistung zu hoch, so "feuert" die Brennstoffzelle immer nur kurz, da der Wärmebedarf schnell gedeckt ist. Das hat zur Folge, dass sie sich oft an- und wieder ausschaltet – sie taktet. Dies ist nicht nur schlecht für das Gerät, sondern verringert gleichzeitig die Wirtschaftlichkeit der Brennstoffzelle. Ähnliches gilt ebenfalls, wenn der Strombedarf für die Brennstoffzelle zu niedrig ist. Überschüssigen Strom speisen Sie zwar mitunter gegen eine Entlohnung in das allgemeine Stromnetz ein, allerdings ist der Eigenverbrauch deutlich effizienter.

**Erkundigen Sie sich beim jeweiligen Brennstoffzellenhersteller, welches Modell sich für Ihr persönliches Nutzungsverhalten eignet. Zudem ist es sinnvoll, wenn sich ein Fachmann vor Ort die individuellen Voraussetzungen anschaut. Dazu zählen beispielsweise Ihre vorhandenen Heizkörper, die Dämmung Ihres Hauses und der Wärmebedarf. Gemeinsam finden Sie die bestmögliche Lösung.

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